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von Qantaqa    erstellt: 20.03.2010    letztes Update: 11.09.2010    Geschichte, Abenteuer / P12    (fertiggestellt)
1. Teil meiner Serie "X-Men Evolution"
Teaser Trailer



X-Men Evolution: The Brotherhood of Bayville








Prolog







Felicitas warf die Blechdose gekonnt in einen Mülleimer, welcher mit fünf Metern Abstand gar nicht so einfach zu treffen war. Sie ignorierte dabei die schimpfenden Ausrufe der anderen Passanten, die erschrocken zur Seite auswichen, als die Dose nur knapp an ihnen vorbeischoss.
"Halt die Klappe, Bürohengst." grinsend ging sie einfach weiter, begleitet von den unangebracht wüsten Beschimpfungen eines scheinbar prüden Anzugträgers. Das bewies einmal mehr: Nur weil man teure Anzüge trug, hieß das noch lange nicht, dass man auch Stil hatte...
Feli lächelte und atmete tief die angenehm warme Sommerluft ein. Es war zwar nicht die flirrende Hitze, die sie aus ihrem Heimatland so sehr liebte, doch es war zumindest auch nicht übel. Ja, heute war ein guter Tag. Sie hatte sich genug Geld zusammen geschnorrt, um sich zwei leckere Hotdogs und eine Limo leisten zu können, ohne Stehlen zu müssen. Und sie hatte sogar noch 3 Dollar übrig.

Feli ging an der Kante des Bürgersteigs in die Hocke und suchte am Rand nach einer Kanalöffnung. Und wenige Meter neben sich wurde sie auch fündig. Sie ignorierte das wütende Hupen der Autos, die nur knapp an ihr vorbeirauschten, und ließ unauffällig das Geld hineinfallen. Sie wollte nicht, dass ein Obdachloser es sah, denn das Geld war definitiv nicht für die normalen Menschen gedacht.

Jedes mal, wenn sie etwas von ihrem erschnorrten oder gestohlenen Geld übrig hatte, tat sie das. Es war schon zum täglichen Ritual geworden.
Sie wusste, dass in dem kilometerlangen, verzweigten Kanalsystem unter der Stadt die Morlocks lebten. Mutanten, die aufgrund ihrer Mutation so entstellt waren, dass sie nicht unter den normalen Menschen leben konnten. Oder wollten.
Feli wusste auch, dass sie das Geld finden, und dankbar annehmen würden.

Sie richtete sich wieder auf, klopfte den Staub von ihrem Rock und zupfte die durchlöcherte schwarze Strumpfhose zurecht. Feli blickte sich um, und sah in der kleinen Konditorei hinter sich eine Uhr hängen.
14:30... Sie seufzte. Was sollte sie denn jetzt noch den ganzen Nachmittag anstellen?

Wie jeden Tag machte sie halt vor dem Schaufenster eines Elektronikladens, wo in einem übertrieben großen Flachbildfernseher die Nachrichten liefen. Der jämmerliche Versuch eines Banküberfalls, ein tödlicher Autounfall auf dem Highway, Straßenkämpfe zwischen zwei Diebesbanden in New Orleans... Felicitas murrte genervt. Nur das Übliche.

Während sie weiter durch die Straßen New Yorks schlenderte, regte sich furchtbare Langeweile und damit auch Frustration in ihr. Felicitas war heute so gut gelaunt, da wollte sie sich den Tag keinesfalls von dieser nagenden Langeweile verderben lassen.
Sie beschloss nach kurzen Überlegungen, sich mal wieder ein wenig auszutoben. Sie hatte ohnehin gerade viel zu viel überschüssige Energie, und außerdem hatte sie sich das schon länger nicht mehr gegönnt. Und um im Training zu bleiben, war es gar nicht schlecht. Genug Idioten gab es in dieser dämlichen Großstadt ja sowieso.
Und es war wichtig, ab und an ein Exempel zu statuieren, schließlich sollten die Menschen wissen, mit wem sie sich da immer so gerne anlegten. Es musste auf die harte Tour sein. Die Seichte zog schon lange nicht mehr Und Feli war nur allzu froh darum, sie genoss ihre Überlegenheit und nutzte auch nur zu gerne jede Möglichkeit, um dies unter Beweis zu stellen.

