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von Vlondril
erstellt: 10.03.2010
letztes Update: 14.02.2012
Geschichte, Drama / P18
(pausiert)
Die Aufgabe bestand lediglich nach zu sehen, was geschehen war und wenn möglich die Phiole mit der Entdeckung zu retten.
„Vielleicht eine Möglichkeit essbare Pflanzen zu züchten?“ Fragte Fae, während sie und ihr Gefährte den Weg aus dem Bunker suchten.
Rokko zuckte mit der Schulter. „Weiss ich doch nicht. Tun wir einfach unsere Arbeit, der Rest soll uns egal sein.“ Antwortete er schroff und betrat mit ihr eine Schleuse. Das dicke Tor zu den Bunkern hinter ihnen schloss sich und ein weiteres Tor vor ihnen glitt langsam auf.
Fae blickte zur Decke und schnitt verschiedene Grimassen, wohl wissend, dass auf der anderen Seite der Kameras irgendein Wächter hockte und sie nun beobachtete.
Wer sollte sich jetzt schon versuchen hier herein zu schleichen, während zwei ESPer in der Schleuse standen. Mutanten würden nicht freiwillig einen Raum mit ESPern darin betreten.
„Lass das!“ sagte Rokko scharf und zog sie aus der Schleuse heraus. Das Tor hinter ihnen glitt sofort wieder zu.
Grinsend folgte sie ihm. Er hasste es, kontrolliert und überwacht zu werden.
Sie folgten dem Weg bis zur Strasse, wo sie ihren Wagen abgestellt hatten. Ein Jeep mit einer kleinen Ladefläche.
Rokko blickte kurz zur Kiste, auf dieser.
„Wir werden uns heute sicherheitshalber noch etwas besser bewaffnen.“ Murmelte er und stieg schliesslich ein. Es würde keine kurze fahrt werden.
Fae nickte und öffnete die Beifahrertüre, wie immer klopfte sie vor dem Einsteigen den Staub und Sand von den Schuhen, obwohl es kaum noch einen Unterschied machte, der Wagen war innen grässlich verdreckt, aber Wasser um ihn zu putzen hatten sie schon seit vier Jahren nicht mehr.
Rokko startete den Wagen und das bekannte Brummen verriet ihnen, dass dieser sie nicht plante im Stich zu lassen.
Fae schloss die Augen, sie schaute schon lange nicht mehr aus dem Fenster, die Umgebung hatte sich nicht mehr verändert, es war eine vertrocknete Wüste, kein Mensch, kein Getier einfach überhaupt kein Leben mehr.
Die meisten Menschen und Mutanten waren in grössere Bunkeranlagen geflohen, kleinere Lager ausserhalb waren meistens gut versteckt, auch jenes von ihr und Rokko wirkte von aussen wie eine verlassene Ruine. Dass unter der Erde noch ein fester Bunker war, bemerkte so gut wie niemand, der sich in dieses Gebiet verirrte.
Fae öffnete die Augen, der Wagen war zum stehen gekommen. Ihr erster Blick galt kurz dem Sprittacho, welcher verriet dass der Wagen noch recht gut getankt war.
Sie stellten den Jeep knapp eine Meile abseits des Lagerplatzes der Wissenschaftler, zwischen ein paar Sträuchern und einem grösseren Schutthaufen, einer ehemaligen Brücke, ab.
Rokko kletterte hinten auf die Ladefläche und öffnete die darauf befestigte Kiste. Er zog eine schmale leichte Klinge für Fae und eine Holzfälleraxt für sich selbst heraus.
„Zufrieden?“ fragte er sie, während sie die Klinge prüfend an einem Ast ausprobierte.
„Sie ist scharf, sehr zufrieden.“ Erwiderte sie und trat auf den Weg hinaus.
Rokko kletterte von der Ladefläche hinunter und zu Fuss folgten sie dem Weg weiter.
