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von Valhalla
erstellt: 10.03.2010
letztes Update: 03.04.2010
Geschichte, Romanze / P18 Slash
(abgebrochen)
Ein alter Mann, in den schäbigsten Lumpen gekleidet durch schreitet das Stadttor. Seine gebeugte Gestalt umhüllt von staubigen, grauen und braunen Leinen erregt kein Aufsehen. Um ihn herum ist die Stadt einfach viel zu beschäftigt. Er zwängt sich an groben Hauswänden entlang, versucht Lastzügen auszuweichen, duckt sich unter stämigen Händlersklaven durch, die schwere Kisten in die Ladenhallen tragen. Bleibt für einen kurzen Moment vor den öffentlichen Bädern stehen, bestaunt ihre Pracht. Mustert die griechischen Gottheiten die in glänzend weißem Marmor gehauen die heilenden, duftenden Hallen bewachen. Er war noch nie in so einem Bad gewesen. Sein Weg führt ihn weiter, durch enge Gassen, verschmutzt von Abfällen und Kot, über kleine Brücken und liebliche Alkoven. Er biegt um eine Ecke und nun steht er da.
Vor dem gigantischen Kolosseum.
Die Mauern waren etwas grauer, hier und da bröckelte etwas Putz. Und doch wirkte es immer noch so beängstigend wie an dem Tag, als er das erste mal dort war. Er konnte die Jubelrufe der Schaulustigen hören. Es wurden immer noch Kämpfe dort ausgetragen. Das Gebrüll von Löwen und Elefanten dringt zu ihm, vermischt mit den Schreien der Gladiatoren.
Unter dem dreckigen Umhang, das auch zum großen Teil sein Gesicht bedeckt, blitzen zwei grün-blaue Augen hervor. Langsam schlurft er weiter. Ignoriert die Händler um ihn herum, die ihn in der überfüllten Handelsstraße anschreien, doch ihre Waren aus dem fernen Äthiopien oder Gallien zu bestaunen. Er hat kein Interesse daran. Er kennt das alles schon.
Sein Weg führt ihn weiter in eine kleine Taverne. Es wundert ihn, das es sie immer noch gibt. Kurz steht er vor der Holztür, der Geruch von gebratenem Fleisch und trockenem Wein dringt durch die dünnen Ritzen zu ihm durch. Seufzend drückt er gegen die Tür und tritt in den dunklen, fast leeren Schankraum. Am rechten Ende des Raumes stand immer noch der massive Thekentisch, hinter dem ein dicker, mittlerweile alter Mann steht, der mit dem immer gleichen, mürrischen Gesichtsausdruck die Tonkrüge trocknet, wie damals.
Über seinem Bauch spannen sich weiße Leinen, hie und da mit Bratenfett beschmutzt, das wohl von dem saftigen Schwein stammt, das hinter ihm über einem Feuer gart. Langsam schlurft er zwischen den Bänken und Tischen hindurch zur Theke und setzt sich auf einen der Hocker, nah bei dem Wirt. Dieser mustert ihn kritisch und kommt langsam auf ihn zu, das schmutzige Tuch über die Schulter geworfen, mit dem er noch eben die Krüge getrocknet hatte.
Massig baut er sich vor ihm auf als auch schon seine tiefe Stimme erklingt.
„Was kann ich für dich tun, Bettler!“
Der Mann hebt den Kopf nur ein kleines Stück, wo durch seine Augen kurz auf blitzen, ehe er ihm antwortet.
„Du bist alt geworden, Thoron...“ seine Stimme klingt kratzig und rau, sonor in der Tonart.
Überrascht schnappt der Wirt nach Luft und sieht sich hektisch um, ehe er sich zu ihm herunter beugt, so nah das der Mann den schalen Geruch von Schweiß und Staub riechen kann. „Wer bist du, Fremder?“ fragt Thoron, der Wirt, fast ängstlich und versucht das Gesicht des Fremden zu erkennen, der seinen wirklichen Namen wusste. Er spricht ihn in der Sprache seiner Heimat an, die ihm so fern und fremd vorkommt.
Langsam zog sich der Fremde die Kapuze des Umhang vom Kopf. Ein kahler Schäfel kommt zum Vorschein. Die Haut bleich, schon fast grau vom Alter. Sein Gesicht, mit den hohen Wangenknochen, den einst vollen Lippen, die nun schlaff und trocken von der einsten Schönheit dieses Mannes zeugten, verzog sich zu einem amüsierten Grinsen. Überrascht schnappt Thoron nach Luft ehe er mit einem erfreuten Lachen die schmale, gebrechliche Gestalt in den Arm nimmt und sie eng an sich drückt.
