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/ Hänsel und Gretel - was wirklich geschah
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von R1Zz0
erstellt: 16.03.2010
letztes Update: 16.03.2010
Geschichte, Humor / P18
(fertiggestellt)
Eigentlich geht sie von diesen Details abgesehen so ziemlich überall gleich weiter. Sie irren bis in die Nacht im Wald herum bis sie auf ein Haus auf Lebkuchen stoßen in dem eine Hexe wohnt. Diese versklavt Gretel und mästet Hänsel um ihn zu essen. Es kommt wie es kommen muss und durch einen verdammt gut getimten Zufall haut sich die Hexe selbst in die Pfanne. Beziehungsweise in den Ofen. Tja und am Ende wird alles gut und alle freuen sich über den Mord an der verwirrten alten Frau, die lebendig verbrannt wurde und vermutlich im selben Moment noch raucht.
Grausame kleine Kindergeschichten, aber mal ehrlich, so lange sind die wahren Begebenheiten auf denen sie basieren schon her, das niemand mehr wirklich weiß was eigentlich passiert ist. Natürlich macht das ein Märchen aus, aber wäre es nicht interessant zu erfahren, wie sich die Herren Grimm die Kriminal-Akten der damaligen Zeit zunutze machten und mit ein wenig Phantasie zeitlose Klassiker schufen?
Die Wahrheit dieses schönen Märchens ist allerdings weniger kindgerecht und umso hässlicher. Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald...also bis hierhin stimmt die Geschichte gerade noch. Aber lassen sie uns von vorn beginnen:
Und es begab sich an einem kühlen Septembermorgen, das eine mittelständische, ehrbare Frau von gerade einmal 16 Jahren, ein zweieiiges Zwillingspaar zur Welt brachte.
Es war ein kleines Wunder für alle. Besonders für den Ehemann, der mit seinen 57 Jahren bereits ein gesegnetes Alter erreicht hatte. Aber da er ein einflussreicher Kaufmann war, blieb den Eltern der Frau keine Wahl als sie zum Jahresabschluss zu verheiraten.
Sicher hätten sie sich für ihre Tochter etwas Besseres gewünscht, aber aus dem Schuldturm heraus ließ sich kein Kind ernähren.
Andererseits - besser hätte es gar nicht werden können. Wie sonst hätte sie im Stande aufsteigen können? Nichtsdestotrotz standen der Vater und die glücklichen Großeltern am Bett der Tochter und alle freuten sich.
Nur die Hebamme leistete sich einen Fauxpas als sie den Kaufmann fragte ob der stolze Herr Großvater denn seine Gemahlin nicht dabeihabe woraufhin sie sich einen bösen Blick der Eltern einfing.
Das war dem Kaufmann so peinlich, das er alle zur Tür hinausschickte um sich in aller Ruhe mit seiner neuen Frau (er war bereits einmal Witwer) zu unterhalten. Besonders über die Namensgebung. Die Mutter wollte die beiden nämlich Martin und Louise nennen, aber er war strikt dagegen. So begannen sie zu streiten und im Laufe dieses Streites bekam der alte (und relativ beleibte) Kaufmann einen Herzanfall und verschied.
Sein Tod wurde zwar nicht sonderlich beklagt, aber wie es damals üblich war, seiner Frau angehängt. Die Anklage lautete Mord durch Vergiften - sehr beliebt seinerzeit, da leicht durchzuführen und so gut wie gar nicht nachweisbar. Außerdem hatte die Hebamme den Streit mitbekommen und wollte den Eltern eins auswischen.
Also wurde das arme Eheweib zur allgemeinen Belustigung des Pöbels hingerichtet. Zusammen mit einem Hühnerdieb und einem, der dem Bürgermeister dumm gekommen war.
Als das geklärt war, machte irgendjemand darauf aufmerksam, das die beiden Neugeborenen (ja Mordprozesse gingen damals sehr zügig vonstatten) ja noch versorgt werden mussten. Scheiße! dachte sich der Richter. Daran hätt ich denken müssen. Naja dann ab ins Waisenhaus. Amme auf Gerichtskosten. Gut, fertig jetzt? Fein. Er war zufrieden. War in Eile. War mit dem Bürgermeister zur Weinprobe verabredet.