Wie immer war die Umgebung nur geziert von toten Büschen, Schutt und Sand. Tiere waren eher selten anzutreffen, diese hatten sich ebenfalls mutiert und interessanterweise waren sie immer in Rudeln anzutreffen, wobei sie keinen Unterschied zwischen Ratte, Katze und Hund machten. Das wohl seltsamste Rudel bestand einmal aus drei Hasen, einem hundartigen Tier, vermutlich ein Wolf, einem Bären und einem Reh. Tiere hatten die Angewohnheit angeeignet hauptsächlich Menschen und Mutanten als Beute anzusehen, seltener griffen sich die Tiere gegenseitig an.
Gut eine halbe Meile, waren sie schweigend gelaufen, als sie die ersten Funde machten. Weiter vor ihnen, konnten sie einen schwarzen, verkrümmten Gegenstand erkennen, der definitiv nicht in diese verwüstete Gegend passte.
Neugierig gingen sie weiter darauf zu, bemerkten allerdings sofort den grausamen Gestank, welcher die Luft verpestete und auch rote Flecken, welche den Boden zierten
Als sie näher heran traten, stob ein gewaltiger Schwarm von Fliegen in die Luft und die Beiden waren gezwungen, den Arm schützend vor das Gesicht zu heben.
Erst als die Fliegen fort waren, konnten sie den Gegenstand erkennen und Beide wichen entsetzt davon zurück.
Ein Knochen an welchem nur noch wenige fetzen Fleisch hingen.
Wie paralysiert musterte Fae den Knochen und erkannte am Ende des Knochens eine menschliche Hand. Sie drehte sich würgend um, während Rokko sich die Hand vor Nase und Mund drückte und sichtbar gegen den Brechreiz ankämpfte.
Mit einem Handzeichen bedeutete er ihr, sich Kampfbereit zu machen und deutlich angespannt liefen sie weiter.
Leise näherten sie sich dem Lager. Braune Planen wurden zu Zelten aufgestellt und bildeten einen Halbkreis vor einem abgestorbenen Wald.
Still kauerten sie sich hinter einen verdörrten Busch und versuchten die Lage erst zu überblicken. Unmittelbar in ihrer Nähe befand sich eines der fünf Zelte. Die Plane, welche die Türe bildete hing lose herunter und versperrte den Blick ins Innere des Zeltes. Vor den fünf Zelten selbst, befanden sich weitere Gliedmassen, welche verstreut auf dem Boden lagen. Den braunen Stofffetzen nach zu urteilen mussten es die Wissenschaftler sein. Laut der Informationen die sie Beide erhielten, trugen diese Leute hier braune Kleidung, um nicht zu stark aufzufallen, genau gleich, wie der einzige Wächter, welcher hier sein sollte. Anscheinend reichte die eintönige Farbe nicht aus.
Fae richtete sich kurz hinter dem Busch auf und begann leise die Köpfe zu zählen. Ein makaberes Spiel, dachte sie kurz. Zwei lagen nur fünf Schritte von ihnen entfernt, ein weiterer lag vor dem Eingang des mittleren Zeltes und noch einer war bei den kahlen Bäumen. Vier Tote und zwei Vermisste.
Eine abgetrennte Hand weckte ihre Aufmerksamkeit, etwas glitzerte dort im fahlen Licht. Hastig deutete sie auf den glänzenden Gegenstand.
Rokko nickte. „Möglich ist es. Gehe du, aber sei leise, ich gebe dir Rückendeckung.“ Flüsterte er und umklammerte die Axt fester.
Fae blickte sich noch einmal vorsichtig um, bevor sie halb in der Hocke langsam einen Fuss vor den anderen Setze. Leise um ungehört zu bleiben, näherte sie sich dem glänzenden Gegenstand. Eine Phiole, stellte Fae fest und hob diese hoch. Vorsichtig musterte sie das kleine Gefäss auf Schäden, bevor sie es sicher in einer Seitentasche der Hose verstaute.
