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Geschichte: Freie Arbeiten
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von cristi09
erstellt: 19.02.2010
letztes Update: 07.04.2012
Geschichte, Romanze / P16
(in Arbeit)
So eine Dusche am Morgen ist echt erfrischend und erleichtert mir den Gang in die Schule. Zu meiner Überraschung vergehen die Stunden heute extrem schnell und schon fünf Minuten nach um Eins bin ich bei der Bushaltestelle. Doch sie ist wieder mal leer.
Kaum das ich in meinem Zimmer bin stehle ich mich zum Fenster.
Doch an der besagten Bushaltestelle steht er nicht. Da ich nichts anderes heute vor habe beschließe ich mich auf die Lauer zu legen.
Keinen Zentimeter wegbewegen werde ich mich. Als ich da so am Fenster stehe und meinen Blick über die Straßen schweifen lasse, fällt mir auf einmal die Kinnlade runter. Er steht auf der gegenüberliegenden Seite an der Bushaltestelle in die andere Richtung.
Hat er vorhin da etwa auch schon gestanden? Er hat mich sicherlich die ganze Zeit gesehen, wie mein Blick ihn gesucht hat und wie kopfschüttelnd ich in mein Haus gegangen bin. Aber von hier aus kann ich ihn in Ruhe beobachten. Er ist soweit weg das er mich nicht sehen kann, ich ihn leider auch nicht so genau. Immer dieser sture und leicht verzweifelte Blick auf seinem Gesicht. Er sieht so gar nicht glücklich aus heute. Wer weiß was ihm passiert ist. Ich schätze ihn so auf 19 oder 20. Er geht sicherlich schon arbeiten. Obwohl in meiner Ausbildung sehr viele in diesem Alter sind. Eine Ausbildung ist daher nicht auszuschließen. Kurze Zeit später kommt der Bus, in welchen er einsteigt und wegfährt.
Mein Handy klingelt und ich habe soeben eine SMS von einer meiner Freundinnen erhalten. Lara fragt mich ob wir zusammen in die Stadt wollen einkaufen. Ich schreibe ihr ein kurzes „JA“ und „wir sehen uns um 15 Uhr auf dem Marktplatz“. Es ist unser Stammtreffpunkt.
Lara ist mindestens genauso groß wie ich, hat braune gelockte Haare und trägt Sommer wie Winter Röcke und Kleider. Das ist glaube ich auch ihr Markenzeichen. Lara ist gerne auf Partys. Mit ihr hat man immer Spaß und es wird nie langweilig. Ich habe sie am Anfang meiner Ausbildung kennen gelernt und sie von Anfang an sympathisch gefunden. Jetzt gehen wir in regelmäßigen Abständen zusammen einkaufen oder abends was trinken. Ich ziehe sofort meine Jacke über, schnappe mir meine Tasche und gehe los.
Von mir bis zur Stadt sind es ungefähr 20 Minuten Fußweg.
Lieber laufe ich als 10 Minuten sinnlos auf die Bahn zu warten.
Und so schlendere ich einen kleinen verschneiten Gehweg entlang als ein rotes Pizzataxi vor mir auf der Straße um die Ecke biegt.
Da ich ziemlich nah an der Straßenecke bin erkenne ich wer in dem Auto sitzt, und schon wünschte ich mir mich würde jemand kneifen. Entweder habe ich Halluzinationen oder in diesem roten Pizzataxi saß wirklich gerade dieser hübsche Junge mit den eisblauen Augen.
Er trug ebenfalls eine rote Uniform und ein rotes Basekap, welches ihm so gar nicht stand. Doch es fährt zu schnell um die Ecke als das ich etwas hätte sagen können. Ich versuche mein altes Schritttempo wieder aufzunehmen um doch noch pünktlich am Markt anzukommen.
Lara steht natürlich wie immer überpünktlich am Marktplatz und trommelt nervös mit den Füßen auf dem verschneiten Boden.
Meine Schritte sind durch den Schnee abgedämpft und somit bekommt sie mich gar nicht mit. Ich tippe sie am rechten Arm an und sie schnellt erschreckt hoch.
