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von last day    erstellt: 15.03.2010    letztes Update: 15.03.2010    Geschichte, Allgemein / P12    (fertiggestellt)
Am Anfang war nicht das Eis, am Anfang einer Freundschaft gibt es so was nicht.
Das Einzige, was das gewesen sein könnte war eine Mischung aus freundlicher Missgunst und „für-verrückt“ halten.

So war es am Anfang. Nach und nach entwickelte es sich zu einer guten Freundschaft.
Einseitig zu einer sehr, sehr guten Freundschaft, die nicht so erwidert werden konnte. Der Himmel weiß wieso.

Auf jeden Fall verstand ich mich sehr gut mit Robert. Wir beide waren nicht wenig intelligent, wobei ich befürchtete, er wäre ein Stückchen mehr mit der guten alten Intelligenz bestückt.
Aber erst mal völlig unwichtig und uninteressant. Wir hatten ein paar gemeinsame Hobbys, zwar über Entfernungen, aber das war egal. Wir machten uns einen Spaß daraus, neue politische Modelle auszutüfteln, Vereine und Organisationen zu gründen, usw.
Leider alles nur in unserer Fantasie. Anbei bemerkt muss ich sagen, Robert war näher an der Realität dran als ich.
Es waren super schöne Monate, voller Freude. Leider kann ich mit Menschen, ganz normalen handelsüblichen Menschen nicht umgehen. Es kam immer öfter vor, dass wir uns gestritten haben. Rückblickend kann ich vermuten, sowohl Auslöser als auch Dickkopf der ganzen Sache gewesen zu sein. Nein, ich kann es wirklich nicht, Menschen verstehen.
Gefühlskälte wurde mir vorgeworfen, als Lügner beschimpft.
Aus meiner Sicht war ich kein Lügner, auch nicht gefühlskalt. Aber eben nur aus meiner Sicht. Mit viel Vorstellungskraft kann ich mich in andere hineinversetzen und nachvollziehen, was wie auf wen wirkt. Aber nur ein wenig und sehr schwer.

Zu dem Gefühlskalt:
Meine damals aktuelle Beziehung war in die Brüche gegangen und ich hab sie dann beendet.
Vorher gab es eingehend viele Gespräche, die unserer Beziehung helfen sollten. Es sind viele Tränen geflossen. Von den anderen wegen der Trauer, oder der Befürchtung es würde auseinander gehen. Von mir, weil ich mal wieder versagt hatte und nicht verstanden habe warum.
Als ich dann die Beziehung beendet hatte, war ich wieder der böse Gefühlskalte Timon, der nicht hinterher getrauert hat.

Aber lieber weiter in dem anderen Text. Viele Male ging das noch so weiter und irgendwann wurde reagiert. Natürlich hatte ich keinen blassen Schimmer wieso. Es war mir zu suspekt.
Was sollte ich tun um eine Freundschaft aufrecht zu erhalten?
Wenn es nicht mehr passt dann passt es normalerweise nicht und dann war es das.
Kein hinterher trauern, und einen glatten Cut. Aber diesmal Fühlte es sich anders an. Es gab einen Menschen, der mich verstehen konnte, zu dem ich eine, für mich sehr seltene emotionale Bindung eingehen konnte. Nur gab es ein Problem: Was soll man für eine Freundschaft tun?
In extremen Situationen war es ja klar, konnte man in vielen Büchern nachlesen und war einfach zu verstehen. Aber so? Ich hatte keine Ahnung, was damit gemeint war, aber ich sagte mit einem recht schlechtem Gewissen zu, mich zu bessern.
Ich hatte etwas, was ich vorher nicht hatte, etwas was ich nie wieder hergeben wollte und war bereit alles dafür zutun, was ich konnte. Ich denke, ich hätte Heldentaten vollbringen können, aber eine einfache Sache wie Freundschaft aufrecht zu erhalten...  Wie geht das ohne eine Anleitung?



Es kam wie es kommen musste und ich bekam es nicht hin, gelobte Besserung in jedem Punkt. So ging das noch vier, fünf mal.
Dann war Schluss.
Es war für mich mehr als nur ein Schuss der voll getroffen hatte, ich konnte es ja immer noch nicht verstehen wie wieso weshalb und warum...