Hinter ihr wurde ein Schrei laut und sie drehte sich erschrocken um.
Rokko war aufgesprungen und hinter ihm stand eine dunkle, magere Gestalt, welche sich an seiner linken Schulter fest gebissen hatte. Mit aller Kraft versuchte er seinen Gegner los zu werden, schlug mit seiner Waffe so gut wie ihm möglich auf den Kopf des Wesens ein, aber die Schneide der Axt wollte einfach nicht richtig seinen Gegner treffen.
Fae umklammerte ihre Waffe fester und eilte ihrem Gefährten entgegen, als plötzlich eine weitere Gestalt auftauchte und auf sie zu rannte.
Rokko traktierte seinen Gegner mit kräftigen Hieben.
Nach gut einem duzend Schlägen liess der Nocturno von seinem Gegner ab und taumelte zurück. Rokko zögerte nicht, sondern schlug ihm sofort die Schneide der Axt in den Schädel. Ein hässliches Knacken war zu hören und der Nocturno sackte leblos zusammen. Mit aller Kraft riss der ESPer seine Waffe wieder aus dem Schädel, als ein weiterer dieser kannibalischen Wesen ihn erreichte und sich an seinem Nacken fest biss. Unglaublicher Schmerz durchfuhr ihn und raubte ihm die Kraft, die Waffe noch länger fest zu halten.
Fae riss ihre Klinge herum, als der Gegner nahe genug bei ihr war und schlitze ihm das Gesicht von einer Wange zur anderen in einer geraden Linie auf. Das Wesen liess sich dadurch aber nur kurz aufhalten. Mit wahnsinnigem Blick stürme es auf seine Gegnerin zu und riss sie zu Boden. Sie schrie auf, als der Nocturno sich an ihrem linken Oberarm festgebissen hatte. Nur mit grösster Mühe, gelang es ihr, ihrem Gegner die schmale Klinge in die Seite zu rammen, wodurch dieser von ihr abliess. Sie robbte sich sofort weg von ihm, bevor sie wieder aufstand. Der Nocturno drehte sich auf den Bauch, die tödliche Wunde ignorierend nahm er kriechend die Verfolgung auf. Fae konnte nur einen kurzen Blick zu Rokko werfen und beobachtete entsetzt den Kampf.
Ihr Gefährte hatte zwar einen Nocturno getötet, erkannte sie, aber inzwischen kümmerten sich drei dieser wahnsinnigen Kreaturen um ihn. Einer der drei hatte sich an seinem Nacken fest gebissen und die anderen Beiden waren im Begriff ihn auseinander zu reissen.
Fae zögerte nicht lange, sie rannte auf die drei zu, wollte ihrem Gefährten zu Hilfe eilen, aber dieser Schrie auf. Ein markerschütternder gedehnter Schrei und er verstummte plötzlich. Den drei Nocturnos war es gelungen ihn bei lebendigem Leibe auseinander zu reissen und der rasche Blutverlust sorgte für einen schnellen aber grausamen Tod.
Sie blieb wieder stehen, wollte nicht glauben was gerade geschehen war. Entsetzt beobachtete sie die drei Nocturnos, wie diese sich über das Fleisch her machten und ihn ausweideten, bevor Fae gequält aufschrie.
Die drei wurden sofort auf sie aufmerksam und rote, wahnsinnige Augen blickten ihr entgegen.
Panische Angst ergriff sie, als die Drei nun auf sie zukamen. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie fliehen sollte, aber etwas hatte sie am Fuss gepackt und sorgte dafür, dass sie strauchelte und zu Boden fiel. Sie warf einen Blick über die Schulter und erkannte den schwer verletzten Nocturno. Geistesgegenwärtig schlug sie diesem den freien Fuss ins Gesicht nur um ihm dann mit einer raschen Bewegung die schmale Klinge in den Schädel zu rammen, was ihn endgültig tötete. Sofort sprang sie auf und sah sich den drei Nocturnos gegenüber. Welche keine zwei Schritte mehr von ihr entfernt standen. Vorsichtig lief sie rückwärts und ihre Gegner folgten ihr langsam. Sie musste hier irgendwie weg und zwar schnell. Das knacken eines verdorrten Astes unter ihren Füssen brach den Bann. Die drei nahmen zeitgleich einen Satz, sprangen ihr entgegen um sie zu Boden zu schleudern.