Also folgte sie den Straßenschildern Richtung Brooklyn. Noch kannte sie sich nicht wirklich gut hier aus, doch gut genug, um zu wissen, dass es dort genügend Gangs und finstere Clubs gab.
Und Feli wurde nicht enttäuscht. Bereits in einer der zwielichtigen Gassen in der dritten Straße fand sie einige große Gestalten in den Schatten der Häuser herumlungern. Mit Bedauern zählte sie jedoch nur drei Männer. Aber dafür waren sie immerhin ziemlich groß und massig. Nicht solche halben Portionen wie neulich.

Feli zupfte unauffällig ihre Rock ein Stück höher und näherte sich den rauchenden Männern mit einem aufreizenden Hüftschwung. Und, wie sollte es auch anders sein, gehörte die volle Aufmerksamkeit der Drei sofort ihr. Feli war einmal mehr erstaunt darüber, dass man in New York nicht einmal besonders gut aussehen musste, um blöd angemacht zu werden. Sie hatte noch nie Probleme gehabt, in Schwierigkeiten zu geraten, und auch jetzt wurde sie nicht enttäuscht. Was waren Männer doch berechenbar...

"Na, Puppe, ganz alleine unterwegs?" legte der Erste der drei in ekelhaftem Tonfall auch schon los.
Felicitas zog einen Schmollmund. "Ja, eine Schande nicht wahr?" Sie lächelte liebreizend, als sie direkt vor dem Kerl stand, und der sie unverhohlen angaffte. Feli musste sich beherrschen, um nicht angewidert das Gesicht zu verziehen.
"Hier bist du jedenfalls genau richtig aufgehoben, Süße." Er wollte sie gerade am Arm packen, als Feli ihm, noch immer zuckersüß lächelnd, ohne zu zögern und wie aus dem Nichts ihre Faust ins Gesicht donnerte.

"Ouch..." nuschelte sie kleinlaut vor sich hin und schüttelte ihre Hand, während der Kerl stöhnend rückwärts taumelte. So ein Faustschlag ins Gesicht tat um einiges mehr weh, als sie in Erinnerung hatte... "Verdammt..." Bedauernd betrachtete sie die aufgeplatzte Haut an den Knöcheln ihrer sonst so hübschen, zarten Hände. Es hatte durchaus einen Grund, weshalb sie sich für Nahkampf zu schade war.

"Du verfluchtes Miststück! Was fällt dir eigentlich ein??" Die Augen des Mannes wurden noch größer, als er sich mit dem Handrücken über das Gesicht fuhr, und helles Blut daran kleben blieb. "Schnappt sie euch, die kommt hier nicht mehr weg!" Die anderen beiden Männer hatten das Schauspiel mit weit aufgerissenen Augen beobachtet, doch jetzt erwachten sie aus ihrer Starre und schritten auf Feli zu, während sie bedrohlich mit den Fingerknöcheln knackten.

"Nein, ist das süß... Er hat Wachhunde." stichelte Feli munter weiter darauf los, sich bemühend, das Zittern in ihrer Stimme zu verbergen. Es war eine furchtbare Situation, und Felicitas hatte Angst. Auf eine perverse Art und Weise liebte sie es. Denn schon spürte sie das durch die Angst verstärkte, wunderbar angenehme Kribbeln in ihren Fingerspitzen.
Sie atmete tief ein und duckte sich schnell unter dem ersten Schlag hindurch. Es war verdammt knapp, sie spürte den Zipfel eines Pulli-Ärmels an ihrer Wange vorbeistreifen. Sie machte einen Satz nach hinten, schloss kurz fest die Augen und konzentrierte sich auf ihre Mutation. Feli beschwor das Feuer in sich herauf, und binnen weniger Sekunden fühlte sie den bekannten, heißen Schauer, der ihren Rücken hinunter jagte, als ihre Arme Feuer fingen.

Feli lachte laut auf, als die Männer entsetzt zurückwichen. "Ein... Ein Mutant!!" schrie der Kleinste von ihnen erschrocken, ja schon beinahe angeekelt.
"Oh ja..." murmelte Felicitas so leise, dass die Mistkerle es vermutlich nicht einmal gehört hatten, und schoss einen großen Feuerball in eine der Mülltonnen, die an der Hauswand standen. Sofort fing der Inhalt Feuer und loderte wild vor sich hin.

