Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
 
 
von Hesitias    erstellt: 04.03.2010    letztes Update: 04.03.2010    Geschichte, Thriller / P12    (fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Ich entschied mich spontan für eine kleine Kurzgeschichte, dessen Rahmenhandlung der Fall von Windstein sein sollte.
Viel Spaß beim Lesen!



-Hes





Regen peitschte durch die Täler der Azuniten, als ich auf den Zinnen von Windstein stand. Man kündigte uns den Einfall von Valdis‘ Heer an, einer riesigen Schar an grotesken Wesen aus den dunkelsten Ecken Arannas, wie es mein Truppenführer ausdrückte. Tarth war sein Name. Ich rückte meinen Helm zurecht und überprüfte abermals meinen Bogen. Er war gut bespannt, die Pfeile spitz. Was mich weit mehr aufregte, war dieser grässliche Regen. Er gab uns starke Verteidigungsdefizite und der vor uns liegende Nebel machte die Sache nicht wirklich einfacher.
Seit dem frühen Morgen patrouillieren ganze Kohorten durch Windsteins Gänge, sämtliche Lücken in unserer Verteidigung wurden geschlossen, wir leckten Ölfässer bereit, für den Fall dass sie angriffen, um ihnen eine Wand aus Feuer entgegenzustellen. Neben mir stierten meine Kameraden ratlos in die Nebelwand. Es wurde langsam dunkel und ich betete, dass der Angriff erst morgen erfolgen sollte. Oder gar nicht. Vielleicht hatte Valdis es sich anders überlegt? Nein. Ein absurder Gedanke… aber ein schöner. Er hat viel Blut vergossen, ein Ende wäre ein Grund zum Feiern. Vielleicht gibt der Oberkommandant dann sogar mal den Weinkeller für uns frei?
Unten verrammelten sie inzwischen die Tore. Darüber schraubten einige unserer Ingenieure bereits Behälter mit Pech fest, um Rammböcke abzuwehren. Denn: Wir hatten absolut keine Ahnung von Valdis‘ Armee, wussten nichts über ihren Aufbau, Soldatentypen, noch über die Waffen.
Normalerweise zogen wir über die Woche immer einige Soldaten in die umliegenden Orte ab, viele wohnten dort, hatten Freunde, Familie, die Quartiere waren dementsprechend nicht für so viele Männer ausgelegt. Eigentlich hatten wir auch noch nie einen Ernstfall gehabt, wo es wirklich relevant gewesen wäre. Jedenfalls habe ich noch nie soviele Soldaten auf einem Haufen gesehen.
Wir legten Kohle in die Feuerkrüge nach, damit wir sofort mit Feuerpfeilen reagieren konnten. Der Regen lies nach und ein starker Nordwind blies den Nebel weg.
Dann sahen wir sie.
Felsbrocken schleuderten gegen unsere Mauern und schlugen ein wie Bomben, ihre Wucht war schier unbeschreiblich, die Wälle bebten, wir alle stolperten weg und es schien, als bebe die Erde. Eh wir einen Blick auf den Feind werfen konnten, schossen wir erst mal einen Pfeil in die Menge, eher eine Kurzschlussreaktion, vielleicht konnten wir was Gutes erreichen. Ich schaute mir den Feind an. Vorne an stürmten groteske Kreaturen, so groß wie zwei bis drei Mann, mit zwei Köpfen und einem humanoidenähnlichen Körper. Die Arme bestanden aus Muskeln und diese Wesen schleuderten, mit gellenden Schreien, Felsbrocken auf unsere Mauern. Sie richteten wenig Schaden an, doch auf die Dauer sollten sie gefährlich werden. Dahinter erblickte ich ein Heer aus Wesen, die ich nicht kannte. Sie trugen Rüstungen mit Totenköpfen und schwangen Schwerter, die Menschen nur mit zwei Händen tragen konnten, geschickt und schnell in einer Hand, in der anderen einen – vom Aussehen her – tonnenschweren Schild. Ihre Kriegsschreie ließen unser Blut in den Adern gefrieren.
„Nicht zögern!“, brüllte unser Kommandant, der sich das Spektakel selber anschauen wollte. „Weiterschießen! Wehrt sie mit aller Kraft ab!“ Er rannte über die Mauern, dicht gefolgt von einigen Akolyten unserer Festung. Sie waren relativ begabt in Magie und sollten sicherlich den Bogenschützen Unterstützung liefern. Er postierte sie auf den Zinnen. Sie versuchten mit ihrer Magie soweit wie möglich an den Feind heranzukommen. Einigen gelang es. Feuer und Blitze brühten einige dieser grotesken Steinschleuderer und der Ansturm blieb stecken.
