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von MysticKnight    erstellt: 11.03.2010    letztes Update: 12.03.2010    Geschichte, Allgemein / P12    (fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Es war Tag über dem geweihten Land, doch das sah man kaum, so grau war der Himmel, auch wenn kein Wölkchen am Himmel war, als ein Löwenjunges geboren wurde. Die erschöpfte Mutter leckte das Baby sauber. „Mama, was ist?“, fragte ein Löwenmädchen mit goldenem Fell und klugen, grünen Augen. „Nala: Das ist dein kleiner Bruder, Mheetu.“, sagte die Löwendame und deutete auf das Löwenbaby, dessen blasses Fell in der Sonne noch blasser wirkte. „Mheetu.“, flüsterte Nala und leckte ihrem kleinen Bruder zärtlich über den Kopf. Plötzlich ertönte eine schneidende Stimme: „Was haben wir denn hier? Die glückliche Familie?“ „Scar.“, zischte die Löwenmutter, als der Löwe mit dem dunklen Fell, der schwarzen Mähne und den grünen Augen, von dem eines von einer Narbe durchzogen war. „Was willst du?“ „Ich? Ich soll was wollen? Was sollte ich von dir wollen, Sarafina?“, fragte Scar sarkastisch. „Ich will nichts... Nur wissen, wer der Vater dieses Jungen ist!“, brüllte er und schlug Sarafina ins Gesicht. In diesem Moment öffnete Mheetu seine Augen, eines davon war gelb-grün, das andere blau und sah, wie Scar seine Mutter schlug.

„Nala, spielst du mit mir?“, fragte Mheetu und sah seine große Schwester mit seinem hübschen Gesicht an. „Mheetu, ich habe keine Zeit, ich muss jagen!“ Die junge Löwin wollte weitergehen, doch ihr Bruder sprang ihr in den Weg. „Dann komme ich mit dir! Jemand muss dich doch beschützen!“, rief er voller Eifer. „Ach Mheetu.“ Nala leckte ihm über sein Fell. „Eines Tages wirst du auch jagen, doch du bist momentan noch zu jung. Geh doch mit Nuka spielen!“ „Aber sein Vater möchte das nicht. Du weißt doch, dass er uns nicht mag – obwohl Nuka wirklich nett ist!“, fügte er schnell hinzu. „Hey, Mheetu!“, rief ein Löwenjunge mit dunklem Fell, kleinem, schwarzen Mähnenansatz und grünen Augen – so wie Scar, nur in seinen Augen lag etwas, was jemandem wie Scar fehlte, doch Mheetu konnte das nicht erklären.
„Wollen wir spielen?“, fragte der Löwe und sprang direkt vor Mheetu. „Wird dein Vater nicht böse, Nuka?“, fragte der unsicher. „Ach was, er wird mir schon nicht den Hals umdrehen.“, lachte Nuka und stupste ihn an. „Du bist!“, rief er und rannte weg, dicht gefolgt von Mheetu.
Die beiden spielten den ganzen Nachmittag und merkten nicht, dass sie sich immer weiter von dem geweihten Land entfernten und dem Schattenland immer näher kamen. Plötzlich stolperte Mheetu über etwas großes, schweres und fiel einen kleinen Abhang hinunter. „Aua!“, rief er und rieb sich den Kopf. Dann stand er auf und sah sich unsicher um. Überall lagen Knochen von riesigen Tieren herum, Knochen von Tieren mit gewaltigen, gebogenen Zähnen. „Nuka, wo sind wir?“, flüsterte er. „Das muss der Elefantenfriedhof sein, von dem mein Vater spricht.“, meinte Nuka. „Aber ich habe es mir nicht so unheimlich vorgestellt. Lass uns gehen.“ Er drehte sich um, doch Mheetu sprang vor ihn. „Hast du keine Lust auf Abenteuer?“, fragte er und funkelte Nuka herausfordernd an. „Wieso? Du?“, fragte der. „Natürlich!“, antwortete Mheetu ohne Zögern. „Aber wenn du lieber nach Hause zu deiner Mama willst...“ Nuka drehte sich um. „Willst du damit sagen, dass ich feige bin?“, fragte er. Mheetu antwortete nicht, sondern sah ihn nur mit einem Blick an, den Nuka reizte. „Dann gehen wir!“, sagte er. Die beiden bemerkten nicht die dunklen Schatten, die ihnen folgten.
