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Geschichte: Freie Arbeiten
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/ Die Feldmission - im Auftrag des (Dienst-)Herrn
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von R1Zz0
erstellt: 16.03.2010
letztes Update: 16.03.2010
Geschichte, Humor / P6
(fertiggestellt)
Da wäre zunächst Hauptmann Heilig: Der spirituelle und militärische Leitende der Operation hat immer einen heißen Draht zum Herrn und hält den Kontakt mittels Erleuchtungen seinerseits sowie seinem geweihten Handy. Direkt unterstellter erster Unteroffizier ist Oberfeldwebel Orthodox. Ein Profi, ein Mann fürs Praktische der aufgrund seiner immensen Erfahrung Befehle nicht selten auf seine eigene, zumeist unerwartete Art und Weise, jedoch stets korrekt ausführt. Stets motiviert und ein Mann dem man seine Rückendeckung anvertraut ist Stabsunteroffizier Sakral. Motiviert und engagiert verkörpert StUffz Sakral den deutschen Unteroffizier wie er im Heiligen Buche (so was ähnliches wie die ZdV 3/12) stünde wenn es die Bundeswehr zur Drucklegung schon gegeben hätte. Was wäre die Truppe ohne SG Seele. Der Stabsgefreite hat sich in seiner langjährigen Dienstzeit im Geschäftszimmer einer Stabskompanie alle nötigen Qualitäten zur effektiven Einsatzunterstützung angeeignet und ist im wahrsten Sinne als gute Seele des Teams selbst in den unmöglichsten Situationen nie um eine aufmunternde Tasse Kaffee oder eine LORD EXTRA verlegen - ein Umstand, der ihn annähernd ohne Schlaf und Nahrung auskommen lässt. Zuguterletzt wäre da der Gefreite Gläubig, der sich lachend für den Herrn in die Flammen stürzen würde. Mit den reinsten Absichten ist Gefreiter Gläubig leider nur allzu oft ein Beispiel dafür, wie sehr blinder Eifer manchmal schaden kann, denn auch seine Vorgesetzten können den Gefreiten im Namen des Herrn nicht immer von überstürztem Aktionismus abhalten.
Von ihrer nur wahren Gläubigen zugänglichen geweihten Kaserne aus, begibt sich die Feldmission also auf nicht immer ungefährliche Missionen, um ihre Kameraden vor Sünde und Verfall zu bewahren, ihnen das Licht zu bringen und das Wort des Herrn zu verkünden - ob die Welt es nun hören will oder nicht...
An einem kühlen, aber dennoch schönen Herbstabend sitzt Hauptmann Heilig vor seiner Unterkunft in einem bequemen Stuhl und liest eine Zeitung. Die Schriftzeichen sind nicht zu entziffern, aber er scheint sie dennoch zu verstehen. Niemand weiß genau welche Schrift, welche Sprache oder gar welche Zeitung das ist. Es ist nicht einmal ganz klar wo er die Zeitung her bezieht. Trotzdem bekommt er sie regelmäßig und liest sie sehr interessiert bis zum Ende durch. Oberfeldwebel Orthodox und StUffz Sakral waren eine zeitlang überzeugt davon, das der Hauptmann sie nach Strich und Faden veralbert, aber seit SG Seele einmal UvD war und den Briefkasten des Hauptmanns nicht eine Minute aus den Augen ließ (dank seiner Kaffeetoleranz war er der perfekte Mann dafür) und dennoch am nächsten Morgen eine neue Zeitung drin war ohne das Seele irgendetwas bemerkt hätte, ließen sie die Sache auf sich beruhen und suchten nicht weiter nach Erklärungen. Der einzige dem die Sache von Anfang an klar war, war Gefreiter Gläubig: "Der Herr wirkt wahre Wunder, Kameraden. Danket dem Herrn für diese Gnade!" sprach er, doch als der OFw meinte, das der Zeitungsjunge jeden Morgen an seinem Briefkasten das gleiche Wunder vollbrachte aber der Herr nicht, obwohl er beide bezahlte nahm die Diskussion ein jähes Ende und Gefreiter Gläubig wollte vorsichtshalber einen Exorzismus durchführen. Unglücklicherweise stellte OFw Orthodox ihn ins Achtung, weshalb die Zeremonie schiefging und ein Dämon aus der Hölle emporfuhr und den Gefreiten Gläubig fraß. Glück im Unglück: Danach war er satt und verschwand wieder. Doch während OFw Orthodox und StUffz Sakral noch darüber diskutierten, wer das jetzt dem Hauptmann melden müsste und vor allem WIE, entsprang das Höllenwesen ein weiteres Mal der Bresche, die Gläubig zwischen den Welten geschlagen hatte. Eine Art Geist mit glühenden Augen ließ körperlose Tentakel nach den beiden Unteroffizieren schnappen und versuchte ihnen ihre unsterblichen Seelen zu entreißen.