Durch die Panik angetrieben gelang es ihr, sich schnell genug aufzurichten und die Flucht zu ergreifen.
Die drei liessen nicht ab, sofort nahmen sie die Verfolgung auf.
Fae rannte den Weg zurück, auf der Suche nach dem Wagen. Es war die einzige Chance von hier zu entkommen. Der nächste sichere Zufluchtsort war Meilen von hier entfernt.
Der erste Hinweis, der ihr verriet, dass sie auf dem rechten Weg war, war der Knochen, welchen sie schon auf der Hinreise entdeckt hatten. Demnach musste der Jeep in der nähe sein.
So schnell sie nur konnte, rannte sie dem Weg entlang und an dem schrecklichen Fund vorbei, doch die drei Nocturnos liessen nicht locker und folgten ihr Hartnäckig. Erst als sie ein weiteres Stück gerannt war, wagte sie sich umzudrehen und die Gegend genauer anzusehen. Von den Nocturnos war nichts mehr zu sehen, allerdings auch nicht vom Jeep.
Schwer atmend versuchte sie sich zu orientieren. Ein langer Schutthaufen einer zusammen gestürzten Brücke versperrte die Sicht zu ihrer linkgen. Von den Büschen, hinter welchem der Jeep stand, war nichts zu sehen. Sie versuchte sich zu erinnern, auf welcher Seite des Haufens sie geparkt hatten.
Sie ging langsam auf den Steinhaufen zu und kletterte vorsichtig auf diesen hinauf, als sie plötzlich rasselnde Atemgeräusche hören konnte. Ein Nocturno stand auf der anderen Seite des Hügels und blickte mit irrem Blick zu ihr hoch. Hastig versuchte sie noch einen Blick von der Umgebung zu erhaschen. Der Wagen stand nicht unweit von ihr entfernt, aber der Nocturno war zwischen ihr und diesem. Sie würde den Jeep niemals lebend erreichen.
Sofort kletterte sie wieder hinunter um den Haufen zwischen sich und dem Nocturno zu bekommen, doch hinter ihr war ebenfalls einer von ihnen aufgetaucht und verhinderte den Rückzug. Sie sprang hinunter und unangenehm dicht neben den Kannibalen, welcher auch sofort nach ihr griff und sie fest umklammerte.
Fae versuchte sich wieder zu befreien, aber der Nocturno hielt sie fest und zerrte sie zu Boden. Die Klinge fiel scheppernd auf den Stein, während sie langsam selbst unter dem Gewicht des Kannibalen nieder sank. Mit ausgestreckten Fingern versuchte sie die Waffe wieder zu ergreifen, aber zwei Fingerbreit fehlten ihr und der Kannibale krallte sich an ihr fest. Sie stemmte die Beine hoch und versuchte ihn mit dem Knie zu schlagen, doch er ignorierte alles. Ein grausamer Schmerz durchfuhr sie, er hatte sie knapp unterhalb der rechten Brust gebissen und sie spürte, halb benommen vom Schmerz, eine warme Flüssigkeit an der Seite herunter fliessen. Ihr eigenes Blut, der Biss hatte den Stoff mit beängstigender Leichtigkeit durchbissen. Hilflos schlug sie mit den Händen auf den Kopf ihres Angreifers ein, aber er kroch die Schläge ignorierend an ihr hoch. Entsetzt erkannte sie seine Absicht, ihr die Kehle zu durchbeissen. Sofort packte sie ihn am Hals, um seine scharfen Zähne von ihrer Kehle fern zu halten.
