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Geschichte: Fanfiktion
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von Feelicitas Lefay
erstellt: 22.03.2010
letztes Update: 20.06.2010
Geschichte, Allgemein / P16
(abgebrochen)
„Können wir einen Moment stehen bleiben? Bitte, ich brauche einen Moment Schatten...“ rief ich schwach und er drehte sich um. Ob er mich verstanden hatte oder nicht, war mir in dem Moment egal. Ich war zu fertig um nach sinnvollen englischen Formulierungen zu suchen, außerdem musste mein Anblick doch Bände sprechen. Und wirklich, als ich ohne weiter abzuwarten zur nächsten Palme an der Böschung ausscherte um mich dort mit letzter Anstrengung niederzulassen, kam er ein paar Schritte zurück und setzte sich in die Nähe. Ich kümmerte mich nicht weiter darum, mir war so elend, das ich nur noch mit einem leisen Stöhnen den Kopf zwischen die Knie legen konnte. „Ich habe so einen Durst.“ entfuhr es mir, doch sobald ich es sagte, schämte ich mich schon dafür. Ich benahm mich unmöglich. Als ich aufblickte sah ich, das mein neuer Freund wortlos anfing in seiner Tasche herum zu kramen und eine Frucht hervorzog, die er mir in den Schoss rüber warf. Ich wusste nicht genau, was es war, doch das kümmerte mich auch nicht, denn es duftete herrlich. Als ich gierig hinein biss spritzte der Saft raus lief und mir das Kinn entlang. Egal was es war, es war die beste Frucht in meinen Leben. Ich saugte das Fruchtfleisch förmlich in mich hinein und ehe ich mich versah, hatte ich es bis auf den Kern abgeschabt. Mein Begleiter erhob sich und machte sich ohne weiter auf mich zu achten auf den Weg. Ich brauchte einen Moment, bis ich wieder auf die Füße kam, aber die Frucht hatte mich vorerst wunderbar erfrischt und so schleppte ich mich langsam aber stetig hinter ihm her. Es war nicht so, als ob er mich stehen gelassen hätte, ich hatte sogar stark den Eindruck er verlangsamte seine Schritte von nun an und so hatte ich die Gelegenheit meine Umgebung wahrzunehmen. Als wir loszogen musste es wirklich schon gegen Mittag gewesen sein, nun zog die Sonne langsam über den Dschungel hinweg und ließ einen schmalen Schatten an der fast undurchdringlichen Palmenböschung entstehen, an dem ich mich orientierte. Beim Gedanken, das mein Begleiter für unseren weiteren Weg jederzeit in den Dschungel abbiegen konnte brachte mir ein unwohles Gefühl was ich nicht so richtig deuten konnte. Aber das war nicht meine einzige Sorge. Unsere Fussspuren waren die ganze Zeit die Einzigsten im Sand, das hieß nicht nur, das er er auf einen anderen Weg gekommen war, sondern das sich keine Menschenseele hierher verirrte, obwohl die ein oder andere Stelle den Südseeträumen aus Katalogen nahekam. Die Aussicht bald auf einer Betonstraße oder zumindest einen befestigten Weg zu stoßen schien sehr schlecht und brachte nicht den geringsten Hoffnungsschimmer. Ich hatte genug von Sand und salzgedörrten Gestrüpp und verfiel nach einiger Zeit in den Trott nur noch einen Schritt nach dem nächsten zu schaffen und davon zu phantasieren endlich an einer schattigen Poolanlage anzukommen, wo eiskalten Drinks soviel ich wollte auf mich warteten, welche mir von überbesorgten Angestellten serviert werden würden, die mir auch jeden anderen Wunsch erfüllen konnten.
Ich stand so neben mir, ich hätte an eine Fata Morgana geglaubt, wenn das was irgendwann in der Ferne hinter einer weiteren Strandbiegung erschien auch nur die geringste Ähnlichkeit mit meiner erträumten 5-Sterne Hotelanlage gehabt hätte. Hoch in den Himmel ragte wie ein weiterer Turm eine imponierende Statue, deren Ansicht mich jäh stoppen ließ. Es dämmerte mir zum ersten Mal seit Stunden, das so einiges überhaupt nicht zusammen passte.
„Was ist das?“ äußerte ich befremdet und es kam wie ein heisernes Krächzen aus meinen Hals. Noch nie hatte ich sowas gesehen, aber ich hatte ja auch noch nie eine ominöse Südseereise unternommen.
Diese Statue, die lächerlicherweise an einen missratenen schwangeren Nilpferd Hybriden erinnerte, war vielleicht die große Gottheit der Insulaner. Das konnte doch sein, man denke an den großen Einfluss der Pilze die man, bekam ich immer mehr den Eindruck, sich hier wohl recht häufig einschmiss. Man konnte ja nur gespannt sein, welchen Dingen die Leute hier noch ehrfürchtig huldigten. Forschend betrachtete ich meinen Begleiter, der solange stehen geblieben war, bis ich zum ihm aufschließen konnte.
