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von oOSeifenblaseOo    erstellt: 01.03.2010    letztes Update: 29.06.2010    Geschichte, Drama / P16 Slash    (fertiggestellt)
Autoren der ff : Icelady und oOSeifenblaseOo

Genre: Drama

Rating: P16 Slash

Pairing: Bill x Tom

Kapitel: ?

Posting: ?

Inhaltsbeschreibung :

Tom lebt seit ein paar Jahren im Bahnhof und das auch noch freiwillig. Jeden Abend wird er von einem Bahnhofsangestellten verjagt und entwickelt immer mehr Wut, aber auch Verzweiflung ob dieser Tatsache. Es könnte Alles bedeuten auch nur eine Minute weg zu bleiben. Doch seine Unachtsamkeit bringt eine Wendung ins Toms Leben. Ob positiv oder negativ, sei noch dahin gestellt. Und wieso will er überhaupt im Bahnhof leben? Ausgerechnet diesem?


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Sooo, da haben wir mal was neues auf den Kopf gestellt

Wir hoffen euch gefällt die FF und würden uns über Feedback freuen!

Eure Icelady und lemonangel ...

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Tock, Tock, Tock ...

Da kommt er wieder ... Ich kann ihn hören, ganz genau.

Ich würde die Schritte überall wieder erkennen. Immerhin machen genau sie es mir schwer.
Sie vertreiben mich jedes Mal aufs Neue, ekeln mich raus in die Kälte, weg von ... diesem Ort.

Er ist mein Zuhause und das nicht nur weil ich hier immerhin ein bisschen vor dem Wetter, den Temperaturen und anderen Sachen geschützt bin.

Tock Tock To...

,,Wie oft soll ich euch noch sagen, dass ihr verschwinden sollt? Wenn ihr ein Dach über dem Kopf wollt, geht ins Obdachlosenheim oder sucht euch Arbeit, mit der ihr euch was zum wohnen leisten könnt! Ihr verjagt hier ja noch die Gäste! Wir sind nicht die Wohlfahrt, also macht euch raus, aber dalli!", verstummen die Schritte und werden von der, fast schon hysterischen Stimme, abgelöst.

Noch sieht er mich nicht, noch ist die Säule im Weg, die seine Sicht auf mich behindert. Dagegen hab ich hervorragenden Blick auf die Einfahrtstelle. Aber ich weiß, das das gleich vorbei sein wird ... dennoch mit Sicherheit nicht lange. Aber dennoch vielleicht zu lange ... ich weiß und ich hoffe es nicht.
Das würde alles zu Nichte machen, allem was ich getan hab, den Wert nehmen. Und dennoch weiß ich
das die Gefahr besteht. Und genau das macht mich sauer. Ich weiß, dass er irgendwann daran Schuld sein wird, irgendwann ... und das will ich mir nicht gefallen lassen. Aber eine andere Wahl ... er würde die Bullen rufen, wenn ich bleibe.

Meistens geht er ja nach seiner Besichtigung wieder, also ... muss ich mich eben beeilen und hoffen, dass er schnell wieder verschwindet.

Ich höre nicht wie die Kerle, mit denen er gerade noch 'gesprochen' hat, ihm antworten, kann sie aber nach wenigen Sekunden, vielleicht auch erst Minuten, vorbei gehen sehen.

Jeder von ihnen ist bepackt. Der Eine mit Plastiktüten, der Andere mit einem Rucksack und einer hat sogar einen Schlafsack unter dem Arm. Noch einer hat Taschen und eine junge Frau hat einen ziemlich klapprig und dürr aussehenden Hund dabei.
Ich kenne sie ... ich kenne sie alle, da sie genau wie ich hier rum hängen. Aber leider werden sie und auch ich, immer wieder von ihm verjagt. Er mag uns hier nicht haben, das hat man ja eben wieder klar und deutlich gehört, dabei sind wir doch auch nur Menschen. Und er redet davon, dass sie die Gäste verjagen. So ein Blödsinn. Wer hierher kommt, tut das, weil er es muss und nicht weil er es hier so unheimlich schön findet ... und Gäste ... die bleiben hier ja nicht wie in einem Hotel, sondern gehen wieder, sobald ihr Zug kommt.

Und viel Erfolg hat man hier eh nicht. Betteln braucht man nicht unbedingt bei den Fahrgästen, viel zu frustriert sind sie selber von den hohen Fahrtkosten, die Die Bahn Heut zu Tage verlangt und vor kurzem erst wieder erhöht hat. Man kann als einzelner Obdachloser hier am Tag vielleicht 2- 4 Euro zusammenschnurren. Für mich reicht es gerade so und ich beschränke mich auch auf das Schnurren in diesem Bereich, denn rausgehen tu ich nur wenn es wirklich nötig ist. Man kann hier nur mal, wenn auch selten, das Glück haben, das jemand das Wechselgeld im Automaten vergisst. Wie gesagt ist das selten und nie viel, aber mit viel Glück sind das noch mal 2-4 Euro, in der Woche. Aber es reicht, es geht ... irgendwie. ,,Boah und du kapierst es auch nie oder? Mach dich raus, oder ich ruf die Bullen verdammt! Seid ihr alle so dumm, oder wollt ihr mich einfach nicht verstehen? Kapiert doch mal endlich das ihr hier nichts zu suchen habt! Wir sind ein anständiges Unternehmen, das Wert auf Ordnung und Zuverlässigkeit legt und vor allem auf das Wohlergehen seiner Kunden achtet! Und da seid ihr Penner nicht wirklich gut dafür! Also raus!'', steht er auf einmal vor mir und sieht mich mit blitzenden Augen an.

