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von Coralyn    erstellt: 21.02.2010    letztes Update: 22.03.2010    Geschichte, Romanze / P18    (fertiggestellt)
Severus Snape drückte sich genervt in eine dunkle Ecke, hinter der Statue eines dermaßen hässlichen Zauberer, dass er sich kaum vorstellen konnte, wieso Dumbledore sie hier noch stehen ließ. Er massierte sich die Schläfen um die pochenden Kopfschmerzen zu verbannen, die die lärmende Menschenmenge vor dem Schloss verursacht hatte. War es denn schon wieder so weit? Musste er erneut diese Prozedur über sich ergehen lassen? Konnten diese kleinen Dilettanten, denn nicht einfach nur still und heimlich verschwinden? Er schloss in dem Versuch sich von der Außenwelt wenigstens für fünf Minuten ab zu schotten, die Augen. Und als ob diese Überflüssigkeit nicht genug wäre, mussten auch ausgerechnet Crabbe und Goyle Junior diese Prüfung nicht bestanden haben, ausgerechnet zwei seiner Hausschüler waren die einzigen, die es nicht geschafft hatten! Er lugte kurz durch das Fenster, dass bis eben noch durch zwei schwarze Vorhänge verdeckt gewesen war und machte in der Menge die Gesichter der Todesser Crabbe und Goyle Senior aus, sicherlich würden sie ihn dafür verantwortlich machen! Wie gerne hätte er ihnen die Meinung gesagt, dass ihre Söhne dumme, nichts nutzige Schrumpfköpfe waren und es überhaupt einem Wunder entsprach, dass sie in der Lage waren einen Zauberstab in der Hand zu halten! Doch er musste an seine Tarnung denken, er durfte sie nicht fallen lassen... Noch einmal atmete er tief ein und aus und wollte gerade hinter der Statue hervor kommen, als er Stimmen und Schritte hörte. Wer hielt sich denn jetzt noch im Gebäude auf? Die Jahrgänge 1-6 waren in ihren Ferien und alle aus Jahrgang 7 sollten sich besser draußen befinden! Er überlegte ob er einfach hervortreten sollte, doch wie würde es aussehen, wenn er hinter einer Statue herkam? Als ob er, Severus Snape, sich verstecken würde. So drückte er sich noch etwas tiefer in die Nische und wartete ab. Schon bald kamen die Stimmen näher und er erblickte den jüngsten Weasley-Sohn und die einzige Tochter, der Zaubererfamilie. An ihrer Hand hing, wie schon seid einem Jahr, Potter mit einem Grinsen auf dem Gesicht, dass ihn all zu sehr an James erinnerte... Doch er wurde schnell aus seiner Erinnerung gerissen, denn das Mädchen, nein die Frau, die jetzt kam, war Miss Granger. Er ließ seine schwarzen Augen über ihre Silhouette gleiten, ja sie hatte sich eindeutig zu einer Frau entwickelt... Er schnaubte, was tat er denn da? Sie war schließlich die Miss Know-it-all von Gryfindor, das Mädchen, das ihm volle 7 Jahre den letzten Nerv geraubt hatte. Er rieb sie die Augen und wagte dann einen erneuten Blick, doch die Wirkung war die selbe, ein leichtes Zucken durch fuhr ihn. Er musste gestehen, dass ihr Grün ausgezeichnet stand! Plötzlich blieb sie stehen und drehte sich kurz um, er erhaschte einen Blick in ihre braunen Augen und merkte wie eine verdrängte Erinnerung in ihm auf kam...

