Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
«
»
von PoldiAndSchweiniFan    erstellt: 13.03.2010    letztes Update: 26.04.2010    Geschichte, Drama / P18 Slash    (abgebrochen)
Hey.:)
Ich danke euch sooooooo sehr für die Reviews! Ihr seid einfach nur die Besten! <3
Ich hoffe, ich habe jedem persönlich eine Nachricht geschrieben. Wenn nicht: Drauf hinweisen:)

Ich danke meiner Beta-Leserin nanohirn für das toooollle Beta-Lesen.:) Wenn ich dich nicht hätte, Schatz, wäre Großkreutz jetzt Großkreuz :D

Noch eine Frage: Welche Pairings würdet ihr gerne hier sehen? Suche ... ungefähr drei und auch noch "Einzel-Darsteller", also Spieler, die schwul sind. Davon so um die fünfe...:) Wünsche können bei einem Review abgegeben werden.. :D :)
Dankeschön noch mal.. und hier: Das zweite Kapitel:)
lg Domi^^
___________________________________________
Hier kommt noch ein bisschen mehr über die Party:
___________________________________________


Mit starren Augen blicke ich nach oben an die Decke. Und immer wieder dringt nur ein Gedanke an mich heran:
Wo bin ich?
Mats' Haus. Alles klar.
Aber diese Decke kenne ich nicht... ich meine(,) diesen Teil der Decke.
Diesen weißen Fleck an der cremefarbenen Decke habe ich noch nie wirklich wahrgenommen.
Und auch nicht diesen Boden kenne ich nicht. Hier geschlafen habe ich zumindest noch nicht. Diese Rückenschmerzen kenne ich nicht. Also habe ich hier folglich noch nie das Vergnügen gehabt zu schlafen.

Kopfschmerzen. Verfickte Kopfschmerzen, die mich am richtigen Denken hindern.
Und die Erinnerungen. Von gestern Abend. Oder heute früh morgen. Keine Ahnung.
Aber die Erinnerung ist da... und: Oh, fuck!

Langsam hebe ich meinen schmerzenden Arm, hauche ein lautloses „Na toll, Benedikt!“ in die Welt. Blaue Flecken, die, grob gesehen, einen Handabdruck zeigen, zieren meine blasse Haut.
Ein Handabdruck als Zeuge. Sein Handabdruck. Als Zeuge der Ekstase...
Direkt streife ich den Ärmel des türkisen Pullovers hinunter.
Die Erinnerung ist wahr. Es hat stattgefunden. Ich habe einen guten Freund von mir gefickt.
Okay. Er hat mich gefickt, um bei der Wahrheit zu bleiben, aber das ändert nicht viel.
Na toll... VERFICKTE SCHEISSE!

Ich habe mit Mats geschlafen. Mit dem Mats, in den ich verliebt bin...
Er hat mit mir geschlafen...
Heiß und kalt fließt es mir durch den Körper.
Einerseits Angst.
Andererseits Hoffnung. Nicht die Hoffnung auf Erwiderung der Liebe. Das will ich mir gar nicht ausmalen. Wir waren gestern beide einfach nur besoffen. Vielleicht auch ein wenig aufgegeilt durch diesen scheiß Porno, über den wir uns ja eigentlich alle schlapp gelacht haben.
Aber... wenn er mit mir geschlafen hat: Vielleicht bin ich nicht der einzige homosexuelle Spieler.
Raus aus dem Alleinsein.
Vielleicht ist Mats derjenige, der mich vor dem Alleinsein rettet.

„Oh, Benni?!“ Ich zucke zusammen. Die Stimme passt nicht zu der Anrede. Er nennt mich nie Benni. Darf er eigentlich auch nicht.
„Was machst du denn in der Vorratskammer?!“
Vorratskammer. Alles klar. Hier ich war ich noch nie drin. Kein Wunder also, dass ich es nicht erkannt habe.

„Hmm. Gepennt, würde ich mal meinen.“, murre ich unwirsch und schaue zu Kevin Großkreutz hoch. Sein Gesicht sieht so zerknautscht, so blass aus, dass ich mir sicher bin, dass bei ihm viel zu viel Alkohol geflossen ist.
Wie wahrscheinlich bei jedem auf dieser Party.
Und das ist dann wahrscheinlich auch der Grund, weshalb er mich Benni und nicht Höwedes genannt hat, und mich nicht sofort verprügelt hat.
Er ist immer noch besoffen.

