■
Geschichte: Freie Arbeiten
/ Prosa
/ Thriller
/ Geld ist Alles
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von linace
erstellt: 16.03.2010
letztes Update: 16.03.2010
Geschichte, Humor / P16
(abgebrochen)
„Hier hast du dein Geld.“ Jonca sah sich den Stapel mit den hundert Dollar Noten an. „Fünftausend, wie wir es vereinbart hatten.“ Jonca nickte zustimmend uns ließ das Geld in seiner Hosentasche verschwinden. „Und hier ist dein Mäppchen.“
Yuri öffnete die Aktentasche und spähte hinein, während Jonca sich eine weitere Kippe anzündete. „Alles da?“ Yuri schien zufrieden und nickte. Sein Blick fiel auf die Camel Zigarette in Joncas Mundwinkel. „Weißt du nicht, dass das gesundheitsschädlich ist?“ „Nie gehört.“ Er zog seine eigene Schachtel. „Ich auch nicht.“ Sie gingen wieder nach draußen auf den Schrottplatz. Yuri rief einem seiner Männer etwas auf Russisch zu. Jonca verstand gerade so viel, dass er wusste, dass im nächsten Moment die extrem hellen und leistungsstarken Scheinwerfer angemacht würden, die auch das Arbeiten bei Dunkelheit erlaubten.
„Jonca, Bruder, tu mir bitte einen Gefallen und kauf dir neue Klamotten.“ Jonca zog die Schultern in die Höhe. „Erst mal brauch ich neue Magazine für meine Pistolen. Kommst du an so was noch ran?“ Yuri lächelte, schüttelte aber den Kopf. „Man, so viel Blei wie du weg pumpst, da komm ich nicht hinterher. Ich bestell nur noch für meine eigenen Männer.“ Jonca nickte. „Wie ist dein Lieferant?“ „Bald tot. Unverschämt teuer. Hast du Lust auf den Auftrag? Kannst dir auch so viel du willst aus seinem Lager mitnehmen.“ „Ist ein verlockendes Angebot. Ich überleg’s mir noch mal.“ Yuri sah ihn schief an und trat seine Marlboro aus. „Seit wann überlegst du?“ Jonca grinste ihn an. „Hast recht. Um wen geht es?“ „Ein kleiner Fisch. Hat aber ein gutes Sortiment im Angebot. Wird dir denke ich gefallen. Du warst das doch mit dem Faible für diese schweizer Pistolen, oder?“ Er nickte zustimmend und wartete auf Yuris nächste Worte. „Der Mann heißt Sam Morris. Hat als Tarnung nen Laden für Autoteile in der Lafayette. Sein Lager ist gleich im hinteren Teil des Ladens.“
„Was passiert, wenn er tot ist?“ Yuri zuckte mit den Schultern. „Wie gesagt, nimm so viel mit, wie in deine Hütte passt, leg den Kerl um und den Rest hol ich mir. Hast dann außerdem noch was gut bei mir.“ „Alles klar.“ Jonca schlug Yuri ein und das Geschäft war besiegelt.
„Noch Lust einen zu heben?“ Jonca sah in den Himmel und schätzte wie spät es wohl war. „Erst brauch ich was zwischen die Zähne.“ „Da fällt mir ein, dass Bill vorhin angerufen hat. Er wollt dich sprechen. Lass uns das Feiern auf nächstes Mal verschieben. Wie es scheint muss noch ich diese nutzlosen Vollpfosten zurecht pfeifen und die Arbeit alleine machen.“ Yuri sah verärgert zweien seiner Männer dabei zu, wie sie versuchten mit dem Kran einen Toyota Totalschaden in die Luft zu bringen, es jedoch irgendwie nicht wirklich packten.
Jonca nickte. „Alle klar.“ Er schlug dem Mafiose auf die Schulter und ging zu seinem Mustang, öffnete die Tür und bemerkte verärgert, dass er wirklich langsam mal an dem Ding anfangen sollte zu schrauben, ehe es auseinander fiel.
Das Aufbrüllen des Motors war ein Zeichen für Entspannung. Er lehnte sich zurück, schaltete in den ersten Gang und ließ die Kupplung kommen. Trotz des Äußeren war der Motor und der Rest des Innenlebens in Bestform. Mit kleinen Extras für mehr Fahrvergnügen und mehr Stärke für Geschwindigkeit.
Jonca entschloss sich William aufzusuchen, ein Kumpel von ihm, der sein Privatarzt war und im öffentlichen Gewerbe Automechaniker war.
Es waren gerade einmal ein paar Blocks bis zur Werkstatt des Briten. Als Jonca auf den kleinen Hof fuhr stand der Rothaarige Teetrinker bereits in der Tür und kam grinsend auf ihn zu. „Der hat es echt nötig, Mann. Wann warst du das letzt mal wegen dem Wagen hier?“
Jonca stieg aus und grub in seinen Hosentaschen nach seiner Camel Packung. Erst nachdem er sich ein angezündet hatte und den Rauch ausblies antwortete er. „Das ist nur von Außen. An die Türen müsstest du vielleicht mal dran. Und das Dach rostet.“
„Dann lackier die Hütte doch mal. Dann passiert das auch nicht so schnell.“ William ging um den Mustang herum und besah sich die Stellen, die es wirklich nötig hatten.
