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Geschichte: Fanfiktion
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von LostInThought
erstellt: 27.02.2010
letztes Update: 14.01.2011
Geschichte, Allgemein / P12
(abgebrochen)
„Kommst du heute noch?“, fragt Bill ungeduldig.
„Ja, immer mit der Ruhe.“, sage ich nur und Folge ihm nach draußen.
Wir laufen ein wenig durch die Gegend, bis auf einmal ein Junge dazu kommt und mich und Bill fragend ansieht. Hat der etwa was mit Bill zu tun? Das kann ich mir gar nicht vorstellen... Dieser fremde Junge hat weite Sachen an, hat ein Lippenpiercing und überhaupt sieht er total anders aus. Was an sich ja nicht schlimm ist, aber das ist der totale Gegensatz und Jung´s können in dieser Hinsicht schon mal etwas pingelig sein.
„Wer ist das denn?“, will der Junge wissen.
„Ach, die neue. Ich muss der alles zeigen.“, antwortet Bill.
„Na, viel Spaß. Ich habe mich für die Pause schon verabredet. Entschuldigung, das ich dich alleine lasse.“
„Ach, kein Ding.“
Der Junge geht wieder weg. Ich bin ein wenig sauer. Er hätte mich zwar nicht unbedingt vorstellen müssen, aber er hätte etwas freundlicher über mich reden können, zumal ich genau neben den beiden stand.
„Wer war denn das?“, frage ich nett.
„Geht dich das was an?“
„Ich frag nur, von selber sagst du ja auch nichts.“
„Muss ich auch nicht. Ich Soll dir nur alles zeigen, nicht mehr und nicht weniger.“
Da bin ich mal so nett und möchte ein Gespräch anfangen und dann werde ich direkt so angemacht. Ich wollte ihm jedenfalls die Möglichkeit geben, mir zu beweisen, das er doch nicht so gemein ist, wie ich dachte, aber diese Chance hat er sich jetzt gründlich verbockt.
„Geh doch. Ich komme auch selber klar.“, mache ich ihm bewusst.
„Ja und dann sagst du gleich Frau Schneider, das ich einfach ab gehauen bin, oder was?“
„Nein, so bin ich doch gar nicht.“
„Und wer versichert mir das? Nein, so dumm bin ich auch nicht.“
Damit war unser Gesprächsstoff für den ganzen Tag schon aufgebraucht.
Er zeigte mir alles und zwar in beiden großen Pausen.
Nach der Schule im Bus habe ich das Gefühl, mein Tag wäre schon gelaufen. Es war zwar auf der einen Seite nett, das Bill mir alles gezeigt hat, aber andererseits, wer so gemein ist, braucht auch nicht in meiner nähe sein. Und als ob das noch nicht genug ist, fährt er auch mit mir im gleichen Bus.
Als ich aussteige, bleibt Bill noch drin und ich bemerke, das er nach Loitsche fährt. Denn meine Haltestelle war die letzte in Magdeburg und danach fährt der Bus nur noch da lang. Ich musste grinsen. Da würde ich erst recht nicht gerne wohnen. Meine Mama hat mir ja einiges von Magdeburg erzählt und eben auch über dieses kleine Dorf, das dazu gehört. Da sind wohl nur ein paar Häuser und viel mehr gibt es da wohl nicht zu sagen.
„Ich bin wieder da.“, sage ich, als ich wieder im Haus war.
„Hallo?“, frage ich, da keine Antwort zu hören ist.
Ich durchsuche alle Räume, finde meine Mama aber nicht. Ich sehe schließlich einen Zettel an meiner Zimmertür hängen.
-Mein Chef hat angerufen und ich
muss heute noch zur Arbeit.
Ich werde so um 22 Uhr zu Hause sein.
Bitte sei nicht sauer auf mich.
Ich Habe Dich Lieb-
Ich reiße den Zettel sofort von der Tür und schmeiße ihn weg.
Wie konnte sie nur? Wir sind gerade mal am Samstag hier richtig eingezogen und eigentlich sollte sie erst in der nächsten Woche wieder anfangen zu arbeiten. Und vor allem, heute war mein erster Schultag. Hallo? Interessiert es sie so rein gar nicht, wie dieser Tag gelaufen ist?
Ich setze mich beleidigt an meinen Schreibtisch und mache meine Hausaufgaben. Zum Glück muss ich mich damit nur 20 Minuten beschäftigen und ich bin fertig.
Ich schnappe mir etwas Geld und alles, was ich brauche und laufe ein wenig durch Magdeburg. Ich sehe ein schönes Café und setze mich darein. Als der Kellner kommt bestelle ich einen Cappuccino der auch schnell vor mir steht.