Kevin und ich... wir hassen uns. Beziehungsweise hasst Kevin mich, weil ich ja Schalker bin. Dummer Junge, aber wenn er meint. Ich habe genug Freunde, brauche ihn nicht.

Wie vom Blitz getroffen, starrt der "22-jährige" mich an, lächelt dann albern und antwortet belustigt: „Klug von dir, die Kammer zu nehmen. Kein Schnarchen, keine komischen Geräusche von Neven.“ Auf meinen fragend Blick hin fügte er rasch hinzu: „Wir beide haben in der Badewanne von Mats gepennt. Frag mich nicht, wie wir beide da reingekommen sind.“

„Hatte ich auch nicht vor.“, flüsterte ich in die leere Luft, doch für die Dortmunder Ohren war es zu leise. Er grinst immer noch dümmlich vor sich hin.
„Großkreutz weißt du, was? Ich würde dir dazu raten, noch eine Mütze Schlaf zu nehmen.“
Er nickt und hebt die Hand, murmelt ein „Man sieht sich, Benni“ und verschwindet wieder durch die Tür.
Ähm... wie dumm war das gerade?!

Durchatmen und den Körper langsam in die Höhe bringen, nehme ich mir vor.
Wer wohl noch hier gepennt hat? Und wo?
Das ist ja beinah wie auf einer Party von 16-Jährigen, die keine Ahnung von ihren alkoholischen Grenzen haben, sich vollsaufen, als wäre das Ende der Welt gekommen und dann irgendwo im Haus des Gastgebers pennen, nicht wissend, wie dort hingekommen.

„Hmm“, murre ich wütend, als ich langsam aufstehe und mir sofort die Schmerzen in den Kopf und die Glieder schießen.
Das wird heute ein Scheißtag. Keine Frage.
Stolpernd begebe ich mich aus der Vorratskammer hinaus und trete auf den langen Flur.
Wie. bei Gott, bin ich hier hingekommen?
Ich weiß, dass ich mit Mats geschlafen habe, weiter hinten, beinah bei der Tür an Mats Schlafzimmer, da wäre es doch wohl wahrscheinlicher gewesen, wenn ich dort gepennt hätte. Oder im Gästezimmer nebenan.
Aber ich hatte auf dem Flur mit Mats geschlafen... und dann?
Dann muss ich mich irgendwie in die Vorratskammer bewegt haben. Ich war besoffen. Wenn man besoffen ist, tut man Dinge, die man später nicht erklären kann. Das hier war so eine Sache.
Dieser ganzer Abend war so eine Sache, die ich unter die Kategorie: „Unter Alkohol passiert, später nicht erklärbar“ packen werde.
Und hoffentlich würde Mats diese Sache auch darunter packen...

Mein unscharfer Blick wandert langsam über den Flur, stütze mich mit einer Hand an der Wand ab, um nicht umzufallen.
Und dann rutscht doch ein kleines Lächeln über meine Lippen, als ich die zusammengesunkenen Personen am Treppengeländer sehe. Blond-braune Haare, das dickliche Gesicht in der Halsbeuge des anderen versteckt und laut schnarchend. Daneben, angelehnt, der eben gesprochene 22-Jährige, eine Hand mit der von Manu verschränkt.
Äh... bitte?!
Wie besoffen muss Kevin sein, jetzt mal wirklich? Er würde sich nie im Leben freiwillig neben einen Schalker setzten und einschlafen, dabei noch „Händchen halten“.
Außer er ist besoffen.
Und schwul? Nein. Der Großkreutz ist nie im Leben schwul, genauso wenig wie Manu.

Soll ich Manu und Kevin schlafen lassen, oder sie wecken?
Schlafen lassen.
Ich muss mit Mats reden. Also, je weniger Zuschauer, desto besser. Aber ich kann es mir nicht nehmen, mein Handy aus der Hose zu fischen und ein Bild zu schießen.
Das würde noch für Aufruhr sorgen...
Zudem zeigt die Displayuhr erst halb neun an.
Verfickter Großkreutz, ich hätte sicherlich noch drei Stunden schlafen können.
Dummer Dortmunder!
Das hier ist die Rache dafür.

