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von Feuerstachel    erstellt: 09.03.2010    letztes Update: 09.03.2010    Geschichte, Abenteuer / P12 Slash    (fertiggestellt)
Die Highwind war abgestürzt. Der Angriff der Luftpiraten hatte dem großen Luftschiff wirklich zugesetzt, bis schließlich die Triebwerke versagten. Direkt über einem Wald ging die Highwind zu Boden. Wie durch ein Wunder wurde kaum jemand bei dem Absturz wirklich schwer verletzt.
Nach einer Weile hatten sich alle wieder zusammengefunden und standen nun auf sich gestellt in diesem dunklen, unbekannten Wald. Cid konnte kaum glauben, was da mit seinem geliebten Gefährt passiert war. Völlig entgeistert starrte er in die hohen Wipfel der noch halbwegs stehenden Bäume und sah dort nur vereinzelt Wrack- und Einzelteile hängen. Zum Teil brannten diese auch noch ein wenig und flimmerten vor sich hin. Der Rumpf des riesigen Schiffs hatte sich nur ein paar Meter weiter ins Erdreich “verirrt“. Bei dem Anblick entfielen ihm glatt die Worte. Barret stellte sich neben ihn: „Ganz schön Glück gehabt, was? Es ist niemand ernsthaft verletzt. Und vollzählig sind wir auch.“ – „Glück gehabt? … GLÜCK GEHABT?!“, fuhr Cid ihn wütend an. „Sieh dir mein ver**** Schiff an! Das nennst du Glück gehabt?!“ – „Reg’ dich ab, Cid…“, grummelte Cloud, der sich, an einen Baum lehnend, hingesetzt hatte. Er sah zu dem aufgewühlten Piloten: „Wir können wirklich von Glück reden, dass uns nicht mehr passiert ist. Unter diesen Tonnen von Eisen könnten wir alle begraben sein.“. Cid regte sich recht schnell wieder ab. Dabei half ihm der gute, alte Tabak, zurzeit sein bester Freund. Tifa sah ebenfalls auf die Trümmer: „Unser Proviant war da drin. Da war alles drin. Wir sollten hier nicht lange verharren und eine Stadt oder ein Dorf finden.“ – „Eine kurze Pause noch!“, jammerte Yuffie und hielt sich an einem Baum fest. Ihre Knie zitterten sichtbar. Vincent, er hockte oben auf einem Ast, sah durch das mittlerweile nicht mehr geschlossene Blätterdach in den Himmel. „Siehst du irgendwas?“, fragte Cloud und sah nach oben. Er saß an dem Baum auf dem Vincent saß. „Noch nicht…“, murmelte dieser. „Noch nicht?“, wiederholte Yuffie und starrte ebenfalls ins Blaue. „Die Kerle haben uns abstürzten sehen. Ich bin mir sicher… Die kommen wieder um nachzusehen…“, Vincent wandte seinen Blick vom Himmel ab und sah nach unten auf die neu geschaffene Lichtung, auf der sich alle zusammengefunden hatten.
Cid hatte die Arme vor die Brust geschlagen, nickte murrend und presste seine Worte wütend durch die Zähne: „Vince hat recht. Die kommen wieder. Und wenn die erstmal da sind, dann lernen die mich kennen!“ – „Spar dir deine Kräfte. Vielleicht brauchen wir sie wirklich noch, um uns zu verteidigen.“, sagte Tifa und versuchte mit ruhigen Worte eine ruhiger Stimmung zu schaffen. „Wir sollten aufbrechen, bevor die Sonne untergeht. Hat jemand von euch ein Handy hier? Also meins… war in der Highwind…“. Alle durchsuchten ihre Taschen. Vincent und Nanaki hatten sowieso keins, Cid’s war ebenfalls an Board der Highwind gewesen und die von Barret und Cloud waren während dem Aufprall kaputt gegangen. Barret schüttelte nur noch ein paar Kleinteile aus seiner Tasche und als Cloud seins hervorzog hing das Display gerade noch so an einem Kabel an der Tastatur. „Was ist mit dir Yuffie?“, Tifa sah zu ihr, doch Yuffie schüttelte den Kopf: „Ich hab’s gar nicht mitgenommen.“
