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von DemonLover    erstellt: 27.02.2010    letztes Update: 27.02.2010    Geschichte, Drama / P12    (abgebrochen)
Ende 2008 habe ich begonnen, eine Fortsetzungsgeschichte zu Wicked mit dem Titel "Elphabas Geheimnis" zu schreiben. Ich kam nicht weit, drei Seiten vielleicht. Dann habe ich das Projekt vernachlässigt und es ist in Vergessenheit geraten.
Nun habe ich vor ein paar Tagen eine neue Fortsetzungsgeschichte begonnen - unter selbem Titel, aber mit einem völlig anderen Handlungsstrang. Viel Spaß!


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Prolog

Mit hasserfülltem Blick zog sich der Blechmann zurück. Ihm bot sich ein Szenario, dessen Eintreten er zu einem solch frühen Zeitpunkt noch nicht erwartet hatte: Die Ozianer, die in den frühen Morgenstunden mit Mistgabeln und Fackeln durch die düsteren Gassen der Smaragdstadt gewütet waren, angeführt von ihm, fanden sich nun vor dem Palast des Zauberers zum ausgelassenen Jubelfeiern zusammen. Im Grunde hatten sie es zu einem großen Teil ihm zu verdanken, dass die böse Hexe des Westens tot war. Dafür wurde er auch reich belohnt – seit Kurzem schlug wieder ein Herz in seiner Brust. Doch besser fühlte er sich nicht.
Er hörte Schritte auf dem nassen Asphalt. Erschrocken fuhr er zurück, als die Gestalt, deren Kleid so sehr funkelte, dass es ihn blendete, an ihm vorbeihuschte – schnell und mit gebücktem Gang, als wolle sie nicht gesehen werden. Der Stab, den die Frau in ihrer Hand hielt, streifte den blechernen Körper des kleinen Wesens – es war jener Munchkin, der mit ihr eine Schule besucht hatte.
In diesem Moment wünschte sich der Blechmann, er trüge keine Taschenuhr in seinem Körper. Deren mechanischer Herzschlag verriet ihn – in jener verregneten, düsteren Nacht, die im Lande Oz in die Geschichte einging. Die Frau drehte sich um und sah dem Blechmann in seine silbernen Augen. Die Schminke in ihrem Gesicht war verlaufen und malte dunkle Striche auf ihre Wangen. Ihr blondes Haar hing triefend nass und vom Regen dunkel gefärbt über ihre Schultern. Es war Glinda, die Gute. Soeben hatte sie ihre letzte Kraft zusammengenommen und beherrscht eine Ansprache vor den Bürgern der Smaragdstadt gehalten.
Dem Blechmann fiel es schwer, den Blick zu deuten, mit dem sie ihn nun durchbohrte. Sie sah ihn traurig an, enttäuscht, vielleicht sogar ein wenig wütend. „Moq?“, wisperte sie mit tränenerstickter Stimme. Er holte Luft, doch bevor er irgendetwas sagen konnte, drehte sie sich um und lief bis zum Ende der schmalen Gasse. Vor dem Nebeneingang des Palastes machte sie Halt, nickte einem der Wachposten kurz zu und huschte durch die Tür.
 
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