Meine Beine tragen mich beinah automatisch die Treppe hinunter, an dem „Pärchen“ vorbei, unten am Gästebadezimmer vorbei.
Ob Neven wohl dort drin liegt? Aber dafür wäre die Badewanne hier unten zu klein. Eindeutig.
Ein kurzer Blick ins vollkommen verwüstete Wohnzimmer und auf die in einem Meer von Bier-, Sekt-, Wodka-, und was-weiß-ich-Flaschen schlafenden Marcel Schmelzer und Sven Bender ließ mich zurückweichen und sofort in die Küche eilen.
Leise, undefinierbare Musik dringt an mein Ohr, der Geruch von frischem Kaffee setzt sich in meiner Nase fest.
Heißt das, dass Mats... schon wach ist?

„Mats?“, krächze ich mit schwindender Stimme, versuche, meine Körpergliedmaßen unter Kontrolle zu halten.
„Jaa?!“ Seine Stimme hört sich genauso scheiße an wie meine. Sicherlich auch genauso scheiße, wie die von den anderen Jungs.
Aber sie ist trotzdem noch die schönste.
Und sofort kribbelt es bei seinem Ton, sein Stöhnen und Hauchen dröhnt wie ein böswilliges Echo in meinem Ohr.
Das andere scheint Schaden genommen zu haben. Sofort zuckt mein Kopf zur Seite und fällt in Mats’ Blickrichtung.
Und ich sehe seinen Blick wieder vor meinen Augen.
Angespannt presse ich meine Lippen aufeinander und seufze leise.

„Bene.“ Er lächelt, fährt sich mit der flachen Hand über das müde Gesicht. Seine Augen leuchten dunkel, trotz des wahrscheinlich noch vorhandenen Alkohols im Blut.
Aber da ist keine Antwort, keine Reaktion in seinem Gesicht.
Okay... soooo schlecht sieht das nicht aus, würde ich mal meinen.
„Bist du als einziger wach?“ Ich zwinge mir ein Lächeln ab, aber ich weiß, dass es gequält wirkt. Beinah automatisch nehme ich ihm gegenüber an dem Essenstisch Platz.
„Hmm. Neven und Kevin pennen noch oben in meiner Badewanne. Frag mich nicht wie die beide da reingekommen sind.“ Und sein wunderbares Lachen hallt im ganzen Zimmer umher.

„Ne... Großkreutz schmust grad mit Manu rum...“, murre ich undeutlich und wieder lacht er bebend, ein wenig überrascht.
Überrascht von was?

Unruhig fixieren meine Augen sein Auftreten. Er ist vollkommen gelöst, offen, versucht witzig, wie immer. Beinah so, als hätte es dieses Vorkommnis nicht gegeben.
Aber...

„Na ja. Dann pennt Manuel Neuer halt mit Kevin an der Treppe, Schmelle und Sven auf der Couch und den Alex Baumjohann habe ich noch nicht gefunden. Weißt du, wo er sich verstecken könnte?“ Beim Lachen fallen ihm immer wieder schwarze Locken ins Gesicht.
Und wieder ein Zucken in meinem Nacken, wieder Bilder, die hochkommen. Meine Hände in seinen Locken, meine Hände an seinem muskulösen Rücken, meine Finger, die über die Flanken kratzen. Seine Hand an meiner Hose, er zwischen meinen Beinen...
Ich schüttele mit dem Kopf, statisch. Aber es reicht ihm als Antwort.
Keine Ahnung. Als ob ich mit Alex Verstecken spiele.

„Hmm, ich verstehe. Du bist heute morgen nicht ganz gesprächig. Kaffee?“ Ich fixiere deine Lachfalte, versuche mich darauf zu konzentrieren, um den Bildern in meinem Kopf nicht weiteren Anreiz zu geben.

Und ich nicke, starr. Aber es reicht ihm als Antwort.
Kaum, dass ich mich versehe, steht ein dampfender Krug Kaffee vor meiner Nase.
Und trotzdem zieht sich bei mir alles zusammen. Mats benimmt sich unauffällig. Beinah schon auffällig unauffällig.
Lächelnd nippt er an seinem Trank. Wie kann man die ganze Zeit durch lächeln? Da wird man doch verrückt.
„Mats...“ Ich habe keine Ahnung, wie ich das sagen soll.
Was soll ich überhaupt sagen?!

„Ja?“ Sein Blick ist immer noch interessiert auf seine Tasse Kaffee gerichtet, beinah so, als würde eine Fliege drinnen herumschwimmen.

