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Geschichte: Fanfiktion
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/ Fußball
/ Und plötzlich steht die Welt Kopf!
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von JenNn
erstellt: 04.03.2010
letztes Update: 09.08.2010
Geschichte, Drama / P16
(abgebrochen)
Danke an meine Beta Marmotta
Kapitel 1
„Jona kannst du mal bitte runterkommen“ Widerwillig stehe ich auf und mache mich auf den Weg ins Wohnzimmer wo ich zu meiner Verwunderung schon von meinen Eltern in Empfang genommen werde.
„Was ist denn jetzt schon wieder? Ich muss noch Hausaufgaben machen und anschließend wollte ich ganz gerne in Ruhe das Länderspiel schauen.“ Genervt verdrehe ich die Augen. Immer wenn ich mal zügig mit den Hausaufgaben fertig werden wollte kommt irgendwas dazwischen.
„Wir müssen etwas sehr Wichtiges mit dir besprechen. Setzt dich doch bitte,“ meldet sich nun auch mein Vater zu Wort.
Genervt seufzte ich auf. Grade heute. Wenn die so weiter machen schaffe ich es nie, bis zum Anpfiff mit den dämlichen Hausaufgaben fertig zu sein. Widerwillig lasse ich mich auf das alte Sofa in unserem Wohnzimmer fallen.
„Jona wir müssen dir da was sagen. Du hast du dich ja immer wieder gewundert, dass du nicht hier in Hannover geboren wurdest und dass es von dir sehr wenig Babyfotos gibt, auf denen du noch ganz „klein“ bist und dass diese Bilderflut erst einsetzte als du ein Jahr alt warst. Wir haben dich immer wieder mit irgendwelchen Ausflüchten vertröstet, dass wir bei Bekannten waren und so,“ setzte mein Vater zu sprechen an, während meiner Ma die Tränen in den Augen standen. Aber warum zum Teufel. Etwas stimmt hier nicht. Ein mulmiges, flaues und doch kribbeliges Gefühl macht sich in meinem Magen breit.
Ich war mir nicht ganz sicher ob meine Stimme halten würde und ich überhaupt einen Ton rausbringen würde, trotzdem setzte ich zum Sprechen an, was aber eher in einem Flüstern endete: „ Was ist hier los… Warum erzählt ihr mir das… warum weinst du Ma?“
„Das ist alles nicht so leicht zu erklären.“ Wieder machte er eine Pause, in der er hörbar die Luft einsog „ Deine Mutter hat sich so sehr ein Kind gewünscht und sie selbst konnte keine Kinder bekommen.“ Jetzt war ich vollkommen erstaunt und verwirrt. Aber sie hat doch ein Kind bekommen… Mich!
„Aber … Sie hat doch …“ unterbrach ich seinen Satz, wusste jedoch vor lauter irregeleiteten Gedanken nicht mehr was ich sagen sollte und wollte.
„….Dich bekommen? Nein Jona das hat sie nicht. Wir…Wir haben dich damals adoptiert als du 10 Monate alt warst,“ endete seine kleine Rede.
Eine unheimliche bedrückende Stille trat ein. Mit einem Mal war mein Kopf wie leergefegt wie eine große, leere Halle, in der immer wieder ein Wort von Wand zu Wand hallte und dabei ein riesiges Echo erzeugte. Adoptiert.
Nur langsam fand ich meine Stimme wieder. Sie hatten mich adoptiert sie waren nicht meine richtigen Eltern, sie waren nicht meine Blutsverwandten sie waren einfach nur Menschen, die mich großgezogen hatten. Aber ich liebte sie doch … Sie haben mich belogen, die ganze Zeit und da draußen laufen Menschen rum, die eventuell meine Geschwister sein könnten oder meine leiblichen Eltern, die mich nicht mehr wollten, die mich einfach weg gegeben haben, einfach so… Mich … Ihr leibliches Kind ihr Fleisch und Blut…
„Ihr … warum erzählt ihr mir das jetzt…und warum habt ihr es mir die ganze Zeit verschwiegen, mich in dem Glauben gelassen ich sei euer Fleisch und Blut…Warum lasst ihr grade meine Welt einstürzen…Warum jetzt…warum heute …warum ich….?“ Ich hatte mich so in Rage geredet, dass ich gar nicht merkte wie mir die Tränen über die Wange liefen.