Ich kann wirklich eine Menge verstehen, wenn ich will. Aber das war einfach zu viel für mich. Das was mich von allen anderen Menschen trennte würde mich von dem wichtigsten Menschen meines Lebens trennen. Warum das alles? Wieso bin ich so anders?
An für sich ist anders sein kein Problem, aber nicht die Möglichkeit haben mit einem anderen Menschen so zu kommunizieren wie es üblich ist schon. Ich hasse Discos, Menschenmengen, Berührungen, Unpünktlichkeit und vieles mehr! Scheinbar war ich ein ganzer, leibhaftiger Spießer, wie er im Buche steht. Mit einem Unterschied: Spießer sind in der Lage Freundschaften aufrecht zu erhalten.

Ein Rätsel für mich... Dazu kommt aber noch etwas, was nach allen meinen Wahrscheinlichkeitsrechnungen eine 1,40056022408963585434 e-10%-ige Chance darstellte:
Ich war verliebt. Von ca. 7,4 mia. Menschen in einen von ihnen, der weder weiblich noch so geneigt war wie ich.
Nein, ich verstand es nicht. Es war noch unlogischer als unlogisch. Aber was jetzt? Unglücklicherweise war dieser Mensch Robert, den ich zweitens unglücklicherweise mit Amelié verkuppelt hatte. Doppelt doof.
Auf die Fragen antwortete ich soweit ehrlich, wie ich konnte. Ich wollte nicht riskieren ihn zu verlieren, nur weil... weil... ich ihn liebte?
Es ist eine extreme Zwickmühle. Ich kann weder vor noch zurück und im nichts tun verrenne ich mich immer tiefer darein. Warum ich? Warum? Wieso verstehe ich erst alle Welt nicht und dann mich selbst nicht? Na ja, es kam schlimmer als befürchtet.
Ich wurde gefragt, warum ich in letzter Zeit so komisch gewesen bin, wenn die beiden zusammen rumgeturtelt haben. Was antworten? Zuerst mal nicht die Wahrheit.
Mit schlechtem gewissen log ich vor, ich wäre nur ein wenig sehr einsam und es würde mich immer daran erinnern.

Lange ging das aber nicht gut und irgendwann konnte ich nicht anders und habe die schockierende Wahrheit freigelassen. Ich war am Boden, mehr als vorher.
Ab da an habe ich endgültig jegliche Bande verloren. Ich konnte nichts mehr halten, alles so fern von mir. Ich war schuld, wofür auch immer, für mich nicht nachvollziehbar. Das war mir aber egal. Ich war wieder allein. Nicht allein gelassen, das wäre nicht richtig, ich fühlte mich
allein.
Gar nichts habe ich mehr auf die Reihe bekommen, den Anschluss sowieso verloren.
Scheiße gebaut ohne wirklich zu wissen was. Aber es war da, für alle sichtbar nur für mich nicht.

Meine Art, meine Blindheit haben mich alles gekostet was mir wichtig war.
In stiller Hoffnung der Genesung lebe ich jetzt vor mir hin, mit Schuldgefühlen und denkbar großem Verlust. Aber das schlimmste ist: ich kann es nicht nachvollziehen, ich hatte wieder versagt an den einfachsten Dingen. Ich bin in mir gefangen!

Vielleicht wird es irgendwann wieder, vielleicht aber auch nicht.

Ich werde nie die schöne Zeit mit ihm vergessen, egal wie wenig ich davon hatte.
Ein großes Dankeschön und eine Entschuldigung an Robert, der mich so lange ausgehalten hat!





Beim ersten mal tut´s dolle weh,
das zweite Mal denkt man drüber nach,
das dritte Mal, oh weh!

Es folgt was folgen musste,
drei der Chancen war’n vertan,
wie es weiter geht, dass niemand wusste.

Fehler machen ist Menschlich,
nicht daraus zu lernen auch.

Nun war alles wieder gut,
vergeben und vergessen,
es gab ein gemeinsames Nässen.

Unzählbar oft passierte es,
angefacht war die neue, alte Glut,
die Liebe es ist wirr auf ihren wegen,
niemand wagte was zu sagen,
und dann passierte es.

Es war zu spät zum Heilen,
´tschuldigungen brachten nur zum Weinen,
Jetzt musste alles raus.

Fehler machen ist Menschlich,
darauf zu reagieren auch.

Schluss war es mit dem „Verzeih!“ gehauch!
 
 
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