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Geschichte: Fanfiktion
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von TonicWater
erstellt: 10.03.2010
letztes Update: 27.09.2010
Geschichte, Drama / P16
(fertiggestellt)
Inspiriert von diesem Song. *schmacht*
Passt, wackelt, hat Luft.^^
Beta des Kapitels: crazybeatsteak
Genau um sieben Uhr am Abend klopfte Minerva an die dunkle Tür zum Büro von Professor Dumbledore, um ihre Strafarbeit bei ihm abzusitzen.
Ein sanftes „Herein!“ drang durch die Tür und sie trat ein.
Neugierig sah sie sich in seinem Büro um – es war noch besser, als sie es sich immer vorgestellt hatte. Dumbledores Büro war ein länglicher und hoher Raum. Als erstes vielen Minerva die vielen Kerzen auf, die durch den Raum schwebten und ihren Feuerschein verbreiteten.
An der rechten Wand stand ein deckenhohes Bücherregal aus dunklem Holz, welches übervoll mit Büchern war, die Minerva so gerne einmal aufschlagen würde – zwischen den Büchern konnte Minerva auch seltsame silberne Instrumente sehen, die surrten und leise zischelten. Zwischen dem Regal war eine unscheinbare Tür, die Minervas Vermutung nach in seine privaten Gemächer führte, obwohl sein Büro schon wie ein halbes Wohnzimmer aussah. Davor stand ein kunstvoll geschnitzter Schreibtisch, der ordentlich beräumt war mit Pergamenten, einer Kristallkugel als Beschwerer, einem Federkiel, der in einem Tintenfässchen steckte, ein paar Büchern und einer großen Schale voll mit gelben Bonbons.
Auf der linken Seite, nahe der Tür, standen eine Sofalandschaft und ein hoher Sessel – alles mit dunkelrotem Stoff bezogen. Die bequem wirkenden Möbel waren um einen großen, schlichten Kamin gestellt, in dem ein warmes Feuer brannte.
Der Rest Wand war verglast und dies verband sich höher oben zu einer leicht spitzen Glaskuppel.
Minerva überkam ein Gefühl der Freiheit, als sie diese wunderbare Pracht aus Glas und angelaufenem Gold sah – als würde sie die ganzen Ländereien sehen und jeden Moment losfliegen können … er hatte eine wunderschöne Aussicht über den ganzen Schwarzen See und dem Verbotenem Wald.
Etwas Funkelndes lenkte Minerva ab und sie versuchte hoch in die Kuppel hineinzuschauen. Von der Kuppelspitze hing eine goldene Kette mit starken Gliedern, daran eine Vogelschaukel, auf der ein scharlachroter und goldener, raubvogelartiger Phönix hockte, der im Licht des Kaminfeuers und der Kerzen und im Mondlicht draußen zwielichtig funkelte. Und direkt darunter stand ein wunderschöner schwarzer Flügel – sie hatte gar nicht gewusst, dass Professor Dumbledore Klavier spielen konnte …
Minerva musste geschlagene Minuten in der Tür gestanden haben, denn Dumbledores Stimme riss sie wieder in die Realität zurück.
„Ich freue mich über die Faszination Ihrerseits, jedoch wäre es angenehmer, wenn Sie hereinkommen und die Tür schließen würden.“
Minerva sah ihn erschrocken an, doch Dumbledore schmunzelte nur freundlich.
Endlich schloss Minerva die Tür und trat richtig in den Raum hinein … diese Atmosphäre verursachte bei ihr fast etwas wie weiche Knie. So mächtig diese Ausstrahlung und dennoch ruhig - majestätisch beinahe.
„Setz dich.“, sagte er und deutete auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch.
Minerva setzte sich nun leicht nervös – was für eine Strafe würde sie nun erwarten? Aufmerksam behielt sie ihn im Blick und beobachtete, wie er sich aufrechter hinsetzte und seine Fingerkuppen aneinanderlegte … es war so typisch Dumbledore, dass er das tat.
Kurz besah er sie – Minerva meinte seine Mundwinkel gezuckt haben zu sehen, aufgrund ihres beinahe alarmierenden Auftretens.
„Was Sie heute Nachmittag in meinem Unterricht an Mr. Malfoy – nun – demonstriert haben, war wirklich sehr beeindruckend, Miss McGonagall.“, redete er lächelnd los und seine Augen funkelten belustigt, als er ihre erstaunte Miene sah.
Minerva war wirklich mehr als erstaunt – statt einer Strafe, lobte er sie auch noch – gut, sie wollte sich nicht beklagen, auf eine Strafe konnte sie gut und gern verzichten.