„Mein Vater hat erzählt, dass hier früher die Hyänen wohnten.“, berichtete Nuka. „Wären sie doch bloß hier geblieben...“, murmelte Mheetu und schlug mit seiner Pfote einen kleinen Knochen weg. „Und nicht zu uns ins geweihte Land gekommen.“ „Was meinst du damit?“ „Sie fressen alles Essbare weg, bald gibt es nichts mehr zum Jagen im Land.“ „Ach, ist das so?“, fragte eine hämische Stimme. Die beiden Löwenjungen sahen sich um, als wie aus dem Nichts drei Hyänen auftauchten und die beiden, die dichter aneinander rückten, umkreisten. „Seht mal, wer zum Essen kommt!“, meinte die andere Hyäne, während die dritte nur irre lachte. „Shenzi, Banzai, Ed, was wollt ihr?“, fragte Nuka und versuchte, seine Unsicherheit zu verbergen. „Wir wollen etwas zu essen!“, rief Banzai. „Dein Vater hat uns Essen versprochen!“ „Nuka, tu' doch etwas!“, wimmerte Mheetu. „Keine Angst.“, versuchte Nuka, ihn zu beruhigen. „Die drei werden uns doch nicht fressen. Das würde meinem Vater nicht gefallen.“ Er versuchte, zu brüllen, doch aus seinem Mund kam nur ein klägliches Fauchen. „Ist das nicht niedlich?“, lachte Shenzi. „Ein kleiner Löwe und sein blasser Freund wollen uns drohen!“ Ed lachte erneut hysterisch. Die drei Hyänen duckten sich und machten sich bereit zum Sprung. Gleich würden sie sich auf die beiden Löwenkinder stürzen und sie angreifen.
„Das reicht!“, donnerte plötzlich eine Stimme über den gesamten Elefantenfriedhof. „Shenzi, Banzai, Ed, lasst das!“ Scar sprang zwischen die Hyänen und die Löwen. „Wir wollten doch nur spielen, oder, Nuka?“, fragte Shenzi. Als der keine Antwort gab, zischte sie ihm zu: „Sag ja, oder ich werde dich zu Hause in Stücke reißen!“ Doch Nuka schüttelte den Kopf und wich unsicher zurück. „Und was habt ihr hier überhaupt verloren?“, wandte sich Scar jetzt an Nuka und Mheetu. „Ihr wisst doch, wie gefährlich das ist!“ Er hob drohend seine Pfote, ließ sie dann aber wieder sinken. „Wir gehen nach Hause.“, sagte er bestimmt und zischte seinem Sohn zu: „Und du kannst da dein blaues Wunder erleben!“

Nuka wurde gegen die Höhlenwand geschleudert. „Aua!“, stöhnte er und versuchte, aufzustehen, brach aber wieder zusammen. „Wie konntest du es wagen, auf den Elefantenfriedhof zu gehen!“, brüllte sein Vater ihn an und schlug dem kleinen Löwen brutal ins Gesicht. „E-es tut mir Leid, ich wollte nicht...“ „Ruhe!“, herrschte Scar ihn an. „Ich werde dir deinen Leichtsinn schon noch austreiben und wenn ich ihn dir heraus prügeln muss!“ Er warf den kleinen Löwen erneut gegen die Wand. Er prügelte Nuka, bis er bewusstlos war und aus vielen Wunden blutete. „Das wird ihm eine Lehre sein.“, murmelte er und ging.