Und so begab es sich, das zwei zweieiige Zwillinge im Waisenhaus landeten, ohne auch nur einen Namen bekommen zu haben. Wie sie im Endeffekt zu den beiden, zugegebenermaßen ziemlich bescheuerten und schon damals unzeitgemäßen Namen Hänsel und Gretel kamen kann nur spekuliert werden.
Waisenhäuser zu dieser Zeit waren eine sehr unfreundliche Angelegenheit. Sie hatten mehr Ähnlichkeit mit einem KZ als mit einer pädagogischen Einrichtung. Und das lag nicht nur an den knappen Budgets, auch an den mangelhaft ausgebildeten Betreuern und Betreuerinnen, deren langjährige Arbeit mit Kindern, deren Psyche sie im Endeffekt selbst verkorkst hatten, sie zu sadistischen und zynischen Kinderhassern gemacht hatte.
Natürlich wurden männliche und weibliche Insassen Waisen getrennt. Hänsel verbrachte seine ersten harten Jahre in denen er selber zu laufen begann damit, ständig daran gehindert zu werden.
Ob Aufseher oder Mitwaisenjungen - es hagelte Schläge. Waisen haben die für notorische Schläger unangenehme Eigenheit, nie Geld dabeizuhaben und ihr Pausenbrot ist - wenn überhaupt - verschimmelt. Also musste zum Ausgleich mehr geprügelt werden. Und wenn die Jungs regelmäßig bei der Prügelei erwischt wurden, hagelte es noch mal Schläge der Aufseher für alle. Und danach gab es noch eine Abreibung für Hänsel - er war schließlich der Schwächste und der Rohrstock der Aufseher musste schließlich an irgendjemandem verarbeitet werden.
All das war zwar nicht besonders freundlich, aber angesichts der Umstände eigentlich ganz normal. Und es stärkte Hänsel. Es stärkte ihn genauso wie es alle anderen vor ihm gestärkt hatte und es dauerte nicht lange, da kamen neue unterlegene Kinder und er durfte endlich einmal austeilen.
Gretel ging es ähnlich. Der einzige Unterschied lag darin, das sie nicht nur von ihren "Kameradinnen" vermöbelt wurde, sondern das die älteren auch sexuelle Akte an ihr vornahmen. Die Aufseher und die geschickteren Jungen vergewaltigten die Mädchen jeden Alters auch regelmäßig. Allerdings waren sie erstaunlicherweise vernünftig genug, nur analen und oralen Sex zu erzwingen - andererseits war die Praxis auch schon so lange gang und gäbe, das es schon aufgrund der Erfahrung der Älteren keine oder FAST keine Zwischenfälle gab.
Und so begab es sich, das Hänsel und Gretel lange Zeit nichts voneinander wussten, aber irgendwann verplappert sich immer einer und es kam den beiden zu Ohren.
Sie begannen sich heimlich zu treffen und gaben sich gegenseitig Halt in einer Welt in der alles und jeder ihnen beiden feindselig gesinnt war außer ihnen beiden selbst. Niemand liebte sie außer ihnen und da es ab und an dann doch den einen oder anderen Unfall infolge einer unvorsichtigen Vergewaltigung gab und die betreffende Insassin aus dem Heim in den tiefen finsteren Wald verschleppt wurde um dort zu sterben (ja, angekettet wurde sie auch), wollte Gretel, die eine düstere Ahnung betreffend eines besonders ekligen männlichen Exemplars hegte, auf Nummer sicher gehen.
Da sie inzwischen gelernt hatte einen Vergewaltiger durch geschicktes Mitspielen dorthin zu lenken wo sie ihn haben wollte, tat sie das Gleiche mit Hänsel. Dieser hatte natürlich von den Auswirkungen dieses Inzestverkehrs keine Ahnung und freute sich nur das ihm die Schwester so einen Gefallen tat. Und als Gretel dann in den Wald gebracht wurde, kams wies kommen musste: Hänsel büxte aus und folgte ihr. Dann befreite er sie und die beiden beschlossen das alles besser wäre als das Waisenhaus. Also bauten sie sich eine kleine Existenz im Wald auf.