"Was ist? Habt ihr etwa Angst vor einem Mädchen??" rief sie lachend, und schickte einen massiven Feuerstrahl direkt auf die Kerle zu. Diese sprangen fluchend zur Seite.
Feli kicherte amüsiert, während sie einen Lieferwagen in Brand steckte. Oh, wie sie es liebte, sich so in Szene zu setzen... Das Feuer ließ bestimmt ganz entzückende Lichteffekte über ihr Gesicht huschen. Feli seufzte, und fragte sich, wieso nie ein Reporter aufgetaucht war, um diese Schönheit auf Bildern festzuhalten?

Feli schüttelte bedauernd den Kopf und widmete ihre Aufmerksamkeit wieder den Männern. Einer versuchte verzweifelt, seinen brennenden Jackenärmel gelöscht zu bekommen, was Felicitas wieder zum Lachen brachte. Sie genoss die Hitze des Feuers um sie herum und die berauschende Wirkung des Adrenalins, welches durch ihre Adern schoss. Doch sie spürte, wie sie langsam schwächer wurde.

Sie riss sich zusammen und schickte nochmals ihr inneres Feuer aus, sodass sie nahezu vollkommen davon eingehüllt war. Feli hob die Hände zum Himmel und ließ eine regelrechte Feuerexplosion um sich herum entstehen. Sie hörte am Rande, wie Fenster klirrend unter der Hitze zerbarsten, und die Reifen des Lieferwagens platzten. Irgendwo sprang eine kreischende Alarmanlage an.

Doch so schnell, wie das Feuer in ihr entstanden war, verschwand es dann auch plötzlich wieder. Nein, es verschwand nicht einfach, es zog sich mit einem unangenehmen Ruck, der Feli aufstöhnen ließ, wieder in ihren Körper zurück.

Sie sah sich nach den Männern um, welche sich aber wohl bereits aus dem Staub gemacht hatten. Sie legte den Kopf schief. Das hatte sie gar nicht bemerkt, war wohl zu vertieft gewesen in ihrem Tun... Tz, Feiglinge... Feli redete sich erfolgreich ein, dass sie noch genug Energie gehabt hätte, um die Kerle zu erledigen.

Erschöpft, aber mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, sank sie schließlich auf die Knie. Zufrieden lächelte sie, als sie die Zerstörung sah, welche sie, sie ganz alleine verursacht hatte.
Schwer atmend schloss sie die Augen, lauschte dem Knistern des Feuers und den langsam verhallenden Schreie der Passanten, die diesem wundervollen Spektakel beiwohnen durften. Banausen... Keinen Blick für das wirklich Schöne hatten diese primitiven Menschen...
Aus der Ferne hörte sie Polizeisirenen, welche beständig lauter wurden, sie gönnte sich jedoch noch einen Moment der Ruhe. Sie war sich nicht sicher, ob ihre zittrigen Beine sie gleich schon tragen würden...

"Beeindruckend."

Feli fuhr erschrocken herum. Sie hatte niemanden kommen hören, und normalerweise war sie immer sehr aufmerksam... Auf der Straße konnte man es sich nicht leisten, derart überrumpelt zu werden. Ein solcher Fehler konnte im Big Apple durchaus erbarmungslos mit dem Tod bestraft werden.
Keine 3 Meter hinter ihr stand eine recht aufgetakelte Frau, wohl in den Mittdreißigern, mit wunderschönen, feuerroten Haaren, und lässig vor der Brust verschränkten Armen.

Feli rappelte sich umständlich auf, und stützte sich mit einer Hand an der Hauswand ab, um nicht sofort wieder das Gleichgewicht zu verlieren. Von solch einem Püppchen hätte sie am allerwenigsten ein Kompliment erwartet... Sie versuchte, die Dame nicht allzu auffällig anzustarren.
"Ahja?" keuchte sie schließlich, noch immer atemlos. "Schön, dass es noch jemandem außer mir gefällt."

Die Dame stöckelte auf ihren gefährlich hohen Absätzen einen weiteren Schritt in die Gasse hinein. "In der Tat. Du hast eine außergewöhnliche Gabe..." Sie blickte auf, als die Polizeisirenen immer näher kamen. "Wir sollten hier verschwinden, meinst du nicht auch?" Zwinkerte sie dem jungen Mädchen zu.

"Wir?" fragte Feli skeptisch mit hochgezogener Augenbraue. Doch als die Fremde ihr den Rücken zu wandte und davon schlenderte, rief sie ihr verärgert ein 'Warte!' hinterher, und folgte ihr automatisch, noch immer leicht schwankend und stolpernd. Ihre Neugierde war geweckt... Denn wer interessierte sich schon für einen Mutanten? Einen recht durchgeknallten noch dazu... Richtig, niemand. Niemand, der nicht einen guten Grund dazu hatte.