„Hast du heute noch was vor?“ „Vielleicht. Ich geh erst mal um die Ecke was essen.“
Der Brite nickte. „Ich werd sehen, was ich in der Zeit tun kann.“
Jonca schlug seinem Mechaniker auf die Schultern. „Danke. Bis nachher. Und pass auf mein Baby auf.“
Als er an seinem Wagen vorbeikam, griff er durch das offene Fenster und förderte seine abgewetzte Fliegerjacke zutage.
Die Gegend war nicht so heruntergekommen wie andere Teile der Stadt. Jonca fühlte sich in diesen Gassen wohl, denn sie hatten etwas heimisches an sich.
Nach zwei Blocks hielt er an der Ecke vor einem Diner, in dessen Hinterzimmer ein kleiner Schwarzmarkt offen hatte. Jonca mochte diese Absteige.
Er fläzte sich auf eine der roten sechziger Jahre Bänke und wartete auf die Bedienung.
„Hey Jonca.“ Ivy setzte sich ohne umschweife ihm gegenüber auf die Bank. Er versuchte seine Abneigung ihr gegenüber nicht allzu offenkundig zu zeigen, da sie eigentlich ein ganz nettes Mädchen war. Das Problem an der Sache war nur, dass ungeheuerlich nervte. Normalerweise hätte ihn der Altersunterschied von zehn Jahren niemals gestört, doch diese zwanzigjährige führte sich auf wie ein Kind mit ADS. Zudem hatte sie Ähnlichkeit mit Mini Mouse. Zumindest was die Stimme anbelangte. „Hallo Ivy. Sag Bill mal bescheid, dass ich da bin.“ Mini Mouse schien etwas enttäuscht, dass Jonca sie so kurz angebunden los werden wollte. „Ist in Ordnung. Was willst du haben?“ „Das gleiche wie immer.“ Sie kicherte, als wenn das besonders witzig gewesen wäre. „Ach, hast ja Recht. Mein Fehler.“ Kichern. Joncas Blick verdüsterte sich. An jedem Tag, in dem er den Laden von Bill besuchte, wünschte er sich diese strohdumme Frau zum schweigen zu bringen. Wenn nötig für immer.
Die düsteren Gedanken setzten sich selbst dann fort, als Mini Mouse in der Küche verschwunden war. Nach außen hin versuchte er sich wieder zu fassen, ehe er Bill unter die Augen trat, einem zwei Meter großem Koloss, der seltsamer Weise eine Schwäche für Feng-Shui und Buddhismus hegte.
Jonca wirkte normalerweise unter seinem Dreitagebart wie eine legere, coole Sau, die gerne große Töne spukte. Seine andere Seite kam nur im Eifer eines Gefechts zum Vorschein.
Innerlich war er einer der kaltblütigsten und grausamsten seines Berufs.
„Wie läuft das Geschäft?“ Jonca stand auf und gab dem Berg von Mann die Hand. Bill setzte sich ihm gegenüber, während Mini Mouse für Bill einen schwarzen Kaffee und für Jonca eine heiße Schokolade hinstellte. „Immer noch keinen Kaffe? Du solltest langsam aus dem Kakaoalter raus sein.“ Jonca grinste nur und hob die heiße Tasse an. „Hab gehört, du wolltest mich sprechen.“ Bill nickte und stellte seinen Kaffe beiseite. „Ich hab ein paar Probleme mit einem Kunden. Der Typ schuldet mir noch 20 Riesen. Wäre nett, wenn du ihm mal einen Besuch abstatten würdest.“ Jonca nickte und streckte sich. „Wenn du was zu futtern für mich hast, überleg ich’s mir mal.“
Während Jonca seinen Hamburger hinunterschlang klärte Bill ihn auf. „So ein kleiner Waffendealer, für den ich unter anderem ein paar Drogen besorgt habe. Ecstasy, Heroin.
Er wohnt in der Lafayette, hier in Gegend. Ich glaube, Nummer 24 oder so.“
„Er heißt nicht zufällig Sam Morris?“ brachte Jonca zwischen zwei Bissen hervor. Bill zog eine erstaunte Mine. „Frag nicht.“ Jonca lehnte sich zurück und lächelte zufrieden. „Deine sind immer noch die Besten.“ „Danke. Nimmst du den Auftrag an? Ich will wenn möglichst meinen Schaden zurück haben. Also 2000 Dollar. Den Rest kannst du behalten. Und kauf dir davon wenigstens vorübergehend eine Wohnung!“
Jonca stand auf und gähnte. „Ich hab schon ne Wohnung. Wird gerade saniert.“
Bill verdrehte die Augen, doch Jonca war schon aus dem Diner raus und machte sich auf den Rückweg zu Williams Autowerkstatt.
„Ist der Wagen O.K.?“ „Läuft astrein, außen hab ich so viel gemacht wie in der Zeit möglich war. Immerhin fällt dir die Tür nicht gleich raus.“
„Danke. Wie viel schuld ich dir?“ „Du lässt ihn nächstes mal zur vollständigen Reparatur bei mir, dann kannst du zahlen.“
Jonca grummelte. „Und wo soll ich in der Zwischenzeit wohnen?“ „Hol dir eine Wohnung.“
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