Zunächst waren sie noch unbekannt und verhielten sich still. Doch als Gretel neun Monate später in der Abenddämmerung die Wehen bekam und schreckliche Schreie durch den düsteren Wald tönten, war unter der abergläubischen Landbevölkerung der Samen einer Legende gesäät worden.
Gretel brachte ein Kind zur Welt, das den Namen Kind nicht verdient hatte. Lang bevor der Erforschung der Genetik hatte sich der erste verbürgte Fall von Inzestmutant wie er noch heute häufig in den Vereinigten Staaten vorkommt gebildet.
Doch da Hänsel und Gretel wie alle Eltern ihr eigenes Kind entgegen aller Vernunft liebten beschlossen sie das einzig Vernünftige: Sie verließen ihre inzwischen gebaute Hütte und gingen in nächste Dorf um dort ein neues Leben anzufangen.
Die Kommunikation zwischen den Dörfern war sehr mangelhaft zu der Zeit, daher ging eine Einbürgerung mühelos vonstatten und jeder hielt sie für ein junges Ehepaar. Kinderlos, fürwahr, aber das war nicht schlimm, nur bedauernswert. Bedauernswerter noch, das Schicksal des armen, in der alten Hütte angeketteten Mutanten. Gelegentlich gingen Hänsel und Gretel in den Wald um ihn/sie/es zu versorgen. Als das Monster das gar nichts für seine Existenz konnte, alt genug war, versorgte es sich selbst allein im Wald und nährte den Mythos der Hexe.
Gelegentlich besuchten Hänsel und Gretel es noch, aber mit der Zeit nahm die immer mehr ab.
Eines Tages gingen die inzwischen Erwachsenen Hänsel und Gretel wieder einmal in den Wald. Den Geburtstag des Monsters welches ihrer Leibeslust entsprungen war, hatten sie sich gemerkt. Doch als dieses Mal sollte alles anders sein.
Als sie zu der Hütte kamen brannte ein Feuer wie immer und sie gingen auf die Hütte zu um ihrem ... Sprößling ... alles gute zu wünschen. Doch dieser hatte inzwischen mehr als genug Zeit gehabt über alles was ihm widerfahren war, nachzudenken. Und das war nicht viel.
Und dank einer Glasscherbe die es im Wald fand wusste es auf einmal weshalb es im Wald verbleiben musste. Also rannte es wie ein Berserker auf die beiden Geschwister zu und wollte sie mit einem großen Ast schlagen.
Doch die beiden Geschwister waren zu oft gequält worden um auf so einen plumpen Angriff nicht reagieren zu können. Wie automatisch duckten sie sich unter dem Schlag weg und rannten in Deckung - das Haus war die einzige Alternative. Ihr missgebildeter Spross folgte ihnen und rannte fast die Tür des kleinen Häuschens ein die Hänsel in weiser Vorraussicht direkt vor seiner Nase öffnete.
Da es den Schwung überschätzt hatte rannte es allerdings geradewegs auf den Kamin zu und hätte es noch geschafft abzubremsen wenn Gretel ihm nicht noch einen gezielten Tritt in das versetzt hätte was man in der allgemeinen Auffassung als Hintern bezeichnet hätte. So landete das Wesen das eigentlich nicht hätte existieren sollen zuguterletzt im Ofen und alle waren glücklich darüber. Die Hütte brannten die Geschwister vorsichtshalber gleich mit ab und wurden so zu Helden der gesamten Region. Der Aberglaube saß tief, doch hatte er in letzte Konsequenz wenigstens in diesem Falle einen Nutzen.
Tja, man sollte es nicht für möglich halten wozu die damalige Gesellschaft fähig war. Glaubt man doch noch heute an einen konstanten Verfall von Moral und Anstand. Wenn man allerdings derart zurückrechnet waren wir vor nicht allzulanger Zeit Engel...doch was wenn wir das tatsächlich einmal waren. Und was wenn einfach nur der Weg vom Engel zum Menschen länger ist als wir allgemein erwarten? Geht es mit dem Verlust der Flügel von einem Moment auf den anderen? Und wenn, sind wir dann gefallen? Doch von wo, und - wie nah sind wir demzufolge inzwischen dem Teufel?
Ich bin Jonathan Frakes...
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