„Dort lebe ich.“ erwiderte er zu meinen Erstaunen klar und verständlich. Es klang leicht missbilligend, als wäre mein fehlendes Kulturverständnis ihm nicht entgangen. Er blieb mir trotz neuer Erkenntnisse doch die eigentliche Antwort schuldig.
„Und wer bist du, das du da wohnst?“ wagte ich zu fragen, doch er lächelte kurz und sein Ausdruck wurde weicher: „Mein Name ist Jacob.“
Warum hatte er sich nicht direkt vorgestellt? Doch mit weiteren Erklärungen schien er sich nicht aufhalten zu wollen.
„Komm, Jisca.“ forderte er mich auf und ging einfach weiter. Ich unterließ es ihn zu verbessern, ich war immer noch zu sehr damit beschäftigt mich zu fragen, wo ich hier reingeraten war, zudem brannten meine Glieder und wollten nach dem kurzen Stopp nun wirklich keinen Schritt weiter. Nun das Ziel vor Augen, war es nicht mehr weit, doch das letzte Stück war das mühsamste und als wir am Fuss der Statue ankamen, ließ ich mich ohne weiteres am Rande des kleinen Lagerplatzes nieder. Ob es hier wohl irgendwo Wasser gab? Er brauchte doch auch etwas zu trinken. Er hatte den Weg schließlich ganz ohne Erfrischung hinter sich gebracht. Ich wollte Jacob gerade danach fragen, doch da zog er etwas aus der Tasche, das mir meine Worte im ausgedörrten Hals stecken bleiben ließ. Ich glaubte es kaum im ersten Moment, aber er lief die ganze Zeit bereits vor mir her und hatte doch tatsächlich einen Wasserbeutel in seiner Tasche gehabt. Einen vollen Wasserbeutel. Belämmert nahm ich ihn an und Jacob ließ mich einfach sitzen, ging davon und verschwand in einem Eingang der im Schatten der Statue lag.
Es brauchte einen Moment bis ich darüber hinweg kam. Vielleicht war es weil ich so fertig war, aber mir war bewusst, das wenn man das alles hier betrachtete, es seine Methode gewesen war, das ich ihm unbedingt folgte. Hätte er mir das Wasser am Turm gegeben, ich hätte ihn wohl nur nach der Richtung zum Hotel gefragt und versucht loszuwerden. Jetzt hatte ich Wasser, genug um mich von ihm absetzen zu können. Aber das war es ja, nun wo ich hier saß hatte ich keine Kraft mehr aufzustehen. Und in welche Richtung sollte ich gehen?
Dann wurde es mir klar, er hatte mir das Wasser nicht früher geben können, weil er wusste, das es kein Hotel gab.
Es war mir mittlerweile alles egal. Ich trank ausgiebig, sobald ich den Wasserbeutel gehändigt bekam und nach kurzer Zeit fühlte ich mich bereits besser. Wie schnell man doch sein Leid vergessen konnte. Ich fand selber, das ich wohl übertrieb mit meiner Panik. Auch wenn mir im Moment der Gedanke von Aliens entführt wurden zu sein näher lag, als jede logische Antwort, so musste es doch eine unspektakuläre Erklärung geben, die mir einfach noch nicht eingefallen war. Und ich war ja auch nicht alleine, Jacob würde schon nicht einfach verschwinden nachdem er mich schon hierher geschleppt hatte.
In diesem Moment kam er zurück und reichte mir eine große Holzschale, in der sich ein Stück Brot befand. Ich nahm es dankbar an. Jetzt wo mein Durst gestillt war, fiel mir erst auf, das ich nichts mehr in mir hatte. Die Frucht hatte ich garantiert komplett verbrannt.
Es war sehr gutes Brot und hungrig verschlang ich seine Gabe, während ich ihn dabei beobachtete, wie er ein Lagerfeuer anzündete.
Kurz nachdem ich den letzten Krümel verschlungen hatte und mich richtig wohlig fühlte, überfiel mich meine Müdigkeit vollends. Die letzten Stunden forderten ihren Tribut und ich dämmerte einfach weg wie ich da saß. Ich merkte nur noch, das Jacob mir wohl eine Decke umlegte und mir sagte, das er in der Nähe bleiben würde. Ich dachte noch, das er bei manchem eine ungewöhnliche Aussprache hatte und ich ihn unbedingt fragen musste, was seine Muttersprache war. Aber im Moment war das alles unwichtig. Ich kuschelte mich noch vor dem Feuer ein, bevor ich dann endgültig dem Schlaf nachgab.
Fortsetzung folgt...
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