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von PoldiAndSchweiniFan    erstellt: 13.03.2010    letztes Update: 26.04.2010    Geschichte, Drama / P18 Slash    (abgebrochen)
Inhalt:

Benedikt Höwedes verhält sich eigenartig. Er spricht noch kaum, einzig und allein Manuel Neuer kann einigermaßen auf den jungen Abwehrspieler einreden.

Der Grund für das veränderte Verhalten: Der Schalker ist schwul, denkt, der einzige männerliebende Bundesligaprofi zu sein und ist dazu auch noch in Mats verliebt, mit dem er auf einer Party geschlafen hat.

Nur hat der Dortmunder keinerlei Erinnerung mehr an diesen Abend.

Von der ganzen Welt verlassen gefühlt, nimmt er widerwill die Hilfe von Manu an und ruft eine ihm fremde Nummer an, die Hilfe verspricht... und ihm die Welt hinter der „heterosexuellen Gesellschaft“ der Bundesliga zeigt.

... „You’ll never walk alone.“ wird zu mehr, als nur einer Aufmunterung Manuel Neuers.


Titel:

You’ll never walk alone


Pairing:

Benedikt Höwedes/Mats Hummels (?)


Disclaimer:

Ich verdiene hiermit kein Geld und möchte auch keinerlei Gerüchte anstacheln. Diese Geschichte

basiert auf meiner Fantasie, die realen Personen gehören sich alleine, die ausgedachten mir :).


Anmerkung:

Ich danke meiner Beta-Leserin nanohirn, alias Nata, für das wundertolle Beta-Lesen. Wenn ich dich nicht

hätte, mein Schatz.:)

Und außerdem widme ich diese Geschichte: Guererro. Weil sie Mats doch so abgöttisch liebt, wie ich Bene.D

__________________________________________________________________________________________






„Was soll ich damit?“ Kurz landete mein Blick auf dem Stück Papier, darauf eine Telefonnummer.
„Es soll dir helfen.“ Irritiert starrte ich Manu an. Schmunzelnd ließ er sich langsam neben mir auf der Couch nieder. Ich spürte seinen Blick, konnte mir vorstellen, mit welchem Gesichtsausdruck er mich anschaute.
Lass das!, würde ich ihm am liebsten entgegen schreien, aber das würde gegen meine Prinzipien verstoßen.
Ich hatte schon lange nicht mehr viel gesprochen; schon lange nicht mehr viel von meinen Gefühlen verraten.
Warum sollte ich Manu gerade jetzt, wo er es doch erwartete, zeigen, dass ich übelgelaunt war? Dass ich verwirrt war, dass ich Angst hatte?

„Ach ja.“ Nur mühsam entriss ich meiner Stimme diese trockene, monotone Aussage. „Ich brauche keine Hilfe.“
Es sollte überzeugend klingen, tat es nicht.
Wie sollte ich denn auch etwas überzeugend klingen lassen, wovon ich wusste, dass es nicht stimmte?
Ich brauchte Hilfe, ja.
Ich wusste nur nicht woher. Wusste nicht, wie. Wusste nicht, von wem.
Nicht von Manu.

„Nicht?“ Und noch immer dieses süffisante Grinsen auf seinen Lippen. Ich wusste, dass Manu für mich eigentlich nur das Beste wollte; dass er mir eigentlich nur helfen wollte.
Aber warum verstand er nicht, dass er mir in dieser Situation nicht helfen konnte?
Er wusste ja nicht einmal, worin mein Problem bestand.
Wie wollte er mir damit helfen?
Ich wusste nicht, wer mir helfen konnte.
Aber er nicht. Nicht Manuel Neuer, ein Fußballer.
Auch keiner meiner anderen Freunde.
Meine Familie nicht.
Ich war allein, war ich eigentlich schon immer.
Es gab niemanden, der mein Problem kannte, niemanden, dem ich mich anvertrauen konnte.
Und eigentlich kam ich immer gut damit klar.
Ich wusste, dass ich nicht einfach so jemanden davon erzählten konnte, dass man wahrscheinlich negativ reagieren würde.
Aber dann kam die Feier bei Mats... und der Alkohol, die Atmosphäre... und Mats...  und...
All das zusammen ließ mich vergessen, ließ meine Probleme in den Hintergrund treten.
All dies schickte mich auf eine Reise, deren Ende mir deutlich zeigte, dass ich alleine war, dass mein Problem gewaltig war und dass es nicht in den Alltag eines Fußballers passte.