„Oh Gott Lenya hast du mich jetzt erschreckt. Ich war gerade so schön in meinen Gedanken versunken.“
„Ach ja? Bei wem warst du denn in deinen Gedanken? Etwa bei Finn?“ Sie lächelte süffisant als ich Finn erwähnte. Er war insgeheim schon immer Laras Typ aber sie gab es nie zu. Wenn man sie auf ihn ansprach lächelte sie nur ihr süßestes Lächeln und wechselte hastig das Thema. „Na ihr denkt doch eh ich will was von ihm, also ist es doch egal was ich sage.“
„Wir wollen einfach nur, dass du es zugibst Lara. Es ist doch nichts dabei. Finn ist ein hübscher und gut erzogener Junge. Ein bisschen verklemmt vielleicht aber wenn er dich glücklich macht, warum nicht?“
„Verklemmt? Was meinst du denn damit?“
„Na mal ehrlich. Meinst du er hatte schon so viele Freundinnen? Und der Mädchenaufreißer ist er nun auch nicht gerade.“
„Es muss ja nicht jeder so ein Macho sein wie dein Nick.“
„Das ist nicht MEIN Nick. Er sieht echt geil aus, hat einen super durchtrainierten Körper, aber verlieben könnte ich mich nicht in ihn.“
„Nein gar nicht. Du warst nie verliebt in ihn, schon klar Lenya.“ In ihrem letzten Satz lag massig Ironie.
„Ich war nie verliebt in ihn. Außerdem seit dem ich mit Jacob zusammen war bin ich mir sicher so schnell mich nicht neu verlieben zu können, vor allem nicht in Nick.“
„Ja das sagst du jetzt. Aber warte es ab. Da kommt schneller einer um die Ecke als dir lieb ist. Und vergiss endlich Jacob diesen Schwachkopf. Er hat dich belogen und ausgenutzt. Sei froh das du ihn los bist.“
„Du lenkst vom Thema ab Lara.“ In der Zeit in der wir quatschten standen wir natürlich nicht nur am Markt rum, nein wir liefen bereits durch die ersten Klamottenläden. Hin und wieder blieben wir länger als 15 Minuten in einem der Läden und probierten ein paar Kleidungsstücke an. Ich suchte eigentlich nichts bestimmtes, aber einen Pullover oder eine Strickjacke kann man immer gebrauchen, also spezialisierte ich mich auf diese Stücke. Lara hingegen suchte neue Röcke und Kleider.
Wie man vor allem im Winter mit einem Minirock und gerade Mal einer Wollstrumpfhose drunter rausgehen konnte, überraschte mich echt.
Mir wurde bei diesem Anblick schon oft genug kalt.
„Und Lara hast du was gefunden?“, rief ich aus der Nachbargarderobe, in der ich gerade einen blauen Pullover anprobierte.
„Der Rock ist zwar schön, aber viel zu teuer. Ich wollte mit dir doch noch einen Kaffee trinken gehen.“
„Dann lass ihn dir doch zurücklegen und morgen holst du ihn dir.“
„Das ist eine gute Idee. Kommst du dann morgen noch mal mit? Können ja danach was trinken gehen.“ Und da klang jede Menge Begeisterung in ihrer Stimme.
„Ja klar. Ich habe diese Woche eh nichts zu tun. Können wir gerne morgen so machen.“
Natürlich dachte ich zuerst an den Jungen, aber den würde ich trotzdem sehen können. Dann trat ich aus der Garderobe und auch Lara kam kurze Zeit später raus. Wir gingen die Hauptstraße entlang und suchten uns eines der kleinen niedlichen Cafés auf der Seite des Baches.
Alle Cafés und Kneipen auf dieser Seite hatten die Seite zum Wasser hin verglast und es war eine wunderschöne Atmosphäre dahinter.
Lara steuerte direkt einen der am Wasser liegenden Tische an und setzte sich. Der Kellner kam auf uns zu, gab uns zwei Karten und ging wieder. Ein paar Minuten später kam er wieder, nahm unsere Bestellung auf und zündete die Kerze auf unserem Tisch an. Es dauerte keine 5 Minuten bis jeder von uns einen Milchkaffee vor sich hatte und ein kleines Stück Torte.
