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von Eldalie    erstellt: 20.02.2010    letztes Update: 21.03.2010    Geschichte, Abenteuer / P12    (abgebrochen)
In meinem ersten, bezahlten Beruf half ich, ein Schiff zu beladen. Es war nur ein einfaches Handelsschiff, doch es war ein Anfang und ich bekam drei Pennies. Die Tasche mit meinem Geld war angenehm schwer und ich beschloss, ein kleines Festmahl für Che und mich zu besorgen.

Mit fünf Jahren hatte meine Mutter mich ausgesetzt, warum sie mich bis dahin behalten hatte war mir unklar. Mit acht Jahren hatte ich allerdings die Suche nach ihr aufgegeben und mich damit abgefunden, alleine zu sein. Jay hatte ich kennengelernt, als er eines Abend blau und grün geschlagen durch die Gasse taumelte.

Ich hatte mich um ihn gekümmert und er war mein einziger, bester Freund geworden. Dank ihm sprach ich spanisch, als wir uns kennengelernt hatten, sprach er weder englisch, noch französisch.

Zwei Jahre später hatte ich mich hochgearbeitet, im Hafen sah man mich gerne und inzwischen machte ich auch mal den ein oder anderen Botengang beim Schmied, was heißen soll, dass ich ihm Material beschaffte oder Waffen auslieferte.

"Die Dauntess legt heute an." erzählte mir einer der Fischer, als ich am Hafen stand und nach Arbeit Ausschau hielt, da ich heute noch nichts verdient hatte.
"Die Dauntess? Du meinst Die Dauntess?" fragte ich begeistert. Er nickte und ich dankte ihm.

"Aye, Commodore! Kann ich euch behilflich sein?"  rief ich, als er das Land betrat.
"Da musst du dich an mich wenden, Junge. Warum nicht, helfen sie die Kutsche für Governor Swann und seine Tochter zu beladen."
"Master Gibbs?" rief jemand und er drehte sich um.

"Entschuldigung, darf ich dir..." begann ich und verstummte beim Anblick von Miss Swann.
"Bist du nicht der Junge, der Katharine und mir vor zwei Jahren den Weg zum Hafen gezeigt hat?" fragte sie und bestätigte meinen Verdacht.
"Ja, Miss."

"Vater! Vater, komm schnell her!" rief sie aufgeregt und unterbrach ihren Vater in seiner Unterhaltung.
"Elisabeth..."
"Nur kurz, bitte." Sie zog ihn zu mir und ich lächelte unsicher.

"Zu Diensten, Governor Swann." sagte ich und sie sah ihn erartungsvoll an.
"Vater, das ist Sam. Er hat mir und Katherine geholfen, als wir uns verlaufen hatten. Vor zwei Jahren."
"Nein, wirklich?"
"Ja, wirklich. Möchtest du mit zu mir kommen?"
"Elisabeth, ich weiß nicht ob..."
"Bitte, Vater, ohne ihn hätte man uns ausgeraubt oder noch schlimmer. Das sind wir ihm schuldig."

"Na schön. Möchtest du mit uns essen?" fragte er und ich sah zwischen den beiden hin und her.
"Gerne, aber ich möchte keine Umstände machen, also..."
"Nein, wirklich. Das ist schön."

Kurze Zeit später saß ich in ihrer Kutsche und mir war nicht ganz wohl bei der Sache. Ich passte hier einfach nicht hin, meine besten Kleider waren nicht schlecht aber auch nicht gut genug für das Haus eines Governors.
Ich bestaunte alles, die Villa der Swans war wunderschön und das sagte ich ihnen auch.
"Vielen Dank, Sam. Sag, wo kommst du her?"

Falsche Frage! dachte ich und kaute so lange wie möglich auf dem Brot herum, von dem ich abgebissen hatte.
"Ich bin hier in Port Royal aufgewachsen." sagte ich.
"Und wie alt bist du?"
"Ich bin zwölf Jahre alt."

Ich war erleichtert, als das Essen vorbei war und Elisabeth mich in ihr Zimmer führte. Es war ebenso schön und teuer eingerichtet wie die anderen auch. Der dicke Teppich schluckte beinahe jedes Geräusch und der Stuhl, auf den ich mich setzte, war aus feinster Buche.

"Wie ist es, auf dem Schiff zu reisen?" fragte ich neugierig.
"Es ist wundervoll. Außer, dass ich immer höre, wie alle tuscheln, Frauen an Bord würden Unglück bringen."
"Aber doch nicht etwa der Commodore?" fragte ich und musste mir ein Kichern verkneifen.
"Nein, aber Master Gibbs und seine Kumpanen."
"Master Gibbs habe ich kennengelernt, am Hafen."

Wir unterhielten uns noch ein wenig, dann fiel mir auf, dass Elisabeth unsicher an ihrem Kleid herumspielte.
"Was ist?" fragte ich sie neugierig.
"Ich erzähle dir ein Geheimnis. Wenige Nächte zuvor stießen wir auf ein Schiffswrack. Es war ein Piratenschiff und es gab keinen einzigen Überlebenden. Dachten wir jedenfalls, bis ich im Wasser eine kleine Gestalt treiben sah. Ein Junge, in unserem Alter. Sein Name ist Will und er hatte etwas um den Hals. Wenn du mich verrätst, war es das letzte mal, das du irgendwo Arbeit gefunden hast." drohte sie und ich hob de Finger zum Schwur.

"Ich werde schweigen wie ein Grab."
"Hier." Sie holte eine Kette hervor und zeigte mir den Anhänger.
"Piratengold." flüsterte ich ehrfürchtig.
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