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von Rei Hino
erstellt: 23.02.2010
letztes Update: 27.03.2010
Geschichte, Allgemein / P18
(abgebrochen)
Die fünf Mädels wollten mit weiteren Freundinnen und Freunden diesen Sommer verreisen – es würde der letzte Urlaub sein, bevor für sie alle ein neuer Lebensabschnitt begann. Sie hatten alle die Abschlussprüfung der Oberstufe geschafft und wollten sich nun als Belohnung mal richtig erholen.
„Ach, shoppen kann man doch eh am besten hier in Tokyo“, meinte Rei, bei der die fünf Freundinnen im Zimmer um den Tisch saßen, „außerdem wäre es mal interessant, im Urlaub etwas anderes zu tun als das, was wir eh schon dauernd in der Freizeit machen.“
„Ich wäre mehr für etwas Kulturelles mit vielen Museen und Theater. Und Kobe ist ja auch keine typische Touristenstadt“, fügte Ami hinzu.
„Och ne, nicht so was Ödes, außerdem schlafe ich im Theater immer ein.“
„Ja klar, Bunny, sowas ist ja auch nur was für Gebildete Menschen, also nichts für Leute wie dich. Ich frag mich, wie du es überhaupt geschafft hast, den Abschluss zu schaffen!“
„Tja, Rei, gut gespickt ist halb gewonnen.“
Rei verdrehte die Augen. „Andere Menschen lernen Wochen lang tagtäglich bis ihnen der Kopf qualmt und andere schummeln sich durch. Aber wie sagt man so schön – 'das Glück ist mit den Doofen!’'“
„Du bist doch nur frustriert, weil du keinen Freund hast, der dich vom pauken abhalten konnte, Rei!“
„Na ja so schlimm ist doch spicken auch nicht, Hauptsache wir haben alle unseren Abschluss in der Tasche“, lenkte Minako ein.
„Willst du Bunnys Schummeleien etwa gutheißen?“, fragte Rei mit verärgertem Unterton.
„Nun ähm also ich kann es halt gut nachvoll ziehen weil...ich hab selbst gespickt.“ „MINAKO!!! Wie konntest du nur?!?“
„Ihr werdet aber sehen, dass ihr euch auf Dauer im Leben nicht mit Schummeln durchschlagen könnt“, meinte Ami, „denn im Endeffekt wird nur Fleiß belohnt. Darum solltet ihr von nun an mehr lernen. Und außerdem solltet ihr euch mal um eure Zukunft kümmern, denn ihr habt ja immer noch keinen Ausbildungsplatz, Bunny und Minako.“
Ein Studium brauchte Ami den beiden gar nicht erst vorschlagen, dazu waren zum einen ihre Noten zu schlecht, zum anderen hatten die beiden auch gar nicht die nötige Motivation und Selbstdisziplin dazu.
„Bunnys Bewerbungen sind eh so voller Rechtschreibfehler, da kippt jeder in der Personalabteilung vor Schreck vom Hocker“, stichelte Rei.
Bunny streckte ihr die Zunge raus. „Wozu brauche ich einen Ausbildungsplatz? Ich hoffe ja, dass Mamoru mir bald einen Heiratsantrag macht. Dann werden wir Kinder bekommen und um die muss ich mich ja kümmern, da kann ich wohl schlecht arbeiten gehen. Vielleicht hält er ja noch in diesem Urlaub um meine Hand an.“
„Wie kann man nur so naiv sein“, knurrte Rei.
„Es ist heutzutage auch für uns Frauen wichtig, eine gute Ausbildung zu haben. Was ist denn, wenn Mamoru mal arbeitslos wird?“, fragte Ami, „Und mal ganz im Ernst: Willst du wirklich dein ganzes Leben lang nur Hausfrau und Mutter sein?“
„Soweit kann Bunny doch nicht denken, sie denkt ja nur von 12 bis Mittag!“ Rei war immer noch sauer wegen der Bemerkung, dass sie ja frustriert wäre, weil sie keinen Freund hatte. Damit hatte Bunny ihren Wunden Punkt getroffen, denn wenn Rei ehrlich zu sich selbst war, vermisste sie schon einen Partner in ihrem Leben.
„Hört auf zu streiten“, schritt Makoto ein, „und um auf unsere Ferien zurück zu kommen: Was haltet ihr von einem Abenteuerurlaub auf auf Hokkaido? Wir könnten da campen und die Natur erkunden. Das wär doch mal etwas ganz anderes!“
„Och ne, auf Hokkaido ist es doch viel zu kalt! Also ich möchte lieber die Sonne genießen und mir nicht in der Kälte den Arsch abfrieren“, meinte Rei.