Alle sahen sich kurz gegenseitig an und das war auch schon das Zeichen, damit alle aufbrachen. Zuvor wurde alles aus dem Wrack geborgen, was noch zu gebrauchen war. Clouds Schwert hatte seltsamerweise nichts abgekriegt. Die Gruppe wanderte orientierungslos durch den Wald. Dieser schien überhaupt kein Ende zu haben. „Wir werden nicht im schlafenden Wald gelandet sein?“, jammerte Yuffie und blieb dicht an Clouds Seite, was Tifa nicht so sehr zu gefallen schien. Cloud sah weiter gerade aus, er war am Kopf der Truppe: „Wohl kaum. Wir sind in einem ganz anderen Eck abgestürzt. Trotzdem würde ich gerne wissen wo wir sind.“. Plötzlich zerriss ein lautes, ohrenbetäubendes Brüllen die angenehme Ruhe. Die meisten fuhren zusammen. Ein rascheln hinter ihnen zog die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Monster flog so tief über den Wald hinweg, dass sein Schweif die Kronen der Bäume einfach so streifte. Aber bemerkt hatte das Tier die sieben scheinbar nicht und flog unberührt weiter. Cid wollte schon wieder losbrüllen, doch Barret kam ihm zuvor und hielt ihm den Mund zu: „Vergiss nicht, wir haben kaum noch Waffen… Also lenk die Aufmerksamkeit nicht auf uns mit deinem Getue!“, sagte er leise. Cid funkelte ihn aus den Augenwinkeln böse an und hielt den Mund. „Hey…“, bemerkte Tifa: „Vielleicht fliegt dieses Ding irgendwohin wo’s was zu Essen gibt!“ – „Klar, die Bestie macht Zwischenstopp in einer Stadt um einen Happen zwischen die Zähne zu bekommen. Sonst noch was?“, knurrte Cid und sah ungläubig zu ihr. Vincent sah dem Tier auch nach: „So abwegig ist das gar nicht. Mit dem stimmt was nicht. Wir sollten ihm wirklich folgen.“
Cloud gab das Kommando und alles setzte sich zügig in Bewegung, um das fliegende Ungetüm nicht zu verlieren. Nanaki nahm den Weg über die Äste und konnte somit sagen, wohin das Monster flog, er hatte es gut im Blick. Und endlich, nach gemäßigtem Tempo, kam das Ende des Waldes in erreichbare Nähe. Dort blieben dann alle stehen und sahen aufs offene Feld. Sie konnten das Tier von hier aus betrachten. Ein Drache. Ein Drache mit längerem Fell, großen Schwingen, einem schlanken Körper und bedrohlichen Dornen am Schwanzende. Mehr war nicht mehr zu erkennen. „Das ist immer noch das Gebiet der Luftpiraten. Hört ihr’s?“, sprach Cid und lauschte. Irgendwo in der Ferne waren leise Motorengeräusche von mehreren Flugmaschinen wahrzunehmen. „Wir können hier keine Wurzeln schlagen. Irgendwann müssen wir was essen. Ich würde am liebsten jetzt schon etwas essen.“, jammerte Yuffie und hielt sich den Magen, der doch schon recht laut zu knurren begann. „Was meinst du Cloud? Sollen wir weiter?“, Tifa sah zu Cloud und wartete auf eine Reaktion seinerseits. Cloud wandte sich zu der Gruppe um und sah den Haufen schweigend aber nachdenklich an. Er erntete selbst ungeduldige Blicke. Dann doch eine Reaktion, eher eine Feststellung: „Hm. Wenn Cid recht hat und die da draußen irgendwo rumkreisen, dann sollten wir uns sputen voran zu kommen. Im Moment sind es nur Barret, Vincent und ich, die sich mit Waffen verteidigen können. Also haben wir 3 Möglichkeiten. Erstens: Wir überqueren das Feld und stoßen auf die Luftpiraten. Zweitens: Wir überqueren das Feld und begegnen dem Drachen, den wir eventuell noch besiegen könnten und drittens: Wir laufen zurück zur Highwind und warten ob uns jemand zur Hilfe kommt. Nanaki? Kannst du irgendwas spüren oder riechen?“, er sah zu ihm und wartete ab, während dieser versuchte etwas zu wittern. „Und schon wieder warten…“, Yuffie beklagte sich wieder und setzte sich auf den Boden.