„Nuka? Nuka, wach auf!“ Mheetu rüttelte den leblosen Körper des kleinen Löwens, seine Augen füllten sich mit Tränen. „Nala, Nuka wacht nicht auf!“ Nala legte ihr Ohr an Nukas kleine Brust. „Er lebt noch, so viel ist sicher.“, sagte sie und lief zum Wasserloch. Kurze Zeit später kam sie mit einem Blatt voll Wasser zurück und schüttete es über Nukas Gesicht aus. Nuka hustete und öffnete erst das eine, dann das andere Auge. „Mheetu, es.... es tut mir Leid.“, flüsterte er. „Es muss dir nicht Leid tun. Scar ist an allem Schuld.“, sagte Mheetu und senkte seine Stimme dann zu einem Flüstern. „Eines Tages“, sagte er. „eines Tages wird Scars Zeit kommen und dann rächen wir uns.“

Die Jahre vergingen und Mheetu wuchs zu einem starken, klugen Löwen mit hübschem Gesicht. heran und unterwarf sich König Scar wie alle anderen Löwen, doch tief in seinem Inneren fühlte er nichts als Hass und Verachtung für seinen König. Er war hin- und her gerissen zwischen der Treue gegenüber dem Königsgeschlecht und seiner Verachtung gegenüber ihm, der seine Mutter geschlagen hatte und seinen besten Freund immer schlecht behandelt hatte.  
Eines Tages, auf seinem Kopf sprossen bereits die ersten braunen Mähnenhaare, ging er zu seiner Schwester. „Nala.“, sagte er. „Ich muss mit dir reden.“ Mit seinen zwei ungleichen Augen sah er die Hyänen, die bei Nala saßen, voller Verachtung an. „Unter vier Augen.“ Die Hyänen kicherten und gackerten, doch Nala überhörte sie geflissentlich. „Ja, was ist?“, fragte sie, als sie mit ihrem Bruder durch die Steppe ging. „Nala, ich muss dir etwas wichtiges anvertrauen. Du musst mir schwören, dass du es niemandem erzählst.“ Er sah sie durchdringend an. „Nala, ich werde Scar stürzen.“
Nala war zunächst zu geschockt, um zu antworten, doch dann fasste sie sich. „Nein, Mheetu!“, sagte sie. „Du kannst Scar nicht stürzen! Er wird dich umbringen!“ „Wir haben schon lange genug unter Scar gelitten. Und wenn ich sterbe und du dann ohne Angst leben kannst, ist mir das wert!“ Nala sah ihrem Bruder in die Augen und wusste, dass er es diesmal todernst meinte. „Gut.“, sagte sie. „Aber versprich mir, dass du aufhörst, wenn es zu viel wird.“ Mheetu nickte. „Ich verspreche es.“
„Scar!“, rief Mheetu. „Komm heraus und stelle dich deinem Schicksal!“ „Was ist das für ein Radau?“ Scar kam aus der Höhle am Königsfelsen und sah auf Mheetu hinab. „Was willst du?“, fragte er. „Ich will gegen dich kämpfen.“, rief der junge Löwe. „Um den Königstitel.“ Scar lachte auf. „Bist du dir sicher, junger Löwe? Du hast dein ganzes Leben vor dir und willst es so schnell beenden. Aber nun gut.“, sagte er und sprang zu Mheetu herab. „Ich werde gegen dich kämpfen.“ Die anderen Löwen scharten sich um die beiden Löwen, die umeinander herum schlichen und sich nicht aus den Augen ließen. Dann begann es. Scar sprang auf Mheetu zu, doch der wich aus und schlug Scar ins Gesicht, der vor Schmerz aufheulte und Mheetu zu Boden warf. Die beiden verbissen sich in das Fell der jeweils anderen und versuchten, sich gegenseitig zu verletzen. Dann standen sie wieder auf, nur um wieder auf einander zu zu springen. Plötzlich fiel Mheetu, von der Wucht von Scars Gewicht, mit dem Kopf auf einen Stein, ein kleiner, dunkler Fleck breitete sich aus. Scar sah ihn noch einmal kurz an und wandte ihm dann den Rücken zu. „Nein!“, schrien Nala und Serafina und stürmte zu ihrem Bruder. Nuka riss erschrocken die Augen auf und kam auch dazu. Mheetu öffnete noch einmal seine beiden unterschiedlich farbigen Augen und sah seine Schwester ein letztes Mal an. „Es tut mir Leid.“, flüsterte er, dann schloss er seine Augen und legte seinen Kopf auf den Boden. Für immer. Eine Träne fiel auf Mheetus hübsches Gesicht. Eine einzelne Träne.
 
 
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