Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Trauriges / Lelia
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von Nohna    erstellt: 16.03.2010    letztes Update: 16.03.2010    Geschichte, Drama / P16    (fertiggestellt)
Alles fing an sich in ihrem Kopf zu drehen.
,,Mama...", flüsterte sie in die Stille, die sich über den kleinen Raum gelegt hatte.
Wie sollte sie weiter machen? Wie sollte sie aufhören? Ihre Sicht wurde verschwommen.
Sie fing an zu schwanken, wie konnte sie aus ihrem Käfig ausbrechen?
Das Mädchen wollte einen Schritt auf die Tür zu gehen, aber sie fiel auf den kalten, schwarzen Boden. Schwarz, gesichtslos, anonym, so war das Leben geworden. Sie schloss ihre Augen, trozdem konnte sie dardurch nicht verhindern, dass diese anfingen zu brennen und sich warme Tränen ihren Weg über die verdreckten Wangen des Mädchens bahnten. Während vor den Augen Lelias eine rote Welle aufkam, die von dem erneutem Aufschwung der Leere zeugte, der gleich kommen würde. ... Wie war sie überhaupt in diese Situation geraten?
Von dem sicheren Zuhause, bis hier her zu kommen, in diesen... obwohl, wo war "hier" eigentlich? Wo war sie denn? Diese und andere Fragen schwirrten in Lelias Kopf herum und verhinderten,
dass sie einen klaren Gedanken zu fassen bekam.
Antworten auf das alles hatte sie auch nicht sie wusste nur, dass jetzt gleich wieder dieser Mann kommen würde,... eine Träne tropfte ihr auf die Hand, mit der sie sich am Boden abstützte.
Was fiel ihm überhaupt ein? Zorn stieg in ihr auf und vermischte sich mit ihrer überwiegenden Angst, Scham und Unsicherheit.
Nach einer Sekunde verpuffte der Zorn jedoch wieder und wich erneut der Angst, die aufkam, weil sie sich fragte, ob ihr jemand glauben würde,
natürlich nicht.
Es fühlte sich so an, als würde ihr die Welt unter den Füßen wegbrechen,
sie fallen lassen und gleichzeitig sah sie sich auf den Boden aufprallen und ihr Herz in Hundert Stücke zerplatzen.
Sie konnte es nicht beschreiben, dieses verdreckte Gefühl, es wollte am liebsten aus ihr herausbrechen wie es war, aber eine Mauer aus Einsamkeit und Haltlosigkeit verhinterten es, verhinterten dass sie einfach auf dem Boden zerfloss und dass der kleine noch verbliebene Fetzten Wut sich ihrer bemächtigte.
Und zu so etwas wie zu Lelias schwarzem Engel wurde, der im inneren
ihrer Seele war und sie zwang aufzustehen, indem er die Kontrolle über Lelias Körper übernahm und ihr dann den Speer, der ihr sinnbildlich in die Brust gestochen worden war heraus zog um sich mit der Waffe des Mannes an ihm zu rechen, was ihr Wunsch gewesen wäre, damit er es nachvollziehen konnte, alles, alles was nur Jene fühlen können, die es selbst erfahren haben.

Nur weil er Spaß haben wollte, erschütterte er Lelia in ihren Grundfesten.
Nur deshalb zerstörte er bereitwillig ein Leben, indem er alles fröhliche in Lelias Augen zerbrechen lies.
Nur deshalb, würde Lelia von dort an jederzeit eine große, schwer auf ihr lastende Ungewissheit, vergleichbar mit dem Gefühl von eisiger Kälte in sich aufkeimen lassen müssen, wenn sie das Haus verlies.

Jahre später hatte Lelia sich immer noch niemandem anvertraut und das Geschehene suchte sie immer noch nachts heim.
Sie war nach wie vor nicht darüber hin weg und der notgeile Typ lebte immer noch sein Leben. Es war so ungerecht...
sie konnte ihre Empörung darüber kaum verbergen, jedoch versuchte sie es.
Jedesmal, wenn man sie auf eine dadurch hervor gerufene Verhaltensauffälligkeit ansprach,
fuhr sie diesen jemanden scharf an und flüchtete dann meistens aus der Situation.

Alles das was Missbrauchte Kinder und erwachsene Menschen fühlen weiss ich nicht zu empfinden,
aber es kann ja wohl nicht schön sein, darum kann ich zu Menschen,
die andere Missbrauchen, egal in welcher Hinsicht, nur ernsthaft sagen F*** YOU!
A-k.
 
 
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