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Geschichte: Fanfiktion
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von Yeti-Moony
erstellt: 12.03.2010
letztes Update: 18.11.2010
Geschichte, Drama / P18
(abgebrochen)
Yeti & Moony
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Meine Geschichte I
Bella - POV
Ich lebte seit meiner Geburt in Forks, bin dort aufgewachsen, zur Schule gegangen und ich hatte meine ganzen Freunde dort. Meine Eltern leben heute noch dort. Mein Dad war der hiesige Polizeichef, aber inzwischen war er in Pension aufgrund eines fiesen Knieleidens. Es traf ihn hart, dass er nicht mehr arbeiten konnte, da er seine Arbeit nie als Beruf angesehen hat, sondern als seine Berufung.
Als ich dreizehn war verbrachten wir die Herbstferien in Ägypten. Das war ein großes Ereignis, denn wir waren noch nie im Ausland. Mein Dad schenkte meiner Mum diese Reise zum Hochzeitstag, da sie sich immer über das schlechte Wetter in Forks beschwerte. In der Zwischenzeit hatte unsere Stadt Zuwachs bekommen. Die Familie Cullen war nach Forks gezogen, während wir einen traumhaften Urlaub im warmen Ägypten verbrachten. Alle waren gespannt auf die Neuankömmlinge, auch ich.
Alice, ein flippiges, kleines, aber ziemlich selbstbewusstes Mädchen war in meinem Mathe und Sportkurs. Wir freundeten uns recht schnell an. Emmett Ihr Bruder war so ganz anders, als die zarte Elfe. Er war ein großer, stark gebauter Junge, mit dunklen Locken. Auch mit ihm hatte ich Mathe. Wie ich dieses Fach hasste. Und mit …… Edward?! ….mit ihm hatte ich Biologie und Chemie zusammen. Er war sehr begabt in diesen Fächern und sein großer Traum war es später einmal Chirurg oder Arzt zu werden. Ich dagegen wollte eigentlich Architektur studieren, doch wie der Zufall es wollte, kam ich zum Modedesign.
Ich war eigentlich immer ein absoluter Modemuffel, doch als der Kontakt zu den Cullens abrupt abbrach, versuchte ich meinen Schmerz zu verstecken. Ich begann, mich Modebewusster zu kleiden und an eigenen Kreationen zu basteln, um meine Klamotten aufzupeppen. Ich dachte dabei immer daran, was meine ehemals beste Freundin Alice toll gefunden hätte, denn ohne sie wäre ich sicher nicht so weit gekommen. Auch wenn Sie nicht mehr in meinem Leben war, hatte sie mir indirekt irgendwie weiter geholfen. Im Nachgang denke ich es war ein verzweifelter Versuch Ihr und Ihrer Familie Nahe zu sein. Die Mode verband uns immer. Ich weiß nicht mehr wann doch irgendwann beschloss ich Modedesign zu studieren und mein lieb gewonnenes Hobby zu meinem Beruf zu machen.
Es war sehr schlimm für mich jeden Tag die Personen sehen zu müssen, die man einst mehr als sein eigenes Leben geliebt hat. Jedes Mal wenn ich Ihre wütenden Augen sah, zerbrach mein Herz in Tausend Teile. Und das schlimmste daran war, nicht zu wissen, warum sie sich so verhielten. Oft hatte ich damals versucht mit ihnen zu sprechen, nach Erklärungen gesucht, doch was ich auch tat, bekam ich keine Antworten.
Ich wusste einfach nicht warum er, meine große Liebe, mich verlassen hatte. Ich kramte jeden Tag in meinen Gedanken, ging jeden Tag vor der Trennung, in meinen Gedanken, durch und überlegte was wir getan hatten, wie seine Reaktionen waren, was wir gesprochen hatten aber nichts kam dabei heraus. Ich hatte absolut keinen blassen Schimmer. Ich war verzweifelt und weinte nur noch. Ich verließ mein Zimmer nur noch selten und nahm am aktiven Leben nicht mehr teil. Mein Herz war gebrochen.
Die Konsequenz war, dass meine Eltern mich auf ein Internat nach New York schickten, weitab von Forks. Dort verbrachte ich meine restliche High - School - Zeit und lernte jede Menge über Mode. Die Feiertage und Ferien verbrachte ich nicht in Forks. Meine Trauer und meine Gedanken und der Schmerz waren für mich nicht zu ertragen. So verbrachte ich viel Zeit mit meinen Großeltern und anderen Familienmitgliedern. Meine Eltern besuchten mich sehr oft, doch vermieden Sie es über die Geschehnisse in Forks zu sprechen.
