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von Amurnatter    erstellt: 21.02.2010    letztes Update: 10.10.2011    Geschichte, Abenteuer / P18    (pausiert)
Voldemort verließ genervt den Versammlungsraum. *Bloß weg von all diesen Trantüten. Dieser nutzlose Haufen Eulenmist. Warum muss ausgerechnet ich nur von Vollidioten umgeben sein?*        

Der einzige seiner Todesser, der ihn heute hatte zufrieden stellen können, war Severus gewesen. Ja, ja sein treuer Tränkemeister. Er ließ sich nicht besonders elegant in einen Sessel nahe dem Kamin plumpsen.      


Voldemort hörte die aufgeregten Stimmen seiner Gefolgsleute aus dem Nebenraum. Mit einem Schwenker seines Zauberstabes beschwor er einen Schweigezauber über die Tür. *Na endlich! Ruhe und… wo kommt denn dieser verdammte Krach her!!!* Hinter der zweiten Tür im Raum, die in den Korridor zum Westflügel mündete, drang ein lauter Rabatz an seine geschändeten Ohren. Er hörte laute Schüsse, eine schreiende Männerstimme und Schritte, die immer näher kamen. Hastig stand er auf und legte einen Desillusionierungszauber über sich. Gleich darauf wollte er sich am liebsten Ohrfeigen.                  

*Hast du etwa Angst vor ein paar Schüssen? Du bist der mächtigste Zauberer weit und breit, warum versteckst du dich? Die Typen, die es wagten durch dein Anwesen zu ballern, die sollten sich lieber verstecken.* Während Voldemort sich weiter mental zur Schnecke machte, wurde die Korridortür aufgerissen. Zwei schätzungsweise 10-12jährige Mädchen stürmten den Saal, in dem sich der Dunkle Lord aufhielt. Das heißt, die eine stürmte, die andere hing wie ein nasser Sack über den Schultern des stürmenden Mädchens.

Die Stürmerin legte das nasse-Sack-Mädchen auf das grüne Sofa. Es blutete stark. Doch bevor die Stürmerin sich um die Verletzte kümmern konnte, flog die Tür erneut auf und ein grobschlächtiger Mann mit einer Knarre in der Hand trat ein. Er erblickte die beiden Mädchen und ein dreckiges Lächeln umspielte die schmalen Lippen.
„So sieht man sich wieder, du kleine Hure.“ sagte der Mann.

Er redete mit der Stürmerin, die auch gleich antwortete. „Und zwar zum letzten Mal, Saufkopf.“

Wenn er sich damit nicht verraten würde, hätte Voldemort jetzt einen bewunderten Pfiff ausgestoßen. Ganz schön mutig, so was  einem bewaffneten Kerl an den Kopf zu werfen.      

Vielleicht war es aber auch einfach nur ziemlich bescheuert. Voldemort dachte, der Typ mit der Knarre würde der Stürmerin nun ein paar Löcher verpassen, aber es kam anders. Ehe es sich der Saufkopf versah, trat ihm die Stürmerin die Waffe mit einem geübten Beinschwung aus den Händen.

Das Mädchen fing sie geschickt auf und verpasste dem Mann vor ihr ohne zu zögern einen Kopfschuss.

Der Mann war sofort tot und fiel um. Ohne Zeit zu verschwenden, stieg das Mädchen über die Leiche, und schob einen Marmortisch vor die Tür. War da etwa noch ein Eindringling auf seinem Anwesen, empörte sich der Dunkle Lord. Es war zwar eigentlich Malfoy Manor, aber er ging hier doch ein und aus. Man konnte es also als SEIN Anwesen bezeichnen.                                                        

Die Stürmerin wollte sich wieder ihrer verletzten Begleitung widmen, als plötzlich ein furchtbares Geräusch die Luft und Voldemorts Trommelfell durchschnitt. Die Blicke der Mädchen und des Dunklen Lords wanderten synchron zur Tür und zum Marmortisch. Dieser wurde gerade von einem Schwert gespalten. WAS!!!!


Ein Marmortisch wird nicht einfach mal eben von einem Schwert gespalten! Und doch glitt eine Messerschneide durch den Stein, wie durch Butter. Die Tür zerbarst und ein weiterer Mann schob die beiden Teile des Marmortisches aus seinem Weg. Das Mädchen auf dem Sofa stieß einen spitzen Schrei aus und das andere eröffnete das Feuer. Den ersten Kugeln wich der Typ einfach aus.          

