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von MaryReilly    erstellt: 16.02.2010    letztes Update: 18.02.2010    Geschichte, Romanze / P18 Slash    (fertiggestellt)
Perplex starrte ich ihn an und wusste nicht was ich darauf erwidern sollte. Ja es war genau das, was ich mir erhofft hatte... doch es jetzt zu hören, war irgendwie merkwürdig und kam mir so unwirklich vor. „Vielleicht habe ich mich geirrt, aber ich schloss aus deinem Verhalten, dass... du... dass ich dir zumindest nicht egal bin.“, antwortete er. Vermutlich weil ich nichts sagte. Wie auch! Erst stahl er mir mein Herz und dann stahl er mir die Show, in dem er mir zuerst gestand, was er empfand! Meine Augen wurden zu kleinen Schlitzen. „Du bist so ein Mistkerl!“, grummelte ich. „Was?“, verwirrt verzog er das Gesicht und blickte mich fragend an. Doch schlagartig war die Verwirrung verschwunden und sein Blick wurde ärgerlich. „Weißt du, dass du ein richtiges Arschloch sein kannst, Sawyer?!“, zischte er. Klar ich hatte mich mal wieder daneben benommen, immerhin hatte er mir gerade sein Herz ausgeschüttet und ich beleidigte ihn. Nicht gerade die feine englische Art, aber zum Glück kam ich ja auch nicht aus England. „James.“, antwortete ich leise. Und da war sie wieder, die Verwirrung in seinem Blick. Natürlich, wie hätte er auch meinen Gedankengängen folgen können? Ich konnte es ja kaum selbst. „Ich heiße James.“, stellte ich wieder klar. „Das weiß ich! Locke hat es erwähnt, als wir auf der Suche nach Michael waren.“ „Das meinte ich nicht. Wenn das hier mit uns was werden soll... dann solltest du dich an den Namen gewöhnen, Jack.“, antwortete ich jetzt und meine Mine löste sich etwas und wurde amüsierter. Ja genau das war es, was ich gewollt hatte. Ihn verwirren und ihm dann meine Gefühle gestehen. Auch wenn er mir zuvor gekommen war, so ging es auch. „Und mich nennst du einen Mistkerl.“, stellte er fest. Mein Grinsen wurde breiter und ich griff nach einem Stück Papaya. „Mund auf.“, befahl ich. „Was?“ „Mach den Mund auf. Ich werde schon dafür sorgen, dass du was isst!“

Einige Sekunden blickte er mich noch unsicher an, doch dann öffnete er seine Lippen und ich schob das Obst dazwischen. Er schloss kurz die Augen und genoss den Geschmack. Dann sah er wieder zu mir. Seine  braunen Augen bohrten sich regelrecht in meine, doch ich hielt dem Blick stand. Es war, als würde ich von ihm angezogen, als ich mich etwas vorbeugte. Er tat es mir gleich und im nächsten Moment trafen sich unsere Lippen. Ganz sanft, zaghaft und unsicher. Keiner von uns beiden hatte bisher einen anderen Mann geküsst. Aber es fühlte sich nicht anders an, als bei einer Frau. Ließ man mal weg, dass Jack genauso viele Bartstoppel im Gesicht hatte wie ich. Ich spürte, wie mein Herz zu rasen beginn und legte eine Hand an seine Wange. Meine Augen hatte ich längst geschlossen und genoss den erst sanften und dann fester werdenden Kuss. Ich spürte wie er seine Lippen ein Stück öffnete und ließ meine Zunge gleich in seinen Mund gleiten. Papaya. Aber auch noch etwas anderes. Etwas, dass ich derart noch nicht geschmeckt hatte. Etwas männliches. Jack. Sein eigener Geschmack und ich wusste schon in diesem Augenblick, dass mir kein anderer Kuss mehr würde so gut schmecken.

Wir seufzten beide leise, als wir uns trennten und ich legte meine Stirn gegen seine. Meine Hände lagen an seinen Wangen und er lachte. „Also gut... James.“, meinte er dann und ich stimmte in sein Lachen ein. „Wie siehts aus, essen wir das noch auf und legen uns dann hin. Es sei denn, du willst die Nacht lieber getrennt verbringen.“ „Sehe ich so aus?“, wollte ich wissen und lachte. „Nein.“, gestand er und ich griff erneut zu einem Stück Obst und hielt es ihm vor den Mund. Kurz darauf tat er das Gleiche mit mir. Hin und wieder küssten wir uns und obwohl ich normalerweise ja eher der stürmische und leidenschaftliche Typ bin, hielt ich mich zurück. Ich war viel zu nervös, um jetzt einfach über ihn herzufallen. Immerhin war Jack ein Kerl und ich fand irgendwie, wir sollten uns Zeit lassen. Da es ihm offensichtlich nicht anders erging, kamen wir stillschweigend überein, es ruhig angehen zu lassen. Etwas, das mir normalerweise überhaupt nicht lag.

