■
Geschichte: Fanfiktion
/ Prominente
/ Musik
/ Tokio Hotel
/ Zoom dich zu mir
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von Krystalica
erstellt: 06.03.2010
letztes Update: 22.05.2011
Geschichte, Romanze / P16 Slash
(fertiggestellt)
06.03.20**
Um 21:44 Uhr waren fast alle Aktivitäten unterbrochen. Lebenserhaltsmaßnahmen haben ihn wieder stabilisiert.
Dauer der Funktionsstörungen: 4 Stunden
07.03.20**
Um 01:40 Uhr verschlechterte sich der Zustand des Patienten. 20 min. später war er wieder stabil. Ohne Ärztliche Maßnahmen.
07.03.20**
12:50 Uhr
Mit dröhnendem Kopf lies er sich von seiner Mutter umsorgen.
Er war schon eine Weile zu Hause, doch war sofort in einen Tiefschlaf gefallen, aber wohl schlecht geträumt, da er sich in seinem Bett wild hin und her geschmissen hatte und schließlich zwei Bilder von seinem Nachtisch geräumt hatte und deren Glas zertrümmert.
Seine Mutter ist von dem Lärm wach geworden und hat eine Stunde gebraucht, um ihn zu wecken, es dann Schluss endlich mit einem kalten Eimer Wasser geschafft.
Seit dem war er stocksteif. Lag einfach in seinem Bett, lies dröhnenden Kopf einen dröhnenden Kopf sein und bekam nicht sehr viel von seiner Umwelt mit.
Die Miene seiner Mutter war zerfurcht vor Sorge aber auch Resignation, weil sie wusste, dass ihr Sohn sich nicht helfen lies.
Dabei brauchte sie Tom, genauso wie Bill ihn scheinbar brauchte.
Vor einer Stunde haben die Ärzte angerufen, weil Bill Aktivität gezeigt hatte, aber auch fast gestorben wäre, weil er scheinbar einen vollkommenen Nervenzusammenbruch gehabt hatte. Die Ärzte standen vor einem weiteren Rätsel, nur Tom´s Mutter schien so langsam das Schicksal zu verstehen.
Der Grund war Tom und dessen Aktivitäten.
Sie passten zu Bill´s, so komisch und absurd sich da auch anhörte.
Sie wusste, dass Tom bei Gustav war, einem Freund von ihren Zwillingen und das dieser sehr nah am Krankenhaus wohnte, in dem Bill lag.
Heute würde sie nicht ins Krankenhaus gehen. Heute brauchte Tom sie mehr als Bill. Ob Bill sie überhaupt brauchte, fragte sie sich schon seit geraumer Zeit. Denn auch wenn die Ärzte meinten, dass bei Komapatienten vertrautes gut tat, so reagierte Bill auf sie überhaupt nicht. Aber sonst besuchte ihn keiner, weil sich keiner traute.
Selbst Gustav und ein weiterer Freund Georg waren nur ein paar Mal dort gewesen, es aber dann nicht mehr sehen können, Bill so hilflos und allein daliegen zu sehen.
Sie nahm es den Beiden nicht übel, für sie selbst war es auch nie einfach gewesen, aber sie würde ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht jeden Tag zu ihm gehen würde.
Doch Heute, Heute würde sie versuchen, Tom dazu bekommen ins Krankenhaus zu gehen und seinen Bruder zu besuchen. Auch wenn sie ihn mit Gewalt dort hin schleppte.
Sie nahm den Lappen aus der Schüssel mit Wasser und legte ihn auf Tom´s Stirn.
Dann stand sie auf und ging aus dem Zimmer.
Obwohl sie schon seit Stunden in dem Zimmer gewesen war, hatte Tom sie gar nicht beachtet. Nicht, als das Wasser ihn weckte, nicht als sie ihm die Nassen Klamotten auszog und frische anzog und auch nicht als sie das nasse Bettzeug wechselte, obwohl sie Tom dabei sehr hin und her geschockt hatte.
Am Anfang dachte sie schon, es wäre nun bei Tom auch eingetreten, aber manchmal, wenn sie zum Beispiel den Lappen gewechselt hatte, war Tom zusammen gezuckt.
Bill tat es nicht.
Man konnte Bill sogar kitzeln und er rührte sich nicht, dabei war Bill extreme kitzelig.
In der Küche machte Simone Kaulitz erst mal einen starken Kaffee und hob ihn für Tom in einer Thermoskanne auf. Allerdings gönnte sie sich ebenfalls eine Tasse, denn eine Kick könnte sie gut gebrauchen, immerhin hatte sie nicht sehr viel mehr Schlaf abbekommen als ihr Partykind.
