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von Lady Jule    erstellt: 13.03.2010    letztes Update: 13.03.2010    Geschichte, Allgemein / P12    (fertiggestellt)
Disclaimer: Keine der Figuren gehört mir, genausowenig wie die ersten drei Sätze. Die hat sich alle Schiller einfallen lassen. Der Rest entstammt meiner Feder.
Geschrieben wurde das Ganze als eine Hausaufgabe.


(Der alte Moor gibt seinen Geist auf. Amalia steht stumm und starr wie eine Bildsäule. Die ganze Bande in fürchterlicher Pause.)
Räuber Moor: Was habe ich getan. Getötet ihn mit meinen Worten. Seinem Geiste den Schrecken versetzt, den sein Herze nicht mehr konnt ertragen. Ich Narr, ich dummer, dummer Narr.
Amalia: Beruhige dich mein Bräutigam. Mein allerliebster Bräutigam. Sein Herz war schwach, und er war alt. Ich bitte dich, beruhige dich.
Räuber Moor: Wie kannst du nur sagen, ich hätt nicht Schuld. Mein ganzes Handeln war wie ein Stich ins Herz. Ins Grab gebracht habe ich ihn.
Amalia: Aber nein, mein Geliebter, mein herzensguter Bräutigam. Nie könnt ein Engel wie du soetwas tun. Du trägst nicht schuld.
Räuber Moor: Und ob ich das tu. Widersprich mir nicht, Weib, da du keine Gedanken hegst, was ich die letzten Jahr getan. Gemordet, geplündert, gebrandschatzt und geludert habe ich. Weib, sage nicht, du kenntest mich.
Amalia: Aber, was redest du da? Verwirrt bist du vom Tode seiner. Karl, mein allerliebster Karl.
Räuber Moor (zornig): Wage es.
Amalia: Ich erkenne dich nicht wieder. Gegangen als ein Edelmann, doch zurückgekehret als ein feiger Hund.
Räuber Moor: Weib, was sprichst du da? Du bist einem Irrtum aufgesessen. Vergiss mich, für immer und ewig. Verbrauche deine reinen, engelsgleichen Gedanken nicht an mir Frevler. (wendet sich ab zum Gehen) Vergiss mich Amalia.
Amalia: Nie könnte ich dich vergessen, mein Bräutigam. Immer werde ich an dich denken. Bis zum Tode.
Räuber: Dann bringt sie ins Grabe, Hauptmann. Wenn sie es wünscht. Ihr könntet vergessen, ihrem Bann entfliehn.
Räuber Moor: Du verlangst, dass ich einen Engel abschlachte? Was für ein widerlicher Narr du bist. Nie würde ich meiner Amalia so etwas zu Leibe tun.
Räuber: Willst uns verlassen für ein Weib? Eine Hure vielleicht?
Räuber Moor (gefährlich leise): Sie war und wird nie eine Dirne sein. Sie ist reiner, als alles was du zu denken vermagst.
Grimm: Sag, willst dich Hauptmann von uns trennen? Den Eides Schwur brechen? Ein Weib gegen deine Kameraden tauschen? Willst deiner Brüder abtrünnig werden?
Räuber Moor: So seht doch mich. Ich leid bei dieser Frage, mehr als alles rings um mich.
Amalia: Ich bitte dich, komm nimm mich mit. Doch führ ein ehrbares Leben.
Räuber Moor (wie aus dem Traum erwacht): Oh Liebste, ich fass es nicht. Dein Herz gehört ungebrochen noch immer mir? Wie könnt ich dir verwehren, deinen Wunsch dir zu erfüllen?
Grimm: Du Bastard, du. Du doppelzüngige Schlange. Und du willst unser Hauptmann sein? Nicht mal den simplen Schwur der Treue kannst du halten. Pfui, du Teufels Ausgeburt.
Räuber Moor: Du erhebst deine Stimme gegen mich, Kamerad?
Räuber: Warum sollt er es nicht? Ich mein, uns hat es niemand je versagt.
Räuber Moor: Ich war euch immer Freund, und immer loyal gewesen. Doch kaum taucht dieser Engel auf, da fallt ihr hinterrücks mir in mein Tun. Was habe ich getan, dass ich nun Rechnung tragen muss?
(die Umstehenden schweigen betreten)
Räuber Moor: Nun, gebt Antwort mir, ihr heldenhaften Knaben. Hat es euch die Stimme verschlagen? Nun hört mich an, was ich zu sagen vermag, wird euch gefallen oder nicht, mir ist's egal. Nur höret mich. Ich mag mich nimmer wieder von diesem Engel scheiden, doch mag ich eben nimmer den Freunden und den Kameraden entsagen. Ich mag euch bleiben, als euer Führer, doch bitte ich, lasst mir Amalia an meiner Seite stehn. Und dir mein Schatz verspreche ich, ich werde fortan dem luderhaften Leben abdanken. Kameraden kommt mit mir, lasst uns gehen, alle zusammen, an einen fernen Ort, wo niemand mehr verfolgt wird von der Justizia. Lasst uns mit unsrer Beute in Sauß und Brauß dort existieren. Nun, Räuber, was meinet ihr, und was sagst du Amalia?
Amalia: Mich deucht, so würd sich's leben. Mein Bräutigam.
Grimm: Was du sagst klingt nicht ganz falsch, es würde mir ganz gut gefallen.
Räuber: Ich bin noch etwas trüberisch, doch will ich dir das glauben. Ich gehe mit euch, führt uns an.
(die anderen Räuber sprechen sich ebenfalls für den Vorschlag aus)
Räuber Moor: Nun dann Kameraden, ziehn wir los. Man soll nicht auf uns warten.
(Abgang)
 
 
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