Nanaki konzentrierte sich und schloss für einen Moment die Augen, bis er sie wieder aufriss und in Richtung Feld starrte: „Ich rieche Rauch. Und Fisch. Als würde jemand Fische räuchern.“ – „Da haben wir’s doch! Auf geht’s!“, sagte Yuffie euphorisch und sprang auf die Beine. „Kannst du auch sagen, wie weit das ungefähr weg ist?“ – „Wenn ich mich nicht täusche… Dann dort hinter den Hügeln da.“
Cloud überlegte kurz und ging dann wortlos voraus. Der Rest trottete hinter ihm her. Der Drache beispielsweise ließ sich schon mal nicht mehr Blicken und auch die summenden Motoren waren noch weiter weg, wenn nicht schon verstummt. „Da ham’ wir echt Schwein, was?“, grinste Barret breit, wobei er auch der Einzige blieb. So verzog sich dieses schnell wieder. Nun war es nicht mehr weit. Die Hügel waren fast bezwungen und vom obersten Punkt aus konnten alle den beruhigenden Blick auf ein Dorf genießen. Es war nicht groß, aber immerhin war es eine Zivilisation. Die letzten paar hundert Meter wurden in Angriff genommen. Plötzlich blieb Nanaki stehen und spitzte die Ohren. Vincent war gerade derjenige, der an ihm vorbeigegangen wäre. Er blickte kurz zu ihm und sah dann zurück: „Ich glaube, wir haben ein Problem...“ Nun wandten sich alle um und erstarrten für einen Moment. Der Drache, dem sie zuvor aus dem Wald gefolgt waren, schnellte aus der Luft auf die Gruppe zu, mit weit geöffnetem Maul und bedrohlich funkelnden Zähnen. Die, die sich verteidigen konnten, gingen in Position. Die andern machten sich auf den Weg zum Dorf. Cloud, Barret, Vincent und Nanaki stellten sich der Bestie. Der Drache war größer, als er zuvor aussah, vor allem blieb er immer in der Luft.
Yuffie, Tifa und Cid erreichten das Dorf. Die ersten Leute sahen zu ihnen. „Wir werden angegriffen! Wir brauchen Unterstützung! Gebt uns verd***** noch mal Waffen!“, rief CId aufgebracht, was ihn nicht gerade wie einen Hilflosen aussehen ließ.
„Ihr seid Fremde, gehört ihr zu den Piraten?!“ – „Wohl kaum! Ab…“, wollte Cid ansetzen und wurde von Tifa unterbrochen: „Unsere Freunde sind da draußen und werden von einem Ungeheuer angegriffen! Wir brauchen eure Hilfe, bitte!“. Man musterte die drei skeptisch, dennoch gab man ihnen Unterstützung und Waffen.
„Wartet!“, rief es von irgendwoher aus der Masse, der sich mittlerweile angesammelten Menschenmenge. Eine junge Frau drängte sich nach vorne: „Wir dürfen nicht kämpfen! Das ist Sitka da draußen! Wir müssen sie nur aufhalten!“ – „Entschuldige Mal, kleines Fräulein! Unsere Freunde kratzen da draußen grad ab, wenn wir nichts unternehmen!“, hetzte Cid zurückhaltend. Sie baute sich vor ihm auf: „Ihr versteht das alle einfach nicht!“ Sie lief an allen vorbei und eilte auf das Gefecht zu.

Cloud, Vincent, Barret und Nanaki hielten die Bestie in Zaum. Hinter ihnen ertönte plötzlich leise eine weibliche Stimme und sie rief immer wieder einen Namen. Bis der Drache endlich reagierte und aufhorchte. Im selben Moment ließ er von seinen vier Gegnern ab und wollte umkehren. Cloud und Vincent sahen ihm verwirrt nach während Barret zielte. „Jetzt hab ich dich, Zottelmonster…“, murmelte er und nahm die fliegende Echse ins Fadenkreuz. Cloud checkte kurz die Lage und sah das Mädchen winken. Er wollte Barret noch aufhalten: „Barret! Nicht!“. Vincent reagierte ebenfalls, aber er war zu langsam und Barret hatte abgefeuert: „Was wollt ihr?“, sah er fragend zu den beiden. Den Blickkontakt unterbrach der gequälte Schrei der Kreatur, die Barret von hinten ins Kreuz getroffen hatte, und die zu Boden ging. „Upps…“
Die anderen kamen endlich nach und hatten das Szenario beobachtet. Die Frau, die voraus gerannt war, lief auf den verletzten Drachen zu. „Es ist wirklich Sitka…“ – „Wer bewahrt uns jetzt?“ – „Wenn sie wiederkommen haben wir keinen Schutz!“. Das und andere Kommentare hörten Tifa, Cid und Yuffie hinter sich von den Dorfleuten und sahen sich gegenseitig an.

Der Drache lag verletzt am Boden. Der Kreis zog sich enger zusammen und die junge Frau kniete neben seinem Kopf und strich ihm mit der Hand sanft über die Stirn. Nanaki sah zu Barret: „Ein taktischer Fehler, wie es scheint.“ Die vier liefen auf den Haufen zu. „Du hast gleich den “Machtschlag“ benutzt?“, murrte Vincent zu Barret und sah nicht zu ihm. Auf dem Rücken des Drachen waren an einer Stelle die Haare des Fells abgeflammt und die Haut darunter schwer Verbrannt. Das sah nicht gut aus. Da schlug die Kreatur die Augen auf und richtete sich unter Schmerzen wieder auf. Sie suchte in der Menge nach Barret und wollte speziell ihn erneut angreifen, doch das Mädchen kam ihm in die Quere. Sie stellte sich vor den Drachen mit ausgebreiteten Armen. Die Leute außen rum waren zurückgewichen. Der Drache fletschte für einen Moment noch die Zähne, bis sein Blick trüb wurde und sein Körper anfing sich in Rauch aufzulösen und nichts anderes übrig ließ als einen jungen Mann der geschwächt zu Boden fiel. Die Verletzung durch Barret war nur noch offensichtlicher auf seinem Rücken. „Sitka…“, wiederholte die Frau und kniete sich zu ihm, ehe sie die glotzende Menge anfuhr: „Worauf wartet ihr? Helft mir ihn ins Dorf zu bringen!“ Gesagt getan. Cloud, Vincent, Barret, Nanaki, Cid, Tifa und Yuffie folgten nur zögernd. „Wenn ihr mich fragt, dann haben wir ein Problem am Hals…“, sagte Cid.