„Miss Granger! Wären sie wohl so gütig und würden mir erklären, warum zu Merlins Bart, ihr Kessel nicht mehr vorhanden ist, sondern sich eine Geeleartige Masse auf dem Boden vor ihren Füßen ausbreitet?“ Mit böse funkelnden Augen durchbohrte er ihre. Mit verschreckter Mine sah sie zu ihm auf. „Sir... ich... ich weiß wirklich nicht... ich....!“ Er schnitt ihr unwirsch das Wort ab. „Ihr Gestotter ist unerträglich und eine Ausrede sollte wirklich besser vorgebracht werden! 40 Punkte Abzug und Strafarbeit, diese Woche, jeden Abend um 20:00 Uhr, und versuchen sie wenigstens einmal etwas richtig zu machen, und kommen Sie pünktlich!“ Mit diesen Worten ließ er das, was von ihrem Kessel übrig geblieben war verschwinden und drehte sich mit wallendem Mantel um. Hermine sah ihm erschrocken nach, 1 Woche lang Snape, und das jeden Abend? Sie seufzte und machte sich daran den Trank erneut zusammen zu stellen, dabei lugte sie wütend zu Ron hinüber. Das war alles seine Schuld! Warum konnte er sie nicht einmal konzentriert arbeiten lassen? Ron sah sie schuldbewusst an und formte mit den Lippen ein stummes „Tut mir Leid, Mine“. Doch sie ignorierte ihn und rührte so heftig in ihrem Kessel, dass er drohte über zu schwappen. „Miss Granger“, samtweich und doch so schneidend drang ihr die Stimme ans Ohr. „Hätten sie die Güte und würden wenigstens noch diesen Kessel ganz lassen? Noch einmal 10 Punkte für unüberlegtes Handeln!“ Hermine saß stocksteif an ihrem Platz, während Professor Snape seinen Kopf, den er bedrohlich nah an ihren gehalten hatte, wieder hob und nach vorne an seinen Schreibtisch zurück schritt. Leise fluchend versuchte Hermine sich zu zügeln, sie blickte auf und sah direkt in die stechend schwarzen Augen ihres Lehrers. Er quittierte ihre finstere Grimasse mit einer hochgezogenen Augebraue und sofort zog Hermine den Kopf ein und konzentrierte sich den Rest der Stunde auf ihre Aufgabe.

So schnell die Erinnerung auch in ihr aufgekommen war, so schnell verdrängte sie diese auch wieder. Sie wandte sich aus der Umarmung ihrer Mutter und damit auch aus Snapes Blick. Ihre Mutter sah sie leicht erstaunt an. „Alles in Ordnung, du siehst aufgebracht aus?“ Hermine schüttelte den Kopf und fand auch bald darauf ihr Lächeln wieder. „Jetzt komm schon Mine! Wir sollten lieber noch einmal hochgehen, oder willst du so auf dem Abschlussfoto zu sehen sein?“ Ginny lächelte sie verschmitzt von unten an und Hermine schüttelte den Kopf. „Nein, natürlich nicht, Mum? Wartet kurz, dann können wir gemeinsam in den großen Saal zum Abschlussessen gehen!“ Voller Wehmut wurde Hermine klar, dass das das letzte Mal sein würde, dass sie in Hogwarts zu Abend essen würde. Ihre Mutter strich ihr eine widerspenstige Locke aus dem Gesicht. „Natürlich mein Schatz, wir warten dort vorne, bei dem hässlichen Ding!“ Hermine schaute in die gezeigte Richtung, ihre Mutter deutete auf die Statue des grimmigen Greenfown. Man erzählte sich, er sei so grimmig, weil er so schrecklich hässlich sei! Hermine nickte und verschwand mit Ginny noch kurz nach oben.
„Hermine? Alles in Ordnung? Du bist so still?“ Ginny riss sie aus ihrem Gedankengang, der ziemlich viel mit Schwarz zu tun gehabt hatte. „Oh, nein alles bestens, ich... bin nur noch so sprachlos wegen Dumbledores Rede eben!“ Ginny hüpfte glücklich neben ihr her. „Das war wirklich lieb von ihm, aber er hat die Wahrheit gesagt! Du bist so klug Hermine! Gut, dass Ron dich hat, du hast genug Grips für euch beide!“ Etwas bedrückt lächelte Hermine zurück. Ron...
Wenige Sekunden später kamen sie in Hermines Zimmer, als Schülersprecherin, hatte sie einen seperaten Raum erhalten, der aber an den Schlafsaal angrenzt. „Wo...? Ah ich habs!“ Ginny griff nach ihrem Make Up Täschchen und kramte die Sachen zusammen, schnell schminkte Hermine sich nach, während Ginny in ihrem Zimmer auf und ab ging und die lehren Wände begutachtete. „Irgendwie komisch, wenn ich mir vorstelle, dass ich jetzt ein Jahr ohne euch vor mir habe!“ Hermine drehte sich gutmütig lächelnd zu ihrer besten Freundin um. „Ach Ginny, das schaffst du schon, ich wette Harry kommt dich sehr oft besuchen! Und ich natürlich auch!“ Ginny grinste sie zufrieden an. „Anders hätte ich es auch nicht gewollt!“ Da fiel ihr Blick auf etwas neben Hermines Kopfkissen. „Was ist denn das?“ Hermine sah sich schnell um und entdeckte das kleine Stückchen Stoff. Sie lief rot an und klaubte es schnell auf. „Nichts, das wollte ich nur hier lassen!“ Und die Erinnerungen, die daran hängen, fügte sie in Gedanken hinzu.
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