„Weißt du was, Benedikt? Für mich sieht das hier mehr als deutlich nach hilfesuchend aus. Wann hast du das letzte Mal die Sonne gesehen?“. Sein Blick wanderte, so wie meiner leider auch, zu der großen Fensterfront im Osten. Die schweren Gardinen, die sich eigentlich meine Schwester Johanna ausgesucht hatten, absorbierten beinah das gesamte Sonnenlicht.

Ich seufzte stockend, nuschelte ein undeutliches „Heute morgen beim Training, Manu.“.

Das Lächeln auf Manus Gesicht starb mit meiner Antwort. Ich hasste es, wenn er seine blauen Augen zusammenkniff und mich mit diesem halb wütenden, halb enttäuschten Gesichtsausdruck anstarrte.
Er war ein guter Freund. Er kannte mich, so wie mich viele nicht kannten.
Also. Warum wusste er nicht, dass jetzt ein guter Moment wäre, um aufzuhören?
Aber es war Manuel Neuer. Natürlich bestand er auf ein richtiges Gespräch, wo ich ja heute wenigstens schon einmal antwortete.
Antworten liefern: Lange hatte ich mich dagegen gestrebt.
Heute hatte der Torwart einen guten Tag erwischt, auch wenn die Antworten sicherlich nicht das waren, was er sich letztendlich erwünschte.

„Alles klar. Fragen wir anders: Wann hat deine Wohnung das letzte Mal frische Luft bekommen, wann hat sie das letzte Mal Sonnenlicht gesehen? Wann hast du das letzte Mal Sonnenlicht gesehen, außer beim Training?“

So schnell, wie er aufgestanden war und die Gardinen zur Seite gezogen hatte, so schnell saß er auch wieder an meiner Seite.
Helle, untergehende Sonne drang in den Raum, ließ ihn sofort freundlicher wirken. Trotz des ganzen Mülles.
Aber es war keine Veränderung. Mir half die Sonne nicht.

Und wieder ein Seufzen meinerseits. Ich würde nicht antworten, denn die Antwort war einleuchtend.
Manu wusste das.
Sollte er eigentlich.
Er hatte mich die letzten zwei Wochen erlebt, da konnte er nicht davon ausgehen, dass ich jetzt auf einmal wieder reden würde, bloß weil er mich in meiner Wohnung besuchte und mir eine Telefonnummer in die Hand drückte, von der ich noch nicht einmal wusste, wem sie gehörte.

Nur widerwillig drehte ich meinen Blick zu ihm und starrte ihn mit einem versucht gefestigten Gesichtsausdruck an. Ich hatte keine Ahnung, wie ich schaute, aber da war wieder dieses Lächeln auf seinen Lippen, erhellt durch die ersten Sonnenstrahlen seit zwei Wochen in meiner Wohnung.
Also blickte ich scheiße. Alles klar...

„Na also. Und jetzt nimm diese scheiß Nummer und ruf da an. Das wird dir helfen.“ Und sein Lächeln wuchs zu einem fiesen, dreckigen.
Na toll. Bei diesem Lächeln konnte ich mir denken, wen ich am anderen Ende antreffen würde.
Mit lautem, verruchten Stöhnen würde man mich erwarten... bäh!

„Manu, ich weiß das wirklich zu schätzen. Aber ich brauche keinen Telefonsex...“, erwiderte ich gereizt, fuhr mit der flachen Hand durch meine Haare.

Telefonsex. Den brauchte ich echt nicht. Manu versicherte mir immer, dass es besser wäre, wenn ich mal wieder ein Mädchen abschleppen würde, nachdem ich mit meiner Freundin Schluss gemacht hatte.
Aber Manu wusste auch nicht, weshalb ich meine Freundin verlassen hatte.
Und er wusste auch nicht, dass ich kein Mädchen wollte.
Dass ich keine zarten Hände an meiner Haut wollte, dass ich nicht in jemandem sein wollte... sondern, dass ich jemanden in mir fühlen wollte.
Und dieser jemand besaß einen Namen, vier kleine Buchstaben zusammen ergaben diese göttliche Anrede. Und ihn gefühlt hatte ich auch schon...
Schnell schottete ich den Gedanken an diese Nacht ab; wollte diese Gefühle nicht wieder die Überhand gewinnen lassen...