Nach Beendigung der High – School, verließ ich New York und zog auf den Campus in Los Angeles. Ich besuchte meine Eltern wieder regelmäßiger in Forks, da ich inzwischen Erfahren hatte, dass die Cullens Forks verlassen hatten. Sie verloren nie wieder ein Wort über die Familie Cullen.
Zu Beginn war ich selbst deswegen, traurig und deprimiert. Ich wusste, dass ich mir im tiefsten Inneren gewünscht hatte, ihn wieder zu sehen. Doch je mehr ich aber darüber nach dachte, desto besser fand ich es ihnen allen nicht mehr über den Weg gelaufen zu sein.
Auf dem College lernte ich dann Rose kennen und ich erzählte ihr von meiner Geschichte. Sie war mir von Anfang an eine große Hilfe…
~*~
„Miss?“, wurde ich plötzlich aus meinen Gedanken gerissen.
„Geht es Ihnen gut?“, fragte Frank mich. Da bemerkte ich erst, dass wir standen. Er hatte sich zu mir gelehnt und starrte mich besorgt an.
Leicht schüttelte ich meinen Kopf und blickte mich um. Ich hatte mich wieder einmal so sehr in meine Gedanken vertieft, dass ich nicht einmal bemerkt hatte, dass wir unser Ziel bereits erreicht hatten: „Ähm ja, ja mir geht es gut Frank, danke“, verhaspelte ich mich.
„Wir sind da Miss“, sagte er und stieg aus. Nach kurzer Zeit öffnete sich bereit meine Tür und eine Hand wurde entgegengestreckt. Ich nahm sie und stieg aus.
„Danke Frank“, murmelte ich etwas verlegen und schaute zu meinem Firmengebäude.
Ein hohes Gebäude erstreckte sich vor mir und über der Tür, auf einem Schild, stand in weißer, geschwungener Leuchtschrift ~Swan~. Neben der Schrift zierte ein wunderschöner, jedoch traurig wirkender Schwan das Logo. Das Motiv hatte ich selber gezeichnet, in Gedanken an Edward. Er war auch als Etikett in meinen Kleidungsstücken eingenäht.
Ich betrat langsam das Firmengebäude und bemerkte so langsam, wie müde ich eigentlich war. Leider war ich heut noch nicht in der Firma, da ich Außentermine wahrnahm. So ließ sich mein Besuch in meinem Büro nicht verschieben, da sicher einiges an Arbeit liegen geblieben war. Ich wusste, dass ich um eine Spätschicht nicht herumkommen würde. Doch dafür konnte ich morgen einfach ein wenig später kommen.
Es hatte Vorteile sein eigener Chef zu sein.
Die Empfangsdame Ruth nahm grad ein Telefonat entgegen, als ich eintrat. Sie bemerkte mich jedoch sofort und nickte mir freundlich zu. Ich nickte ihr ebenfalls kurz zu, legte meinen Mantel über meinen Arm und ging in Richtung der Aufzüge. Der Empfang war 24 Stunden besetzt. Es war mir sehr wichtig, dass das Telefon dauerhaft besetzt war, da häufiger Kunden aus dem Ausland anriefen.
Dieser Komplex war das Herzstück der ~Swan~ Company - mein Herzstück. Zu diesem Gebäude gehörten eine riesige Fertigungsanlage und das Lager. In der Fertigungsanlage wurde aus den Stoffen, dann die Kleidungsstücke gemacht. Selbst ich war dort häufig anzutreffen, um meine Ideen zu erweitern. Hierfür hatten meine Mitarbeiter mir eigens eine Nähmaschine geschenkt. Ich war begeistert. Wir hatten hier generell ein lockeres Verhältnis und jede Abteilung hatte seinen eigenen Chef, der für alles sorgte.
Oben angekommen steuerte ich gleich mein Büro an. Es war im obersten Stockwerk, am Ende des Ganges. In meinem Büro befand sich neben meinem Schreibtisch, eine Werkbank für meine Arbeiten an den Stoffen und ein großer Konferenztischtisch. Dort besprach ich alles mit meinen Näherinnen oder anderen Mitarbeitern.