„Lenya?“
„Ja? Was ist?“
„Ich möchte dir doch gerne von Finn erzählen.“
„Aha. Wie kommt es?“
„Ich denke eigentlich den ganzen Tag an ihn und gestern hat er gemeint er würde gerne mal mit mir was unternehmen.“
„Na also. Dann ist er auch in dich verliebt.“
„Meinst du? Ich habe gestern einfach so im Gang gestanden und er kam auf mich zu und fragte mich ob wir mal was zusammen unternehmen wollen. Ich konnte noch nicht sagen wann, habe aber genickt.“
„Das ist super Lara. Ihr zwei seid echt süß. Ihr müsst unbedingt weg gehen. Dann kommt ihr euch schnell näher und dann funkt es und schon seid ihr zusammen.“
„Du sagst das so einfach. Aber danke fürs Zuhören und Tipps geben. Ich komme drauf zurück.“
Das ist meine Lara. Sie ist sonst total aufgeweckt und munter, aber seit dem sie in Finn verliebt ist, wirkt sie viel ruhiger und auch eher schüchtern. Es scheint anzustecken. Wir essen unseren Kuchen zu Ende, trinken den Kaffee aus und dann heben wir den Arm zum bezahlen. Doch es kommt nicht der Kellner von eben, nein.
Es ist der hübsche Junge mit den eisblauen Augen, der vor ungefähr 3 Stunden noch in einem Pizzataxi gesessen hat. Es verwirrt mich aufs Äußerste was er hier sucht. Wie viele Jobs hat der Unbekannte? Natürlich kommt er schnellen Schrittes auf mich zu und schon klebt mein Blick an seinen Lippen. Sie haben sich zu einem wohligen Grinsen geformt, und seine Augen beginnen zu strahlen. Was passiert hier nur mit mir? Gleich würde ich in Ohnmacht fallen, war mein Gedanke.
Aber gerade als ich drohe in diesen Schlaf zu fallen, erklingt seine Stimme. Sie ist so wunderschön und genauso samtweich wie die eines Engels. Auch wenn ich nicht weiß wie ein Engel sich anhört, aber so muss es sich anhören. Er nennt uns beiden den Preis, dann bezahlen wir, auch wenn es mir äußerst schwer fällt mit zittrigen Händen das Kleingeld rauszusuchen aber irgendwie schaffe ich es doch.
Er lächelt mich an und schon schmelze ich innerlich. Mir wird heiß und ich glaube mein Puls rast so sehr, das der Nachbartisch die Schläge meines Herzens hört. Dann verabschiedet er sich von uns, wünscht noch einen schönen Abend und dreht um. Ich schnappe mir den Kassenzettel den er uns hingelegt hat und hoffe seinen Namen darauf zu finden.
Es hat sie bedient: Kasse 2. Mist. Kein Name wie erhofft.
„Lenya was ist denn mit dir los? Du schaust so traurig.“
„Ach nix. Ich finde es nur schade, dass wir es schon wieder so spät haben, ich dachte wir haben noch mehr Zeit.“
“Aber das ist doch nicht weiter schlimm. Morgen gehen wir doch wieder weg.“
Wir erheben uns und gehen raus auf die Straße. Als ich mich noch mal umdrehe, habe ich den Blick des Jungen genau auf mir. Er lächelt mich an und diesmal hebt er seine Hand zum Abschied. Jetzt bildet sich auch auf meinen Lippen ein kleines Lächeln, welches ich ihm schenke.
Lara bekommt von alldem nichts mit. Sie steht bereits auf der anderen Straßenseite und schaut sich einen braunen Rock im Schaufenster an. Der Abend ist so langsam über uns hereingebrochen, denn nun schalten sich die Straßenlaternen ein. Der Himmel verdunkelt sich und die Leute verschwinden in ihren Häusern. Lara und ich laufen noch die eine Straße entlang, schauen hier und da in die Schaufenster, gehen meistens aber weiter ohne in den Laden hineinzugehen. Um 8 Uhr verabschiede ich mich von ihr und gehe nach Hause. Dort ziehe ich mich ziemlich schnell um und gehe ins Bett.
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