Just in diesem Moment kam SG Seele aus dem Geschäftszimmer. Der Kaffee war ausgegangen und so ging er erstmal Wasser holen. Darauf war der Geist nicht gefasst: Mit einem mörderischen Kreischen schien er von der Kaffeekanne angesogen zu werden. Wie in einen Strudel geraten wurde der Geist in eine Spirale gezogen und verschwand letztendlich in der Kaffeekanne. Alle standen vor Überraschung still. Doch der gestandene Stabsgefreite erholte sich schnell (war er ja frisch mit Kaffee gestärkt) und steckte sich erstmal eine LORD EXTRA an. Er nahm zwei tiefe Züge, schnippte die Asche weg und sagte nur: "Himmelsakrament, was war denn das?" Ein Aufschrei ließ die drei Soldaten wieder einmal zusammenfahren. "Was war das? Ach Gott, wie ärgerlich! Jetzt hab ich in die Kanne geascht!" Schon wieder ein Kreischen, doch während die Uffze noch berieten, was zu tun sei, ging SG Seele die Kanne ausspülen. Man muss dazu sagen, das in der geweihten Kaserne, natürlich nur Weihwasser aus den Wasserhähnen kommt, ist ja logisch. "Mein Herr Jesus, wie kann man nur so blöd sein und in die eigene Kaffeekanne aschen..." murmelte der SG vor sich hin und während er also die Kanne ausspülte wurde das Gekreische immer lauter und schmerzerfüllter und Seele wunderte sich nun doch, ob das etwas mit seiner Kanne zu tun haben könnte. Doch das Gekreische verstummte sehr schnell und jetzt schien die Kanne wieder sauber zu sein.
Doch als er wieder aus dem Waschraum kam bot ihm sich ein seltamer Anblick. Da stand der Gefreite Gläubig wieder - mit einem Jägerbarett auf dem Kopf und grünen Litzen wo vorher seine Luftwaffenschwinge gewesen war. Er kam offensichtlich direkt aus der Hölle! "Wer hat die Zeremonie vollendet?" Fragte Gläubig. "Welche Zeremonie? Das hier ist alles von allein passiert." antwortete StUffz Sakral. "Das verstehe ich nicht...wie ist das möglich...ohne drei Heilige Vokabeln...ohne Segnung des Verfluchten...wie konntet ihr den Dämon bezwingen?" StUffz und OFw zuckten die Achseln, sahen sich an und sagten wie abgesprochen: "Egal!" schon wollten sie wieder gehen, es war ja - dem Herrn sei Dank - letztendlich nichts passiert, als Gefreiter Gläubig in fast schon entzücktem Tonfall rief: "Natürlich! Ein Wunder unseres Herrn! Danket dem Herrn für..." doch diesmal unterbrach ihn OFw Orthodox früh genug: "Gefreiter Gläubig: ACHTUNG!!!".
SG Seele bekam davon nichts weiter mit, denn er war währenddessen schon längst wieder im Geschäftszimmer verschwunden. Er hatte Kaffee aufgesetzt und einen Stapel Papier von einem Fach in ein anderes geräumt. Er sah auf die Uhr - 08.57 - Nato-Pause... Zeit für ein Käffchen und eine LORD EXTRA. Ob er mal ins Mannschaftsheim gehen sollte? Eine Leberkässemmel könnte gewiss nicht schaden...
Und so hatte sich die Frage nach der Herkunft der Zeitung von Hauptmann Heilig ein für alle Mal erledigt.
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