Er krallte sich an ihr fester und sie spürte seine langen Fingernägel einer Hand, an ihrer Seite. Mit der anderen Hand, versuchte er sich aus ihrem Griff zu lösen und die Nägel hinterliessen auch am Handgelenk Kratzspuren. Erst als sie einen Stein zu greifen bekam und ihn damit, mit einem kräftigen Schlag gegen den Schädel, verletzen konnte, liess er von ihr ab. Sie drehte sich sofort auf die Seite um die schmale Klinge zu packen und ohne zu zögern griff sie den Nocturno an. Ein gezielter Stich gegen seine Kehle und er brach röchelnd neben ihr zusammen. Dunkles fast schwarzes Blut quoll aus seinem Hals.
Geschwächt stand Fae auf und blickte hoch zum Schutthaufen, über welchen der zweite Nocturno gerade kletterte und sie mit seinem grausamen Blick beobachtete.
Die Panik setzte in ihr erneut ungeahnte Kräfte frei und wieder rannte sie, über ihre Erschöpfung hinaus, um ihr Leben.
Ihr Weg führte sie eine halbe Meile an dem Schutthaufen entlang, bis zu einer Stelle, an welcher die zwei Meter hohe Brücke noch stand. Sie floh unter dieser durch und über eine offene, dürre Steppe. Ohne das Tempo zu senken, eilte sie ein langes Stück weiter zu einer flachen Stelle, wo sie sich kurz nach den Verfolgern umblickte. Keine Büsche, keine Steine, keine Bodenaushebungen und keine Nocturnos. Sie war ihnen entwischt, aber sie war allein in einer fremden Gegend und die Nacht brach langsam an. Wenn die ohnehin durch Wolken verdeckte Sonne ganz untergeht, würde es hier stock Finster werden.
Fae lief deutlich langsamer weiter und blickte sich immer wieder nach den Nocturnos um, in der Angst einer könne plötzlich neben ihr stehen.
Ihre Kleider waren Blutdurchtränkt und sie spürte, dass die Kraft sie verliess. Langsam wurde ihr klar, dass diese Wesen nicht nur ihren Freund getötet haben sondern auch ihr lebensgefährliche Verletzungen zugefügt hatten und sie diese Nacht ohne Hilfe nicht überstehen würde. Allerdings hatte sie auch nichts mehr zu verlieren. Fae wurde immer mehr bewusst, dass sie an diesem Tag alles verloren hatte und ihre Panik wich langsam der Trauer. Soll der Tod sie doch hohlen! Sie liess sich auf die Knie fallen und schrie aus Leibeskräften, verfluchte das Leben und verwünschte diesen Tag. Rokko war tot und sie würde ihm wohl folgen. Schwarze Flecken flackerten vor ihren Augen, ihr Blick trübte sich und die gnädige Dunkelheit umfing sie. Fae brach mitten in der wüsten Steppe zusammen.
Als Fae wieder langsam zu sich kam, wurde sie von einem hellen Licht geblendet. War dies der Tod? Es war angenehm ruhig, leise Stimmen flüsterten in ihrer Nähe, aber sie konnte nichts verstehen. Müde schloss sie die Augen wieder und lauschte den sanften und ruhigen Stimmen. Sie spürte keinen Schmerz und ihre Kleidung war irgendwie angenehm leicht. Ein wohliges Gefühl.
„He! Bist du wach?“ fragte eine Stimme, welche ihr so befremdlich vorkam.
Langsam öffnete sie die Augen wieder und sah eine schwarzhaarige Frau über sich gebeugt. Sie hatte viele gelbe Blasen im Gesicht und ihr Blick wirkte streng.
