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von Flammensinn    erstellt: 28.02.2010    letztes Update: 28.02.2010    Geschichte, Allgemein / P6    (fertiggestellt)
Die Frösche
Von Aristophanes
Programmheft der Neuinszenierung

„Antikes griechisches Theater zum Durchschreiten und Erleben“

2010-02-14


1.     Geschichte     S.4
-     Allgemeine Geschichte 405 v.Chr.
-     Theatergeschichte 405 v.Chr.

2.     Charaktere     S.8
-     Allgemeine Charaktere im griechischen Theater
-     Charaktere aus dem Stück „Die Frösche“

3.     Handlung     S.12
-     Allgemeine Handlungen im griechischen Theater
-     Spezifische Handlung im Stück „Die Frösche“

4.     Inszenierung     S.17
-     Wer? -> Schauspieler
-     Was? -> Theater
-     Wo? ->U-Bahnstation
-     Wie? -> Inszenierungsform
-     Warum? -> Grund? Katharsis des Volkes


Ich möchte mit diesem Projekt die antiken griechischen Theaterstücke dem normativen mittelklasse Bürger der Stadt näher bringen. Menschen die es sich ansonsten nicht leisten können oder wollen ins Theater zu gehen oder sich mit antiken Werken auseinander zu setzen, weil sie von der Schulzeit oder anderem abgeschreckt worden sind. Ich möchte mit dieser Arbeit den Passanten einen Einblick in die griechische Historie bieten und ihnen vielleicht ähnliche Lektüre näher bringen. Auch für junge Menschen sollte diese Inszenierung leicht zugänglich, verständlich und einprägsam sein und ihr Interesse wecken.
Meiner Meinung nach, müsste Theater viel mehr auf öffentliche Plätze verlegt werden und nicht abgeschottet von jeglicher Zivilisation in geschlossenen Räumen stattfinden.

-     Allgemeine Geschichte 405 v.Chr. in Griechenland
Nach der Tyrannis fand in Griechenland die Isonomie(= Gleichgewicht) statt. Die Bürger der Stadt, versuchten die Geschicke ihrer Polis selbst mitzubestimmen. Die Isonomie ist der Übergang zwischen der Tyrannis zur Demokratie. Nur die Blutsgerichtbarkeit wurde noch vom Adelsrat bestimmt. Dadurch hörte die Kette der Blutrache auf.
Athen befand sich im Jahre 405 v. Chr. schon am Ende des Peloponnesischen Krieges, welcher von 431 v. Chr. Bis 404 v. Chr. dauerte.

Als 425 v. Chr. Aristophanes seinen ersten Auftritt als Komödiendichter hatte, war er 23 Jahre alt (geboren 448 v. Chr.) und hatte den Beginn des Peloponnesischen Krieges und den Ausbruch einer als „Pest“ bezeichneten Krankheit (430 v. Chr.), bei der es sich wahrscheinlich um Typhus handelte, miterlebt.
-     Theatergeschichte 405 v.Chr.

Als Aristoteles geboren wurde, waren Euripides und Sophokles die großen Dichter.

Stücke wie Antigone von Sophokles (442 v. Chr.) und Alkesis von Euripides (438 v. Chr.) sowie Medea von Euripides (431 v. Chr.) zählen zu den wichtigsten Werken.

Bis zum Tag der Aufführung von Aristohanes´ „Fröschen“, wurden noch Hippolytos von Euripides (428 v. Chr.), Elektra sowohl von Sophokles als auch von Euripides (~418 v. Chr.), Herakles von Euripides (416? V. Chr.), Orest von Euripides (409 v. Chr.) und viele andere Stücke aufgeführt.

Von Aristoteles selbst sind zu dieser Zeit schon „Die Acharner“ (425 v. Chr.), „Die Ritter“ (424 v. Chr.), „Die Wolken“ (423 v. Chr.), „Die Wespen“, „Der Frieden“, immer im einjahres Abstand und „Die Vögel“ (414 v. Chr.) und Lysistrata (411 v. Chr.) bekannt.
Der. Tod des Tragödiendichters Euripides (406 v. Chr. ) in Pella und des Tragödiendichters Sophokes (406/405 v. Chr.) in Athen erschütterten Aristophanes sehr und er baute diese Geschehnisse in sein neuestes Werk ein.  
Kostüme - Die Maske:
•     ist kein ästhetisches Mittel sondern ist Teil der Schauspielkunst und symbolisiert die Verbindung zu Dionysos
•     hat außerdem eine theaterpraktische Funktion, sie ermöglicht es dass sich ein Schauspieler innerhalb eines Stückes leicht verwandeln kann und bietet eine leichte Wiedererkennbarkeit
•     Nur Komödienmasken zeigten einen drastischen Gesichtsausdruck und hatten Ähnlichkeit mit Tiergesichtern
•     Die Tragödienmasken der klassischen zeit hatten eher neutralen Ausdruck. Alles was man später mimisch gestalten konnte, musste in der griech. Tragödie verbal übermittelt werden (Rhetorik).
•     Bei Tespis, war die Maske noch eine einfach Schminkmaske, aber zurzeit zweier Schauspieler, werden Ganzkopfmasken entwickelt.
•     Nach dem Gebrauch wurden die Masken als Opfer den Göttern dargebracht.
•     Die Maske diente nicht wie irrtümlich angenommen als Schalltrichter
•     Frauenmasken hatten helleren Teint, Männermasken einen dunkleren
•     Physiognomiker („Wissenschaft“) meinten man könne aus der Gesichtsform die Charaktereigenschaften eines Menschen herauslesen. Eine Art Rassenlehre.