„Wegen gestern... ich denke... oh, ich würde mal behaupten, es war der Alkohol, oder?“ Mit Wut spüre ich meine Lippe zucken.
Bloß nicht zu nervös, Höwedes!
„Ähm, bitte was?“ Schleppend, wie in Zeitlupe, hebt Mats seinen Blick und starrt mich irritiert aus dunklen Augen an.
Verunsichert faltet er seine Hände und lässt die Gelenke knacken.
Wie was?
„Ja, das oben...“ Meine Stimme springt in die Höhe, hört sich schon beinah weiblich an. Na toll!
„Du, Benni. Ich erinnere mich an beinah gar nichts von gestern Abend.“
„Gar nichts?!“
„Nein. Vollkommener Filmriss. Aber ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin...“ Und er lacht hohl, die Augenbrauen in die Höhe gezogen.
„Gibt’s denn was, was ich wissen sollte?“

Er weiß nichts mehr. Gar nichts mehr...
Ich kann es ihm doch nicht einfach so sagen. Das ging doch nicht...
Hey du, wir haben beide miteinander geschlafen...
Es würde ihn in eine Welt reißen, die ich ihm nicht zumuten wollte.
Es reichte, dass ich litt.

Ich seufze, schnappe leicht nach Luft. Okay. Doch kein weiterer Schwuler.
Ich bin allein. Und Mats kann sich nicht einmal erinnern.
Er hatte wirklich nur mit mir geschlafen, weil er besoffen gewesen war....
Okay. Alles klar.
Es ist okay. Vielleicht ist es so auch besser... vielleicht...
Ich will heulen...

„Bene?“
Leicht hebe ich meinen Blick an, schaue in diese dunklen Augen. Augen, mit denen ich Schmerz und Gewissheit verbinde.
Gewissheit darüber, dass ich alleine bin. Mal wieder. Immer alleine war.
Ich dachte wirklich... aber es ist alles so wie am Anfang. Nur, dass meine Hoffnung ein weiteres Mal zerstört wurde.
Immer wieder.
Ich kann nicht mehr.
Warum?
Was würde ich dafür geben, nur einen Einzigen kennen zu lernen?! Und dann war da Mats. Mats, ein guter Freund. Mats, den ich leider liebte. Mats, mit dem ich geschlafen hatte.
Und er erinnerte sich nicht einmal dran!
Das Leben war ungerecht. War es schon immer gewesen, würde es wohl immer sein. Zu mir zumindest.

„Benni, Mann. Warum bist du auf einmal so blass?“ Und auf einmal sind seine Hände an meiner Wange, in meinen Haaren.
Seine Berührungen brennen wie Feuer. Ich will das nicht. Ich will das nicht spüren, will nicht leiden.
Fass mich nicht an.
Das wird mir zu viel...
Seine Augen sind meinen so nah.
Wieder prasseln Bilder auf mich ein.
Höre, wie Mats meinen Namen stöhnte. Sehe, wie er mich angeschaut hat, mit diesen Augen, die einem alles versprechen.
Vernehme dieses Lächeln, welches ich immer wieder geküsst hatte.
Schmecke sogar wieder den salzigen Schweiß, den meine Zunge von seiner Haut geleckt hatte.
Ich will das nicht.
Es wird dieses Ereignis nie gegebenen haben, setzte ich für mich fest.
Und ihm werde ich auch nichts davon erzählen...

„Ich muss gehen...“, räuspere ich mich stockend; weiß ganz genau, dass ich seine Frage nicht beantworte.
„Du bist von der Treppe gefallen, deswegen auch diese Schürfwunden auf deinem Rücken...und die blauen Flecke...“, antworte ich zischend, als ich deine Augen ein letztes Mal sehe, als ich die Fragen sehe. Ich muss schlucken.
Schlucken, um nicht zu weinen.
Ich will Mats nicht so aufgelöst sehen. Aber so ist es besser. Glaub ich. Der restliche Alkohol in meiner Blutbahn weiß schon, was er macht... er wusste es doch immer.

Und ich flüchte aus der Tür.
Weiß, dass ich einen zerstreuten und zitternden Mats zurücklasse. Weiß, dass ich einen Teil von mir bei ihm gelassen habe.
Weiß, dass ich als lückenhafter Mensch aus dem Haus trete.

«
»
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.9-7097