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von Gryffin    erstellt: 25.02.2010    letztes Update: 06.05.2010    Geschichte, Drama / P16    (abgebrochen)
Herzlichen Dank an meine drei Reviewschreiber. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ich hoffe, es werden noch viele Reviews folgen.
Mein zweites Kapitel ist fertig geworden und ich hoffe, es gefällt euch. Ich wünsche euch viel Spass beim Lesen.



Irgendwo in den moderaten Gefielden der Unterwelt, in einer heruntergekommenen Spelunke.
„Hey Barkeeper ein Bier!“
„Für mich auch eines, aber dalli!“
„Servierdüse, mach mal vorwärts!“
Der Raum strotzte vor betrunkenen Dämonen, es roch nach abgestandenem Bier, Blut und Kotze. Die miese Beleuchtung und der dichte Rauch vermiesten einen anständigen Überblick. In einer Ecke rauften sich zwei Gremlinge, während in der anderen eine Hand voll Phönixe um die Höhe des Kopfgeldes feilschten. Es gab bessere Orte, um seine Tage zu verbringen. Doch wenn es darum ging, an Informationen über die Unterwelt zu gelangen, ohne sich dabei jeden einzelnen Knochen zu brechen, war dies die beste Adresse. Hier arbeitete das grösste Schwatzweib unter der Erdoberfläche: Baarkeeper Janus, ein Halbwarlock.

Durch das ganze Chaos bahnten sich zwei Gestalten, welche irgendwie nicht ins Bild passen mochten, einen Weg durch den Raum. „Teufelnochmal, gute Magie im Anmarsch!!!!“ – „Verschwindet, ihr habt hier unten nichts zu suchen!“ – „Halt die Klappe, Arkton! Vergiss nicht, dass ich letztes Jahr deiner Hübschen den Arsch gerettet habe.“, konterte der ältere der beiden in Richtung des fluchenden Dämons. „Verdammter Halliwell! Wenn wir nicht genau wüssten, wer du bist, wärst du schon längst einen Kopf kürzer.“, knurrte dieser. Zustimmendes Gemurmel war zu hören. Die mosernde Menge ignorierend, steuerten beide auf den Tresen zu.

„Was hast du? Seine Freundin gerettet?“ zischte Chris seinem Bruder ungläubig zu. Wyatt winkte ab. „Arkton ist ein harmloser Dämon und seine Freundin...“ Wyatt machte eine entsprechende Geste, worauf Chris in schallendes Gelächter ausbrach und ihn in die Seite boxte. „Du alter Schwerenöter!“ Dieser grinste zurück. „Hey, Janus, was hast du mit deiner Kneipe gemacht? Normalerweise geht es doch hier ein wenig zivilisierter zu und her.“ wandte er sich an den Barkeeper. „Den Dämonen ist langweilig.“, brummte dieser. Chris zog eine Augenbraue hoch. So etwas hatte er noch nie gehört. Langeweile in der Unterwelt? Da stimmte doch etwas nicht! Ein Blick zu seinem Bruder bestätigte ihm, dass er ungefähr dasselbe dachte.

„Was meinst du damit? Keine Machtkämpfe um die Spitze? Kein Bestreben zu einer neuen Quelle?“ Janus winkte ab. „Die gibt es immer. Ich rede nicht von den höheren Kreisen, sondern von diesen Unterklassen hier. Sie wissen nicht, was sie mit der Zeit anfangen sollen und machen sich nun den Spass daraus, mir die Kneipe zu demolieren. Keine Nacht vergeht, in der nicht irgendwer eine Schlägerei anzettelt und das aus purer Langeweile. Mich würde es nicht wundern, wenn sie es mit euch auch versuchen würden.“ Wie zur Bestätigung flog ein Feuerball in ihre Richtung, welcher Wyatt ohne hinzusehen mit einer raschen Handbewegung vernichtete. Janus schüttelte den Kopf und Chris grinste. Es war ein guter Tag, der Barkeeper war in Plauderstimmung. „So geht es normalerweise nur drüben in den Spielhölllen der Hardliner zu, wo eine richtige Schlägerei zu Tagesordnung gehört. Aber was macht ihr eigentlich hier unten, wo bei euch oben doch die Küche brodelt, dass man es bis in die Unterwelt blubbern hört?“ Die Brüder sahen sich perplex an. Wovon sprach der Halbwarlock?