Ein lautes Lachen riss mich aus meinen Gedanken.
„Benni, Telefonsex?! Wie kommst du darauf? Nein. Diese Person wird dir sicherlich nichts vorstöhnen. Sie wird dir helfen.“

„Ich brauche deine Hilfe nicht.“, wiederholte ich bestimmt zum hundertsten Mal.
Er konnte mir nicht helfen.
Warum verstand er das nicht?
Der Torwart neben mir seufzte genervt, erhob sich träge von der Couch.
„Na, dann ruf bei Mats an und er gibt dir dieselbe Nummer!“, raunte Manuel bissig und zog sich kurzerhand die Jacke über die Arme.

Mats.
Nein.
Nicht Mats...

„Obwohl. Mit dem redest du ja seit der Party auch nicht mehr. Seit der Party... ey, ich wünschte, die hätte es nie gegeben. Denn seit der redest du ja mit niemandem mehr von uns. Und ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Keiner weiß das, Bene. Das sollte dir zu bedenken geben.“

Aber Manus Stimme war nur noch ein dumpfes Flüstern. Ich hatte keine Ahnung, was der Schlussmann da redete, was er mir da beinah so penetrant einzutrichtern versuchte.
Einzig und allein knallte die Erinnerung von dieser gottverdammten Party in meinen Kopf...

„Benni, komm mal...“ Mats lacht, bewegt sich mit fließenden Bewegungen auf mich zu.
Ich versuche meine Augen von ihm loszureißen, versuche meinen ständigen Blickkontakt mit ihm zu unterbrechen.
Aber es klappt nicht.
Mein Blick ist schon längst benebelt, aber Mats taucht immer wieder aus diesem Dunst hervor. Schrill und hell dringt sein Bild an meine Augen.
Nervös umklammere ich die Flasche Bier in meiner Hand.
Das wievielte Bier es ist? Keine Ahnung. Aber ich habe genug getrunken.
Genug, um alles um mich herum zu vergessen.
Genug, um unvorsichtig zu werden...

Mein Hals kratzt trocken.
„Benni, kommst du?“ Dunkle Augen, umrahmt von dunklen Haaren, tauchen in dem Nebel auf.
Ich spüre seine Hand am Bier, an meiner Haut. Alles um mich herum brennt. Doch das weiß er nicht; lacht weiter.
Ich liebe sein Lachen, ich liebe sein Gesicht, seine Augen, seinen Mund.
Ich liebe ihn.

Auf einmal fehlt die Bierflasche zum Druckausgleich in meiner Hand, ich spüre Mats Hand in meiner. Mehrere Male schon habe ich seine Hand in meiner gespürt, aber auf diese Weise noch nie.
Ich fühle alles, spüre es. Sehe nichts, höre nichts, außer seiner Stimme, seinem tiefen Raunen.

Sein Daumen fährt spielend über meinen Handrücken, unsere Finger verschränken sich ineinander.

„Benni, komm wir gehen.“ Wohin wir gehen? Keine Ahnung. Ich vertraue Mats, habe es immer getan. Werde es immer tun.
Mein Atem stößt immer wieder an seine Hals. Er sagt, es kribbelt, kichert. Ich wusste nicht einmal, dass dieser Mann kichern kann...
Wir gehen, keine Ahnung, wohin.
Mats nennt nur immer wieder meinen Namen, flüstert immer wieder: „Mein Benni, mein geliebter Benni.“. Ich lache, vergrabe mein Gesicht in seiner Halsbeuge, schlinge eine Hand um seine Taille.

Der ganze Rücken schwitzt, aber es stört mich nicht.
Irgendwer ruft unsere Namen, dröhnend und schrill.
Ich glaube Mats „Schmelle, du Schwein“ flüstern zu hören. Aber ich bin mir nicht sicher. Bin mir bei nichts mehr so wirklich sicher.
Nur, dass das hier gut ist, gut werden kann... das weiß ich.
Wir stolpern eine Treppe hoch, glaub ich, giggelnd.
Ich kann nicht mehr alleine gehen, Mats stützt mich, drückt mich an eine kalte Wand. Heißer, alkoholischer Atem streift meine Wange.