Präsentationen wurden generell in einem der unzähligen Konferenzsälen abgehalten. Ich mochte es nicht, wenn wildfremde Leute sich in meinem Büro breit machten.
Vor meinem Büro saß Bonnie, meine Sekretärin an ihrem Schreibtisch. Ja ich hatte auch eine Sekretärin. Sie war für alles Interne zuständig. Sie kümmerte sich um alle Anrufe auf meinem Apparat und um alle anderen die irgendetwas von mir wollten. Bonnie war mein Auge und Ohr im Büro, außerdem war Sie für mich Duden, Atlas und Wikipedia in einem. Kiki dagegen begleitete mich auf meine Außentermine. Sie waren beide zusammen meine rechte und linke Hand und ergänzten sich perfekt.
Als sie mich erblickte, erhob sie sich, nahm einen Haufen Zettel in die Hand und hielt mir die Tür zu meinem Büro auf. Ich war nicht überrascht, dass ich sie um halb zwölf Uhr abends noch in der Firma antraf. Bonnie kannte meine gesamten Termine und stimmte ihre Arbeitszeiten auf mich ab.
„Hallo Miss Swan“, begrüßte sie mich freundlich.
„Hallo Bonnie“, grüßte ich sie zurück und lächelte sie freundlich an.
Als ich durch die Tür trat, folgte Sie mir.
„Wie war die Fahrt?“, fragte sie.
„Anstrengend, ich bin hundemüde“, sagte ich und schmiss meine Sachen auf den Konferenztisch, wo ich auch bereits die Muster sah, die ich mit nach Hause nehmen wollte.
„Soll ich Ihnen einen Kaffe bringen?“, fragte sie mich aber ich winkte ab.
„Diesmal nicht Bonnie, ich will heut nicht lange bleiben“, erklärte ich ihr und setzte mich an meinem Schreibtisch. Mit einer Handbewegung bat ich Sie mir zu berichten:
„Okay, also Mrs. Barnes von der Personalabteilung hat angerufen. Es geht um Mrs. Jones. Die Akte lege ich Ihnen ins Fach.“, fing sie an, mir die internen Aufgaben vor zu tragen. Ich hatte speziell beschriftete Fächer für die einzelnen Themen.
„Eine Alicia oder so hat angerufen. Ich habe den Namen nicht richtig verstanden und sie hat nicht gesagt, was sie wollte. Die Nummer habe ich hier“, sagte sie und gab mir ein gelbes Zettelchen mit einer Nummer drauf.
„Danke Bonnie, aber ich denke ich werde sie noch mal anrufen lassen“, sagte ich schnell und klebte das Zettelchen auf einen Platz, den ich extra dafür eingerichtet hatte. Dort klebten nun fröhlich und bunt jede Menge dieser Klebe-Zettelchen.
„Miss Hale hat eben auch noch einmal angerufen. Sie richtet aus, dass es ihr leid tut, weil sie den Termin tauschen muss. Sie würde ihn gerne auf morgen früh legen.“, erklärte sie mir.
Ich hatte sie zwar gerade erst gesehen, aber da sie wusste, dass ich noch in die Firma fahren würde, rief sie auch abends hier an. Was mich allerdings wunderte war, dass sie nicht erst auf meinem Handy versucht mich zu erreichen. Ich kramte nach meinem Handy.
„Sie hat es versucht, aber die Mailbox ging ran“, sagte Bonnie schnell, als sie bemerkte, dass ich mein Handy in der Hand hielt. Und tatsächlich, ein Anruf in Abwesenheit von Rose. Muss wohl zurzeit gewesen sein, als ich so in Gedanken gewesen war. Schnell steckte ich es wieder weg und hörte Bonnie weiter zu.
„Mr. Grime hat angerufen wegen der Naht auf der neuen Jacke. Der Fall ist durch und wir können sie so lassen.“, sagte sie und ich bekam Glücksgefühle vor Freude. Endlich hatten wir dieses leidige Thema vom Tisch. Meine super Kreation von Lederjacke durfte nicht auf den Markt, weil die Nähte angeblich einer Jacke einer anderen bekannten Marke ähnelten und mir vorgeworfen wurde ein Plagiat erstellt zu haben. Jedoch hatte meine Konkurrenz keine Chance damit durchzukommen, da wir mit John Grime einen der besten Anwälte der USA im Haus hatten. Nun stand der Produktion der Lederjacke also nichts mehr im Weg. Bei diesem Gedanken fing ich unweigerlich an zu grinsen.