„Ihr gehört nicht zu den Piraten…“, sagte die junge Schöne und sah zunächst nicht zur Gruppe. Dann drehte sie sich jedoch um: „Warum sollten wir euch nach der Aktion trotzdem noch Willkommen heißen?“ – „Es tut uns allen furchtbar leid, was passiert ist.“, entschuldigte sich Cloud. „Aber woher sollten wir wissen, dass der Drache zu euch gehört? Schließlich hat er ja uns angegriffen. Können wir irgendwas wieder gut machen?“ – „Hm. Im Moment wohl kaum… Was wollt ihr hier? Es ist selten, dass sich jemand in dieses Gebiet hier verirrt.“ – „Verirren ist gut…“, maulte Cid dazwischen. „Abgeknallt ham die uns! Diese *********! Und mein Luftschiff liegt jetzt irgendwo da im diesem ******** Wald!“.
Vincent murmelte abwesend: „Reg’ dich nicht so auf… Wir sollten uns eher Gedanken darüber machen, wie wir wieder zurückkommen. Nach Midgar…“.
Cloud sah zu der Frau: „Wer bist du?“ – „Sag mir erst, wir ihr alle seid.“.
Cloud stellte seine Freunde und sich vor und wartete nun auf eine Antwort ihrerseits. Sie war nicht gerade die Größte, aber schien doch ziemlich tough zu sein. Sie hatte hüftlanges schwarz-rotes Haar und ihre Augen waren eintönig grau, ohne einen Makel. Sie musterte den Haufen flüchtig: „Ein komisches Gespann seid ihr. Also gut… Ich bin Haruka. Haruka Kuro-no. Die Luftpiraten, sagt ihr? Ja, das ist mittlerweile ihr Gebiet hier. Deswegen kennt unser Dorf niemand. Usselen. Aber… Was Waffen und Heilmittel angeht, werdet ihr hier kein Glück haben. Dank der Piraten haben wir keinen Handel mit andern Städten. Wir sind hier eingepfercht.“ – „Eben schnauzt du uns noch an und jetzt redest du völlig offen?“, wunderte sich Tifa und hörte weiter zu. „So ganz üble Typen scheint ihr nicht zu sein. Und das mit Sitka… Ist nicht direkt eure Schuld. Ihr habt recht, ihr konntet es nicht wissen… Woher auch.“ – „…Der Drachenjunge… Wer ist er?“, fragte Vincent kühl. Haruka sah zu ihm: „Hm. Eigentlich ist er ein Einzelgänger. Aber durch zwei Federn, die an seiner Kette um den Hals hängen, hat er die Fähigkeit sich in diesen Drachen zu verwandeln. Und mit dieser Gestalt konnte er bis jetzt immer die Piraten fernhalten. Sie kamen immer, damit wir unsern Tribut zahlen. Genau genommen ist Sitka ein Eremit.“ – „So jung und schon Eremit? Was hat er verbrochen?“ – „Wenn ihr mehr über ihn wissen wollt, solltet ihr am besten selbst mit ihm reden. Sofern er euch sehen will.“ – „Barret sicher nicht…“, murmelte Yuffie in der letzten Reihe und natürlich hörte er selbst das: „Ich werde mich ja schon entschuldigen!“

Haruka zeigte ihnen das kleine Dorf. Wo sie schlafen und etwas essen konnten. „Alles schön und gut, aber wie sollen wir von hier wegkommen?“, fragte Barret Cloud, als sich die Truppe zusammen in einem Wirtshaus niedergelassen hatte. Cloud schüttelte den Kopf. Zurzeit hatte er keinen Plan. Cid stand auf: „Wenn ihr nichts dagegen habt, werde ich mich noch ein wenig umsehen, in diesem ***** Loch hier. Komm’ Vince.“. Vincent erhob sich schweigend und folgte während Cloud zustimmend nickte. Kaum draußen hatte Cid den Glimmstängel wieder im Mundwinkel und zündete diesen sofort an. Er sah nach links und rechts: „Wie eintönig…“ – „Was würdest du tun, wenn du keinen Kontakt zur Außenwelt hättest?“ – „So wie jetzt?“, er sah zu Vincent und zog die Augenbraue skeptisch nach oben. Sie liefen in eine Richtung, doch weit kamen sie nicht. Sie wurden durch eine Stimme aufgehalten und drehten sich nochmals um. „Dich kenn ich doch…“. Der Kerl der hinter ihnen stand, war dieser Sitka. Und er erkannte Vincent wieder.