„Benni.“

Der Bass der Musik ist nur noch leise zu vernehmen, wir müssen irgendwo oben sein. Dann war es wirklich eine Treppe.
Mats Finger fahren zitternd über mein Gesicht, über meine Wangen, über meine Augenbrauen, über meine Ohren.
Alle Härchen auf meiner Haut stellen sich auf.
Wann hat mich jemand so das letzte Mal berührt?
Ich erinnere mich nicht mehr.
Heiß fliest es durch meinen Magen, erweckt die Schmetterlinge aus ihrem Schlaf.
Wann habe ich das letzte Mal geliebt? Auch daran kann ich mich nicht erinnern...


„Du hast ein schönes Gesicht, Benni. Wunderschön.“ Meine Augen fokussieren sein Gesicht. Direkt vor mir. Direkt. Das bedeutet, drei, vier Zentimeter.
Dunkel und glühend durchstoßen mich seine Augen. So, als könnten sie mich durchschauen. So, als wüssten sie alles.
Wissen sie auch, dass ich schwul bin, Mats? Wissen sie das?


„Und deine Ohren... du hasst deine Ohren. Ich finde sie wunderschön. Warum hasst du deine Ohren? Dein Gesicht, Benni... so schön. Deine Nase, deine Augenbrauen.. .deine Augen. So... wunderschön...“

Ich kann nicht antworten, reden werde ich heute Abend nicht mehr können. Mein Hals ist trocken, kratzt nur rau, als ich antworten will.
Mats lächelt breit, seine Wangen brennen. Langsam streichen seine Hände über meinen Hals, über mein Schlüsselbein. Weiter hinunter.
Und da ist so ein Glanz in seinen Augen. Er weiß was er tut.
Ich weiß es.

Ich drücke meinen Kopf nach vorne, unsere Lippen treffen aufeinander. Unruhig presst er seinen Körper an meinen, will mir nah sein.
Seine Hände, seine Lippen sind überall. Er stöhnt mir leise entgegen, ich fixiere eine Locke, die ihm ins Gesicht hängt... und schließe meine Augen, als seine Hände an meiner Gürtelschnalle sind.
„Vertrau mir, Benni.“ Seine Lippen liegen an meinem Ohr.
Ich vertraue dir, Mats. Ich vertraue dir.
Vertraust du mir auch?


Als ich die Augen öffnete, war es vollkommen ruhig im Zimmer. Ich erinnerte mich nur noch dumpf an die Worte von Manu zum Abschied.
„Überleg es dir, Benedikt. Die Nummer kann dir helfen...“

Und dann hatte er wieder so grotesk gelächelt, sich von mir weggedreht und geflüstert: „Benny, you’ll never walk alone.“

Keine Ahnung was er damit meinte. Wahrscheinlich schon wieder irgend so eine Ausgeburt seines dummen, kindischen Wesens.
So ein plötzlicher Einfall, mit dem ich nichts anfangen konnte.

Mein Blick wanderte langsam zu dem Zettel, der noch immer in meiner Hand verweilte.
Eine Vorwahl von Hamburg...

Wer konnte am anderen Ende der Leitung und in Hamburg sein, dass er mich vor diesen Erinnerungen retten konnte?
Ich hatte mich so gut gefühlt. Ich war in Mats verliebt, hatte jedoch nicht geglaubt, das gleiche von ihm erwarten zu können, hatte nicht geglaubt, dass er in mich verliebt war.
Aber ich hatte gedacht, dass ich vielleicht nicht der einzige schwule Fußballer bin.
Und dann kam der Morgen... und er wusste nichts mehr. Er wusste rein gar nichts mehr.
Der Alkohol halt...
Ich war allein. Langsam sollte ich damit klar kommen...
Aber ich konnte nicht. Der Druck, dieses Verstecken... es wurde zu viel.

Ich seufzte gedämpft, verdammte mich dann selbst in Gedanken und fasste nach dem Telefon. Tippte die Nummer, die Manu mir gegeben hatte, ein und wartete...


_________
So. Das ist das erste Kapitel. Ein wenig kurz... aber...:) Lasst mir doch bitte Reviews, um zu erfahren, wie ihr es findet.
lg Domi
 
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