„Das war alles, soweit“, sagte Bonnie und lächelte mir zu.
„Okay danke, du kannst dann Feierabend machen Bonnie“, sagte ich und fing an meine Sachen zu ordnen.
„Vielen Dank Miss Swan und auch ihnen schönen Feierabend“, wünschte sie mir und verließ mein Büro.
~*~
Ich startete meinen Rechner und wartete bis er Einsatzbereit war. Ich schrieb Mrs. Barnes eine E-Mail und lud Sie in mein Büro ein. Ich überlegte kurz um wie viel Uhr ich ebenfalls im Büro sein würde, da ich mich Morgen früh mit Rose traf und danach um elf das Treffen mit Tanya von der Vogue stattfinden sollte. Gleichzeitig durchblätterte ich die Akte durch und sah auf dem ersten Blick, das rote Papier. Rot bedeutete dass um eine Gehaltserhöhung gehen sollte. Jedes Thema wurde mit Farben markiert. Dies diente der besseren Übersicht. Ich schrieb in die Mail, dass ich Mrs. Barnes um vierzehn Uhr erwarten würde und versandte die Email ebenfalls an Bonnie zur Kenntnis.
Rosalie beschloss ich am nächsten Morgen an zu rufen, um mich kurzfristig mit Ihr zu verabreden.
Nach wenigen Sortierungsarbeiten und Vermerken, fuhr ich den Rechner runter und schaltete die Lichter aus. Ich schnappte mir meinen Mantel und Tasche und klemmte die Muster unter meinen Arm. Nach wenigen Sekunden stand ich auch schon vor der Tür und schloss mein Büro ab. Bonnie war bereits gegangen. Auf meinem Weg nach unten, löschte ich alle Lichter. Die Sicherheitsleute würden zwar auch noch mal alles überprüfen, aber ich konnte es nicht leiden das Licht an zu lassen, wenn ich einen Raum verließ.
Im Gebäude war es ruhig, kaum noch eine Menschenseele war hier.
Nachts wirkte dieses mächtige Gebäude fast schon gespenstisch, so Menschenleer und ich bekam an jeder Ecke ein mulmiges Gefühl. Kindisch mit über dreißig Jahren aber ich war froh meine kindliche Ader nie wirklich verloren zu haben und das trotz meines ganzen Schmerzes.
„Einen schönen Feierabend Miss Swan“, wünschte mir Cliff, einer der Wachleute.
„Wünsch ich Ihnen auch Cliff“, sagte ich lächelnd und verließ das Gebäude.
Draußen regnete es leicht. Wir hatten Ende November und von Schnee war nichts zu spüren. Dafür war es leider viel zu warm in Kalifornien, allerdings sollte das nicht heißen, dass es noch nie vorgekommen war.
Sicher hatte es schon einmal geschneit. Vor ein paar Jahren gab es einen heftigen Schneesturm, der über Kalifornien hinweg fegte. Es war kalt, glatt und einfach nur unangenehm. In dieser Zeit fielen oft viele Flüge aus. Ich musste oft umbuchen und hatte viel Stress, da ich zu dieser Zeit sehr viel unterwegs war. Ein Glück hatte es uns seitdem nicht mehr so schlimm erwischt. Gegen ein bisschen Schnee an Weihnachten hatte ich jedoch nichts einzuwenden. Hm Weihnachten. Wie würden wir dieses Jahr wohl Weihnachten verbringen? Und wieder waren meine Gedanken bei ihm…
„Miss Swan“, begrüßte mich mein Fahrer Frank und hielt mir wieder einmal meine Tür auf.
„Haben Sie heut noch etwas vor?“, fragte er mich und ich stöhnte entsetzt auf.
„Ich will nur noch nach Hause Frank, einfach nur nach Hause und schlafen.“, sagte ich theatralisch und drückte ihm die Muster in die Hände. Ich wusste, dass ich heute noch lange nicht zum Schlafen kommen würde. Genervt rollte ich mit meinen Augen.
Frank kicherte und gab Gas. Die Fahrt verging schnell und ereignislos und als der Wagen endlich hielt seufzte ich erleichtert auf. Ich freute mich schon auf mein Bett und meine kuschelige Decke.
