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Geschichte: Fanfiktion
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von Targaladwen
erstellt: 22.02.2010
letztes Update: 17.10.2010
Geschichte, Drama, Schmerz/Trost / P12
(abgebrochen)
@Pandora26: Freut mich dass du auch diese Story von mir liest und dass dir der Anfang gefallen hat. Dieses Mal mußt du such nicht so lange auf die Fortsetzung warten!
@Sternchen: Tut mir leid, dass der Anfang so kurz war, ich habe irgendwie die Neigung, einen Prolog immer so kurz zu schreiben, gebe mir aber Mühe mich zu bessern. Meine richtigen Kapitel sind auch immer um einiges länger. Dafür kommt jetzt auch schon die Fortsetzung.
@raveny: Mal sehen, was so aus der Story wird, das entwickelt sich bei mir immer erst beim Schreiben. Danke für dein Kommi!
@Celebne: Eigentlich wollte ich erstmal meine anderen Stories beendet, bevor ich was Neues anfange, aber ich konnte mich einfach nicht zurückhalten. Danke fürs Review!
Kapitel 1: Heimkehr in die Fremde
Den ganzen Tag ritten die drei Brüder durch die Wälder, bis tief in die Wildnis von Eriador, wo die Siedlungen der Dúnedain weit verstreut lagen. Die meiste Zeit schwiegen sie, denn Aragorn war ganz in seine eigenen Gedanken versunken und gab auf alle Fragen der Zwillinge nur einsilbige Antworten.
Bald würde er zum ersten Mal seinem eigenen Volk, seiner wirklichen Familie gegenüber stehen. Wie würden sie ihn aufnehmen? Und wie sollte er sich verhalten? Er konnte doch unmöglich durch die Tür treten und verlangen, dass sein Onkel das Amt des Stammesführers an ihn abtrat!
So sehr Aragorn diese quälenden Gedanken vertreiben wollte, es gelang ihm nicht. Je näher sie ihrem Ziel kamen, desto unruhiger wurde er. So wenig er auch über sein zukünftiges Dasein als Anführer der Dúnedain wußte, war ihm doch klar, dass er ihren Respekt nicht würde einfordern können. Er mußte ihn sich verdienen. Und genau diese tatsache erschien ihm als das größte Hindernis.
Zwei Tage später waren die drei endlich an ihrem Ziel angelangt. Nicht weit von ihnen entfernt lag eine kleine Siedlung, kaum mehr als eine Ansammlung mehrerer Hütten. Die meisten Fenster wurden von Licht erhellt, denn die Sonne war beinah untergegangen.
Aragorn saß schweigend auf seinem Pferd und nahm den Anblick, der sich ihm bot, in sich auf Hier sollte er also von nun an leben. Bei diesem Gedanken spürte er einen heftigen Anflug von Heimweg und wünschte sich mehr als jemals zuvor zurück nach Bruchtal. Natürlich hatte Elrond ihm vor seiner Abreise erzählt, dass die Dúnedain in Armut lebten, doch nun, da er sich zum ersten Mal der Wirklichkeit gegenübersah, fühlte er sich zutiefst ernüchtert. Das war nicht die Heimkehr, die er sich vorgestellt hatte. Es war der Weg in die Fremde.
"Estel?" Elladans Stimme riss Aragorn abrupt aus seinen traurigen Gedanken. Mit einem leichten Kopfschütteln wandte er den Blick seinem Bruder zu und versuchte, ein zuversichtliches Lächeln aufzusetzen, was ihm aber nur bedingt gelang. "Es geht schon", meinte er tapfer. "Ich muß mich nur erst daran gewöhnen, von nun an bei meinem Volk zu leben." "Das wirst du mit der Zeit", erwiderte Elrohir aufmunternd. "Natürlich ist jetzt noch alles fremd für dich, aber du bist nicht allein. Du hast deine Familie hier und wir sind auch immer für dich da. Das solltest du nicht vergessen."
"Bestimmt nicht", gab Aragorn zurück und dieses Mal war sein Lächeln aufrichtig.
Bedächtig trieben die drei ihre Pferde an und näherten sich langsam der Siedlung. Nun, da der Tag sich langsam seinem Ende zuneigte, waren die Bewohner in ihre Häuser zurückgekehrt und nicht wenige verfolgten, durch das Hufgetrappel an ihre Fenster gelockt, von dort die von dort die Ankunft der drei Reiter.
Aragorn war es durchaus bewußt, dass beinah alle Blicke auf ihn gerichtet waren und ob dieser Gewißheit fühlte er sich ungewohnt verlegen. Was dachten diese Menschen wohl von ihm? Schließlich hatten sie sich, noch bevor sie ihn überhaupt zu Gesicht bekommen hatten, sicher bereits ein Bild von ihm gemacht. Ob er wohl ihren Vorstellungen entsprach? Und konnte er ihren Erwartungen gerecht werden?
Nur wenige Augenblicke später, so schien es Aragorn, brachten die drei ihre Pferde zum Stehen. Die Hütte, vor der sie nun standen, lag ungefähr in der Mitte der Siedlung und war etwas größer als die übrigen. Ohne zu fragen wußte er, dass sie ihr Ziel erreicht hatten. Hier also wohnten seine Verwandten.