„Wir lieben dich Jona…Wir würden niemals freiwillig etwas tun was dir schaden könnte. Und wir dachten es wäre besser so, wenn du erst damit konfrontiert wirst, wenn du es verstehen kannst. Wir wollten dich schützen und wir wollten, dass du dich nicht die ganze Zeit damit quälen musst, wer dich damals nicht wollte. Aber vor ein paar Tagen haben wir dann einen Brief bekommen der zwar an uns adressiert war, aber nicht für uns bestimmt gewesen ist. Er war für dich …von deinem großen Bruder….von deinem leiblichen Bruder. Und wir wollten ihn dir nicht vorenthalten,“ versuchte meine Ma mir mit tränenerstickter Stimme zu erklären.
„Von meinem …Ich hab noch Geschwister …Ich das… Ich muss hier raus!“ Wie von der Tarantel gestochen laufe ich blind vor Tränen nach draußen in die sommerliche Mittagshitze und laufe. Laufe so schnell und so lange mich meine Beine tragen, immer weiter. Muss den Kopf frei bekommen und ein wenig meine Gedanken versuchen zu ordnen. Ich hab das Gefühl meine Lunge und mein Kopf zerspringen in absurdem Einklang. Erst als meine Beine mich keinen Zentimeter mehr tragen wollen sinke an Ort und Stelle in mir zusammen. Nehme erst jetzt eine Umgebung ansatzweise wahr und versuche meinen rasselnden Atem wieder unter Kontrolle zu bringen.
Das kann doch alles nicht wahr sein, das ist doch alles ein Scherz ich adoptiert…. Außerdem habe ich noch Geschwister oder zumindest einen Bruder…. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich dazu sagen soll was in meinem Leben überhaupt noch so ist wie vor zwei Stunden. Langsam nehme ich das Gras, auf dem ich sitze, wahr. Ich war in einem kleinen Park gelandet, unweit von mir standneine große alte Eiche unter der ich jetzt Schutz vor der prallen Mittagssonne fand. Die Klamotten klebten unangenehm an meiner Haut und auch der Durst kam so langsam durch, zumindest bis eine glückliche kleine Familie mit zwei Kindern und einem Kinderwagen an mir vorüber lief. Sofort war alles andere vergessen, nur die unbeantworteten Fragen machten sich in meinem Kopf breit.
Ich weiß nicht wie lange ich so da gesessen hatte und ins Nichts gestarrt hatte. Als ich langsam wieder in die Realität zurück fand war es immer noch recht warm, aber wesentlich angenehmer als vorhin. Ich sollte mich auf den Weg nach Hause - oder zumindest das, was ich so lange Jahre für mein Zuhause gehalten habe - machen. Orientierungslos ging ich einfach mal der Nase nach. Nach einer guten Dreiviertelstunde war ich wieder an meinem Elternhaus gelandet. Etwas ängstlich drückte ich auf die Klingel und wartete darauf, dass mir jemand öffnet.
„Jona! Um Himmelswillen wo warst du so lange? Wir haben uns Sorgen gemacht,“ fing meine Mutter an zu plappern ehe sie die Tür komplett auf gemacht hatte.
„Ich war laufen. Im Park“ sagte ich einsilbig drängte mich an ihr vorbei in die Küche, schnappte mir zwei Flaschen Wasser und verschwand mit einem „Ich bin Oben“ in mein Zimmer. Dort schraubte ich hastig die Wasserflasche auf und trank in große durstigen Zügen. Dann fiel mein Blick auf die Uhr welche neben meinen ungemachten Hausaufgaben auf dem Schreibtisch stand. Kurz vor Sieben. Na super dann hatte ich das Länderspiel wenigstens noch nicht verpasst. Vergebens versuchte ich mich an meine Hausaufgaben zu setzen. Denn weder das Schreiben eines sinnvollen Satzes noch das zusammenrechnen von Zahlen gelang mir. Es war zum Mäuse melken. Wieder setze ich die Wasserflasche an meine Lippen und leerte sie in wenigen Zügen. Unruhig ging ich in meinem Zimmer auf und ab, hin und wieder machte ich mich auf den Weg ins Bad oder in die Küche einfach um etwas zu tun und nicht nachdenken zu müssen. Letzten Endes setzte ich mich resigniert auf mein Bett und schaltete die Anlage an, aus welcher mir Rihanna mit Russian Roulette entgegen schallt.
Take a breath
Take it deep
Calm yourself
He says to me
If you play
You play for keep
Take the gun
And count to three
I'm sweating now, moving slow, no time to think, my turn to go.
