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von Jukary-chan    erstellt: 19.03.2010    letztes Update: 19.03.2010    Geschichte, Drama / P16    (fertiggestellt)
Es fühlt sich seltsam an.
Tief in meiner Seele sind Schmerzen, die über eine winzig kleine Wunde aus meinem Körper gewaschen werden. Freigesetzt und nur langsam wird mir klar, was ich getan habe.
Erneut getan habe…
Schon seit Jahren tue…
Wieder tun werde?
Ich dachte wirklich es wäre vorbei. Ganz tief in mir wusste ich, dass es eine Lüge war. Nie würde ich so ganz davon los kommen, doch ich hatte ein halbes Jahr geschafft, ohne dass etwas passiert war.
Meine Seelischen Schmerzen hatten sich in Grenzen gehalten und ich hatte andere Wege gesucht um mit meinen Problemen klar zu kommen.
Aber jetzt ist es wieder zurück gekommen.
Die Schmerzen sind wieder da.
Und sie fressen sich in mich hinein. Jetzt greifen sie auch meinen Körper an… Nein ich greife meinen Körper an. Aus irgendeinem Grund hasse ich meinen Körper.
Ich bin wütend auf mich und ich hasse mich, lasse jede Art von Wut an mir selbst aus, auch wenn sie sich eigentlich gegen andere richten sollte.
Die Schmerzen an  meinen Beinen lassen mich zurück in die Realität kommen. Mittlerweile hat sich die Klinge mehr als einmal in mein Bein geschnitten und Blut rinnt über meinen Oberschenkel.
Ich ärgere mich darüber und hasse mich dafür, aber ich kann auch nicht aufhören.
Tränen habe ich nicht mehr und die einzige Art mit meinen Schmerzen klar zu kommen, ist eben mich selbst zu verletzen. Diese Schmerzen machen mir klar, dass ich noch am Leben bin.
Am liebsten würde ich schreien.
Der Wunsch in mir, zu sterben… ist so groß das er langsam übermächtig wird. Es zerreißt mich und ich weiß langsam nicht mehr was ich noch machen soll im mein Leben in den Griff zu bekommen.
Alles scheint mir aus den Händen  zu gleiten und meine Seele schreit nach Ruhe.
Über mir scheint mein Leben zusammen zu brechen und ich habe keine Ahnung was ich noch machen soll. Ein wenig komme ich mir so vor, als würde ich mein Leben von außen beobachten.
Als würde ich selbst überhaupt nicht mehr dran teilnehmen und keine Kontrolle mehr darüber haben. Mein eigenes Leben gleitet mir aus den Händen ohne das ich was dagegen machen kann.
Diese fehlende Kontrolle macht mich beinahe wahnsinnig und am liebsten würde ich irgendwas dagegen machen.
Allerdings weiß ich nicht was.
Mein Herz schlägt in meiner Brust und meine Beine brennen wie Feuer… Aber durch die Schmerzen vergesse ich, dass mein Herz vor kurzem auch noch gebrannt hat.
Entschlossen klebe ich mir Pflaster auf die Beine und lasse die Rasierklingen ebenso wie die Pflaster verschwinden. Aber irgendwo tief in mir habe ich schon lange eine Entscheidung getroffen.
Auch wenn es weh tut, und wenn ich weiß, dass ich viele verletzen werde… Niemand hat je auf mich Rücksicht genommen und ich werde es auch nicht länger tun.
Ob jemand weinen wird?
Ob mich jemand vermissen wird?
Ich weiß es nicht und langsam ist es mir auch egal. Lange habe ich mich selbst am Leben erhalten, weil ich dachte, dass ich anderen das nicht antun kann. Doch sie tun mir Dinge an, ohne darüber nachzudenken.
Sie verletzen mich ohne, dass sie es merken. Wenn ich weinen will hört mir niemand zu und wenn ich nachts nicht schlafen kann, dann bin ich ganz alleine.
Was habe ich falsch gemacht in den letzten Jahren falsch gemacht?
Was habe ich der Welt getan, dass ich so gestraft werde?
Das Gefühl allein zu sein wird gemischt mit dem schlechten Gewissen die zu verletzen die mir nahe stehen. Aber wie weit kann man Schmerzen ertragen?
