Freie Arbeiten / Prosa / Trauriges / Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Prolog: Hoffen
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von skat    erstellt: 14.03.2010    letztes Update: 13.04.2010    Drama / P16    (keine anonymen Reviews) 1 Review
Titel: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Disclaimer: Die Geschichte ist von dem Schicksal des Nationaltorhüters Robert Enke angehaucht. Allerdings beruhen die Handlung und die hier beschriebenen Personen allesamt mir, sollten real existierende Personen im Laufe der Handlung auftauchen, werde ich das nochmal extra erwähnen.
Anmerkungen: Ich möchte hiermit niemanden verletzen oder schaden. Daher bedenkt, es ist eine Geschichte. Nicht Realität.
Altersfreigabe: Aufgrund des Themas und der zukünftigen Entwicklung erstmal P16

Ich würrde mich natürlich sehr über Reviews freuen... motiviert zum weiterschreiben, aber ihr kennt das ja sicher selbst... ;)

Aber genug gequatscht, hier der Prolog der Geschichte. Viel Spaß beim Lesen.

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H O F F EN

Hoffen auf die Versetzung.
Louise Müller, 7 Jahre, Schülerin, 3. Klasse

Hoffen auf erfolgreiche Prüfungen.
Lisa Müller, 17 Jahre, Schülerin, 10. Klasse, Realschule

Hoffen auf Steuersenkungen.
Hoffen auf Urlaub.
Benedikt Müller, 20 Jahre, Zivildienstleistender im Krankenhaus

Hoffen auf Siege
Hoffen auf Meisterschaften.
Deutsche Nationalmannschaft, Eintracht Frankfurt

Hoffen auf Familie.
Hoffen auf Stärke.
Franziska Müller, 30 Jahre, Zugführerin, Mutter von 2 Mädchen

Hoffen auf Besserung.
Hoffen auf Heilung.
Sven Müller, 34 Jahre, Abwehr, Innenverteidiger, Deutscher Nationalspieler, Vater von 2 Mädchen

Hoffen auf ruhige Nächte.
Rettungsdienste und Polizei der Stadt Frankfurt.

Der Mensch hofft, deshalb lebt er. Wer keine Hoffnung mehr hat, ...




Der Ball ruhte auf dem weißen Punkt, der exakt elf Meter vor einem großen Kasten stand, und nun eine Entscheidung herbeiführen sollte. Nicht der Punkt, sondern der Ball. Die Nummer 13 stieß zwei kurze Atemintervalle aus, dann lief er an. Links, rechts, links, Schuss. Der Ball segelte über den sich zur Seite werfenden Torwart ins Netz. Der Abwehrchef der Nationalelf riss die Arme hoch und warf sich dann ehrfürchtig auf den Boden. Er, Sven Müller, hatte gerade Geschichte geschrieben. Sein Name würde in Geschichtsbüchern stehen. Krachend ließen sich seine Mitspieler auf ihn fallen und er glaubte keine Luft mehr zu bekommen. „Du bist der beste.“ – „Wir sind Europameister!“ Freudenschreie seiner Kollegen.


„Sie leiden an Depressionen, Herr Müller.“ Es waren schon einige Jahre ins Land gezogen, seit ihm ein Arzt diese Diagnose gestellt hatte und ihn zu einem Therapeuten geschickt hatte. Genauer gesagt zu Matthias Novak, Diplom-Psychologe. In den letzten Wochen und Monaten fiel es ihm leichter zu leben, doch seit wenigen Tagen hatte ihn der letzte Lebensmut verlassen. Gerade weil er in den letzten Wochen gespürt hatte, wie sehr seine beiden Töchter und vor allem seine Ehefrau Franziska unter ihm und seiner Krankheit litten. Sein jüngerer Bruder kümmerte sich um seine Nichten, als wären es seine Schwestern. Er war ihnen der Vater, der Sven ihnen nicht sein konnte. Für die beiden Kinder war das völlig normal, aber seine Frau litt sehr darunter. Vor allem, weil sie ihm hatte schwören müssen, niemandem etwas zu sagen. Aber in Zeiten wie diesen, wo Fußballprofis in den Himmel gehoben werden für jedes geschossene Tor, wie Helden vermarktet werden, Spieltag für Spieltag ihr bestes geben und bei nicht ausreichender Ruppigkeit zum „Geh Schwänze lecken!“ aufgefordert werden, konnte und wollte er nicht öffentlich machen, worunter er, ein gestandener Mann und Vizeeuropameister, litt. Man würde ihn auslachen, verhöhnen, vielleicht sogar aus der Nationalelf werfen, weil er nicht stark genug für den Konkurrenzkampf war. Er wollte nicht als Verlierer da stehen, ausgegrenzt werden.
 
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