Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
«
»
von ShiMousha    erstellt: 16.02.2010    letztes Update: 14.04.2012    Geschichte, Thriller / P16 Slash    (in Arbeit, keine anonymen Reviews)
Kapitel 2

Kaum ein paar Stunden waren vergangen, als Twiggys Wecker klingelte, welchen er sich für 15Uhr gestellt hatte, um rechtzeitig zu dem zu Termin zu erscheinen. Er wollte ihn unter keinen Umständen verpassen und damit eine mögliche Wohngelegenheit aus dem Fenster werfen. Wenn das Haus so aussah, wie es sich Twiggy vor seinem inneren Auge vorstellte war es sein absolutes Traumhaus. Wunderbare Lage, keine störenden Nachbarn, nahe am Studio und groß genug, um alles unterbringen zu können, was er in seiner Wohnung rumstehen hatte. Und insgeheim betete er, dass sich im Haus eine Waschmaschine befand. Die Wäschehaufen stanken vor sich hin und Twiggy stand unter kurzem Gähnen auf. Sadie hatte sich wie immer unter das Bett gesellt und schlief noch seelenruhig. Er streifte sich seine Klamotten zurecht und machte sich in sein Bad auf. Auch hier stapelten sich schon Wäscheberge und Twiggy musste aufpassen, dass er nicht irgendwo drauf trat, was vielleicht noch wichtig wäre. Er sah kurz in den Spiegel und vergewisserte sich, dass er nicht wie der Alkoholiker aussah der er ja nun mal war. Am Tag brauchte er mittlerweile mindestens drei Flaschen Whisky.
Er ließ sich das eiskalte Leitungswasser ins Gesicht plätschern und trocknete sich mit einem noch halbwegs sauberen Handtuch das Gesicht ab. Als er das Bad verließ und die Küche betrat roch er sofort diesen widerlichen Geruch von totem Fisch. Schnell hielt er sich die Nase mit Daumen und Zeigefinger zu und suchte nach der Quelle dieses Gestanks. Dort lag er. Eine halb angefressene Forelle. Die Nachbarskinder hatten sich wohl wieder einen Scherz erlaubt. Das machten sie gerne. Angewidert hob er den Fisch mit mindestens fünf Taschentüchern auf und warf ihn in den Mülleimer. Er machte einen Knoten in die Mülltüte und schloss das Küchenfenster, bevor noch mehr totes Zeug in seine Wohnung geflogen kam.
Seufzend verzog er sich auf den Flur und zog sich seine Boots an. Er schaute nochmal nach Sadie, aber diese schlief noch unter seinem Bett. Er stellte noch kurz ein neues Schüsselchen Fressen für sie bereit und ging dann ins Treppenhaus. Sogar hier konnte man noch den Gestank des Fisches riechen und Twiggy verzog sein Gesicht. Schnell marschierte er zur Haustür und saugte die klare Luft auf. Die Kinder hatten sich verzogen. Wohl hatten sie einen Schock erlitten und wollten hier nicht mehr spiele. Twiggy konnte das nur zu gut verstehen. Er würde sich auch nicht mehr auf die Straße begeben. Diesen schrecklichen Unfall bekam auch er nicht aus dem Kopf. Wenn man den Vorfall überhaupt als Unfall bezeichnen darf. Es war schon sehr merkwürdig. Er hoffte inständig, dass der kleine Andrew nicht gestorben war. Vielleicht würde er später einmal nach ihm fragen. Jetzt musste er sich allerdings beeilen, um nicht zu spät zum Gespräch zu kommen.

Er fuhr mit dem Bus zur Adresse, da er selbst kein Auto besaß musste er eben auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Die nächste Station war ungefähr 10km von seinem vielleicht neuem Haus entfernt. Das brachte ihm den Vorteil, dass er sich in Ruhe die Umgebung anschauen konnte. Eine ruhige grüne Lunge erstreckte sich auf der anderen Straßenseite und auf seiner waren die Häuser allesamt frisch gestrichen und wirkten ruhig und erholsam. Wie man es von einem Vorort erwartete. Langsam ging Twiggy die Straße entlang und atmete die frische klare Luft ein. Kaum zu glauben, dass das hier die selbe Stadt sein sollte in der er fast auf der anderen Seite lebte. Die Unterschiede waren gewaltig. Hier spielten keine lauten Kinder auf den Straßen Fußball und hier gab es auch keine kalten grauen Plattenbauten, wie er in einem solchen hausen musste.