Frank half mir beim Aussteigen, bevor er zum Kofferraum ging, um mir die Muster zu bringen. Geduldig wartete ich bis er mir die Rolle mit den Mustern übergab.
„Einen schönen Feierabend und eine gute Nacht“, wünschte ich Frank und steuerte das Gebäude an. Frank wünschte mir eine gute Nacht und fuhr davon, um den Wagen zu parken.
Im Gebäude angekommen steuerte ich gleich auf den Aufzug zu. Ich wohnte in der Penthouse Suite im obersten Stockwerk. Heute war ich es gewöhnt mit dem Aufzug zu fahren, doch es gab Zeiten, da drehte sich mein Magen um.
Auf dem Weg nach oben drifteten meine Gedanken ein weiteres Mal ab.
Flashback Anfang
„Name?“, fragte mich die Empfangsdame an der Rezeption schroff.
„Isabella Swan“, antwortete ich höflich.
„Und wie alt?“, wollte sie umgehend wissen.
„Fünfzehn“, antwortete ich leise und schämte mich.
„Fünfzehn?“, wiederholte die unfreundliche Empfangsdame ungläubig, doch ich nickte ihr zu.
„Wissen ihre Eltern, dass sie hier sind?“, fragte sie mich und lächelte etwas freundlicher.
„Nein Ma´am“, stotterte ich und tränen sammelten sich in meinen Augen.
„Na, na, na, kein Grund gleich zu weinen. Ich denke mal deswegen bist du hier, oder?“, fragte sie mich.
Ich wischte die Tränen aus meinen Augen, antwortete Ihr jedoch nicht.
„Bist du dir auch wirklich sicher, dass du das machen willst?“, fragte sie mich unsicher und schaute mich mitleidig an. Ihr Blick zeigte mir, dass ich ein Monster war. Wieso musste sie mich jetzt so quälen.
Wieder antwortete ich ihr nicht.
Die Empfangsdame seufzte. „Na gut Isabella, dann setz dich mal ins Wartezimmer. Ich werde dich dann aufrufen.“, sagte sie und wendete sich wieder ihren Papieren zu. Das Wartezimmer war leer, zum Glück. Ich blätterte in einigen Zeitschriften, doch hatten sie alle den gleichen Inhalt - über Babys und Kindererziehung. Seufzend legte ich die Zeitung wieder an Ihren Platz.
Nach einer gefühlten Ewigkeit rief sie mich auf und führte mich in einen Raum. Wieder warten. Erst nach weiteren Minuten, die sich wie Stunden anfühlten, öffnete sich die Tür und ein älterer Herr kam herein. Er trug einen weißen Kittel und sah nett aus.
„Isabella Swan?“, fragte er mich ruhig.
Ich nickte kurz und mein Herz fing wie wild in meinem Brustkorb an zu schlagen.
„Dr. Connors“, stellte er sich vor und streckte mir seine Hand aus.
Zögernd gab ich ihm meine und schüttelte sie kurz. Er setzte sich auf einen runden Hocker und dreht sich zu mir um.
„Wir müssen ein paar Untersuchungen machen. Aber keine Sorge, ich werde sehr vorsichtig sein.“, versicherte er mir und stand auf. Ich nickte nur, als Zustimmung, dass ich ihn verstanden hatte.
Er maß meine Temperatur, guckte mir in Mund und Ohren. Maß Blutdruck und nahm mir Blut ab. Als ich die Nadel sah, wurde mir leicht schwindelig und er machte eine Pause.
„Es tut mir Leid, aber da kommen wir leider nicht drum herum.“, sagte er und platzierte die Nadel an meinem Arm. Ich schloss die Augen und versuchte an etwas Schönes zu denken. Doch gab es noch etwas Schönes in meinem Leben?
„So, jetzt hast Du es fast geschafft.“, sagte Dr. Connors aufmunternd. „Nun fehlt nur noch die eigentliche Untersuchung.“ Auch dieser Teil der Untersuchung war mir unangenehm, doch ich versuchte sie zu ignorieren. Ich schloss meine Augen und versuchte meine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken.
„Fertig“, sagte er plötzlich und half mir hoch: „Du kannst dich wieder anziehen Isabella“.