„Wovon sprichst du?“ fragte Chris, worauf der Dämon überrascht vom einen zum anderen Halliwell blickte. „Ihr wisst von nichts?“ Beide schüttelten den Kopf. „Nun ja,“, Janus begann zu flüstern, „ich dürfte euch dies gar nicht berichten, aber unter dem Siegel der Verschwiegenheit.....“ Er sah die beiden verschwörerisch an. „Also, genaues weiss ich nicht, aber den Gerüchten zufolge, wurden jegliche Pläne gegen das Gute eingestellt. Solange die Spitze nicht genau weiss, was sich bei euch oben zusammenbraut, will man kein Risiko eingehen.“ Der Barkeeper verstummte. „Hey Janus! Tratsch nicht soviel und hilf mir lieber dem Chaos Herr zu werden. Das gibt nur wieder Ärger, wenn du dem Gewissen, so viel erzählst.“, warnte die andere Bedienung. „Das geht dich gar nichts an. Mach gefälligst deinen Job, sonst landest du schneller vor der Türe, als du bis drei zählen kannst.“, blaffte der Angesprochene seine Angestellte an. Wyatt trommelte mit den Fingern auf den Tresen, um die Aufmerksamkeit des Barkeepers erneut auf sich zu lenken. „Was glaubt denn die Quelle sei in der guten Welt los?“ – „Man munkelt etwas von einem Zustand, den es nur alle tausend Jahre gäbe. Etwas von einem Tor zwischen den Welten, einem blauen Mond und der Tag – und – Nachtgleiche. Jedenfalls ein äusserst seltenes Ereignis. Es gibt kaum jemand hier unten, welcher sich an etwas ähnliches erinnern könnte.“

„Die Servierdüse hat recht! Schwatz nicht soviel! Wir wollen Hochprozentiges und zwar sofort!“ Ein Feuerstrahl streifte Chris’ Arm. Es roch nach verbrannter Haut. Wütend schleuderte er den Verursacher an die Wand. Ein weiteres Geschoss brachte Wyatts Haare zum glühen. In kürzester Zeit fanden sie sich mitten in einer wüsten Schlägerei wieder. Die Luft sirrte und schwirrte von Feurebällen und unterklassierten Dämonengeschosse. Die Halliwells retteten sich hinter den Tresen. „Denen ist wirklich langweilig, wenn sie mit uns eine Schlägerei anzetteln.“, keuchte Wyatt. Chris nickte. „Hast du begriffen, wovon der Barkeeper gesprochen hat?“ Wyatt schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich. Aber an sich sind es keine schlechten Nachrichten. Ich glaube, wir müssen unsere Seite ebenfalls unter die Lupe nehmen, um genaueres zu erfahren.“ In all den Jahren ihrer Erkundigungstouren war es das erste Mal, dass sie mit mehr Fragen als Antworten gingen. In seinem Kopf jingelte es. Chris seufzte. „Hey Bruderherz. Ich muss mal zu den Weisen.“ Wyatt nickte. „Ok! Vielleicht schaffst du es bei dieser Gelegenheit ihnen ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Ich erledige hier den Rest.“ Während Chris sich in tausend kleine blaue Lichter auflöste, stürzte sich Wyatt ins Getümmel, um die übrig gebliebenen Dämonenkreaturen wegzublasen.

Wyatt liebte es den Dämonen eine reinzubrennen und auf den Erkundungstouren das neueste zu erfahren. Da er sich schon im frühesten Kindesalter gegen die dunkle Seite selbst verteidigen musste, war er ew gewohnt, alleine zu agieren.


Der Unterricht war vorbei, als Chris durch die Gänge zum Klassenzimmer seines Vaters eilte. Die letzten Schüler kamen ihm entgegen, wobei sie ihn in einem grossen Bogen umschifften. Den Rücken ihm zugewandt, räumte ein älterer Mann mit angegrauten Schläfen auf. „Hey Dad!“ Leo drehte sich um. „Mein Gott, Chris! Hast du mich erschreckt.“ Er musterte ihn von oben bis unten und schüttelte den Kopf „Ich will gar nicht wissen, wo du dich herumgetrieben hast. Du gleichst deinem alten Ego immer mehr.“ Die Ähnlichkeit der beiden war so markant, dass er für einen Moment tatsächlich das Gefühl gehabt hatte, der Zukunftschris stehe vor ihm. Chris lachte auf. Es war ihm bekannt, dass er auch im „anderen Leben“, wie er es nannte, sehr gerne in der Welt herumgestreift war. Es machte ihm nichts aus, dass diese Geschichte hin und wieder zu Sprache kam. „Hättest du einen Moment Zeit für mich?“ – „Natürlich, lass mich nur kurz diese Bücher versorgen.“ – „Warte, ich helfe dir.“ Ohne auf Leos Protest zu achten, ergriff er einen Bücherstapel, um sie in die Bibliothek zu schaffen.

