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von Swansong
erstellt: 08.03.2010
letztes Update: 03.01.2011
Geschichte, Abenteuer / P6
(abgebrochen)
Alice lachte ausgelassen und drückte ihre Schwester wieder an sich. „2 Jahre sind eine viel zu lange Zeit, Schwester.“sagte sie glücklich. Jetzt, wo sie ihre Schwester bei sich hatte, wirkte die ganze Lage gar nicht mehr so bedrohlich auf sie. Jetzt, wo sie ihre Schwester bei sich hatte, würde alles wieder gut werden. Sie hatte vorher gar nicht bemerkt, wie sehr Margaret ihr eigentlich gefehlt hatte.
„Nun gut, komm rein! Du hast so einen langen Weg hinter dir!“ rief sie geschäftig und zog Alice mit sich die Treppen hinauf, während zwei Angestellte ihre Koffer aus der Kutsche holten.
Margaret hielt inne und senkte ihre Hand, in der sie ihre Teetasse hielt, um Alice besorgt zu betrachten. Sie nickte nachdenklich und wandte ihren Blick ab, bevor sie einen Schluck von ihrem Tee nahm.
„Was? Du bist nicht überrascht?“ fragte Alice verwirrt. Sie hätte sich eine andere Reaktion erwartet, wenn sie ihr von ihrem Problem berichtete. Vielleicht ein Kreischen, ein `Oh Gott! Meine arme Schwester!`oder ähnliches.
Margaret hob ihre Schultern ein wenig und sah sie entschuldigend an. „Ich kenne das Gesetz.“ gab sie zu. „Eine Freundin von mir- Lisa, ihr ist das gleiche passiert. Und jetzt ist sie mit einem Eisenschmied verheiratet, der jeden Abend in die Schenke geht und morgens auf der Straße gefunden wird.“
Alice verzog ihr Gesicht angewidert. Nein, mit so einem wollte sie gewiss nicht enden. „Wann war das? Gibt es dieses Gesetz schon lange?“ fragte sie und biss von einem Plätzchen ab.
Margaret senkte den Blick und schien auf einmal sehr interessiert an dem Muster ihrer Teetasse zu sein. Alice runzelte ihre Stirn. „Eh...Willst du nicht noch etwas Tee? Du hast noch gar nichts getrunken...“ kicherte Margaret nervös und wollte Tee in ihre noch volle Tasse gießen.
„Nein, danke.“ murmelte Alice abgelenkt. Sie trank schon seit einigen Jahren keinen Tee mehr. Genauer gesagt, sie trank seit 2 Jahren keinen Tee mehr. Er erinnerte sie einfach immer viel zu sehr an...
Mitten auf der Lichtung standen vier kleine Tische aneinander gereiht auf dem unebenen Boden. Darüber waren verschieden farbige und geflickte Tischdecken gelegt. Um die Tische herum standen sehr viele, verschieden große und verschieden farbige Stühle- jeder Stuhl ein anderes Modell, was dazu führte, dass das Gesamtbild des Tisches ein buntes Durcheinander aus nicht zusammenpassenden Stilen, Farben und Schnitten war. Auf dem Tisch standen unzählige Teetassen und Teekannen, die ebenfalls alle verschieden waren und einfach nicht zusammenpassen wollten. Und obwohl an diesem Tisch ein Duzend Gäste hätten Platz nehmen können, waren tatsächlich nur 3 von ihnen besetzt. Ein verrückter Hase mit schiefen Zähnen, eine kleine Maus mit einer spitzen Nadel und am Ende des Tisches....
Alice schnappte aus ihrer Fantasie zurück ins Esszimmer ihrer Schwester und atmete zittrig ein. Sie schluckte heftig und legte den Keks zurück auf ihren Teller, da ihr plötzlich ganz schlecht war. Sie blinzelte und sah auf zu ihrer Schwester, als ihr wieder einfiel, was sie hatte sagen wollen. „Was ist denn, bekomme ich keine Antwort?“
Margaret sah sah sie schuldbewusst an und stellte ihre Tasse zurück auf den Tisch. „Na gut. Aber ich möchte vorweg schon sagen, dass es mir Leid tut, ja?“ sie presste ihre Lippen aufeinander und Alice runzelte die Stirn. „Also, ich habe davon schon gewusst, bevor du nach China gegangen bist... und mir war auch klar, dass du dem Gesetz irgendwann hätte folgen müssen.“
„Wie bitte?“ rief Alice. „Margaret!“
„Oh, es tut mir Leid!“ rief sie entschuldigend. „Aber ich... ich war noch so wütend wegen der Sache mit Hamish und... und...“ sie seufzte. „Tut mir Leid, wirklich.“
Alice sah sie genervt an und strich ihre Haare zurück. „Woher wusstet du es überhaupt?“
„Lowell hat mir davon erzählt.“ sagte sie und goss sich noch Tee ein.
„Ah... Lowell...“ murmelte Alice und verzog ihr Gesicht.
Margaret beäugte sie und runzelte die Stirn. „Ich weiß wirklich nicht, warum du ihn nicht leiden kannst... ich bin sehr glücklich mit ihm.“ sagte sie vorwurfsvoll und nahm einen Schluck.
