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Geschichte: Freie Arbeiten
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von BeautyMalfoy
erstellt: 12.03.2010
letztes Update: 17.03.2010
Geschichte, Allgemein / P12 Slash
(abgebrochen)
Titel: Yo necesito tu cariño
Kapiteltitel: gemeinsam.
Autor: BeautyMalfoy
Genre: Romanze, Freundschaft, Drama (minimal)
Warnung: Slash
Rating: R-12 Slash
Disclaimer: meins.
Musikalische Einflüsse: ‘In my heart’ und ‘Bittersweet life’ von My favorite highway
Inhalt: Das Pärchen Oliver und Miguel schlüpft bei Olis Bruder und dessen Lebensgefährten unter. Vorwürfe und Schuld stehen im Raum, gleichzeitig jedoch auch die Sehnsucht nach Nähe und Liebe.
Teil: 2/? (Ich schätze drei…)
Annotationen: ‘Yo necesito tu cariño’ - ‘Ich brauche deine Nähe’
Widmung: Den Charakter Miguel widme ich Katha… Danke für deine Ideen und auch die Kritik ;)
Anmerkung: Je nach Reviewanzahl kommt das nächste Kapitel früher oder später… :P ;)
Yo necesito tu cariño
“Oli? Mama hat schon wieder angerufen. Ich versteh’ einfach nicht, woher sie unsere Nummer hat.” Seufzend fuhr sich Robin durch sein Haar, ging dann durchs Wohnzimmer in den Flur, wo sein Bruder sich gerade seine Jacke entledigte. Oliver seufzte.
“Oh man, bist du diesmal rangegangen?”
Ein Schatten huschte kurz über Robins Gesicht, dann grinste er jedoch.
“Ja. Sie hat mich angeschrieen, ich hätte dich “verschwult”. Und, dass ich dich -ich zitiere- gefälligst gehen lassen soll.” Er lachte und sein Bruder stimmte ein.
“Sie denkt, du hälst mich hier gefangen?”
“Keine Ahnung. Auf jeden Fall hat mir Ludwig das Telefon aus der Hand genommen und ihr ganz gehörig seine Meinung gesagt. Ich denke nicht, dass sie so schnell wieder anruft.”
Oliver lachte noch immer, doch der Ausdruck seiner Augen war nahezu zärtlich, als er Robin vorsichtig in die Arme nahm.
“Danke, großer Bruder.”
Beide lächelten sich an, als sie sich nach einigen Augenblicken wieder voneinander lösten.
Nach diesen wenigen Tagen, die sie wieder zusammen waren, hatte sich das Band, das die beiden Brüder so lange fest verbunden hatte, schnell wieder gefestigt. Es war nicht wie früher, bei Weitem nicht, dennoch vertrauten sie sich.
Nun waren sie alleine zuhause. Zur großen Überraschung aller verstanden sich Miguel und Ludwig sehr schnell und sehr gut, sodass die beiden beschlossen, den heutigen Nachmittag gemeinsam zu verbringen.
Außerdem würden dann Oliver und Robin zwangläufig alleine sein, sodass auch ihre Beziehung vertieft werden könnte.
“Hey, Lust ne Pizza zu bestellen, etwas zu quatschen und danach vielleicht ‘ne Dvd zu schauen?” Robin sah seinen kleinen Bruder fragend an, der nickte und sich sofort daran machte, das Telefon zu holen.
Einige Zeit später saßen die beiden Brüder auf der Couch und aßen ihre Pizza.
“Hey, sag mal, wie habt ihr, du und Ludwig, euch eigentlich kennen gelernt?”
Robin lachte. “Das war vor vier Jahren an der Uni. Er hat sich anscheinend direkt in mich verliebt, als wir von einer Freundin einander vorgestellt wurden. “ Er stockte, “Nur konnte ich mich einfach nicht sofort darauf einlassen. Ich war unglaublich schüchtern und total unsicher, was andere Männer anging. Das lag nicht zuletzt an der Reaktion von Mama und Papa. Und von dir.”
Melancholisch schwebte Robin noch einige Sekunden in dieser Erinnerung, dann besann er sich und sah seinem Bruder fest in die Augen.
“Aber mittlerweile bin ich darüber hinweg. Und wie du siehst hat Ludwig es doch noch geschafft, mich zu einem Date zu überreden.”
Er lachte etwas gezwungen und wollte aufstehen, in die Küche gehen, einfach weg von der Erinnerung an eine Zeit, die für ihn einfach schrecklich war.
Doch Oliver ließ ihn nicht, hielt ihn am Ärmel auf.
“Robin, bitte. Ich war 17! Ich wusste nicht, was richtig und was falsch war. Und wenn du jetzt denkst, dass mir das leicht gefallen ist, als du von einen auf den anderen Tag verschwunden bist, dass du mich nicht mal angehört hast, als ich mit dir reden wollte, am selben Abend noch, dass ich danach keinen Bruder mehr hatte, dass ich, verdammt nochmal!, ganz alleine war, dann hast du dich geschnitten.”