Leo war seit Melindas Geburt Lehrer an der Zauberschule und die Schüler liebten ihn. Es machte ihm Freude, in diesem Job die nächste Generation der magischen Wesen auf ihrem Weg begleiten zu können. Ausserdem wirkten die geregelten Arbeitszeiten entspannend auf seine Ehe mit Piper und er konnte viel Zeit mit seiner Familie verbringen. Obwohl er einige magische Fähigkeiten im Laufe der letzten Jahre zurückbekommen hatte, war er sterblich geblieben. Seine Frau war nicht unglücklich darüber und Leo machte es nichts aus, mit ihr alt zu werden.

„So, das wärs. Was gibts, Sohn?“ – „Hmmm....“, Chris wusste nicht recht, wo er beginnen sollte. „Komm, raus mit der Sprache, so schlimm wird es nicht sein!“, versuchte Leo seinen Sohn aufzumuntern. „Nun, da gibt es eine Hexe, welche ich seit heute beschützen soll. Das Problem ist, dass sie kaum magische Erfahrung zu haben scheint, obwohl sie aus einer alten magischen Familie stammt. Die Ältesten konnten mir nicht einmal sagen, wieviel mein Schützling überhaupt über die Magie weiss. Mir kommt dies alles sehr seltsam vor und ich habe keine Ahnung, was ich jetzt tun soll.“

Leo dachte nach. „Speziell etwas tun musst du eigentlich nicht. Jedes Schützlingsverhältnis beginnt damit, dass der Wächter Zeit in der Nähe des Schutzbefohlenen verbringt, sich bemüht dessen Vertrauen zu gewinnen und aus dem Hintergrund hilft. Das Schwierige daran ist herauszufinden, wo deine Hexe sich aufhält, was sie unternimmt und was sie über die magische Welt weiss. Aber was rede ich da. Das weisst du alles selbst. Du arbeitest ja nicht erst seit gestern als Wächter des Lichts.“ Chris nickte. Leo hatte sich lange Zeit als Handwerker ausgegeben. Vielleicht gab es für ihn eine ähnliche Möglichkeit. „Was denkst du? Spielt es eine grosse Rolle, dass sie aus einer alten magischen Familie stammt?“ Sein Vater zuckte mit den Schultern. „Ich weiss es nicht. Ich denke, dass kommt auf den Charakter deines Schützlings an. Kennst du den Namen der Familie?“ – „Das ist es ja gerade, sie haben in diesem Sinne keinen Namen.“, erwiderte Chris, worauf in Leo verständnislos ansah. „Die Erblinie geht über die Frauen, das heisst nur weibliche Nachkommen besitzen in dieser Familie Magie. Deshalb wechselt der Nachname ständig.“, erklärte Chris. Nach einer Weile nickte Leo. „Ich habe von dieser Familie gehört. Die Frauen bestehen darauf, den Nachnamen ihres Partners zu tragen, um unerkannt zu bleiben. Ich glaube, nicht einmal die Ältesten kennen die vollständige Linie.“ Chris seufzte. So wie es aussah, gab es einige Rätsel zu lösen. Es würde nicht einfach werden.

„Danke Dad für deine Hilfe! Du bist und bleibst ein wandelndes Magielexikon. Wir sehen uns beim Abendessen!“ Er drehte sich bereits um, als Leo ihn zurückrief. „Chris! Könntest du Mom ausrichten, dass es eventuell etwas später werden könnte? Ich muss noch mit Paige die Stunden koordinieren.“ Chris verzog das Gesicht. „Das wird Mom aber gar nicht gefallen.“


Bläuliches Licht materialisierte sich in der Küche, worauf Piper von ihren Kochtöpfen aufsah. „Hey, Mom.“ Ihr älterer Sohn stand vor ihr. „Mein Gott, Wyatt! Wie du aussiehst! Sie rümpfte die Nase. Der Geruch, den ihn umwehte war katastrophal und seine Kleidung strotzte vor Dreck und Schleim. „Ich will gar nicht hören, wo du gewesen bist. Es gefällt mir sowieso nicht. Geh unter die Dusche und zieh dich um!“ Den Einwand seiner Mutter ignorierend, hob Wyatt neugierig die Deckel. „Was kochst du?“ – „Finger weg!“ Piper schwang den Kochlöffel in seine Richtung, worauf er hastig den Kopf wegzog. „Ich will keinen Dämonenschleim in meinem Essen! Geh jetzt!“ Ihr Stimme war gereizt.