„Und süße Jungs lernen wir da in der kalten Wildnis bestimmt auch keine kennen“, fügte Minako hinzu, „auch wenn wir schon ein paar dabei haben.“
„Ok, dass ist natürlich schon ein Argument. Aber irgendwie könnte so ein Urlaub in der Wildnis auch was Romantisches haben“, sagte Makoto.
„Der Süßeste ist eh mein Mamoru“, rief Bunny, „aber in die Kälte mag ich auch nicht fahren, da muss ich der frustrierten Rei mal recht geben!“
„Halt die Klappe, du Nervensäge!!!“ Rei nahm den nächsten Reisekatalog, der ihr in die Finger kam und schlug ihn Bunny auf den Kopf.
„AUA! Warum musst du gleich immer so fest zuhauen, Rei?“
„Was hast du da überhaupt für einen Katalog?“, fragte Ami um die Streiterei der beiden zu unterbrechen. Rei blickte auf das Cover des Prospektes.
„Urlaub auf den Izu-Inseln.“
„Was haltet ihr denn davon? Auf einer Insel Urlaub machen wär doch auch toll, da könnten wir uns super ausruhen, sonnen, im Meer schwimmen und viel von der Natur sehen“, sagte Ami, „und ein weiterer Vorteil wäre auch, dass die Inseln auch nicht so weit von Tokyo entfernt sind, vor allem, wenn wir nach Izu-Oshima fahren.“
„Oh ja, das klingt doch echt sehr gut“, fand Minako und auch Makoto, Bunny und Rei gefiel diese Idee.
„Wisst ihr, wer übrigens auch mitfährt?“, fragte Bunny.
„Wen meinst du?“, fragte Ami.
„Jemand, der sehr süß ist und single.
„Wer?“, fragten Makoto und Minako wie aus einem Munde.
„Motoki!“
„Motoki?!?“
Bunny nickte und grinste.
„Das find ich super, dass er auch mitkommt, hoffentlich klappt es jetzt endlich mal, ihm näher zu kommen“, hoffte Makoto.
„Was, du willst ihm näher kommen? Kommt gar nicht in Frage, ich will doch schon was von Motoki!“, sagte Minako verärgert.
„Ist ja klar, wenn einer männlich und gutaussehend ist, dann bist du doch immer gleich scharf auf den! Schlimm, wie du immer hinter den Kerlen her bist!“, meinte Makoto zu ihr.
„Das musst du gerade sagen! Du bist doch selber ständig von unterschiedlichen Typen am schwärmen!“
„Jetzt fangt ihr nicht auch noch an zu streiten, erst Bunny und Rei und nun ihr. Ist wirklich anstrengend mit euch, einen Urlaub zu planen“, sagte Ami.
„Hi hi, gut, dass ich meinen Mamoru habe, sonst würde ich mich auch mit euch um Motoki streiten“, kicherte Bunny.
In dem Moment klopfte es an der Tür. Opa Hino kam herein. „Hallo ihr Mädchen! Ich habe mitbekommen, dass Rei Besuch hat und habe euch etwas mitgebracht!“ Er stellte ein Tablett mit Tee und allerlei Gebäck auf den Tisch. Da wurden Bunnys Augen groß.
„Das ist aber wirklich sehr freundlich von Ihnen“, freute sie sich und stopfte sich sofort ein paar Kekse in den Mund. „Du siehst aus wie ein Hamster mit Odangofrisur“, brummte Rei.
Diese Bemerkung störte Bunny jedoch nicht im geringsten, denn die Kekse schmeckten einfach zu gut!
„Oh, ihr plant eine Urlaubsreise“, tat Opa Hino scheinheilig. Er hatte an der Tür gelauscht und wusste genau, was die Mädchen planten.„Nehmt ihr mich mit? Ich brauche auch mal unbedingt Erholung! Ich möchte auch gerne am Strand liegen zwischen hübschen jungen Mädchen!“
„Oh ja, aber sie müssen uns dann auch Kekse backen“, kicherte Bunny. Sie war die einzige, die die Idee lustig fand, die anderen schauten ganz unbegeistert drein.
