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von Black Butterfly    erstellt: 17.02.2010    letztes Update: 11.04.2010    Geschichte, Romanze, Fantasy / P16    (abgebrochen)
Mercutio, Freunde von ihm und andere; im Schankhaus während eines Zechgelages


Mercutio: (übermütig, auf dem Tisch stehend und sehr laut)
Und ihr Lächeln, liebe Freunde, ihr Lächeln, strahlend wie die Sonne, lässt es den Mond vor Neid erblassen, ach was, die Sonne gleich mit in den Schatten gestellt!
Und mit Augen schöner als Sternen, den stummen Zeugen des Wandelns von Leben und Sterben, Tod und Geburt, mit eben solchen blickt sie in die unwürdigen Augen jener närrischen Männer, die es in ihrer Torheit wagten den schmutz'gen Blick zu erheben und gegen sie zu richten, um ihrer vollkommenen Schönheit Bewunderung zu zollen!
(mit gesenkter Stimme)
Und dann liebe Brüder, Vetter und Freunde, dann schafft sie es einem jeden tapferen Manne das Herz aus der Brust zu rauben, den Geist und die Liebeslust durch eine einzige Berührung ihrer makelosen Hand zu stehlen, aufdass der Liebestolle zu Boden vor ihr gehe und nieder knie vor solch endloser Pracht und sich nicht mehr zu erheben wagt, kümmerlich dort hockt zu ihren weißen, zarten Füßen...
Doch SIE - (springt auf, wird erneut laut)
SIE lächelt nur kalt wie ein klarer Wintermorgen, wenn der Atem einem jeden als verheißungsvolle Fahne den munteren Schritten wacher Füße voran marschiert und nimmt die arme Seele des Kläglichen mit sich von hinnen, brennt sie ans Himmelszelt, wo der törichte Wicht gezwungen ist, Ewigkeit um Ewigkeit mit den grausamen Augen dieser noch viel grausameren Frau um die Wett' zu strahlen und nimmer Ruhe findet!
(verschwörerisch flüsternd)
So denkt immer daran, liebe Freunde, wenn ihr euer Mädchen im Arme habt und einen Spaziergang tut, um romantisch zu sein, bei Nacht und wenn ihr aufblickt zum Himmelszelte und diese kümmerlichen Narren erblicken möget... Denkt immer daran, dass sie der Mondenfee Locken und Zauber erlagen und hütet euch davor, diese verlorenen Seelen mit den Augen der Liebsten gleich zu setzen, wenn ihr dem süßen Mädchen zuwispern wollt... Ihre Augen... Oh, ihre Augen, sie wären glänzender denn jeder Stern am nächtlichen Himmel...


er springt unter Jubelrufen und Beifall vom Tisch,
gesellt sich zu seinen Freunden, welche von der leichtbekleideten Diana bedient werden



Mercutio: (zur Seite)
Was erblicken meine Augen, solch Schönheit, solch Glanz, solchen tiefen Einblick in das Kleide einer aufreizenden Frau! Und ihr Lächeln, das fröhliche Strahlen ihrer Augen, wann immer sie mich streifen - oh hoffnungsvoll klopfendes Herz, schweig still und bringe mich nicht in Verlegenheit!

Diana: (zu Mercutio)
Wie ein jedes Mal, Mercutio, ein beeindruckendes Gebilde an Worten, fein gesponnen, gut verwoben, wäre die Teppichknüpferei ein Werk der Worte, Ihr wäret wahrlich der Meister darin. Eure Geschichten übersteigen alles an Ideen und Gespinsten, ich glaubte fast, Ihr redetet im Rausch, da Ihr dem Weine zu freundlich zusprachet...

Mercutio: Hab Dank für jedes der schmeichelnden und auch weniger schmeichelnden Worte, ein jedes aus deinem holde Munde ist eine Wohltat, doch sieh es nicht einzig als bloße Erzählung an. Denn sage mir, wenn du es vermagst, wer behauptet, Geschichten werden gezeugt und geboren nur von der einfältigen Phantasie eines menschlichen Wesens?
Doch um der Wahrheit genüge zu tun, verehrteste Diana, so lass dir gesagt sein, bei deinem Anblick, fällt auch dem Stummen lobender Gesang leicht von Lippen wie Tau am Morgen von den Blättern der zierlichsten Blüten am Wegesrande.

Diana: Meine Mutter sprach einst, als sie das Licht der Sonne noch blickte und ihre Tochter nicht allein der boshaften Welt überließ: Tochter, höre nicht allzu unschuldig auf die Herren, denn ihrer ist die Unschuld nicht.

Mercutio: (ernst, zurechtweisend)
Lachet nicht, ihr Freunde, über solch weise Worte, auch wenn sie keck gesprochen wurden, denn sie sind wahr und sorgenvoll gemeint. (er trinkt)



die Freunde scherzen weiter, Annäherungsversuche bezüglich Diana folgen, welche diese still erträgt, Mercutio schweigt



Diana: Mercutio, Freund der Worte, warum so schweigsam nunmehr? 's scheint Ihr saht sie selbst vor einem Augenblick, die Mondenfee, von der Ihr noch eben wie toll erzähltet...


die Runde wird still, alle wenden sich ihm zu



Mercutio: (abwesend, verträumt, der Blick auf Diana ruhend)
Wahrhaftig, mir erscheint es ebenso, dass ich sie blickte, doch nicht vor einem Moment, sondern vor Jahren schon. Und in ihrer endlosen, kostbaren und doch nur grausamen Güte beraubte sie mich des Herzens, beließ mir doch aber meine Seele und schenkt mir nun Tag um Tag, den der Hahn kräht und der Herr werden lässt, Einsichten und Leben... Sie haucht mir die Wahrheit ein, aufdass ich sie unter euch munteren Gesellen zur Geschichte verkommen lasse, um euch von solch Zauberdingen zu kunden, indessen sie von eurem Glauben, der Furcht und Bewunderung am Leben erhalten wird...


Mercutio verlässt die Gesellschaft und das Wirtshaus, Diana unterhält die Männer weiter



Mercutio: Dort steht sie, die Frau, das Weib, die einzige, die ich je wahrhaftig begehrte, umringt von anderen Männer, tollkühnen Freiern und Werbern, welche sie zu locken versuchen, um ihre jungfräuliche Unschuld zu fangen und zu stehlen - aber das wird Mercutio nicht zu lassen, so lang er nur ein Montague ist, denn dieses Weib, es soll das meinige sein und das soll Diana nie vergessen, dass sie Mercutio gehört!


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