„Haben Sie sich schon einmal überlegt, Verwandlung zu studieren und später hier Professorin zu werden?“, fragte er sie interessiert, als sie nichts auf sein Lob erwiderte.
Minerva errötete leicht.
„Ich – ich habe es einmal in Betracht gezogen, Sir, aber … ich könnte nicht …“, immer leiser werdend brach Minerva ihren Satz ab und sah deprimiert auf ihre Knie. Sie wollte ihm das nicht sagen, es ging ihn auch gar nichts an …
Eigentlich geht es ihn schon was an, sagte eine Stimme in ihrem Kopf, schließlich ist er mein Hauslehrer.
„Weshalb können Sie nicht?“, fragte Dumbledore stirnrunzelnd.
Und da platzte es auf Minerva heraus.
„Ich könnte ein Studium nicht finanzieren, nicht einmal, wenn meine Mum mich darin unterstützen würde … es tut mir leid, Professor – das hätte ich Ihnen nicht sagen sollen.“, murmelte Minerva peinlich berührt, sah ihn jedoch in die Augen und strich dabei ihr Haar elegant zurück, wie sie es immer tat.
Kurz stutzte ihr Hauslehrer und starrte auf ihr Haar, dort, wo sie es sich zurückgestrichen hatte, doch nicht mal Sekunden später sagte er: „Vielleicht gibt es Mittel, dem abzuhelfen. Miss McGonagall, ein Talent wie Ihres darf man nicht einfach verschwenden.“
„Ist das meine Strafe für mein Hündchen, Professor?“, fragte Minerva nun freundlich sarkastisch und grinste kurz.
Dumbledore lachte und schüttelte den Kopf.
„Nein, Miss McGonagall, natürlich nicht!“, lächelte er, drehte sich zur Seite und langte offenbar in eine Schublade hinein. Dann hielt er ein neues Blatt Pergament hoch und legte es vor ihr hin. „Sie werden mir jetzt ganz genau aufschreiben, weshalb ausgerechnet das Pult von Mr. Malfoy sich in einen wild gewordenen Hund verwandeln musste und was Sie dabei gespürt haben, als sie Magie verwendet haben.“
„Warum wusste ich nur, dass Sie mich nicht ungeschoren davonkommen lassen, Sir?“, murmelte Minerva grinsend und Dumbledore hörte es.
„Weil Sie genau wissen, dass selbst ein Hauslehrer seinen Schützlingen nicht alles durchgehen lassen kann.“, lächelt er und schob ihr sein Tintenfässchen und die darin steckende Feder zu.
Minerva seufzte, nahm die Feder aus dem Fässchen, rückte etwas näher an seinen Schreibtisch und begann das aufzuschreiben, was Dumbledore von ihr verlangte.
Er ließ sie dabei in Ruhe und ging außerhalb ihrer Sicht – ein kurzer Schulterblick verriet ihr, dass er sich unter die Kuppel an seinen Flügel gesetzt hatte und sanft über die Tasten strich, ohne sie erklingen zu lassen.
Minerva drehte sich wieder ihrem Pergament zu und hatte zwei weitere Sätze geschrieben, als hinter ihr plötzlich eine wunderbare Melodie erklang …
Albus Dumbledores Hände schweben über die Tasten des Flügels wie eine Seele über eine einsame Landschaft, nur um seine Melodie erklingen zu lassen.
Minerva schloss die Augen und genoss die wohltuenden Klänge des Flügels, die tief in ihrem Unterbewusstsein jedoch auch nach einer unglaublichen Trauer und Sehnsucht klangen … dann schrieb sie weiter, ließ sich von der Melodie etwas beflügeln. Sie passte so gut zu diesem Raum … dieses Altehrwürdige … und ruhige … Etwas, dieses gewisse Etwas, was diesen Mann immerzu begleitete und ihn auch so wirken lies.
Kurz sah sie auf, um neue Tinte in dem Federkiel aufzunehmen – und bemerkte ein silbern eingerahmtes Foto, was auf seinem Schreibtisch stand.
Während die Klänge immer deutlicher wurden, sah Minerva auf dieses Foto. Es zeige Professor Dumbledore … er wirkte so glücklich, auch, wenn er seinen mysteriös lächelnden Blick aufgesetzt hatte, was ihn wohl so anziehend machte. Jedoch schenkte Minerva ihre Aufmerksamkeit mehr der schönen Frau, die an seiner Seite in seinen Armen lag. Sie war hochschwanger, wie das Bild deutlich zeigte und wirkte so komplett vollkommen glücklich, als wäre nichts erfüllender als an der Seite dieses Mannes zu stehen.
Minerva griff nach dem Foto, gerade als die letzten Klänge des Flügels hinter hier verklangen …
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