Die fremde Frau führte sie in den Prospect Park, und deutete auf eine der hölzernen, in grauenhaftem grün gestrichenen Sitzbänke. Feli ließ sich dankbar darauf sinken. Die Anstrengung von eben steckte ihr noch immer tief in den Knochen.
"Magst du einen Kaffee?"
"Oh ja, das wäre... Nett..." Feli starrte der seltsamen Frau hinterher, die an einem Kiosk zwei Kaffees orderte. Das war in der Tat alles andere als gewöhnlich... Niemand war normalerweise nett zu ihr. Schon gar nicht, wenn derjenige Zeuge einer ihrer Ausbrüche war. Schief grinsend dachte sie daran, was da eher der Regelfall war... Auf sie gerichtete Pistolenmündungen, schreiende, völlig verängstigte Cops, Beschimpfungen... Aber eine Einladung zu 'nem Kaffee? Das war neu.

Feli nahm den dampfenden Becher entgegen, welchen ihr die Fremde hinhielt, ehe diese sich neben ihr niederließ und ihre Beine elegant überkreuzte. Feli musste unweigerlich an eine Schlange denken, wenn sie die Frau beobachtete... Ihre Bewegungen waren geschmeidig und fließend, und sie hatte dieselbe gefährlich-schöne Anmut wie das besagte Reptil.
Feli atmete tief aus. Trotz der sommerlichen Hitze faltete sie die Hände um den Becher und genoss die Wärme, welche in ihre Hände überging. Sie fühlte sich nach Gebrauch ihrer Kräfte immer, als hätte man ihr ihre gesamte Körperwärme... Ausgesaugt.

"Mein Name ist Raven Darkholme. Oder Mystique. Wie heißt du?" Fragte ihr Gegenüber schließlich freundlich.

Jetzt sah Felicitas ihr ins Gesicht. Eine Mutantin also. Sie hatte es bereits vermutet, denn wieso sollte ein Mensch sich mit ihr auseinandersetzen wollen? Hm, hatte sie diesen Namen nicht schon mal gehört? Feli überlegte fieberhaft, kam aber auf keinen nennenswerten Punkt.

"Felicitas Collins." Und nach kurzem Zögern fügte sie hinzu: "Ähm, Flame..."

Mystique lächelte. "Ich habe dich hier noch nie gesehen. Wo kommst du her?"
"Ich bin noch nicht lange hier. Ich komme aus Australien..." sie stockte, unschlüssig, ob sie noch mehr erzählen sollte. Sie entschied sich dafür, vorerst nicht zu viel preiszugeben, und fuhr in plauderndem Ton fort: "Ja, ich reise ein wenig durch die Staaten. Bin nur durch Zufall in dieser grässlichen Stadt gelandet. Falschen Zug genommen..." Sie grinste schief.

"Wieso hast du das getan? Vorhin, meine ich."
Feli schürzte trotzig ihre Lippen und musterte die andere Mutantin. Doch diese schien ehrlich neugierig zu sein, denn Feli konnte keinen Anflug von Vorurteil oder Abscheu in ihrem Gesicht finden. Also zuckte sie mit den Schultern. "Was soll ich sagen, mir war eben langweilig." gab sie schließlich lächelnd zu.

"Solch ein Talent sollte nicht so verschwendet werden. Wie genau funktioniert deine Mutation?"

"Naja, ich kann Feuer erschaffen und es kontrollieren. Nur... Hm, ich kann nur mein eigenes Feuer kontrollieren. Außerdem zehrt es von meiner Lebensenergie, wie du gesehen hast. Würde ich eine zu große Menge an Feuer zu lange aufrecht erhalten, könnte es mich durchaus umbringen." Feli vermutete es nicht nur, nein, sie wusste es. Sie hatte viel mit ihren Kräften experimentiert, und um stärker und ausdauernder zu werden, ist sie auch häufig bis ans Limit gegangen. Sie hatte oftmals mehr Glück als Verstand gehabt... Denn ihre Dickköpfigkeit und Leidenschaft ließ sie nicht akzeptieren, dass ihre Kräfte irgendwann einfach ausgeschöpft waren.
Nun, sie hatte teures Lehrgeld bezahlt. Nach einem besonders heftigen Ausbruch, der ihr einige Tage im Koma beschert hatte, hatte sie sich ihre Grenzen schließlich doch eingestanden und war vorsichtiger geworden.