„Gut. Hör zu! Ich habe einen meiner Leute ausgesandt, um deinesgleichen über dich und deinen Aufenthaltsort zu Informieren. Wenn du klug bist, bleibst du hier und wartest!“ erzählte sie mit scharfem Ton und drehte ihr danach den Rücken zu und lief zu ihren Leuten zurück „Und wir gehen jetzt.“
Hörte Fae die Erleuchtete rufen. Sie versuchte sich aufzurichten, aber Augenblicklich kehrte der Schmerz zurück und sie verzog gequält das Gesicht. Geschwächt blieb sie hilflos auf der Decke liegen, auf welche sie von den Erleuchteten gelegt wurde und stöhnte schmerzgepeinigt auf. Selbst wenn sie es wollte, hier käme sie nicht weg. Langsam dämmerte sie wieder weg. Die Dunkelheit umfing sie erneut, welche sie schon fast begrüsste.
Erst als sie das zweite Mal erwachte, blickte sie deutlich klarer auf zum Himmel. Sie war alleine hier, wie sie feststellte und vorsichtig versuchte sie sich auf zu richten. Erneut durchzuckte sie der Schmerz und raubte ihr beinahe die Besinnung. Nur mühsam gelang es ihr, aufrecht sitzen zu bleiben und die Umgebung genauer zu mustern. Sie befand sich an einem etwas geschützten Ort. Grosse Steine und anderer Schutt bildeten einen Kreis mit zwei Durchgängen um den Platz und einem kleineren Steinkreis in der Mitte zu urteilen, musste dieser Ort einmal als Rastplatz gedient haben. Ein perfekter Platz, recht gut zu verteidigen, warum die Erleuchteten ihn wohl verlassen hatten?
Fae blickte sich noch immer ratlos um. Vielleicht hatten sie einen besseren Ort gefunden.
Ein Knall war zu hören. Verwirrt blickte sich die ESPer nach der Ursache um und kroch langsam zu einem Eingang des Kreises. Mehrere Personen, darunter eine Frau stiegen gerade aus den fünf Jeeps. Die Männer schienen auf die Frau ein zu reden, aber diese winkte mit abwehrender Haltung immer wieder ab. Obwohl Fae angestrengt lauschte, konnte sie nichts hören, aber als sich die Personen in ihre Richtung bewegten, erkannte sie Menschen, freie Menschen und sie liefen geradewegs auf das Lager zu! Von allen Arten der Menschen waren diese die mit abstand schlimmsten. Erkennbar waren sie an den Kleidern, welche stark an Soldaten erinnerten und ihre Freude galt dem Schlachten von Mutanten, welche in ihren Augen kein Recht mehr auf Leben hatten. Mit aufgerissenen Augen kroch sie zurück und blickte zum zweiten Ausgang. Ausgerechnet jetzt mussten diese hier auftauchen. Fae schloss die Augen, ausser wieder fliehen, blieb ihr nichts anderes übrig aber weit würde sie nicht kommen. Ausser mit einem der Jeeps
Fae kroch langsam aus dem Kreis heraus und suchte nach einem Weg, der es ihr ermöglichte unbemerkt zu einem der Wagen zu gelangen. Sie kroch hastig hinter einen Busch und tatsächlich liefen einige der Menschen dicht an ihr vorbei ohne sie zu bemerken. Es gelang ihr noch näher an die Fahrzeuge heran zu kriechen und dann war es so weit, sie stand neben einem Jeep.
„Sieh an, da will uns jemand einen Wagen stehlen.“ Hörte sie eine vergnügte Stimme und sie erkannte entsetzt einen der Soldaten. Er hielt seinen Baseballschläger angriffsbereit in der Hand und ging auf sie zu. „Stirb du verfluchter Mutant!“ Schrie er und holte mit der Waffe aus.
Fae schloss die Augen. Sie hatte nicht die Kraft sich zu wehren, noch weniger wollte sie es überhaupt tun. Sie wartete den Schlag ab, welcher sie nun vielleicht endlich zu Rokko schicken würde. Der Schläger traf sie an der Schulter und der Schmerz der durch ihren Körper jagte, raubte ihr Bewusstsein erneut.
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