Alice antwortete nicht. Sie wusste, dass Margaret wirklich glücklich mit ihm war. Und wenn sie ihr erzählen würde, was der wirkliche Grund dafür war, dass sie ihn nicht mochte, würde sie ihre Ehe zerstören. Also konnte sie es ihr nicht erzählen. Sie beschloss, das Thema zu wechseln, damit Margaret nicht nach hacken konnte. „Lord Ascot hat uns zum Dinner bei sich eingeladen.“ teilte sie ihr mit. Ihre Gesichtszüge hoben sich. Alice wusste, wie sehr sie solche Einladungen mochte. Einladungen, bei denen man oberflächlich über Belangloses reden konnte und mit abgespreiztem kleinen Finger sein Lachstartar mit lächerlich teurem Kaviar und Silberbesteck aß. Das war Margarets Welt, weshalb sie damals auch Lowell geheiratet hatte.
Alice hatte eigentlich vorgehabt, die Einladung aus zuschlagen, da sie keine Lust auf ein Wiedersehen mit Hamish hatte, doch plötzlich erschien ihr das als richtig.
„Oh, wie schön!“ rief sie und begann, darüber zu reden, dass das der perfekte Anlass sei, ihr neues Kleid anzuziehen, welches gerade Mode in London war. Alice lächelte nachdenklich und blendete ihre Stimme aus, sodass es nur noch ein dumpfer Ton war und betrachtete nachdenklich meine Tasse Tee.
„Alice, beruhige dich. Sei nicht so nervös.“ sagte Margaret leise, als sie in der Kutsche saßen, die zum Ascot Anwesen fuhr. Alice runzelte die Stirn.
„Ich bin nicht nervös.“ sagte Alice nervös und kaute auf meinem Daumennagel rum. Margaret schmunzelte.
„Ist es wegen Hamish?“ fragte sie. „Bereuhst du es, nein gesagt zu haben?“ testete sie sie im unauffälligem Ton und betrachtete Alice aus dem Augenwinkel.
„Nein, natürlich nicht. Ich habe nur ein wenig Angst vor Lady Ascot. Sie hat mich schon vorher nicht leiden können... und nachdem ich den Heiratsantrag ihres Sohnes ausgeschlagen hatte, hat sie mich gehasst.“
„Du übertreibst wohl.“ sagte sie ruhig und berührte Alice' Arm, was sehr beruhigend auf sie wirkte.
„Ich stelle sie mir als verzogene Königin mit zu viel Macht vor. Mit einem monströsen und Angst einflößendem Kopf und dem Gemüt eines Drachen.“ flüsterte sie und bekam eine Gänsehaut.
Margaret sah ihre Schwester an und lachte, wobei sie ihren Kopf in den Nacken legte. „Oh Alice, du bist ein Erwachsener, aber immer noch nicht erwachsen. Ich habe dich und deine Fantasien wirklich vermisst.“ Sie lächelte liebevoll, als die Kutsche zu einem Halt kam und der Kutschenfahrer ihnen die Tür öffnete.
Als sie die Treppen hinauf liefen, wurden sie schon erwartet. Vor der Tür stand Lord Ascot, Lady Ascot, ihr Sohn Hamish und ein junges Mädchen, das schüchtern drein blickte. Und wieder erstaunte es Alice, wie verschieden sie doch alle waren, obwohl sie eine Familie waren. Lord Ascot strahlte wie immer eine friedliche Ruhe und eine nette Wärme aus mit seinem herzlichen Lächeln und seinen freundlichen Augen. Lady Ascot kam ihr vor wie eine Schlange, die kurz davor stand, ihre Beute zu verschlingen, ihre schmalen Augen scharf auf sie und Margaret gerichtet und ihre dünnen Lippen in eine missbilligende Schnute gezogen. Neben ihr stand Hamish, der Blick, den er in seinem Gesicht trug, war der gleiche, den er gehabt hatte, als Alice nein zu ihm gesagt hatte. Verwirrt, genervt und unfassbar wider.
„Herzlich Willkommen.“ sagte Lord Ascot und trat hervor. „Margaret, es ist gut euch zu sehen. Wie geht es Lowell?“
„Sehr gut.“ lachte sie und war dabei völlig in ihrem Element. Small Talk war wirklich ihre Stärke. Nervös pulte Alice hinter ihrem Rücken an ihren Fingern rum, als sie die beiden unangenehmen Blicke von Mutter und Sohn auf ihr spürte. Sie stupste ihre Schwester leicht an und diese stoppte ihr belangloses Gerede sofort, um sich Lady Ascot zu zuwenden.
„Alice.“ lächelte Lord Ascot nun und sie fühlte sich augenblicklich besser. „Schön, dass du hier bist. Aber es ist wohl ziemlich unhöflich, die Gäste vor der Haustür stehen zu lassen. Kommt doch rein, kommt doch rein.“ Und so schlurften alle durch die Haustür.
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(edit: tut mir leid wegen dem plötzlichen wechsel der ich-form. kleiner fehler, da ich sonst immer in i-perspektive schreibe! ist jetzt behoben!!)
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