Vincent musterte ihn: „Erstaunlich, dass du nach Barrets Attacke so schnell wieder laufen kannst.“ – „Abgehärtet… Euer Luftschiff ist also abgestürzt…“
Der Junge hatte etwas Eigenartiges an sich, schon allein eine lange Narbe, die über seinem linken Auge verlief. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sitka links noch etwas sehen konnte, war sehr gering, wenn nicht gleich null. Das Auge an sich war sehr trüb. So identifizierte Vincent die Verletzung. Sein Haar war kurz und fiel strähnig und an der Stirn hatte er einen kurzen, mit kleinen Perlen bestückten Zopf. Cid sah zu ihm: „Hey, Bübchen! Was willst du von uns?!“ – „Ich hab gehört, was passiert ist. Aber… Ohne Flugmaschine werdet ihr wohl kaum von hier wegkommen… Schließlich sind da noch die Luftpiraten.“ – „Und jetzt? Willst du uns helfen? Das bezweifle ich.“ – „Ich würde euch helfen. Beziehungsweise… Ich bin eure einzige Chance… Entweder ihr nehmt den Weg über das offene Feld und geht drauf oder aber wir arbeiten zusammen und ich bringe euch sicher nach Midgar.“
Vincent horchte auf: „Du hast ein ganz schön gutes Gehör. Dir gegenüber haben wir nicht einmal erwähnt, dass wir nach Midgar wollen.“ – „Ich weiß…“, er grinste frech. Cid blickte skeptisch zu Vincent und sah dann zu Sitka: „Wo ist der Haken, Bursche?“ – „Keine Sorge, alter Mann. Als “Haken“ würde ich es nicht bezeichnen. Eher als kleine Hürde… Kommt einfach alle zusammen später an die große Lichtung dort hinten. Ich werde euch was zeigen…“, sagte er  und drehte sich um und wollte gehen. „Alter Mann?!“, knurrte Cid zornig und sah dem Jungen wütend hinterher. Bevor Cid losstürmen konnte hielt Vincent ihm seinen Arm in den Weg: „Verschwende deine Zeit nicht an ihn. Gehen wir zurück und sagen Cloud und den andern bescheid. Wenn er Recht behält ist er wirklich unsere einzige Möglichkeit zurückzukommen. Vergraule ihn also nicht.“ – „Ich ihn?! Spinnst du eigentlich? Dieses Müttersöhnchen hat doch damit angefangen!“. Vincent beachtete Cid nicht mehr und ging voraus. „Hey! Hörst du mir eigentlich zu?! Hey Vince!“, Cid folgte ihm.
Die beiden berichteten was Sitka zu ihnen gesagt hatte und sahen in die Runde. Yuffie war unsicher: „Ich weiß nicht. Erst greift er uns an und jetzt will er uns helfen? Ich würde gerne wissen, was die Gegenleistung von uns sein sollte?“ – „Hm, werden wir ja erfahren. Nutzen wir diese Möglichkeit um von hier wegzukommen.“, sprach Cloud und lief auf und ab. Tifa beobachtete ihn besorgt: „Woran denkst du?“, aber Cloud schwieg. „Yuffie hat Recht! Irgendein Haken scheint dabei zu sein!“, rief Barret und überschlug die Arme vor der Brust.