Sie fuhr von ihren Gedanken hoch, als Mystique leise sagte: "Faszinierend... Jemanden wie dich könnten wir gut an unserer Seite gebrauchen."
Feli sah skeptisch auf. "Brauchen? Wozu?" Was wollte diese Frau denn von ihr?? Gehörte sie zu jenen, die Mutanten nur zu ihrem eigenen Nutzen ausbeuteten? Wut bahnte sich ihren Weg gefährlich nahe an die Oberfläche. Ein Kribbeln auf ihren Armen kündigte es ihr mehr als deutlich an. Feli verfluchte ihre aufbrausende Art und zählte innerlich bis 10, um sich wieder zu beruhigen. Sie verinnerlichte sich, dass Mystique selbst eine Mutantin war, und atmete tief durch. Nur zuhören... Einfach nur zuhören. Sie würde nachher aufstehen, und einfach davongehen können. Keiner zwang sie, hier zu sein.

Mystique senkte die Stimme, "Hast du es nicht auch satt? Die Hetze gegen uns Mutanten? Wir sind den Menschen um so vieles überlegen..." Sie hielt kurz bedeutungsvoll inne. "Und wir, ich und meine Bruderschaft, werden denen das klar machen. Wir werden dafür sorgen, dass Mutanten weltweit sich durchsetzen können. WIR werden die Oberhand gewinnen. Uns gehört die Zukunft." Sie ballte ihre manikürte Hand zu einer entschlossenen Faust. Eine Geste, die so gar nicht zu der zierlichen Frau passen wollte.

Feli hatte aufmerksam zugehört. Das klang ja gar nicht so übel... In der Tat träumte sie davon, dass die Mutanten sich endlich über die normalen Menschen erheben würden.
Und nun erinnerte sie sich auch. Sie hatte durchaus schon von der Bruderschaft gehört... Nur, dass ihre bisherigen Aktionen so ziemlich fruchtlos waren.
"Naja, bisher hat das ja wohl nicht ganz so gut geklappt, was..." Gab Feli ihre Gedanken unbedarft zum Besten.

Sie zuckte zusammen und zog den Kopf ein, als Mystique wütend zischte, und fürchtete schon einen Wutausbruch. Doch dieser blieb aus.
"Wenn sich uns keiner anschließt, wird es natürlich um einiges länger dauern, als nötig, um auf einen grünen Zweig zu kommen..."
Feli nickte stumm. Das klang einleuchtend...
"Was hältst du davon, dir das Ganze mal anzusehen? Du könntest umsonst wohnen, und außerdem... Wäre es um einiges interessanter, als auf der Straße. Ich denke, es könnte dir Spaß machen, dich ab und zu... Auszutoben." Sie betonte das letzte Wort verführerisch.

Feli kaute gedankenverloren auf ihrer Unterlippe herum. Das klang ja alles gar nicht schlecht, aber irgendwo musste doch der Haken an der Sache sein...

"Es gäbe nur eine Bedingung." Und da war er auch schon... "Du müsstest wieder die Highschool besuchen."

Als Feli ungläubig die Augenbrauen hochzog, hob Mystique die Hände und fuhr fort: "Glaub mir, es macht einiges leichter."
Sie erhob sich elegant von der Holzbank. "Überleg' dir, auf welcher Seite du stehst. Auf unserer, oder auf derer. Komm am Freitag gegen halb 10 dorthin, wenn du dich entschieden hast." Sie drückte Feli eine kleine Visitenkarte in die Hand. Dann ließ sie sie alleine.

Feli starrte auf die Karte. Bayville Highschool... Sollte sie wirklich dorthin gehen? Das alles klang ja schon ziemlich seltsam... Andererseits wäre ein Dach über dem Kopf ein netter, abwechslungsreicher Luxus, den sie schon lange nicht mehr gehabt hatte. Vielleicht konnte sie sich ja wirklich einmal nützlich machen? Es war schließlich für etwas, was sie sich auch wünschte... Endlich diesen verdammten Narren zeigen, wer wirklich das Sagen hat. Zulange ließen sich die Mutanten unterdrücken. Wie eine ekelhafte Krankheit, die von dieser Welt getilgt werden musste, wurden sie behandelt... Nein, es musste ein Ende haben.

Felicitas steckte seufzend die Karte in ihre Jackentasche, legte ihren Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Sie würde sich das Ganze einfach mal ansehen. Schaden konnte es ja schließlich nicht, oder?
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