Als ich fertig war, setzte ich mich zu ihm an den Schreibtisch. Er schaute mich nachdenklich an. Ich seufzte laut auf, denn ich wusste was jetzt kommen würde. Typisch Erwachsener.
„Fünfzehn huh?“, sagte er plötzlich und sah mich durchdringen an.
„Ja Sir, äh Dr. Connors“, antwortete ich nervös.
„Manchmal muss ich mich echt für die männliche Spezies schämen.“, sagte er nur und schüttelte seinen Kopf. Langsam quollen mir die Tränen aus den Augen, denn wenn ich etwas überhaupt nicht ab konnte, war es Mitleid oder überhaupt daran erinnert zu werden.
„Und du bist dir wirklich sicher, dass du es machen willst? Viele Mädchen bereuen es danach.“, sagte er und sah mich gebannt an. Ich zuckte mit meinen Schultern und schniefte.
„Wie ist es passiert?“, fragte er und sah mich eindringend an. Leichte Panik überrollte mich und noch mehr Tränen kamen, die ich kaum noch aufhalten konnte.
„Tut mir Leid, aber ich muss dich das fragen. Ich muss einschätzen, ob du reif genug bist für diesen Schritt oder ob ich deine Eltern informieren muss“, erklärte er mir ruhig.
Als wenn meine Eltern mich nicht sowieso hier her schleifen würden. Sie waren wunderbar und ich liebte sie über alles, aber so etwas konnten selbst sie nicht akzeptieren. Ich wusste es. Ich habe sie oft genug darüber reden gehört. Wenn wir einen Film über so etwas gesehen haben. „Die Eltern sind viel zu verständnisvoll. Ich würde dich im hohen Bogen raus schmeißen“, kam es immer von meiner Mutter. Keine Ahnung ob sie es wirklich ernst meinte. Ich mein, zu einer Filmfigur konnte man vieles sagen. Aber zur eigenen Tochter?
Aber was sollte ich tun? Ich war gerade fünfzehn und verzweifelt. Zwiegespalten. Ich wollte das alles nicht, doch ich konnte nicht mit meinen Eltern sprechen.
„Also?“, fragte er mich noch einmal und holte mich aus meinen Gedanken.
„Ich… ich weiß es nicht Dr. Connors“, antwortete ich leise.
„Habt ihr denn nicht verhütet?“, bohrte er weiter nach.
„Doch Sir, ich nehme die Pille aber…. aber die hat anscheinend nicht gewirkt, glaub ich“, kam es leise von mir. Meine Stimme war nur noch ein Krächzen.
„Hm, ja das kann passieren. Doch ich habe hier genug Fälle sitzen gehabt, die einfach die Verhütung weggelassen haben oder noch nie etwas davon gehört hatten und das tut schon echt weh. Ich bin froh, dass es in Deinem fall nicht so ist.“, sagte er dann und lächelte leicht.
„Also pass auf. Wir legen den Termin auf Mittwoch in der nächsten Woche. Bis dahin hast du genug Zeit es dir anders zu überlegen oder Dich Deinen Eltern anzuvertrauen. Auch wenn Du dann hier auf diesen Stuhl sitzen solltest, hast du immer noch die Möglichkeit nein zu sagen. Es sei denn ich bin schon mittendrin. Wenn Du Fragen haben solltest oder meine Hilfe benötigst, melde dich einfach bei mir okay?“, erklärte er und zog eine Karte aus seinem Kittel.
„Scheu dich nicht mich anzurufen, okay? Ich mache diesen Job nicht weil ich daran Spaß habe. Ich mache ihn um den Mädchen, die hier sitzen, zu helfen“, sagte er und gab mir schließlich die Karte.
„Ruf mich an Isabella, wenn was ist.“, sagte er noch einmal mit Nachdruck.
„Nun dann, ich hoffe wir sehen uns nicht am Mittwoch.“
Ich bedankte mich bei ihm, verabschiedete mich und verließ die Klinik. Vor dem Gebäude ließ ich mich seufzend auf die Treppe sinken. Ich zog meine Beine an und legte meinen Kopf auf meine Knie. Wieder stiegen mir die Tränen in die Augen. Der Versuch sie wegzublinzeln scheiterte und ich schluchzte leise auf. Ich war verzweifelt. Wusste nicht, was ich tun sollte.
Ich mein…. Ich war fünfzehn und schwanger.
Flashback Ende
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