„Halt die Klappe, du sollst meinen Opa nicht auch noch dazu ermutigen, so einen Mist zu erzählen!“, fauchte Rei. „Das kann ja wohl nicht dein Ernst sein, mit uns mit fahren zu wollen! Wenn du verreisen willst, dann meld dich für ne Kaffeefahrt eines Seniorenclubs an!“
„Aber da sind doch keine hübschen jungen Mädchen…“, schniefte der kleine dickliche alte Mann, „wieso ist Bunny immer die Einzige, die mich versteht? Du solltest auch mal so nett sein wie sie, Rei.“ Als er den Raum verlassen wollte, knallte er mit Yuichiro zusammen, der auch gerade vor der Tür gelauscht hatte. Opa Hino ging weiter und schimpfte vor sich hin, wie undankbar Rei doch wäre, dass er sich all die Jahre um sie gekümmert hätte, aber er würde schon die Puppen tanzen lassen, während sie im Urlaub wäre.
„Hi“, begrüßte Yuichiro die Mädels, „was macht ihr denn Schönes?" Er hatte natürlich genau gehört, was sie gesagt hatten und nun musste er es nur noch schaffen, dass sie ihn mitnahmen. Zum einen konnte er nicht riskieren, dass Rei mit den anderen in Urlaub fahren würde, wenn da auch noch mehrere Kerle bei waren! Nicht, dass die sich noch an seine Angebetete heranmachen würden! Und es wäre auch für ihn eine Gelegenheit, ihr vielleicht endlich mal außerhalb des Tempels näher zu kommen…
„Wir planen unseren Sommerurlaub“, sagte Makoto. Rei warf ihr einen giftigen Blick zu. Musste sie das denn jetzt rausposaunen?
„Oh Sommerurlaub, das klingt toll, fahrt ihr denn ganz alleine?“
„Nein, wir fahren zu ganz vielen, es kommen auch noch Motoki, Mamoru, Seiya, Yaten und Taiki mit“, antwortete Minako. „Haruka und Michiru kommen wahrscheinlich auch noch hinterher“, fügte Makoto hinzu.
„Willst du nicht auch mitfahren, Yuichiro?“
„Oh ja, dass ist eine tolle Idee von dir, Bunny, ich könnte auch mal sehr gut Erholung gebrauchen! Meister Hino gibt mir immer sehr viele und anstrengende Aufgaben. Natürlich arbeite ich gerne für ihn, aber es wäre soooo fantastisch mit euch weg zu fahren!“
„Sag mal überlegst du denn gar nicht, du kannst doch nicht einfach Yuichiro ohne zu fragen einladen mit zu kommen! Der…der muss hier im Tempel bleiben und auf meinen Opa aufpassen! Alte Leute kann man nicht alleine lassen, nachher stellt der noch was Dummes an!“ Rei war schon wieder kurz vorm explodieren. Wenn Yuichiro mit käme, würde er ihr nur den ganzen Tag hinterherlaufen – was er ja schon zu Hause dauernd tat. Sie wollte sich endlich mal ausruhen und mal nicht ständig von ihm genervt werden! Und Bunny unterstützte ihn natürlich auch mal wieder!
„Ach komm, der ist doch noch ganz rüstig und fit. Und wenn es dich beruhigt kann ich meine Mutter fragen, ob sie mal ab und zu hier vorbei kommt und nach dem rechten schaut“, schlug Bunny vor.
Yuichiro ließ sich auf die Knie fallen. „Oh bitte Rei, bitte, nehmt mich mit, ich möchte auch mal so gerne wieder verreisen! Ich tu auch alles, was du willst!“
„Komm schon Rei, es wäre wirklich gemein, wenn wir ihn ausgrenzen würden“, sagte Ami. Yuichiro tat ihr irgendwie etwas Leid, schließlich war Rei oft schon ziemlich barsch zu ihm, obwohl er sich wirklich ständig ziemlich ins Zeug legte.
„Ich wäre froh, wenn mir ein Typ so zu Füßen liegen würde“, seufzte Makoto. „Mein Exfreund hat mich ja leider nicht so vergöttert…“
„Und ich würd mir gerade das Angebot, dass er alles, was du willst, tun würde, besonders gut überlegen“, meinte Minako kichernd mit Hintergedanken.
„Hm…wenn es denn unbedingt sein muss“, gab Rei schließlich klein bei. „Aber wehe, du stehst mir den ganzen Tag vor den Füßen rum, Yuichiro!“
„Danke, danke!“ Er freute sich wie ein Kind und küsste ihre Füße. „Du wirst es nicht bereuen!“
Da bin ich mir nicht so sicher, dachte sie.
„Vielleicht gelingt es dir ja, Yuichiro, Rei mal so zu befriedigen, dass sie nicht immer so frustriert ist“, sagte Bunny, „die hat nämlich schon lange keiner mehr so richtig…“.
Da schlug Rei ihr zum zweiten Mal an diesem Tag ein Urlaubsprospekt mit voller Wucht auf den Kopf.
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