Der Wind verebbte, es war beinahe windstill. Das Heer blieb ruhig an seinem Platz stehen und wir wechselten verwirrte Blicke. Unter uns brüllten Kommandanten wild Befehle durcheinander. Ein Kamerad neben mir schaute mich fragend an.
Dann geschah es. Plötzlich begann sein Körper zu zucken und sein Kopf drehte sich um 360°, er lies seine Waffen fallen und er lief rot, dann violett an. Sein Gesicht war schmerzverzerrt, als ihm der rechte Arm abfaulte und ein stumpfer, blutiger Knochen überblieb.
Ohne zu zögern, wandte er sich um und stach seinen nächsten mit dem Knochen, der plötzlich seine neue Waffe war, hinterrücks ab. Blutlechzend warf er sich in unsere Reihen. Doch das nicht genug! Immer mehr meiner Kameraden veränderten sich plötzlich und eh wir uns versahen, badeten sie im Blut ihrer eigenen Kameraden, die Gesichter entstellt und schrecklich zur Schau gestellt, die Körper verkrüppelt, hetzten sie über die Gänge und schlachteten alles, was nicht zu ihnen gehörte.
„Rückzug! Verbarrikadiert die Maueraufgänge!“, rief einer von uns und wir stürmten panisch die Treppe herunter. Ein Akolyt lies den Eingang explodieren und verbarrikadierte ihn so provisorisch. Doch ihre stumpfen, knochigen Waffen, hallten durch das Gestein in unsere Ohren und wir merkten schnell, dass sie sich durchgruben. Ein Stockwerk unter uns, sah die Lage auch düster aus. Entstellte Kreaturen, nicht mehr menschlich, rissen ihre schreienden Kameraden in Stücke und speisten von den Leichen. Panisch ließ ich meinen Bogen fallen und rannte weiter runter. Die Mauer bestand aus vier Stockwerken. Im zweiten Stockwerk erreichte diese Seuche gerade die ersten Leute, als panische Schreie von unten in mein Ohr drangen und ich es laut krachen hörte.
An einem Fenster sah ich ihn. Valdis, mit dem Schwert Zaramoths, begleitet von seinem obersten Dunkelmagier. Er hatte das Tor eingeschlagen, einfach so, mit seinem Schwert hatte er es in Schutt und Asche gelegt! Die Soldaten dahinter wurden von ihm niedergemäht, als seien sie Gras und er hielt die Sense in der Hand. Inzwischen zog sich das Heer am Horizont zurück und verschwand. Verdammt!, fluchte ich voller Hass auf ihn. Ich sah, wie meine Kameraden unter angsterfüllten Schreien ihre letzte Sekunde damit verbrachten, das Angesicht ihres Mörders zu betrachten. Valdis war ungefähr so groß wie seine Steinschleuderkreaturen, somit blickten sie alle zu ihm auf.
Hinter mir hörte ich ein verräterisches Rasseln von Stimmen. Ich wirbele herum und sehe eine grinsende Fratze, die mich niederstechen will.
Gerade, als ich mit meinem Leben abschloss, ragte eine Schwertspitze durch ihr Herz und die Kreatur fiel zu Boden. Hinter ihr stand ein Soldat. Er drückte mir ein Schwert in die Hand und befahl mir, ihm zu folgen.
Valdis war inzwischen verschwunden. Er hatte sich in den Tempel von Xeria bewegt und verschwand dort, unterstrichen von einem Beben der Erde.
„Windstein ist verloren!“, rief mir der Soldat hektisch zu. „Wir müssen soviele Soldaten wie möglich für den Widerstand sammeln. Deswegen müssen wir am Le-“ Weiter sprach er nicht, weil auch er dann in den grässlichen Zustand verfiel, der meine Leute heimsuchte. Eh ich mich versah, schlug ich ihm den Kopf ab und rannte mit Tränen in den Augen weiter.
Endlich kam ich unten an, der Platz war verdeckt von Leichenteilen und Blut, ich sah tote Kameraden und Besessene, wie ich sie nannte, aus allen Eingängen strömen. Hinter mir quollen sie aus dem Mauerwerk, ich rannte nach vorne, einige sprangen aus den Fenstern neben mir. Kurzerhand bog ich in die Waffenkammer ein. Es war mehr der Gang zur Waffenkammer, ein langer und komplexer Gang. Vielleicht konnte ich mich dort verstecken?
In einem Vorraum angekommen, sah ich umgeworfene Tische und wie einige der Bestien hervorsprangen. Verdammt! Hinter mir kamen sie, rasselnde Stimmen, ein befriedigtes Grunzen…
Ich drehte mich um und sah, wie einer meiner Kameraden, den ich wie einen Bruder behandelte, mit knochigem Arm ausholte, ein Auge fehlte seinem violett angelaufenen Gesicht und wie er mir das Herz aus der Brust schlug.



-Ende.

Reviews erwünscht :)
 
 
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.3-6311