Die letzte Kugel durchschnitt er in der Luft mit seinem Schwert. Er spaltete sie einfach! Das ist doch nicht möglich. (AN Doch, und zwar mit einem Samuraischwert aus der Zukunft. Damit kann man sogar Hagrids Felsenkekse in Stückchen hacken.)  Die Mädchen verwunderte es anscheinend nicht.    

Das Mädchen mit der Knarre schien noch nicht einmal beeindruckt. Sie warf die Schusswaffe in eine Ecke und schnappte sich einen Schürhaken vom Kamin. Sie wollte sich mit einem Schürhaken gegen ein marmorwiebutterzerstückelndes Schwert behaupten? War die Kleine denn verrückt?

Egal, das würde jetzt ganz interessant werden. Sie ging mit dem Schürhaken auf den Mann los.    

Sie schlug damit nach seinem Kopf, er wollte den Schlag parieren, kam aber gar nicht mehr dazu, weil das Mädchen den Schürhaken schon wieder runter riss und die Eisenstange mit voller Wucht gegen das Schienbein des Mannes schlug. Dieser geriet ins Straucheln und das nutzte das Mädchen aus.  

Sie griff blitzschnell in ihre Tasche, zog einen Dolch daraus hervor und rammte ihn dem Mann in den Bauch. Der Mann keuchte vor Schmerz, aber das Schürhakengirl beließ es nicht bei dem einen Stich.

Sie stach nochmals in den Bauch und zog den Dolch dann bis zur Brust des Mannes hoch. Er röchelte noch einmal und fiel dann auch einfach tot um. Das Mädchen auf dem Sofa seufzte.                

„Mensch Sev, ein Stich ins Herz hätte doch genügt. Ich glaub es kaum, du hast gerade den gefährlichsten Killer Englands mit einem Schürhaken und einem stumpfen Dolch kaltgemacht.“    

Sev wischte den blutigen Dolch am Hemd des Erstochenen ab. „Melanie, ich hab’ ihm doch einen Stich ins Herz verpasst. Aber du weißt doch, der Weg zum Herzen eines Mannes führt immer durch seinen Magen. Und mein Dolch ist nicht stumpf! Jetzt zeig mal, bist du schwer verletzt?“                    

Sev schritt auf das Sofa zu und legte dann vorsichtig eine Hand auf die Wunde ihrer Freundin. Das Mädchen zuckte und stöhnte vor Schmerzen. Die andere zog ihre Hand rasch wieder weg. An der Hand liefen rote Tropfen hinab. Ziemlich viele Tropfen…

„Scheiße! Ist… ist das alles mein Blut?“ Erschrocken starrte das Mädchen auf die rote Hand.

„Ach Quatsch, Melanie, das ist nur Erdbeermarmelade. Siehst du?“ Um ihre Lüge noch zu unterstreichen, leckte Sev die rote Flüssigkeit von ihrer Hand ab. „Hmmm.“ seufzte sie, obwohl es sie innerlich vor Ekel schüttelte. Was fanden Vampire nur an dem widerlichen Zeug?                      

Melanie quietschte angeekelt und fiel in Ohnmacht. „Sorry Süße, aber das musste sein. Merlin sei Dank weiß ich immer, wie ich dich zum Schlummern bringe. So, jetzt kümmere ich mich um deine Wunde.“

Sie fischte ihren Zauberstab aus den Untiefen ihrer Tasche. Ach ja, Frauen und ihre Handtaschen, ein ewiger Kampf ohne Sieger und Verlierer. Serafin tippte vorsichtig mit der Spitze an die klaffende Einschussstelle.

Im hohen Bogen schoss die Kugel aus der Wunde hervor, bevor die Wunde sich langsam schloss. Serafin hob die Kugel auf. „Haha, Silber. Die behandeln uns Hexen wie einen verwandelten Werwolf. Ich werd nicht mehr, diese Säcke.“ Kopfschüttelnd steckte Serafin die Silberkugel in ihre Hosentasche. Dann ließ sie ihren Blick über Melanies Körper wandern und erschrak fürchterlich.