Nachdem sie ihre Pferde festgebunden hatten, ging Aragorn, die Zwillinge im Gefolge, mit heftig schlagendem Herzen auf die Haustür zu. Offenbar wurden die Neuankömmlinge bereits erwartet, denn auf sein Klopfen wurde die Tür fast sofort von einem hochgewachsenen, dunkelhaarigen Mann geöffnet, der seiner Mutter in männlich abgewandelter Gestalt so ähnlich war, dass er, wie Aragorn erriet, nur sein Onkel Amrod sein konnte.
Bei näherem Hinsehen bemerkte er, dass die schwarzen Haare seines Gegenübers bereits von grauen Strähnen durchzogen waren und sich auf seinem Gesicht die ersten tiefen Falten zeigten. Einzig seine grauen Augen sahen ihn mit unvermindert intensivem Blick an und verrieten deutlich, dass sein Geist nicht von nahendem Alter vernebelt war. Auch der Körper seines Onkels, der in einfache Kleidung aus weichem Wollstoff gehüllt war, war noch immer kräftig und durch die langen Jahre in der Wildnis gestärkt, sodass Aragorn sofort erkannte, dass dieser Mann durchaus in der Lage war, sich selbst zu verteidigen.
Amrod hatte die Neuankömmlinge einen Augenblick fragend betrachtet, doch dann traf ihn die erkenntnis und ein warmes Lächeln fand den Weg in sein Gesicht. "Aragorn!" rief er freudig überrascht aus. "Endlich ist mein Neffe zu uns zurückgekehrt!"
Er trat einen Schritt auf den jungen Mann zu und schloss ihn in die Arme. Aragorn versteifte sich einen Moment, doch dann erwiderte er die Umarmung seines Onkels. "Ich bin froh, dich endlich kennen zu lernen, Onkel", antwortet er höflich, aber aufrichtig. "Du mußt Mutter sehr teuer sein, denn sie spricht oft von dir." "So teuer, wie sie mir ist und dein Vater es war", bestätigte Amrod lächelnd.
Dann wandte er sich den Zwillingen zu, die sich zunächst schweigend im Hintergrund gehalten hatten. "Ich danke Euch, dass Ihr meinen Neffen wohlbehalten hergebracht habt", sagte er noch immer lächelnd, doch nicht ohne Würde. In diesem Moment erkannte Aragorn, dass sein Onkel den Dúnedain in den langen Jahren seiner Abwesenheit ein würdiger Anführer gewesen war und erneut stieg Angst in ihm auf, ob er die Erwartungen erfüllen konnte, die sein Volk in ihn setzte.
Amrod brachte seine Gäste hinein, denn sie würden die Nacht bei ihm verbringen. Am nächsten Morgen wollten Elladan und Elrohir sich auf die Rückreise nach Bruchtal begeben und Aragorn würde in die Hütte seiner Eltern ziehen, die nur wenige Schritte von der seines Onkels entfernt war. Doch für diese Nacht würden sie alle unter Amrods Dach bleiben.
Als die vier in die kleine Stube traten, die als Wohnraum diente, fiel Aragorns Blick auf einen jungen Mann, der ungefähr in seinem Alter sein mochte. Aus den Erzählungen seiner Mutter wußte Aragorn, dass Amrods Gemahlin, seine Tante, bereits vor einigen Jahren gestorben war und sein Onkel nun mit seinem Sohn alleine lebte. Der jungen Mann vor ihm sah Amrod in jüngerer Erscheinung so ähnlich, dass es sich bei ihm nur um seinen Vetter handeln konnte.
"Dies ist mein Sohn Halbarad", bestätigte nun auch sein Onkel diese Vermutung. "Er ist ein Jahr jünger als du und wird uns im Sommer auf unseren Streifzügen durch den Norden begleiten."
Einen Moment verspürte Aragorn einen Anflug von Erleichterung angesichts dieser Worte. Die Aussicht, jemanden in seinem Alter im Gefolge zu haben, beruhigte ihn. Halbarad würde sicher verstehen, dass es ihm in seiner Jugend schwer fiel, sich in die Rolle des Anführers hinein zu finden.
Die anfängliche Erleichterung verflog jedoch schnell, als Aragorn in das Gesicht seines Vetters sah. Halbarad hatte die Neuankömmlinge zuerst wachsam und ein wenig unsicher gemustert, doch als sein Blick an Aragorn hängen blieb, funkelte er ihn so feindselig an, dass dieser regelrecht erschrak. Die Spannung zwischen ihnen war fast greifbar und für alle zu spüren. Die Zeit schien still zu stehen, bis Amrod das Wort ergriff.
"Geh jetzt und bereite das Bett für unsere Gäste", sagte er freundlich aber bestimmt zu seinem Sohn. "Du wirst heute Nacht bei mir schlafen und deine Kammer deinem Vetter überlassen." "Ja, Vater", sagte Halbarad kurzangebunden und stand folgsam auf. Ihm war deutlich anzumerken, dass ihm die Anordnung seines Vaters nicht recht war, doch der junge Mann wagte keine Widerrede. Nur als er den Raum verließ, stieß er mit seiner Schulter schmerzhaft an die seines Vetters.
Aragorn sah ihm noch immer erschrocken hinterher und seufzte innerlich resigniert. Er war ein Fremder in einer ihm fremden Welt und es würde noch lange dauern, bis er wirklich daheim war.
Fortsetzung folgt...
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