Nach einer Weile und leeren Diskussionen trafen sie sich mit Sitka. Der wartete bereits: „Hätte nicht erwartet, dass ihr kommt…“ – „Was willst du von uns?“, sprach Cloud kalt. Sitka grinste etwas: „Kommt mit, ich zeig euch was…“
Hinter der Lichtung befand sich eine kleine Hügelkette über die man nicht hinüber sehen konnte, sofern man nicht auf den Hügeln stand. Der Anblick war erschreckend. Die Fläche war übersät von abgestürzten Flugmaschinen. Alle zerstört und mittlerweile schon am verrosten und zerfallen. Ob auch noch sterbliche Überreste hier begraben waren, wollte keiner von der Gruppe wirklich wissen. Yuffie sah sich ängstlich um und klammerte sich an Cids Arm. Er wollte sie eigentlich gerade überholen, da hatte sie ihn sich geschnappt: „Was ist denn hier passiert? Alles dein Werk?“. Ein zustimmendes „Hm“ konnte sie von Sitka vernehmen. „Wo gehen wir hin?“, fragte Cloud und sah zu ihm. Er ging neben Sitka her. „An den Ort, an dem ich festgehalten werde…“, er sah zu Cloud. „Wenn ihr den Stein dort nicht zerstört, dann kann ich euch nicht von hier wegbringen.“ – „Nur um einen be****** Stein kaputt zuhauen führst du uns ins ******** Niemandsland? Kannst du das denn nicht selber?“, grummelte Cid und sah nach vorn, nebenbei befreite er sich gerade aus Yuffies Klammergriff. Jedoch ließ sie nicht locker. Sitka drehte sich nicht um: „Nein. Sonst hätte ich euch ja nicht hergebracht. Diese Leute im Dorf, die halten mich fest und benutzen mich als ihre Waffe. Sie sind nicht so “freundlich“, wie sie sich ausgeben wollen. Eine Schamanin, die mittlerweile nicht mehr am Leben ist hat meinen Geist in diesen Stein gepfercht. Das bedeutet soviel, wie: Ich kann dieses Kaff nicht verlassen. Da kommt ihr ins Spiel. Ihr wollt auch weg von hier. Aber die Dorfbewohner wollen mich natürlich hier behalten und würden den Klotz niemals zerstören.“ – „Warum lässt du’s dann nicht einfach? Ihnen zu helfen.“, fragte Cloud. „So einfach ist es nicht. Die kontrollieren mich. Am schlimmsten ist diese Haruka. Deshalb hat sie euch auch aufgehalten. Was bringe ich ihr, wenn ich tot bin? Diese Leute sind so scheinheilig… Und vor allem durchschaubar.“ – „Wie bist du in diese Situation geraten?“, sprach Vincent und sah sich um. „Du bist stark, wenn das alles du warst. Warum hast du dich nicht gewehrt?“ – „Ich konnte nicht. Nachdem mein Eltern durch die Luftpiraten ums Leben gekommen waren, waren Haruka und ihre Eltern diejenigen, die mich aufgenommen hatten. Da hab ich ihr natürlich vertraut. Bis sie hinter das Geheimnis mit dem Drachen kam. Sie hat es der Dorfältesten verraten und die hat mich dann schließlich hier eingesperrt. Und jetzt kommt ihr. Das ist meine Chance und eure noch dazu. Was sagt ihr?“, er blickte zu Cloud. Er überlegte: „Wenn wir dir helfen kommen wir zwar hier raus aber hier können wir uns nicht wieder blicken lassen.“ – „Wann werdet ihr jemals wieder hier herkommen?“ – „Was machen die Menschen ohne dich? Gibt’s da keinen Kompromiss?“ – „Ha! Wohl kaum! Wenn sie mich nicht widerwillig festgehalten hätten, dann bestimmt. Aber jetzt?“
Sitka zeigte ihnen die Stelle. Mitten in aus den Trümmern ragte ein niedriges Podest und darauf leuchtete bläulich der kantige Stein. Er erinnerte ein wenig an einen Kristall. „Einfach kaputt hauen?“, wunderte sich Cid und sah sich den Stein an. „Irgendwie einfach zerstören. Weil nie jemand Fremdes herkommt haben sie keinen Schutz drüber gelegt.“ – „Der kleine Klunker? Dann tretet mal zur Seite.“, grinste Cid breit ließ seine Finger knacken. „Ähm…“, murmelte Barret: „Das wird so nichts. Oder hast du schon mal Steine zerhauen?“ – „Still!“, grummelte Cid und hob die Hand. „Das ist nur eine Sache der Konzentration.“ – „Tritt zur Seite.“, sagte Vincent und schob Cid zur Seite, der gerade ausholen wollte. Seine Pistole hatte er bereits im Anschlag. „Alle besser einen Schritt zurück.“, veranlasste er und wartete den Moment noch. Sitka war aufgeregt.