Gedankenverloren rühre ich darin herum bis auf einmal Erinnerungen von früher in meinem Kopf auftauchen. Es war so schön... mein Vater hätte alles für mich getan und meine Mutter war Rund um die Uhr für mich da. Ich kann mich nicht beklagen, es war einfach alles perfekt, bis halt die Trennung kam.
In meinem Hals bildete sich ein dicker Kloß und ich trank einen Schluck, als ob ich damit alles mit runter schlucken könnte.
Wie automatisch hole ich mein Handy raus und wähle die Nummer meines Vaters.
Nach dem dritten Tuten geht mein Vater auch dran.
„Hallo, hier ist Samantha.“, melde ich mich.
„Oh, Hallo. Wie schön, das du anrufst.“
„Ja, ich musste gerade an dich denken. Wir haben ja schon eine Weile nicht mehr telefoniert.“
„Das stimmt. Sag mal, du bist doch jetzt ins Magdeburg, oder? Wie ist es so?“
„Ganz okay. Aber ich vermisse dich so schrecklich.“
„Ich vermisse dich auch. Ich kann aber leider nicht weiter telefonieren.“
„Ist gut. Bis dann.“
„Tschüss. Ich habe dich lieb. Vergiss das nicht.“
„Ich dich auch.“
Wir beide legen auf.
Irgendwann merke ich, wie 2 Person sich vor mich setzen. Ich traue meinen Augen nicht, als ich die beiden als Bill und der fremde identifiziere.
„Was wollt ich denn hier?“, frage ich.
„Ist der einzige halb Wegs leere Tisch hier.“, meint der fremde.
Und damit hat er auch recht. Es war ziemlich voll hier.
„Naja, wie auch immer, ich gehe eben zur Toilette.“, meint der unbekannte und geht.
Bill sieht mich jetzt zum ersten Mal und und macht auch keine Anstalten wieder weg zu gucken. Er scheint auch nicht so gemein zu sein, wie heute Morgen. Aber da kann ich mich auch irren.
„Was hast du denn?“, fragt Bill schließlich.
„Nichts.“
„Ich sehe doch, das dich was bedrückt.“
„Na und? Ist das ein Grund, dir was von mir zu erzählen?“
„Habe ja nur gefragt.“
„Und ich habe nur geantwortet. Du brauchst jetzt gar nicht so nett sein, in der Schule hast du mich auch noch ganz anders behandelt.“
„Anscheinend habe ich mich doch nicht getäuscht, du bist wirklich eine kleine Zicke.“
„Wie bitte? Guck dich doch mal selber an, bevor du so etwas über mich sagst.“
Wir beide werden mit jedem Satz lauter, bis ich dann aufstehe und gehen will. Bezahlt habe ich zum Glück schon.
„Bitteschön, ihr habt den Tisch jetzt für euch alleine. Kann man ja nicht aushalten mit dir.“, sage ich.
„Ja, geh doch endlich. Dich kann man genau so wenig ertragen.“
Ich gehe schnell aus dem Café und laufe zurück zu meinem Haus. Okay, dieser Tag war komplett unausstehlich.
Ich schmeiße mich auf mein Bett und will einfach nichts mehr von all dem wissen.
Nach einer Weile stehe ich wieder auf, aber nur, weil es schon etwas später ist und ich mich fertig machen will, um zu schlafen. Das war schnell gemacht und ich liege wieder in meinem Bett.
Kurz darauf höre ich, wie ein Schlüssel in Schloss umgedreht wird. Ist meine geliebte Mutter auch wieder da? Keine Minute später kam sie in mein Zimmer.
„Süße? Bist du noch wach?“, fragt sie leise.
Ich sage nichts. Kurz vorher habe ich mir meine Bettdecke über den Kopf gezogen. Nicht das sie noch auf die Idee kommt mir einen Kuss zu geben.
Mit einem leisen seufzen verließ sie wieder mein Zimmer.
Ich dachte etwas an Bill. Ich könnte mich immer noch über ihn aufregen. Erst tut er so, als ob ich was dafür könnte, das er mir alles zeigen muss, dann ist er super nett und will sogar wissen, was ich habe und dann betitelt er mich als ,kleine Zicke´?
Der Junge ist doch nicht normal. Wenn er mich nicht leiden kann, ist es doch okay, dann braucht er auch nicht so nett tun und wenn er mich mögen würde hätte ich auch kein Problem damit. Nur dann soll er nicht so fies zwischendurch sein.
Mensch, zum Glück habe ich nichts mit ihm am Hut, wäre ja noch schöner, wenn ich mehr mit ihm machen müsste, als neben ihm in der Schule zu sitzen.
Während ich so nachdenke, schließe ich meine Augen und bin schnell eingeschlafen. Dieser Tag ist definitiv keiner meiner Lieblings tagen.
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