Robin sah den Kleineren erschrocken an, Tränen glänzten in Olivers Augen.
“Kleiner…”
Er nahm seinen Bruder in den Arm, ganz fest.
“Es tut mir leid.”, war die einzige Antwort. Immer und immer wieder flüsterte Oli diese Worte.
“Ich wusste doch gar nicht, wie es dir geht. Es war mir egal. Ich wusste nur, dass du mich allein gelassen hast.”
Tief vergrub er sein Gesicht am Hals seines Bruders, der mittlerweile ebenfalls ein Zittern zu unterdrücken versuchte.
“Shhh, ist gut, Oli. Du hast nichts falsches getan. Ich wollte dir keine Vorwürfe machen, nur war ich auch allein. Unsere Eltern sind schuld, sie haben uns getrennt.”
Oliver nickte, ließ Robin jedoch nicht los.
Viel zu sehr schmerzte ihn der Gedanken, den anderen wieder zu verlieren.
Eine Weile später trennten sie sich voneinander, um endlich die Dvd zu schauen, doch keiner der beiden konnte sich auf das verfilmte Geschehen konzentrieren.
Oliver hatte seinen Kopf kurzerhand auf den Bauch seines Bruders gelegt, der, erst verlegen, dann sicherer, sachte durch das dichte Haar fuhr.
Oli kannte in diesem Moment keine Peinlichkeiten, keine Schamgrenzen, viel zu sehr sehnte sich der Junge nach der so lange vermissten Nähe zu seinem Bruder.
Eine ganze Zeit später wurde das Streicheln langsamer, abgehackter… und schließlich hörte es ganz auf, doch davon bekam Oliver gar nichts mehr mit, die beiden Brüder waren eingeschlafen.
*
“Was denkst du, was die beiden jetzt machen?”, fragte Miguel Ludwig leise, immerhin standen sie gerade in einem abgedunkelten Raum, vor ihnen nichts als ein riesiges Aquarium.
“Ich weiß nicht.”, murmelte Angesprochener, ganz in die Betrachtung der Fische vertieft. “Ich denke, sie schauen Tv oder so. Das würde zu Robin passen.” Er gluckste leicht, zog den Jüngeren dann jedoch aus dem Haus der Seetiere hinaus in die pralle Sonne.
“Fische sind langweilig.” Beide lachten laut los, dann machten sie sich auf den Weg zu den Pinguinen.
Miguel vertraute Ludwig. Er verstand selbst nicht, wieso, doch wenn er bei dem Älteren war, kam es ihm vor, als würden sie sich ewig kennen.
“Ludwig?”
“Hm?” Er sah Miguel an. “Was gibt’s, Walrossbaby?”
Miguels Augen wurden groß, dann folgte er Ludwigs Fingerzeig, der auf eine muntere Walrossfamilie deutete. “Die Ähnlichkeit ist verblüffend.”, sinnierte er, wurde jedoch dann von dem Kleinen mehrmals in die Seite gekniffen, was ihn zum Lachen veranlasste.
“Hey, Gnade.” Miguel grinste, hörte jedoch auf, den anderen zu kitzeln.
“Also, was wolltest du mir sagen?” Ludwigs Stimme war warm und weich, er zog den Jüngeren von den anderen Zoobesuchern weg zu einer weiten Wiese, worauf sich die beiden niederließen.
“Ich… also…” Verlegen kratze sich Miguel den Kopf, doch Ludwig, sonst stets lustig drauf und zu Scherzen aufgelegt, war ganz still und sah ihn abwartend an.
“Ich hab’ manchmal das Gefühl, als wären nicht nur Oli und Robin Brüder. Ich weiß nicht, für mich bist du auch sowas wie ein großer Bruder geworden. Es ist, als könnte ich dir alles anvertrauen, und ich denke, du wärst immer für mich da, wenn ich dich brauchen würde. Und du bringst mich dazu, verrückte Sachen zu machen, aus mir herauszukommen… Das findet sogar Oli und ist ziemlich eifersüchtig deswegen, weil ich selbst in seiner Gegenwart manchmal noch schüchtern bin… Und bei dir gibt es diese Barriere irgendwie nicht.”
Miguel hatte schnell gesprochen, sich ständig verhaspelt und überall hingesehen, nur nicht zu seinem Gegenüber.
“Hey, Kleiner.” Ludwig wartete, bis Miguel ihn ansah.
“Mir geht es mit dir doch genauso. Du brauchst dich nicht zu schämen, aber ich habe einfach ein wahnsinniges Bedürfnis, dich zu beschützen. Und manchmal auch, dich zu knuddeln.” Er grinste und zog den Kleineren eng an sich, der sich sofort an ihn kuschelte.