Sie seufzte und ließ das heiße Getränk ihre Kehle hinab rinnen.
Tom war derweil aus seiner Starre erwacht, aber er lag noch immer einfach auf dem Bett und sah die Decke an.
Der Traum den er gehabt hatte, war heftig gewesen und er konnte sich noch nicht einmal an alles erinnern. Aber dass, was er noch wusste, trieb ihm die Tränen in die Augen, weil sich irgendwann die Realität mit rein mischte und diesem Albtraum einen brutalen Tatsch gaben.
Es war der Unfall.
Der Unfall an dem er Schuld war und wegen dem Bill nun im Koma lag. Oder etwas ähnliches, weil die Ärzte meinten, dass Bill sich nicht nach dem Schema verhielt.
Aber seit wann verhielt sich Bill schon nach der Norm?
Eben, noch nie.
In absurder weise war Tom stolz auf seinen Bruder was diese Sache betraf, dabei konnte genau das seinem Bruder zum Verhängnis werden, denn mit Komapatienten konnten die Ärzte umgehen, aber nicht mit ungewissen Krankheitssymptomen.
Langsam hob er seine Hand, nahm den Lappen von seiner Stirn und legte ihn beiseite.
Ihm war kalt geworden.
Er legte sich auf die Seite, rollte sich wie ein kleiner Fötus im Mutterleib ein und lies seine Tränen laufen, während er sein Gesicht in seinen Armen versteckte und Krämpfe seinen Körper schüttelten.
Tom wollte nicht mehr daran erinnert werden, er wollte entlich schuld frei leben.
Aber er wusste, dass das nie passieren würde.
So versuchte er sich der Vergangenheit zu stellen.
Sie, Bill und er, waren gerade auf seinem Fahrrad unterwegs, weil ihre Mutter sich geweigert hatte, die Minderjährigen auf eine Party zu lassen. Dass sie sie davon nicht abhalten konnte, wusste sie, deswegen sollten sie selbst sehen wie sie da hin kamen.
Sie kamen von einer Party, waren nüchtern, ausnahmsweise, obwohl viele ihnen Drinks angeboten hatten.
Tom hatte Bill ermuntert auch mal was zu trinken, weil er ja selbst fuhr, aber Bill wollte Tom nicht alleine nüchtern sein lassen.
So was machte man eben nicht als Zwilling.
Aber die Musik versetzte sie trotzdem in eine Art Rauschzustand. Sie genossen die Musik, Tom etwas weniger als Bill, weil Rock einfach nicht so sein Ding war, aber die Gitarrensounds gefielen ihm und seinem Bruder beim Tanzen zuzusehen war schon immer berauschend gewesen.
Er selbst saß auf einer Couch an der Seite, weil er überhaupt nicht gerne tanzte.
Irgendwann, gegen Mitternacht, kam Bill zu ihm und setzte sich auf seinen Schoss, schmiegte sich an ihn und summte eine Melodie ins ein Ohr, was Tom eine Gänsehaut über seinen Körper fahren lies.
Er liebte Bill´s Stimme und so rau und nah bei ihm, war fast noch besser als Alkohol und er war froh darüber, dass er fuhr, weil er nüchtern bleiben musste und so diese Stimme besser genießen konnte.
Bill schien das zu merken, denn er drückte sich noch näher an ihn und er erwiderte die Berührung indem er seine Arme um seinen Bruder legte und zu schnurren anfing.
Man hatte die beiden schon oft so gesehen, deswegen machte sich keiner einen Kopf darum, auch wenn die Partygäste nüchtern gewesen wären.
Den Beiden selbst machte es absolut nichts aus sich so zu geben, weil sie schon immer sehr miteinander verbunden waren.
„Tom?“
„Mh?“
„Passt du imme auf mich auf?“
Kurz schwieg Tom, doch eigentlich brauchte er darüber nicht nachzudenken.
„Ja, Bill, immer.“
„Danke.“
Tom drückte Bill noch fester, weil er spürte, dass etwas nicht in Ordnung war und er wusste, er hätte nachfragen sollen, doch irgendwie hatte er damals auch Angst gehabt.
Später dann, als Tom auf seinem Fahrrad saß, mit Bill auf dem Gepäckträger, wusste er, dass er wohl bei Georg geblieben wäre, wenn er Bill gezwungen hätte zu reden. Vielleicht hatte Bill das auch erwartet, weil er sich nicht getraut hatte, es von sich aus zu erzählen.
Das einzige was er nach den Scheinwerfen und der Erkenntnis, dass er als Bruder und Beschützer versagt hatte, noch wusste, war es einen heftigen Schlag gab, Bill sich von ihm weg stieß und er ihn dann nicht mehr sehen konnte, weil alles Schwarz geworden war.
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