Plötzlich schrie es aus dem Hintergrund: „Hört sofort auf damit!“. Sitka erkannte sie sofort: „Haruka!“ – „Diese Fremden sollen von hier verschwinden!“. Sitka hielt sie auf und befahl Vincent weiterzumachen. „Nein ihr versteht das doch nicht!“, schrie Haruka und traf auf Sitka: „Wir brauchen dich hier! Glaubst du ich wollte, dass das passiert?!“ – „Ich hab dir vertraut…“ – „Wir brauchen dich hier. Was ist mit den Feinden?“. Sitka sah ernst und schweigend zu ihr. Haruka flehte: „Bitte, Sitka…“
„Hey Cloud? Können wir ihnen nicht helfen?“, fragte Cid und sah zu dem Blonden. „Was meinst du?“ – „Nun ja. Im Moment sind wir ja noch hier. Wenn wir den Leuten im Dorf helfen, die Piraten endgültig zu vertreiben, dann lassen die Sitka vielleicht gehen. Und aus dem Schrott da kriegt man schon noch irgendwas Flugtüchtiges zusammengeschustert. Verstehst du?“ – „Wenn du daraus was bauen kannst, warum sollten wir dann kämpfen?“ – „Ist doch kein Zustand für ihn oder?“. Cloud schwieg. Tifa integrierte sich: „Es stimmt, was Cid sagt. Es wäre nicht richtig ihn hier zurückzulassen, wenn er nicht will. Wir helfen ihnen gegen die Piraten. Los kommt!“. Cloud sah Tifa nach: „Einverstanden.“. Tifa hatte ihm also das Kommando abgenommen und lief auf Haruka und Sitka zu: „Hört mal zu!“. Beide schauten gespannt zu Tifa. Sie lächelte: „Haruka? Wir helfen dir die Piraten endgültig zu verscheuchen. Als Gegenleistung musst du Sitka aber gehen lassen, wenn er nicht hier bleiben will. Was sagst du?“. Haruka hielt inne und überlegte. Zwischendurch sah sie zu Sitka. Nach kurzem Zögern nickte sie: „Und wie wollt ihr das anstellen?“. Tifa sah zu Cid und er erklärte.

„Wenn in deinem Dorf Mechaniker sind, dann schick sie alle her. Wir werden sie brauchen. Aus dem Schrott bauen wir Flugmaschinen und dann überfallen wir das Flagschiff. Das muss es ja irgendwo da oben geben.“ – „Gute Strategie. Aber wie optimistisch bist du wirklich?“, sprach Vincent ihm dazwischen. Cid sah zu ihm: „Sieh dich doch mal um. Die Teile sind schon jahrelang der Witterung ausgesetzt. Und du glaubst wirklich, dass sich auch nur eine Schraube herausdrehen lässt ohne in Staub zu zerfallen? Sehr optimistisch…“ – „ Mach den Plan nicht zunichte! Du hast ja keine Ahnung. So machen wir’s.“. Sitka sah zu Haruka: „Versprich es…“ – „Was?“ – „Dass du mich befreist.“, er ging mit den andern mit.

Die Leute wurden zusammengetrommelt, der Plan noch mal durchgegangen und dann wurde gebaut. Aus den “Leichenteilen“ entstand bereits nach kurzer Zeit ein halbwegs nach Luftschiff aussehendes Gefährt mit Propellern, ähnlich wie die Tiny Bronco. Und nach weiteren, wenigen Stunden war es soweit den Motor das erste Mal zu starten. Zusammen mit Barret und ein paar anderen Männern begann Cid die Propeller anzudrehen. Sie knatterten zwar kurz, aber der Motor wollte nicht anspringen. Cid regte sich auf und war sich sicher alles richtig gemacht zu haben. Aus Wut trat er so stark er konnte gegen den Motorraum, dass er durch den kurzen Schmerz nur noch mal aufschrie. Wie durch ein Wunder sprang der Motor von alleine an. Alle beteiligten sahen sich erst ratlos an und jubelten anschließend. „Da sagt noch mal einer mit Gewalt geht’s nicht.“, grinste Cid und vertuschte den Schmerz. Tifa, die bemerkt hatte, dass er nicht mehr wirklich auf dem Fuß stand, lehnte sich zu ihm herüber und grinste schadenfroh: „Tut’s weh?“ – „Wie die ******* Hölle!“.
„Das Ding läuft, aber fliegt’s auch?“, murmelte Sitka und sah skeptisch drein. „Sehen wir gleich.“, grummelte Cid und stieg auf die Tragflächen. Cloud sah zu ihm auf: „Und wenn es nicht fliegt? Was machen wir dann?“ – „Erstmal schauen wir, ob es fliegt.“. Cid stieg ins Cockpit. Sitka sah zu Cloud: „Und der kann das fliegen?“ – „Wenn er’s nicht kann, dann keiner. Er ist der beste Captain, den ich kenne.“, lächelte Cloud und sah zu, wie das gebastelte Flugzeug anfing zu rollen. Cid war nicht ein bisschen nervös. Er beschleunigte die Maschine und hob tatsächlich ab. Vincent hatte sich getäuscht, ärgerte sich aber nicht drüber und gönnte Cid den Erfolg. Die Dorfbewohner jubelten. Haruka war unsicher: „Jetzt haben wir ein Flugzeug. Aber das reicht doch niemals gegen eine ganze Flotte von den Dingern.“ – „Wir haben schon einen Plan. Morgen werden wir sie suchen.“, murmelte Sitka und sah zum Himmel. Haruka blieb unsicher.