Das hier vor ihr war auf keinen Fall der Körper einer 20jährigen Frau, sondern eines ca. 10-12jährigen Mädchens. Panisch sah sie sich im Zimmer um. Da hinten hing ein Spiegel an der Wand.

Vorsichtig näherte sie sich ihm. Als sie nahe genug am Spiegel stand, erschrak sie gleich ein zweites Mal. Das kindliche Gesicht eines kleinen Mädchens schaute verwirrt zu ihr heraus. „Verdammt.“ Mit ausfallenden Schritten marschierte sie zurück zu dem grünen Sofa, auf dem ihre Freundin lag.

Unterwegs schnappte sie sich irgendeine Tasse und schüttete den Inhalt in Melanies Gesicht. Diese sprang vor Schmerz schreiend auf. „SCHEISSE, SEV! WAS SOLL DENN DER MIST?“                    

Ungerührt starrte Serafin ihre fuchsteufelswilde Freundin an. „Ich muss mit dir sprechen. Deshalb hab ich dir Wasser ins Gesicht geschüttet, um dich wach zu kriegen.“ Melanie schrie noch lauter als vorher:

„DAS WAR ABER EBEN KEIN WASSER, SONDERN KOCHEND HEISSER KAFFEE!!!“ „Oh“ meinte Serafin darauf Schultern zuckend. „Na dann schlage ich vor, du legst dich wieder schlafen und ich suche die Küche, um ein Glas Wasser zu holen. Ist dir das angenehm?“ fragte Serafin mit anzüglichem Grinsen.

Der Vorschlag wurde mit einem bitterbösen Blick quittiert. „Möchtest du dir vielleicht erst mal das Gesicht trocknen?“ Melanie nickte einfach nur. *Heißer Kaffee im Gesicht tut verdammt weh!*    

Serafin lächelte und zog sich dann ihr T-Shirt aus. Melanie klappte bei dem Anblick, der sich ihr bot, der Mund auf. Das war ja noch heißer als der Kaffee. Serafin bemerkte den Blick. „Mund zu, du sabberst. Fällt dir denn nichts an mir auf, was normalerweise anders ist?“

Melanie war ein bisschen abwesend und schaltete daher ihr Gehirn nur widerwillig wieder ein.

Mürrisch grübelte sie darüber nach, was Sev meinte, bis der Groschen fiel, und sie entsetzt Luft einzog. Dann stürzte sie zu dem Spiegel, in dem sich auch Serafin kurz vorher betrachtet hatte.

Als sie schlitternd vor dem Spiegel zum Stehen kam und hinein sah, fiel sie fast wieder in Ohnmacht.

„Args, was ist denn nur mit mir passiert? Meine Titten sind weg. Heul!!! Ich bin wieder klein. Sev, ich will sterben.“ Ohne auf Melanies Heulkrampf und die Todeswünsche zu achten, schritt Serafin zu ihrer Freundin und wischte ihr mit ihrem T-Shirt die Tränen und den Kaffee vom Gesicht.                      

Dann zog sie Melanie bestimmt zu sich hoch und küsste sie kurz auf den Mund. Es war kein leidenschaftlicher Kuss, nur ein tröstliches Schmusen von zarten Lippen.                                                

Sie küssten sich öfters, einfach aus Freude, oder wie jetzt, aus Kummer. Serafin konnte den Kummer ihrer besten Freundin nicht wirklich nachvollziehen. Es kümmerte sie nicht, DASS sie jünger war als vorher, sondern WARUM sie jünger war als vorher.

Warum sind Melanie und sie nicht in Hogwarts gelandet? Außerdem ließ  ein Blick durchs Fenster darauf schließen, dass sie nicht gerade Ende Dezember hatten, sondern vielleicht gerade mal Mitte bis Ende August. WAS bei Merlins Snoopy-Boxershorts ist schief gelaufen?
Waren die beiden Zusatzgewichte daran schuld? Konnten zwei blinde Passagiere den Ausgangspunkt und die Endzeit so beeinflussen oder hatte sich Serafin einfach verrechnet?
Lautes Klopfen riss sie aus ihren Grübeleien. Sie straffte die Schultern. Es wird kein leichtes Unterfangen, dem Hausherren oder der Hausdame ihr plötzliches Auftauchen zu erklären.
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