-     Allgemeine Charaktere im griechischen Theater
Im alten Griechenland durften nur Männer als Schauspieler fungieren. Um auch Frauenrollen spielen zu können, mussten sie Masken tragen. Aber das war nicht der einzige Grund für die alten Griechen.

Der Mythos dass die Maske den Schall des Gesprochenen verbessern würde, ist zwar nicht wahr, aber trotzdem konnte auf die Masken nicht verzichtet werden, weil man an ihnen die gespielten Rollen erkannte.

Oft hatte ein Schauspieler mehrere Rollen gleichzeitig, und um diese während des Stückes zu unterscheiden, wechselte er einfach die Maske. Auch konnte man an der Maske schon sehen, ob es sich um eine Tragödie oder eine Komödie handelte, da die Masken bei den Komödien schwulstigere Lippen hatten.

Um das Publikum nicht zu verwirren, gab es nur 3 Schauspieler. Den Protagonist, den Deuteragonist und den Tritagonist. Außerdem noch einige Statisten, die höchstens einen Satz sagten, die Bevölkerung und die Chöre.
Schauspieler hatten diplomatische Funktionen, sie konnten in Kriegsgebiete geschickt (waren „sakro sankt“) und sehr gute Schauspieler konnten mit der Verleihung des Bürgerrechtes geehrt werden.

Und es wurden nur Premieren gespielt die an Feste gebunden waren.




-     Charaktere aus dem Stück „Die Frösche“
o     Pluton alias Hades. Der Gott der Unterwelt und Bruder des Zeus und somit jüngster Sohn von Kronos und Rhea.
o     Dionysos ist der Gott der Ekstase und des Kultes, der Fruchtbarkeit, des Rausches und des Weines, der Verwandlung und des Theaters und außerdem ist er der jüngste Gott im Olymp. Da nur 12 Leute an die Tafel passen, musste Hestia weichen. Er wird von den Satyren begleitet, die ausgelassene Naturwesen sind mit amorphen Zügen und Pferdeohren, außerdem haben sie auch einen Pferdeschwanz und bewegen sich auf Hufen.
o     Charon ist der Fährmann, der Dionysos für einen Obolus über den Unterweltsee schifft. Charon heißt auf deutsch „grimmiger Weißer“
o     Aiakos ist in der Unterwelt zum Richter bestimmt worden, weil er so gerecht ist.
o     Aischylos war zugleich Theatermann, Theologe, Rechtsphilosoph  und Staatsdenker. Er wurde 525 v. Chr. in Eleusis bei Athen geboren und gehörte zum reichen Adel. Er kämpfte gegen die Perser und schrieb etwa 90 Werke, wovon 7 Tragödien sind und einige Fragmente erhalten blieben. Seine berühmtesten Werke sind „Die Perser“ und „Orestie“. Bei Aischylos haben wir noch eine intakte Götterwelt, das walten der Götter ist noch durchaus von den Sterblichen differenziert und die Götter sorgen für die kosmische Ordnung.
o     Euripides wurde 484 v. Chr. als Sohn eines Gutsbesitzers in Salamis geboren und bekam eine gute Ausbildung. Doch schon in jungen Jahren begann er zu schreiben und wandte sich von der Öffentlichkeit ab, doch beobachtete er alles sehr genau. Er schrieb 88 Dramen, von denen 18 erhalten sind. Aufgrund seiner Direktheit und erbarmungsloser Wahrheit, wurde im nur 4mal der 1. Platz zuerkannt.
o     Xanthias ist Dionysos Diener und mutiger und kräftiger als er.
o     Chöre der Frösche sollen das sinnlose und ununterhaltsame „gequacke“ der Dichter darstellen, die in Dionysos´ Augen nicht schreiben können.
     Tragödienchöre bestanden aus 12 bzw. 15 Mann. (2 Chorhälften und einen Chorführer)