In der Nacht wurde Wache gehalten. Es wurden noch schwere Geschosse gebastelt, die zwar nicht explodieren würden aber wenigstens eine hohe Durchschlagskraft beim Aufprall hatten. Die Nacht war schneller rum als allen lieb war. Der Plan war, dass Cid die Piraten ablenken würde und Sitka einzelne Kämpfer auf die feindlichen Maschinen bringen würde, damit diese nach und nach die anderen Flugzeuge unter Besitz nehmen konnten. Und so wurde es dann auch gemacht. Cid startete bereits und Sitka, der sich dazu wieder in den Drachen verwandeln musste, nahm jeweils 5 Leute auf seinen Rücken, denn groß genug war er dafür. Zwei der Passagiere waren Vincent und Barret, sie würden auch nicht “absteigen“, sondern von Sitkas Rücken herunter feuern. Sitka hatte keine Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit der Flugmaschinen mitzuhalten. Und festhalten konnte man sich an ihm auch gut, was an dem längeren Fell lag. Sitka folgte Cid und schon bald waren beide aus dem Sichtfeld verschwunden. „Werden sie es schaffen?“, fragte Haruka und sah ihnen nach. „Mit Sicherheit!“, lächelte Tifa und stellte sich zu Cloud. „Jetzt müssen wir warten…“, murmelte Cloud und sah zu Tifa. Das sah Yuffie nicht gerne.
Nach einer Weile Flug hatten Sitka, Cid und die andern Feindkontakt. Man wechselte die letzten Blicke und dann begann die Schlacht. Alles lief nach Plan. Drei der feindlichen Maschine wurden wie erwartet übernommen. Die Piraten zogen die Flucht vor. Ein Luftschiff, ähnlich der Highwind, war ihr Ziel. Und natürlich wurde dieses unter Beschuss genommen. Cid genoss das Gefühl der Rache. Sitka war auch nicht wehrlos. Neben den drachentypischen Flammen beherrschte er auch einen wortwörtlich eisigen Atem. In Kombination wirklich gefährlich für die Luftschiffe. Durch das rasche Abkühlen und Erhitzen kam es schon mal dazu, dass das Metall anfing zu reißen. Barrets “Machtschlag“ war allerdings der große Joker in diesem Kampf. Und schließlich war der Kampf gewonnen. Nach schier endlosem Kugelhagel erwartete keiner mehr, dass die improvisierte Kriegsmaschine doch noch getroffen wurde und abstürzte. Sitka musste sich beeilen, damit Cid während dem Fall nichts passierte. Vincent griff nach Cids Hand und zog ihn auf Sitkas Rücken. Cid bedankte sich und grinste wie ein Lebkuchenpferd: „Schon lange nicht mehr soviel Spaß gehabt.“ – „Kehren wir um. Die andern sind schon auf dem Weg.“, murmelte Vincent und sah voraus. Sie kehrten zurück und waren wohl auf. Sie wurden mit Freunden zurück empfangen. Sitka nahm umgehen seine normale, menschliche Gestalt wieder an. Sie wurden jubelnd empfangen und Sitka sah zu Haruka hinüber. Sie sah nicht glücklich aus. Er ging zu ihr: „Gehen wir…“ – „Ich will nicht, dass du gehst…“, wimmerte sie und Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sitka wurde ganz anders. So hatte er Haruka nicht kennen gelernt. „Du hast es versprochen, also lass mich gehen.“ – „Lass mich mit dir kommen.“ – „Was?“ – „Ich will bei dir sein, Sitka. Weil… du mir wichtig bist.“. Sitka schwieg und sah zu Cloud. Der hatte alles mitbekommen und nickte zustimmend. Haruka würde mitkommen. Sie hielt ein, was sie versprochen hatte und der Stein wurde zerstört.
„Ich kann euch nicht alle tragen. Am Besten wird es sein, wenn ich euch nur eskortiere und ihr die drei Maschinen nehmt, die wir übernehmen konnten. Sie stimmten zu und der Abschied blieb bescheiden.
Sie begannen die Reise nach Hause. Sitka und Haruka hatten sich Clouds Gruppe endgültig angeschlossen. Auf dem Weg konnten sie unter sich noch mal die Trümmer der Highwind sehen, die mittlerweile ziemlich ausgebrannt waren. Es war eine Tagesreise bis in die Nacht, bis sie den Flughafen von Midgar erreichten.
Marlene hatte schon so lange gewartet, dass ihr Ziehvater Barret, Cloud und Tifa wieder heimkehrten und natürlich auch die anderen. Sitka und Haruka wurden freundlichst empfangen, anders als in ihrem Dorf.
Beide unterstützten tatkräftig die Truppe AVALANCHE und wurden wahre Mitglieder.
 
 
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