Fanfiktion / Kinofilme / Sonstige Kinofilme / Alice im Wunderland (Tim Burton, 2010) Andere Umstände
Alice
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von BeingInWonderland    erstellt: 08.03.2010    letztes Update: 27.06.2010    Actionabenteuer / P16     57 Reviews
„Wie bitte?!“ Alice war von ihrem Stuhl aufgesprungen und stemmte ihre Hände wütend auf die Tischplatte. Fassungslos starrte sie Lord Ascot, der seit 2 Jahren ihr Geschäftspartner und ein guter Freund war, an. Sie konnte nicht glauben, was sie da gerade gehört hatte. „Ich hoffe doch wohl sehr dabei handelt es sich um einen Scherz.“ sagte sie leicht lächelnd und versuchte, sich selber zu beruhigen.
Lord Ascot sah seine junge Geschäftspartnerin entschuldigend an. Sie war bereits so etwas wie eine Tochter für ihn geworden, wodurch er sie natürlich sehr gut kannte. Es machte ihm ein wenig Angst, sie durch das hier wütend zu machen. Schließlich wusste er, dass Alice ein feuriges Gemüt besaß. „Es tut mir Leid, Alice. Das sind nicht meine Vorschriften. Ich habe es ebenfalls erst gestern erfahren.“
„Was ist das überhaupt für eine Regel? Das können die nicht verlangen!“ rief sie aufgebracht und gestikulierte wild mit ihren Händen umher. „Ich bin eine sehr erfolgreiche Unternehmerin. Ich habe es geschafft, innerhalb eines halben Jahres ein Handelsweg zwischen China und Großbritannien her zustellen! Ich habe sehr viel erreicht!“ rief sie verzweifelt.
„Ich weiß, ich weiß. Alice, es tut mir Leid. Das sind die Vorschriften.“ entschuldigte sich Lord Ascot bei ihr und sah sie mit aufeinander gepressten Lippen an.
„Was interessiert die das denn überhaupt, ob ich verheiratet bin, oder nicht?“
„Du bist eine sehr junge Frau und führst ein eigenes Unternehmen. Alice, das grenzt an ein Wunder! Aber die Vorschriften besagen, dass Frauen, die jünger als 35 Jahre sind, verheiratet sein müssen, um eine solch große Rolle in der Wirtschaft zu besitzen.“ er senkte seine Stimme ein wenig und lächelte sie aufmunternd an. „Alice, du hattest sogar ziemlich Glück, dass das hier erst nach 2 Jahren passiert ist.“
Alice sah ihn für einen Augenblick nur starr an. Dann senkte sie den Blick und kaute auf ihrer Unterlippe herum, während sie die Arme wie ein stures Kind verschränkte. Sie wollte nicht heiraten. Warum verlangten immer alle von ihr, dass sie heiratete?
„Ich kann es nicht fassen, dass das schon wieder passiert.“ schnauzte sie genervt und dachte dabei an Hamish, Lord Ascot's Sohn. Lord Ascot schmunzelte bei der Erinnerung daran und lehnte sich leicht in seinem Sessel zurück. Einschätzend betrachtete er sie.
„Ich will dich nicht drängen, Alice. Und es widerspricht meiner Natur, dich zu etwas zu ermuntern, dass dir nicht gefällt, aber hier geht es nicht nur um dich, Alice. Es geht um unser ganzes Unternehmen und alles, das davon abhängt. Und das ist sehr sehr viel.“ Er sah sie durchdringend an und Alice spürte, wie sich eine immer heftigere Last auf ihr bildete. Nervös begann sie, auf ihrem Daumennagel zu kauen. „Wenn du dem Gesetz nicht nachgehst, könnte das unserem Unternehmen schaden.“ sagte er mit starker Stimme und nickte dann kurz.
Alice senkte den Kopf und starrte zu Boden. Sekunden vergingen, in denen keiner etwas sagte. Das Ticken der Uhr im Raum wirkte auf einmal drängend, als wolle die Zeit am liebsten schneller vergehen. Alice presste ihre Augen zu und sah dann auf. Sie atmete tief durch, faltete ihre Hände und hob ihren Kopf so hoch und stolz, wie sie es nur hin bekam ohne dabei idiotisch auszusehen.
„Nun gut. Du hast wohl recht.“ zwang sie sich zu sagen. „Es wäre wohl das Vernünftigste, einfach das zu tun, was von mir verlangt wird.“
„Zur Abwechslung halber.“ schmunzelte Lord Ascot und zündete sich dabei seine Pfeife an. Alice verrenkte ihre Augen zu Schlitzen, antwortete aber nicht. „Wie willst du vorgehen?“ fragte er und stieß den Qualm seiner Pfeife aus.
Alice lies ihren Blick durch den Raum schweifen, während sie nachdachte. Ehrlich gesagt hatte sie keinen blassen Schimmer. Wie sollte sie so schnell einen geeigneten Mann finden? Nie in ihrem Leben hatte sie sich einen Ehemann gewünscht. Sie war nicht bereit dafür, eine so große, bindende Entscheidung zu treffen. Alice war bis jetzt noch nicht ein mal sonderlich an dem anderen Geschlecht interessiert gewesen. Sie wusste nichts. In diesem Bereich war sie unbeholfen und hilflos. Was sollte sie bloß tun? Und was für eine Art Mann wollte sie eigentlich? Wie sollte er sein?
Nun ja, sicherlich sollte er finanziell gut abgesichert sein. Obwohl das eigentlich nicht nötig war, da Alice in diesem Gebiet bestens versorgt war- aber es konnte nicht schaden, oder? Und er sollte nicht so unglaublich unbehaglich wie Hamish sein.
An mehr konnte sie nicht denken.
Sie hätte in diesem Moment am liebsten die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und sich irgendwo verkrochen. Sie hatte überhaupt keinen Schimmer, was sie tun sollte! Wer konnte ihr helfen? Wer kannte sich in solchen Dingen aus?
Und dann kam ihr der entscheidende Gedanke.
„Ich denke, ich werde meiner Schwester Margaret einen Besuch abstatten.“
 
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