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von Eldalie    erstellt: 23.02.2010    letztes Update: 22.04.2010    Geschichte, Abenteuer / P12    (abgebrochen)
Zitternd, vor Angst und Kälte, hockte ich da und versuchte, mich nicht zu bewegen und keine Geräusche zu machen. Ich hörte, wie die Piraten hämisch lachten und wie "Captain Barbossa" sprach. Ich verstand nur einen kleinen Teil, denn der Wind wehte die Worte nur Fetzenweise herüber, doch ich verstand eines: Elizabeth Swann stellte sich als Elizabeth Turner vor.

Turner... Das war mein Familienname gewesen, bevor ich in das Kloster gekommen war.

Ich schlief ein, langsam dämmerte ich weg, doch ich schreckte hoch, als ich plötzlich eine Ladung Salzwasser abbekam. Soweit ich sah, nur Wasser, kein einziges Stück Land in Sicht. Auch der nächste Tag war ruhig, langsam bekam ich jedoch Hunger.

Ich versuchte gerade, mein Bein dazu zu bekommen, nicht einzuschlafen, als ich etwas wirklich nicht gutes hörte.
"Captain! Ich glaube, wir haben einen Gast!" Die Stimme kam von direkt über mir und alles in mir spannte sich an. Bewegungslos saß ich da, doch schließlich wandte ich den Kopf nach oben und sah direkt in das schmutzige Gesicht eines Pechschwarzen Mannes.

Ich bekam Panik als sich langsam mehr Piraten an Bord versammelten und zu mir herunterstarrten, doch auf einmal traten sie alle zur Seite.
Ein Mann, auf dessen Schulter ein Äffchen saß, lehnte sich zu mir herunter.
"Du hast Recht. Da ist ein Schwarzfahrer. Oder sollte ich besser sagen, eine Schwarzfahrerin?" Wiederliches Gekicher folgte den Worten des Captains.

"Verrat mir deinen Namen." befahl er.
"Wieso sollte ich das tun, Barbossa?" Hier und da ein überraschtes Gesicht, ein gedämpftes Raunen ging durch die Menge.
"Meinen kennst du schon und ich möchte gerne deinen wissen."
"Sagt mir einen vernünftigen Grund." sagte ich und meine Stimme klang weitaus sicherer, als ich es eigentlich war.

Er zog seine Pistole und richtete sie auf mich. "Ist das ein Grund genug?"
"Joanne." sagte ich und holte tief Luft.
"Joanne was?"
"Ihr wisst genug."
"Dann...Komm zu uns, Joanne." Er grinste und ich schüttelte den Kopf. "Wenn du nicht kommst, werden wir dich holen..." flötete er und damit stand meine Entscheidung fest.

"Ich brauche kein Seil." fauchte ich, als er eines hinunterlassen wollte und kletterte auf das Deck. Krampfhaft beachtete ich die Blicke der Männer nicht sondern sah Barbossa auf die Stelle zwischen den Augen, eine gute Methode, um andere einzuschüchtern. Einen Moment herrschte Stille, dann hob er die Brauen.

"Sag, Joanne. Was hast du auf meinem Schiff zu suchen?"
"Ich sah, wie ihr Elizabeth entfürtet. Ihr beiden wart das." sagte ich und nickte den Entführern zu. "Und ich habe mich gefragt, ob das richtig so ist und wohin ihr wollt."
"Und was willst du jetzt tun?" Er verzog sein Gesicht zu einem wölfischen Lächeln, mehr ein Zähnefletschen, und ich biss die Zähne zusammen.

"Du hast keinen Plan. Legt ihr Ketten an und bringt sie zu der jungen Miss Turner. Vielleicht wird sie es schaffen, sie ein wenig aus ihrer Verschlossenheit heraus zu locken. Pintel, Ragetti!"
Vorfreudig kichernd traten die 'Entführer' vor und der eine hielt meine Arme fest, während der andere mir grobe Handschellen anlegte. Da ich leider in der Unterzahl war und keine Chance gegen sie hatte, begnügte ich mich mit feindseligen Blicken, die die Crew zu amüsieren schienen.