Am Ende der Straße bog er nach rechts in die Axis Street. Am Ende dieser Straße sollte sein neues zu Hause stehen. Zumindest hoffte Twiggy, dass es sein neues Heim werden würde. Auch in dieser Straße wirkte alles freundlich; die Vorgärten waren gepflegt, die Häuser allesamt glänzend weiß gestrichen. Irgendwie hatte er nun das Gefühl nicht hierher zu gehören. Er kam aus Atlantic City, New Jersey. Ein riesiges Ghetto. Etwas anderes kannte er einfach nicht. Laute Kinder, die auf den Straßen Fußball spielten oder ältere Menschen bedrohten, an jeder Ecke lag ein Penner und bettelte um Kleingeld, eingeschlagene Fensterscheiben, heruntergekommene Häuser, die mehr Schuppen ähnelten, die Straßen waren dreckig und stanken nach Fäkalien. Niemand traute sich nach zehn Uhr abends nach draußen, da zu dieser Stunde die Banden aus ihren Verstecken kamen und jede Nacht für Angst und Schrecken in der gesamten Nachbarschaft sorgten. In solch einem Milieu war er aufgewachsen, mit drei jüngeren Brüdern. Seine Mutter war eine Stripperin, die sich eines Tages in einen verwahrlosten Trucker verliebte, den sie später heiratete und mit ihm vier Kinder bekam. Twiggy, der zwar der älteste war aber auch dünnste und schwächste, musste für die Familie kochen,  als ihre Mutter früh starb. Der Vater, ein Trinker, saß den lieben langen Tag auf der Couch und hatte eigentlich nie etwas besseres zu tun, als seine Söhne zu schikanieren, sein liebstes Opfer war Twiggy selbst. Mit 15 lief Twiggy von zu Hause weg. Fuhr per Anhalter bis nach Fort Lauderdale, Florida, runter und suchte neue Kontakte. Durch seine musikalischen Talente fand er schnell Anschluss zu Einheimischen und gründete mit einem Freund die Band Amboog-A-Lard, die sich ausschließlich mit Star Wars befasste. Durch diesen Freund fand Twiggy auch einen Job in einem Plattenladen in welchem er dann 1994 Brian Hugh Warner, Marilyn Manson, kennenlernte. Da Twiggy ein begnadeter Bassspieler war heuerte er ein Jahr später bei ihm in der Band an und ersetzte den damaligen Bassisten Gidget Gein.
Twiggy lief die Straße weiter entlang bis er an der Hausnummer vorbeikam, die sein zukünftiges zu Hause kennzeichnete, die 340. Kurz blickte sich der kleine Kerl mit den schwarzen Dreadlocks um und entdeckte ein paar Meter weiter einen blauen Lieferwagen aus welchem ein recht großer Mann ausstieg. Er hatte eine leicht gebräunte Haut, blonde kurze Haare und war verdammt muskulös. Twiggy wirkte im Vergleich zu diesem Mann wie ein magersüchtiges kleines Mädchen. Er war mindestens zwei Meter groß und die schwarzen Klamotten ließen ihn noch riesenhafter erscheinen. Genau dieser Mann kam nun auf Twiggy zu. Was er wohl wollte? Twiggy musste kurz schlucken. Diese eisblauen Augen zogen einen förmlich in den Bann und sein liebes aufgeschlossenes Lächeln ließen ihn wie den netten Mann von nebenan wirken. Als er genau vor Twiggy stand musste der kleine Bassist, welcher gerade einmal 169cm maß, zu ihm hoch schauen. Der Riese blickte freundlich zu ihm herunter. „Du bist wahrscheinlich Jeordie White, richtig?“ Kurz blinzelte Twiggy. Woher kannte dieser Mann seinen Namen? Doch dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Selbstverständlich. Das musste Jack Portman sein. Eilig nickte der kleine Bassist: „Ja, der bin ich.“ „Ich bin Jack. Wir haben telefoniert.“ Twiggy nickte kurz. Ja, daran konnte er sich noch durchaus erinnern. „Komm. Ich zeige dir mal dein neues Haus. Es ist doch okay, wenn ich dich dutze oder? „Natürlich.“, erwiderte Jeordie lächelnd und folgte dem großen Kerl zum Haus.
«
»
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.9-7097