„Conyr, mein Freund!“ murmelt er leise und lässt den armen Mann wieder los.
„Du bist immer noch fett und stinkend, Thoron...“ stellte er fest und lachte leise. Nichts war mehr zu sehen, von der göttlichen Schönheit, die ihm einst nachgesagt wurde. Die strammen Muskeln waren erschlafft, das goldene Haar war voll und ganz verschwunden. Nur das glitzern seiner Augen war ihm geblieben. Lachend klopfte der Wirt ihm auf die gebeugte Schulter und seufzte. „Wie lange ist es her, mein Freund?“ ächzend setzt sich Thoron neben ihn, auf eine Bank und mustert ihn prüfend.
Conyr erwiderte ebenfalls nachdenklich seinen Blick und rechnete nach.
„Wie alt bist du nun, Thoron?“ fragte er immer noch rechnend.
„Dieses Jahr wird es der 52 Winter...“ antwortet der Wirt und runzelt die Stirn.
„Du warst damals noch ein Knabe, gerade mal 15 Winter alt...“ lächelte Conyr und legte den Kopf etwas schräg. „Und du warst damals ein gestandener Mann in den besten Jahren...“ antwortet Thoron und mustert Conyr mit gerunzelter Stirn. „Ja, das war ich...und jetzt...bin ich ein Greis, der in die Stadt der Dämonen und Götter gekommen ist um zu sterben...“
Thoron erhob sich und geht auf die Theke zu, bedeutet einem der Knaben die das Fleisch wendeten, ihm einen großen Krug Bier zu geben. Mit diesem kommt er zurück und stellt diesen auf den Tisch neben Conyr, schenkt ihm etwas in einen Becher und reicht ihm diesen.
„Ich habe kein Geld, Thoron...“ sagt der alte Mann mit prüfendem Blick.
„Du kannst deinen Verzehr mit deiner Geschichte bezahlen..“ lächelt ihn Thoron an und legt seine große, schwere Hand auf die dürre Schulter und drückt sie, ehe er aufsteht und wieder zur Theke geht, hinter dieser ein großes Stück Fleisch aus dem Schinken schneidet und dazu ein frisches Laib Brot legt, ehe er damit zurück zu Conyr geht und den Teller vor ihn hin stellt.
„Iss, Freund und wenn die Matrosen und Dirnen kommen kannst du ihnen deine Geschichte erzählen...oder welche Geschichte du auch immer möchtest...“ etwas blitzt in den Augen des Wirts auf, was auch den Blick von Conyr zum leuchten bringt, ehe dieser nickt und sich hungrig über das saftige Fleisch her macht.
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Als die Dunkelheit herein brach füllte sich die Taverne schnell. Es wurde viel Wein und Bier getrunken, Thoron, der in Rom nur Korpikus hieß, muss mehrere Schweine und Hühner holen lassen, um die hungrige, zahlungswillige Meute zu füttern. Die Getränke fließen in Strömen, die Stimmung ist ausgelassen.
Niemand der Frauen und Männer bemerkte den Mann, der im Dunkeln, neben der Theke saß und immer wieder an seinem Becher Bier nippte. Als die Nacht schon etwas fortgeschritten ist erhob Thoron die Stimme, den Blick kurz auf Conyr, der ihm zustimmend zunickt.
„Hört her!“ rief der bärige Mann und alle verstummen nach einer Weile und mustern ihn mit erwartungsvollem Blick. „Seht ihr den Mann dort drüben?“ rief Thoron weiter und zeigte auf Conyr, der nun die Kapuze etwas tiefer in das Gesicht zieht, dabei jedoch die Schultern strafft. „Er wird euch eine Geschichte erzählen!“
Jubelrufe erklingen und die Männer und Frauen scharen sich um Conyr, der sich an die kühle Wand drückte. Sie bilden einen Halbkreis um ihn, sitzen auf dem Boden, den Bänken und Tischen. Es dauert eine Weile bis es still wird.
Als man nur noch das schlucken von Essenden hört und hier und da einen rülpser eines Trinkenden, erklingt Conyrs Stimme, fest und melodisch in dem dunklen Schankraum.
„Mein Name ist Conyr. Ich stamme aus den walisischen Wäldern im fernen Britanien.“ prüfend mustert er die überraschten Gesichter, die er in dem flackernden Licht der umstehenden Kerzen und Fackeln sehen kann. „Ich erzähle euch die Geschichte von vier Männern und einem Kaiser, von Liebe, Hass...Vergeltung...“
Ein kurzes, leises Raunen geht durch die Menge, als es wieder ruhig wird und Conyr sich entspannt gegen die wand lehnt, einen Schluck von seinem Bier nimmt und beginnt zu erzählen...
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