-     Allgemeine Handlungen im griechischen Theater
Die Stücke waren nur von Männern gespielt und von komödiantischen Vorführungen waren Frauen sogar ganz ausgeschlossen, aufgrund der politischen Themen und der eventuellen Drastik.
Episoden und Chor wechselten sich ab, solange es die attische Demokratie gab und es gab Tragödien und Komödien. Die beiden Gattungen konnte man an den Masken unterscheiden, da Komödienkostüme ausgestopfte Bäuche und Hintern hatten.
•     Drastik, Phantastik
•     Literatursatire, politisch zu lesen (Mahnung; alte Wertvorstellungen sollen wieder Gültigkeit haben), Krise in der attischen Kultur,
•     Hochachtung vor den griech. Göttern ist nicht besonders groß.
•     Drastische Situationskomik (Wortwitz, Groteske Witze (Toter auf der Bahre), Fäkalienkomik,…) des Stückes, endet nach der „Prügelszene“.
•     Herzstück: Chor (bis zu 20 Mitglieder, wichtigster Teil Parabase; der Dichter macht dem Volk klar, was die Zielschreibung seiner Komödie ist (was er erreichen will) es wird auf die Missstände und die politische Situation in Athen eingegangen
•     3 Bausteine:
     Drastik: Masken und Verkleidung; es werden große, rote Lederphalloi getragen; Wortwahl, Verhalten, Situationskomik, auf leibliche Bedürfnisse des Menschen wurde angespielt
     Utopie: Phantasiewelten werden gebildet
     Politik: auf die Tagespolitik wird eingegangen
Sophismus: es geht um die Überzeugungskraft der Argumente, relativiert die Theorie der einzig wahren  Erkenntnis; Zeitalter der griechischen Aufklärung
Es gab Berufsschauspieler, einen Chor (gut trainierte Laien) und Statisten (Verpflichtete aus dem Volk)
Bei den Berufsschauspielern entwickelt sich ein regelrechter Starkult; später wurden sie per Los an den Dichter zugeteilt, damit niemand Vorteil aus der Beliebtheit der Schauspieler schöpfen konnte; sie wurden auf den Siegestafeln erwähnt
Nach dem Tod der drei Tragiker wurden Schauspielstars wichtiger als die Texte, dies trieb teilweise sonderbare Blüten.
4. Jh. v. Chr. war der Höhepunkt der Schauspielzeit  
-     Spezifische Handlung im Stück „Die Frösche“
Das Stück die Frösche besteht aus 5 Akten mit unterschiedlich vielen Szenen. Es gibt eine Rahmenhandlung die sich auf das aktuelle Athen bezieht, da es dort keine bedeutenden Tragödiendichter mehr gibt und eine Binnenhandlung, in der Dionysos als Gott auftritt, um mit seinem Diener in die Unterwelt hinabzusteigen, um den jüngsten Tragödiendichter wieder heraufzuholen. Bis zum Eintritt ins Tor der Unterwelt findet die Rahmenhandlung statt und nach der Übersetzung des Sees beginnt die Binnenhandlung. Chor der Frösche singt die Parados das Eröffnungslied des Chores. Die Aussagen der Chöre beziehen sich auf die Politik Athens und sind eine Warnung. Sie sollen den Leuten die Werte der Marathongeneration begreiflich machen und sind eine Warnung gegen den peloponnesischen Krieg.
Die Binnenhandlung zeigt den Streit zwischen Euripides (junger Dichter) und Aischylos (alter Pathetiker). Dionysos wollte ursprünglich Euripides wieder auf die Welt der Lebenden holen, doch durch einen Wettstreit wer der bessere Dichter sei, gewinnt Aischylos und wird an die Oberfläche zurückgeholt, weil er eine bessere Antwort, auf die Frage was er mit seiner Dichtkunst bezweckt gibt. Dionysos fällt seine Entscheidung danach, wer mehr für die Polis getan hat  aus Aristophanes Sicht hat Aischylos wichtige Werte vermittelt, Euripides ist zu sehr auf Alltäglichkeiten eingegangen.
Die Hochachtung vor den griechischen Göttern ist in diesem Werk nicht besonders hoch.
„Die Frösche“ kamen zu einer Zeit auf die Bühne, als die großen Tragödiendichter bereits tot waren; Aristophanes verweist auf die Wichtigkeit der Tragödie in der Polis.
Dionysos wird als wahre Komödienfigur dargestellt, was zunächst respektlos erscheint, allerdings erweist sich Dionysos dann als „Retter“ Athens.
-     Wer? -> Schauspieler
-     Was? -> Theaterereignis: Im Sinne einer Simultanbühne, spielen Schauspieler das Stück „Die Frösche“ von Aristophanes. Zwischen den einzelnen Szenenschauplätzen werden historische Kontexte schriftlich dargeboten.
-     Wo? ->U-Bahnstation: Passage am Karlsplatz
-     Wie? -> Inszenierungsform: modern. Die Lieder und Gedichte werden mit bekannten Popmusikmelodien hinterlegt, um die Aufmerksamkeit der Passanten zu erwecken.
-     Warum? -> Grund? Katharsis des Volkes. Fest als Unterbrechung des Alltags, das öffentliche Leben war lahmgelegt, denn alle Bürger sollten teilnehmen. Teilhaben an einer anderen Welt, die nicht mit Alltagsproblemen belastet ist. Ruhig auch berauschende Dionysosfeste mit Wein, und kulinarisch (Opfertiere) (öffentliche Ausspeißung für das Volk) Symposien: Gastmahl; Feier eines Siegers für seine Freunde; kulinarische und geistige Freuden (philosophische Gespräche, Tanz und Gesang, …)
 
 
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