Wann ist ein menschlicher Körper am Ende seiner Kräfte und wann zerbricht eine Seele?
Mein Körper wurde schon als Kind gebrochen und meine Seele zerstört. Ein normales Leben zu führen ist für mich nicht denkbar und ich frage mich, ob das überhaupt irgendjemand sehen kann.
Wenn mich jemand berühren will, schrecke ich zusammen.
Mein Körper verkrampft, ohne dass ich etwas tun kann. Egal ob ich den Menschen der mich berühren will kenne oder nicht. Mein Körper reagiert ganz von alleine.
Ich verkrampfe, ohne dass ich etwas dagegen tun kann.
Aber das versteht keiner.
Seelische Schmerzen kann man nicht sehen, man kann sie manchmal nicht einmal beschreiben aber dennoch sind sie da. Warum kann sie keiner sehen?
Warum glaubt jeder dem falschen Lächeln auf meinen Lippen?
Seid ihr denn so blind?
Oder bin  ich so eine gute Schauspielerin?
Ich weiß es nicht und so langsam gebe ich mich immer mehr selbst auf. Meine Seele hat sich aufgegeben und ich habe nicht mehr die Kraft zu kämpfen.
In meinem Kopf nimmt der Plan eine immer konkretere Kontur an und ich weiß, dass ich mich selbst nicht mehr aufhalten kann. Es ist so einfach und doch so schwer.
Ich wünsche mir so sehr, dass es einfacher wäre, aber das ist es nicht. Auch wenn die Schmerzen die ich jeden Tag ertragen muss nicht schön sind, habe ich dennoch Angst, dass es vorbei sein könnte.
Die Schmerzen zeigen mir, dass ich noch am Leben bin und wenn sie weg wären, dann wüsste ich gar nicht mehr was ich machen sollte.
Wie von alleine schreiben meine Hände einen Brief und lassen diesen Herrenlos auf meinem Schreibtisch liegen. Ich greife nach meiner Jacke und meiner Handtasche. Schnell schreibe ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben noch eine SMS und stecke mein Handy dann weg.
Es tut mir Leid…
Ich  muss mich entschuldigen für all das Leid, das nun auf euch zu kommt. Die Schmerzen die ich euch nun zufügen werde, tun mir wirklich leid, aber ich kann nicht anders.
Es geht einfach nicht mehr.
Zu wenig kann ich diese Schmerzen noch ertragen und auch die Art wie ich damit umgehe, schaffe ich nicht mehr. Ihr versteht es nicht und das kann ich sogar verstehen. Aber ihr müsst mich auch nicht mehr verstehen.
Nie wieder müsst ihr euch den Kopf darüber zerbrechen, warum ich so reagiere oder warum ich etwas tue oder nicht tue. Ihr müsst mich nie wieder als schwarzes Schaf der Familie sehen und ihr müsst euch nie wieder dafür schämen, dass ich eure Freundin bin.
Trotz allem tut es mir Leid…
Ich lasse euch im Stich. Besonders die, die mir Vertrauen entgegen bringen.
Meine Schritte sind sicher, als ich am Strand entlang laufe. Tausend Mal habe ich diese Szene in meinem Kopf durchgespielt. Immer und immer wieder habe ich mir im Kopf genau dieses Bild vorgestellt.
Der Wind fährt durch mein Haar und für einen Moment fühle ich mich frei. Als wäre ich endlich losgelöst. Und bald werde ich es auch sein.
Bald kann ich frei sein und meine Seele wird endlich Ruhe finden können.
Noch einmal atme ich tief durch und gehe dann zu meinem Wagen. Ich setze mich in mein Auto und lasse den Motor an. Nicht mehr lange und es wird endlich vorbei sein.
Ich stelle mein Radio lauter und fahre mit dem Wagen auf eine leere Straße. Wo mich bestimmt niemand so schnell finden wird.
Für ein paar Sekunden zögere ich, dann trete ich das Gaspedal durch und lasse auf grader Strecke das Lenkrad los. Meine Augen schließen sich von alleine und ich spüre das Adrenalin in meinem Körper.
Das Blut rauscht in meinem Körper und als ich einen Knall höre und quietschendes Metall… weiß ich… jetzt ist es endlich vorbei…
 
 
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