"Hereinspaziert, Schätzchen."
"Ja genau, hereinspaziert!" Die beiden hatten mich halb gezogen, halb geschubst, und stießen mich jetzt in einen Raum, in dem ich die Kapitänskajüte vermutete.

"Was...?" fragte Elizabeth Swann und drehte sich zu mir um. "Wer seid ihr?"
"Mein Name ist Joanne."
"Was tut ihr hier?"
"Das weiß ich selber nicht, Miss Swann."

Sie wurde kalkweiß und sprang auf. Die Hände noch immer auf dem Rücken gefesselt trat ich vor.
"Keine Angst, ich habe euch nicht verraten. Ich sah, wie sie auf das Schiff gebracht wurden und verfolgte euch. Seit gut einem Tag saß ich am Bug hinter der Galleonsfigur, doch ich wurde entdeckt." Eine Schale mit Äpfeln fesselte meinen Blick und mein Magen knurrte.

"Ähm...Warum setzt du dich nicht und isst etwas, Joanne?" fragte sie und ich nickte dankbar.
"Vielen Dank. Ich... Einen Moment bitte." Schnell setzte ich mich auf den Boden und nach wenigen Augenblicken waren meine Hände nicht mehr hinter meinem Rücken sondern vor meinem Körper, wenn auch noch immer gefesselt.

Ich grub meine Zähne in einen der giftgrünen Äpfel und aß insgesamt drei Stück. Danach ging es mir besser und ich merkte, wie ich mich ein kleines bisschen entspannte.
"Verzeiht...Darf ich Elizabeth sagen?" fragte ich vorsichtig und sie nickte. "Sie sagten etwas von... Dich aus deiner Verschlossenheit locken. Was genau ist hier..." Die Tür flog auf und Pintel wie auch Ragetti traten ein.

Nach einem kurzen Blick auf meine Hände und einem säuerlichen Lächeln meinerseits hielt Pintel einen Haufen Stoff hoch und sah Elizabeth an.
"Ihr werdet mit dem Captain speisen. Er bittet euch, das zu tragen."
"Sagt dem Captain" Elizabeth spuckte das Wort förmlich aus "Ich bin gänzlich abgeneigt, seiner Bitte nachzukommen."

"Er hat gesagt, Ihr würdet das sagen. Er hat auch gesagt, wenn dass der Fall sein sollte, dann speist Ihr mit der Crew - und zwar nackt." Er und sein Kumpan kicherten, doch Elizabeth riss das Kleid an sich.
"Wie schön." sagte Pintel und sie verließen die Kajüte wieder.

Ich schnürte das Kleid hinten an Elizabeths Rücken, während sie ihre Haare hoch hielt.
"Ich komme alleine zurecht, mach dir keine Sorgen. Ist es so gut?"
"Perfekt, vielen Dank. Was ich noch sagen wollte... Ich achte deinen Mut, sie zu verfolgen, um mich zu retten, auch wenn du mich nicht kennst."
"Es ist selbstverständlich. Und jetzt viel Glück." sagte ich und lächelte ihr ermutigend zu. Sie verließ den kleinen Raum, in dem wir standen und ich sah bedauernd auf die Handschellen.

Da ich nichts anderes zu tun hatte, setzte ich mich in eine Ecke und nahm den kleinen Beutel in die Hand. Die Kette war unversehrt und ich band sie mir um den Hals, so gut es mit gefesselten Händen ging.
Plötzlich hörte ich einen Schrei und sprang auf. Als ich die Tür öffnete, sah ich, wie Barbossa Elizabeth auf das Deck drängte. Doch in dem Moment, als das silbrige Mondlicht seine Haut berührte, verstand ich, warum sie schrie.
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