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Geschichte: Fanfiktion
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von TonicWater
erstellt: 10.03.2010
letztes Update: 27.09.2010
Geschichte, Drama / P16
(fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Vielleicht von einigen ein klitzekleines Review??^^
Danke an meine Reviewer! *Kekse dalass*
Beta dieses Kapitels: AlbusFan
Mit klopfendem Herzen starrte Minerva auf das Foto in ihren Händen. Der Schein der Kerzen wurde von dem Glas und dem Silberrahmen gespiegelt.
Sie bemerkte gar nicht, wie sie ihre Strafarbeit vollkommen vergaß, wie sich ein dunkler Fleck Tinte von der Spitze ihrer Feder über das Pergament ausbreitete.
Sie sah nur auf diese hochschwangere Frau, die ihr aus dem Foto heraus zulächelte und mit einer kaum zu bemerkenden Handbewegung über ihren Bauch strich.
In dem Fotoglas bewegte sich etwas und sie sah darin Dumbledore hinter ihr stehen.
Langsam, sich fast wegduckend, drehte sie sich zu ihm um als hätte er sie bei etwas Verbotenem erwischt. Doch Minerva sah ihm fragend in die Augen … was war es, was so …?
Professor Dumbledore zog für einen Moment eine Augenbraue hoch, dann langte er an ihr vorbei und nahm ihr das Foto vorsichtig aus der Hand.
Mit einem ungläubigen Blick beobachtete sie, wie er mit einem seltsam unsicheren Gang seinen Schreibtisch umrundete – dabei entging ihr nicht, wie er über das Glas des Fotos strich. Wie in Zeitlupe setzte er sich hin und stellte das Foto dorthin, wo Minerva es entfernt hatte. Da merkte sie, dass sie wohl eine empfindliche Stelle bei ihm getroffen hatte, weil sie sein Eigentum angerührt hatte, aber Minerva … in ihr tobte eine Ungewissheit und ihr Herz schlug so schnell, dass ihr schlecht war.
„Es tut mir leid …“, flüsterte sie und suchte seinen Blick, doch er schüttelte nur den Kopf.
„Nein, das muss es nicht.“, sagte er mit festerer Stimme, als es sein Auftreten war.
Kurz schwieg er, dann sah Dumbledore auf, direkt in ihre Augen – etwas erschrocken sah Minerva einen abgrundtiefen Schmerz und einen Gefühlstumult; ja Qualen strahlte das Blau seiner Augen aus und vermittelten ihr ein Gefühl, das schrie, dass sie unabsichtlich zu weit an ihn herangekommen ist – aber …
„Sie war meine Frau …“, flüsterte er mit belegter Stimme.
Minerva zitterte auf ihrem Stuhl – in der Ferne vernahm sie das leise Grollen eines Gewitters.
„Sie – war …?“
Für einen Moment hatte sie den Eindruck, als würde Dumbledore am liebsten aufspringen und einfach vor ihr weglaufen. Zumindest hatte sein Blick so etwas an sich.
„Sie hat mich verlassen – vor der Geburt unseres Kindes. Ich – ich weiß nicht, weshalb, sie war eines Tages – einfach – verschwunden …“
Dumbledore schluckte hart, schloss seine Augen und legte eine Hand sacht darüber.
Minerva erwiderte darauf nichts – sie war … gelähmt …
„Du kannst gehen … die Strafe sei dir erlassen …“, sagte er mit versucht ruhiger Stimme.
Etwas fahrig erhob sich Minerva und rauschte zur Tür. Sie hatte ihre Hand schon auf der Klinke, als sie ihn ihren Namen flüstern hörte und sich noch einmal umwandte.
Er sah sie direkt an.
„Verzeih mir, wenn … wenn ich dich damit belastet habe, ich …“
Minerva winkte nur verwirrt ab, sie wollte nichts wie raus hier, denn plötzlich war das Gefühl der Freiheit in diesem Raum verloschen. Ihr war eiskalt und sie fühlte sich eingesperrt.
Schnell öffnete sie die Tür und rannte hinaus.
Mit keuchendem Atem rannte Minerva durch die Gänge von Hogwarts. In ihrem Blut pochte Verwirrung – sie wollte nichts anderes, als rennen, um diese Verwirrung abzuhängen, die sie wie ein wildes Tier zu verfolgen schien.
Ihre Lungen brannten mittlerweile und Tränen rannen über ihre leicht geröteten Wangen. Der Duft nach Regen peitschte in ihr Gesicht, als sie völlig außer Atem und stolpernd hinaus in den Innenhof von Hogwarts rannte und dort stoppte.
Kalter Regen drosch erbarmungslos auf sie ein, doch sie rührte sich keinen Schritt mehr. Sie wollte allein sein, allein in der Stille des dunklen Hofes, umsäumt von den Mauern der Schule, die sie so sehr liebte.
Minerva starrte leer vor sich in die Dunkelheit. Die Kälte schien sie zu betäuben.
War ihr ganzes Leben nur eine einzige Lüge? War sie nur betrogen worden?
Mehr Tränen stahlen sich bitter aus ihren Augen und vermischten sich mit den Regentropfen. In ihrem Kopf waren so viele Fragen – so plötzlich und eine schien in ihr zu hämmern, eine simple, dennoch so starke Frage …
„Warum?“, schluchzte Minerva.
Ihre Hände verkrampften sich auf ihrer Brust, ihre Finger gruben sich in ihre Robe und Minerva fühlte ein silbernes Amulett … die Kette war aus schlichtem Silber und ein tropfenförmiger Aquamarin hing daran. Minerva wurde gesagt, dass dieser Stein als Symbol der Liebe und des Friedens galt und das es das einzige war, was einst ihrem Vater gehört hatte …
Minerva schloss die Augen und lauschte in sich hinein.
Sie musste sicher sein … sicher gehen … endlich die Wahrheit abverlangen. Eine Wahrheit, die ihr viel zu viele Jahre vorenthalten wurde …
„Warum nur?“
Sie wandte sich um und schritt zurück in die warme Eingangshalle von Hogwarts. Minerva kämpfte ihre Verwirrung zurück; sie hatte endlich einen Entschluss gefasst. Dabei sah sie auf ihre Uhr … erst acht Uhr am Abend … der Schulleiter müsste also noch in seinem Büro sein …
Minerva beschleunigte ihr Tempo, bis sie schließlich rannte. Ihr Herz schlug ungemein schneller – bald, endlich … würde sie ein Stück der Wahrheit erzwingen können …
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