“Ich mag dich wirklich, Miguel. Und keine Sorge, ich finde das auch komisch, dass wir uns so gut verstehen, denn außer Robin gibt es eigentlich kaum Menschen, die ich so nah an mich ranlasse.”
“Danke dafür.”, murmelte Miguel, und Ludwig strich ihm sanft durchs Haar. “Ich muss mich ebenfalls bedanken. Immerhin verhältst du dich genauso.” Miguel nickte, irgendwie verschlafen, ließ aber nicht von Ludwig.
“Sag mal”, begann der nach einiger Zeit, “wie seid ihr, du und Oli, eigentlich zusammen gekommen?”
Miguel setzte sich auf und senkte den Blick.
“Ich weiß schon ziemlich lange, dass ich schwul bin. Na ja, als ich Oli vor etwa ‘nem Jahr kennen gelernt habe, wusste ich dann auch ziemlich schnell, dass ich mich verliebt habe. Rettungslos. Ich konnte gar nicht aufhören, von ihm zu schwärmen, von seinen tollen Augen, seiner Stimme…”
Seine Wangen verfärbten sich rot und Ludwig musste unwillkürlich grinsen. Doch dann wandelte sich Miguels Ausdruck, sein Blick war in die Ferne gerichtet, er erzählte etwas zu gefühllos, umschlang sich dabei mit seinen Armen selbst.
“Doch das war alles nur in Gedanken.
Oli war nämlich so gar nicht begeistert. Ich weiß noch, wie er mich angesehen hat, als mir rausgeplatzt ist, dass ich mehr für ihn empfinde. Er sah so erschrocken aus, mittlerweile weiß ich ja, warum. Er hat mich komplett von sich gestoßen. Mich ignoriert und mir so sehr wehgetan. Doch dann haben wir uns eines Abends mit anderen Freunden an einem See etwas außerhalb getroffen. Ich wäre niemals hingegangen, hätte ich gewusst, dass Oli auch da sein würde… Na ja, dann ist eins zum anderen gekommen und wir haben uns geküsst. Ich glaube, ich hätte es nicht ertragen, wenn er mich danach wieder von sich fern gehalten hätte.
Er hat… eingesehen, dass er mich liebt. Und nach langem Hin und Her auch, dass er schwul ist.
Du glaubst nicht, wie lange es gedauert hat, bis ich ihn dazu gebracht hatte, mit mir zu schlafen.”
Nun lachte Miguel wieder und Ludwig grinste ebenfalls. Er hatte nicht gewusst, wie schwer es für die beiden gewesen sein musste, doch nun verstand er den Jungen, den er quasi als Bruder adoptiert hatte- und das in der kurzen Zeit!- viel besser.
*
Leise schloss Ludwig die Türe auf, da es schon dunkel war. Er und der Kleine waren noch ziemlich lange im Zoo und später etwas essen gewesen.
Nun schoben sie sich langsam durch die Wohnung, die bis auf den laufenden Fernseher dunkel war.
Dann erreichten sie das Wohnzimmer, wo die Brüder tief und fest schliefen, immer noch Oliver gebettet auf Robins Bauch, dessen Hand schützend am Kopf seines Bruders liegend.
Auf Ludwigs Gesicht schlich sich ein riesiges Grinsen. Er nahm seine Kamera und machte schnell einige Bilder, weil er den Anblick unheimlich süß fand. Dann schoss er noch ein Foto von sich und Miguel, der dies nur widerwillig geschehen ließ.
Sie setzen sich zu den beiden, die nichts von alldem mitbekommen hatten und beobachteten sie.
“Da hat es sich doch gelohnt, zu warten und möglicherweise verletzt zu werden, oder?”, fragte Ludwig leise.
“Ja. Sehr sogar. Und bei dir?”
Ludwig sah Miguel einige Sekunden reglos an, dann nickte er. Natürlich hatte es das.
Wie sollte er das vergessen, wenn hier, in ihrer gemeinsamen Wohnung der Traum seiner schlaflosen Nächte lag, der Mann, der ihm Alles bedeutete?
Lächelnd beugte er sich vor und hauchte einen Kuss auf die Lippen seines Lebenspartners, der dabei aufwachte und verschlafen die Augen aufschlug.
“Ich liebe dich.”
Mehr verließ nicht Ludwigs Lippen, doch das war auch gar nicht nötig. Robins Gesicht hellte sich merklich auf, er strahlte den anderen an.
Miguel sah den beiden zu, wie sie sich sanft und voller Liebe küssten. Dann machte er sich daran, seinen Schatz ebenfalls zu wecken - mithilfe von lauter kleinen Schmetterlingsküssen, verteilt über die weiche Haut des Gesichts und des Halses, bis Oliver ebenfalls murrend die Augen öffnete, und sein Gesicht exakt die selbe Wandlung vollführte, wie das seines Bruders einige Momente zuvor…
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