Normalerweise hilf mir Musik wieder runterzukommen, mich zu beruhigen. Aber nicht heute. Langsam lasse ich meinem Blick durch mein Zimmer schweifen. Die Uhr auf dem Schreibtisch zeigt 7:45 Uhr, immer noch eine Stunde bis Anpfiff mein Blick wandert weiter, bleibt an den Postern hänge. Fußball was sonst. Andere haben Die Poster der neusten, aktuellsten und angesagtesten Popgruppe im Zimmer. Bei mir ist es eben Fußball. Warum auch nicht? Immerhin kann es ein Marko Marin oder ein Sebastian Boenisch mit diesen unnatürlich stark geschminkten Gestalten zweimal aufnehmen. Ob Marko Marin heute Abend spielen darf? Bei „Basti „ Boenisch ist das ja im Moment nicht die Frage, immerhin darf und kann er ja verletzungsbedingt gar nicht. Die haben wahrscheinlich nicht mal ansatzweise diese Probleme, die mir gerade haufenweise über den Weg laufen…
Ein Klopfen lässt mich hochschrecken …
Wenige Augenblicke später steht meine Ma in der Tür, in der Hand hält sie einen kleinen weißen Briefumschlag.
„Ich dachte, du willst ihn sicherlich so schnell wie möglich lesen,“ sagte sie und legte ihn auf meinen Nachtschrank, drehte sich um und verließ ohne ein weiteres Wort das Zimmer wieder.
Unschlüssig drehe ich den Umschlag in meinen Händen. Es ist kein Absender drauf nur unsere Adresse in einer fein säuberlich gut lesbaren Handschrift.
Lange Zeit drehe ich den Brief in meinen Händen hin und her, lege ihn wieder weg, nur um ihn gleich darauf wieder in die Hand zu nehmen. Beschließe dann doch ihn erst nach dem Fußballspiel zu lesen, nur um auch diesen Entschluss, kaum dass ich den Fernseher eingeschaltet habe, wieder zu verwerfen, Das ganze Spiel über konnte ich mich nicht auf das Spiel konzentrieren, drehe stattdessen den Brief unschlüssig in meinen Händen hin und her. Als das Spiel fast zu Ende war hat die Neugierde sich soweit vorgekämpft, dass ich kurzentschlossen den Brief mit zitterigen Fingern öffne, bevor meine Zweifel mir das wieder ausreden konnten.
Meine Hände waren so sehr am Zittern aus Angst und Vorfreude, dass ich einige Minuten brauchte um den Brief überhaupt lesen zu können, ohne dass er vor meinen Augen verschwamm.
Liebe Jona,
Vor ein paar Tagen fielen mir durch Zufall ein Bild und der Mutterschaftspass meiner Mutter in die Hände. Du fragst dich jetzt sicher, was das alles mit dir zu tun hat. Nun ja, es waren drei Kinder eingetragen und das auf dem Bild warst du. Es war wenige Stunden nach deiner Geburt vor 16 Jahren. Meine Eltern haben dich weggegeben und uns einfach verschwiegen, dass dich gibt. Bis heute habe ich nicht heraus gefunden, wie man sein eigenes Kind verschweigen und eine Geburt, bzw. eine Schwangerschaft verheimlichen kann. Aber scheinbar stimmt das Sprichwort <Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg> ja tatsächlich. Wenn du dich nur ein wenig für Fußball interessierst, dann weißt du aus den Medien bestimmt, dass auch ich vor wenigen Wochen zum ersten Mal Vater geworden bin. Ich dachte, du hättest ein Recht darauf deinen Neffen und auch deinen großen Bruder kennen zu lernen. Falls du das möchtest. Ich für meinen Teil würde meine kleine Schwester sehr gerne kennen lernen. Vielleicht ist dir das Bild, was ebenfalls in diesem Brief enthalten ist, schon in die Hände gefallen. Darauf siehst du Louis, deinen Neffen, und mich. Ich dachte, du hättest vielleicht gerne ein Bild von ihm und mir.
Ich habe dir meine E-Mail Adresse mit aufgeschrieben, das geht sicherlich schneller als die Post. Auch wenn ich weiß, dass das alles ziemlich verwirrend und wahrscheinlich auch ein wenig unrealistisch ist und dass es mit Sicherheit einige Zeit dauern wird, bis wir uns an diese Situation gewöhnt haben (Wenn du das möchtest), würde es mich doch sehr freuen wenn du dich melden würdest.
Dein großer Bruder Lukas Podolski[/quote]
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