„Nein ich denke gar nicht dran und Sie können mich hier nicht einfach so rausschmeißen, dazu haben Sie gar kein Recht! Ich habe nichts Verbotenes getan, verdammt nochmal und deswegen bleibe ich hier sitzen, solange es mir gefällt! Sie kriegen mich hier nicht weg!'', brülle ich ihn an und bleibe dennoch sitzen, lasse es mir aber nicht nehmen mich etwas zu strecken und den jungen Mann vor mir, wütend anzusehen.

„Und ob ich dich hier weg kriege, solche Penner wie dich dulde ich hier nicht! Ich bin ein Bahnbediensteter und hab somit mehr als nur das Recht dich hier rauszujagen! Wenn du nicht freiwillig gehst, muss ich die Polizei rufen, als überlege es dir! Hocke nicht so blöd hier rum und verschwinde!“, und schon reißt er mich an meinen Armen nach oben und blitzt mich immer noch total wütend an.

Also packe ich kommentarlos meine wenigen Habseligkeiten, weil ich weiß das ich wie immer keine Chance hab, hier zu bleiben ohne Ärger zu bekommen und sehe zu, dass ich mich langsam aber sicher auf den Weg mache.

Immer darauf bedacht, dass er auch ja sieht, wie ich diesen Ort hier verlasse ... um dann auf Umwegen wieder hierher zu gelangen, in der Hoffnung, dass er mich dann nicht so schnell wieder erwischt. Denn wo soll ich sonst schon hin? Hier ist es warm, ich habe ein Dach über dem Kopf und durch die Schnorrerei habe ich auch etwas Geld zur Verfügung, um mir etwas zu Essen kaufen zu können. Und hier ist es allemal besser als unter irgendeiner Brücke zu schlafen, weil es hier doch um einiges wärmer ist, als draußen und da ich leider keinen Schlafsack besitze, sondern nur eine alte zerschlissene Decke, die ich mal gefunden habe, ist das hier für mich der ideale Platz, quasi mein Zuhause. Außerdem gibt es noch andere Gründe die mich wohl noch ewig an diesen Ort hier binden werden ...

Die Zeit in der dieser Kerl noch da ist, nutze ich wie jeden Abend dazu, mir etwas zu Essen und zu Trinken zu kaufen. Wenn ich eh schon raus muss und nicht sofort wieder rein kann, nutze ich das gleich und gehe in den kleinen Lidl der hier hinterm Bahnhof ist und sogar am Sonntag offen hat, wenn auch nur bis 13 Uhr. Dennoch gut für die Obdachlosen hier, also auch für mich.

Schlurfend und dennoch zügig, gehe ich in den Laden, krame auf dem Weg dahin in meiner Jackentasche herum, wo ich schon einen Finger durch stecken kann. Aber ich kann mir im Moment keine Andere leisten... 3 Euro finde ich zusammen, wovon etwa 15- 20 Münzen aus 10 Cent Stücken bestehen, der Rest aus größeren oder kleineren Münzen. Noch immer eilig gehe ich durch die Gänge und nehme mir letztendlich einen Saft für 70 Cent, ein paar Brötchen, die zwar trocken sind aber immerhin nur 40 Cent kosten, dafür aber auch 3 Stück drin sind, und ein paar Wiener für 1,90 €. Ohne einen Cent verlasse ich damit wieder den Laden, dafür hab ich hoffentlich aber auch bald einen vollen Magen, oder wenigstens keinen Hunger mehr. Meine einzige Mahlzeit am Tag. Es reicht aus, aber es könnte manchmal auch gerne mehr sein ... langsam schleiche ich mich an den kleinsten Eingang des Bahnhofs heran und strecke halb meinen Kopf rein, lausche ob ich diesen komischen, schwarzhaarigen Typen hören kann und schlüpfe schnell herein, als ich nichts höre. Noch immer vorsichtig, schleiche ich durch die Gegend, sehe ihn letztendlich nicht und lasse mich dann erleichtert an der dreckigen Wand auf den Boden gleiten. Er ist weg, zum Glück. Und ich ... hoffentlich nicht zu spät.

Kurz lausche ich noch einmal ob ich die Stimme dieses Typen höre und um mich wirklich zu vergewissern, dass er mich nicht wieder wegjagen wird und als ich wirklich nichts außer den normalen Bahnhofgeräuschen hören kann, packe ich meine kleine Mahlzeit aus und lasse es mir schmecken. Zum Abschluss gönne ich mir einen Schluck von dem Saft, aber den Rest hebe ich mir auf, damit ich auch morgen noch etwas davon habe. Danach ziehe ich die zerschlissene Decke aus meinem noch zerschlisseneren Rucksack, den ich mal aus dem Müll gefischt habe, heraus, decke mich so gut es geht zu und versuche einzuschlafen. Mein letzter Gedanke bevor ich einschlafe wieder der ... hoffentlich ist es nicht zu spät.
 
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