„Ihhh!!!!!! Bist du von Dämonen zerquetscht worden, Bruderherz?“ Eine junge Frau von knapp zwanzig Jahren kam ihm, die Hand vor der Nase wedelnd, entgegen. „Das ist ja grauenhaft.“ – „Du hast ja keine Ahnung, Mel!“, erwiderte er und verzog sich, ihr eine Grimasse schneidend, in sein Zimmer, welches vor Jahren Phoebe gehört hatte.

Melinda gesellte sich zu Piper in die Küche, wobei sie es auch nicht lassen konnte, deren Töpfe zu inspizieren und ihren Senf dazuzugeben. Piper hatte an sich nichts dagegen, da sie sich auf das Urteil der Familie verlassen konnte. Aber musste es immer dauernd sein? Zu jeder Tag – oder Nachtzeit?
„Wie war dein erster Tag auf dem College?“ fragte Piper ihre neugierig herumschauende Tochter in einem leichten Ton. „Sehr interessant und ein wenig verwirrend. Die Uni ist viel grösser, als ich es von der High School gewohnt bin. Auch der Betrieb ist ganz anders..“ Melinda hatte seit diesem Sommer das Senior Certificate in der Tasche und studierte nun an der Uni Pädagogik, um später an der Zauberschule unterrichten zu können.

Wieder wurde es hell und ein nicht minder Schleim beschmutzter Chris orbte in die Küche. Abermals rümpfte Piper die Nase und funkelte ihren Nachwuchs böse an. Wieso hatten ihre Söhne bloss die üble Gewohnheit sich mitten in ihre Küche zu orben, egal woher sie kamen? „Deinem Anblick zu urteilen, warst du mit deinem Bruder im Untergrund unterwegs. Ich hasse es, wenn ihr das tut! Ihr wisst nie, was euch dort unten erwartet.“, wetterte Piper los ohne ihren Sohn zu begrüssen. Chris versuchte sie zu beruhigen. „Mom, ein paar Schleimdämonen haben unseren Weg gekreuzt, das ist alles.“ Doch wenn seine Mutter erst einmal in Fahrt war, konnte man sie nicht so schnell bremsen. „Ich warne euch! Solltet ihr jemals wagen Mel mitzunehmen, habt ihr mehr Probleme, als ihr zählen könnt.“ Während Melinda zu schmollen begann, blickte Chris an sich herunter. Der Mantel seines Grossvaters wies ein paar Brandlöcher und Flecken mehr auf, sein Arm war immer noch versengt und die Jeans hatten auch schon bessere Tage gesehen. Irgendwie sah man ihm die Unterwelttour an. „Ich geh mich umziehen.“, murmelte er und verliess die Küche. Es war besser seine Mutter für eine Weile in Ruhe zu lassen.

„Was haben die Ältesten von dir gewollt?“ begrüsste ihn ein frisch geduschter Wyatt auf der Treppe. „Sie haben mir einen neuen Schützling zugeteilt. Es ist eine Hexe aus San Francisco, welche ihre Kräfte seit einem Jahr hat, dabei ist sie bereits auf dem College!“ Wyatt sah seinen Bruder ungläubig an. Mit den Fähigkeiten von klein auf vertraut, konnte er sich kaum vorstellen, dass es etwas anderes gab.
„Es wird schwer werden, einen Kontakt zu ihr herzustellen“, fügte Chris an, wobei ihm Wyatt aufmunternd auf die Schultern klopfte. „Du wirst schon das richtige tun. Konntest du etwas wegen der anderen Sache in Erfahrung bringen?“ – „Später“, flüsterte der jüngere, da sie sich in Hörweite der Küche befanden und stieg die Treppe hoch um zu duschen.


Zwanzig Jahre waren seit der Besiegung der ultimativen Macht vergangen. Vieles hatte sich geändert und doch war einiges gleich geblieben. Piper wohnte nach wie vor im Manor, während Phoebe und Paige ausgezogen waren. Piper liebte dieses Haus und war glücklich, dass ihre Kinder hier aufwuchsen.

So, das wärs wieder. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Ich freue mich, über jegliche Anregungen, Kritik und Meinungen in Form von Reviews.
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