Nachdem wir das Obst gegessen hatten, stellte ich die Schale beiseite, zog meine Schuhe aus und legte mich auf mein Bett. Einen Moment schien er noch zu zögern, doch dann löschte er das Licht der Kerze aus und legte sich neben mich. Ich spürte, wie er seinen Rücken an mich drängte und schloss ihn in meine Arme. „Was magst du eigentlich an mir?“, wollte ich dann leise wissen, während ich sanft seinen Nacken küsste. „Du wirst jetzt lachen, aber... ich mag deine Art.“, antwortete er und in der Tat begann ich zu lachen. „Ehrlich? Ich dachte, damit treib ich dich immer in den Wahnsinn.“ „Oh ja, dazu bist du prädestiniert. Aber im ernst, ich mag dich so wie du bist. Du bist kein einfacher Mensch, aber das bin ich auch nicht.“, meinte er und ich seufzte. „Da ist was dran.“ „Außerdem... siehst du gut aus. Du bist unheimlich süß, wenn du wütend bist.“, erklärte er und ich verengte die Augen. „Sag das nochmal!“, grummelte ich ärgerlich und er lachte nur. „So wie jetzt.“ „Ich bin nicht süß!!“, darauf bestand ich! Immerhin war ich ein Mann und Männer waren nicht süß. Kleine Katzen oder Hunde waren süß, aber keine echten Kerle wie ich! „Was ist, hab ich jetzt deinen Stolz verletzt.“, hakte er amüsiert nach und drehte sich in meinen Armen um. Ich spürte wie er sanft meine Lippen suchte und beendete dies, in dem ich küsste. „Ich meins ernst, Doc.“ „Okay, dann sag ich halt... du bist sexy, wenn du sauer bist. Würde dir das besser gefallen?“ „Hört sich besser an, ja. Damit kann ich leben.“, antwortete ich und lachte zufrieden. „Und wie siehts bei dir aus? Was magst du an mir?“, wollte er dann wissen und ich schmunzelte. „Deine Rehaugen.“ „Meine... was?!“ „Ja, ich mag deine Augen. Sie können einen so unschuldig ansehen. Oder wenn sie dunkler werden, sobald du wütend wirst. Ich mag dein Lächeln und deine Zähne.“ „Meine Zähne.“, meinte er ungläubig und ich lachte. „Glaubs mir oder lass es bleiben. Außerdem...“, ich seufzte schwer und schluckte kurz. „Ich bin froh, dass du da bist. Ohne dich würde so manches hier nicht laufen. Ich meine, jede Gemeinschaft braucht doch einen der sagt wos langgeht. Klar derjenige hats nicht leicht, weil es immer wieder Leute gibt, die dessen Führungsqualitäten anzweifeln...“ „So wie du es auch schon getan hast?“ „Ja.“, gab ich knapp zu und seufzte. „Ich meins ernst, es ist gut, dass es dich gibt.“, flüsterte ich leise und wurde prompt mit einem leidenschaftlichen Kuss belohnt.

Ich spürte, wie seine Hände sich an meine Wangen legten und er ein Bein zwischen meine drängte. Ich schloss die Arme fest um ihn und zog ihn so nah wie möglich an mich. „Womit hab ich den denn verdient?“, wollte ich leise und heiser wissen und er lächelte an meinem Lippen. Das konnte ich deutlich spüren. Bevor er mir antwortete küsste er mich erneut. „Dafür, dass du so was Nettes zu mir gesagt hast.“, antwortete er leise und danach verschloss er erneut meine Lippen.


****************

„An was denkst du?“, willst du leise von mir wissen und blickst mich immer noch verschlafen an. Jedes Mal wenn du bei mir schläfst, kommst du morgens nicht aus den Federn, aber wen interessierte das schon? Immerhin war es ja nicht so, dass wir irgendwelche Terminverpflichtungen hatten. „Daran, wie wir uns zum ersten Mal geküsst haben.“, antworte ich dir und du beginnst zu lachen. „Deine Lieblingserinnerung, nicht wahr?“, willst du wissen und ich nicke stumm und küsse dich sanft. „Ich denke immer gern daran, wie wir zum ersten Mal miteinander geschlafen haben.“, stellst du fest und ich muss lachen. „Ja, diese Erinnerung hat auch was.“, antworte ich dir und schließe die Augen. „Vor allem, wie es dir davor ging.“, setzt du hinzu und ich seufze schwer. „Musst du immer wieder damit anfangen?“ „Oh ja...“, antwortest du, während du mich mit einem Ruck auf den Rücken drehst und jetzt auf mir liegst. „Wie wäre es, wollen wir die Erinnerung etwas auffrischen?“, fragst du und ich grinse breit. „Ein Guten-Morgen-Fick? Aber klar doch.“, antworte ich und du lachst. Bevor ich noch etwas sagen kann, verschließt du meine Lippen mit einem Kuss und ich genieße jede deiner Berührungen.

******************

„Hey Sawyer, kann ich dich mal was fragen?“, wollte Hurley von mir wissen, als ich auf dem Weg in die Station war. Ich wollte duschen und mir ein paar saubere Sachen anziehen. Ich rollte mit den Augen. „Was gibt’s Jabba?“, antwortete ich mit einer Gegenfrage, woraufhin er mich nur grimmig anblickte. „Die anderen und ich fragen uns, wie es ist. Naja, mit Jack und so.“ „Was?“, hakte ich entrüstet nach und drehte mich um. „Wie meinst du das?“ „Also... ich meine, es ist doch klar, dass da was läuft und die anderen und ich...“ „Wer sind die anderen?“ „Naja... eigentlich sind es nur Charlie und ich. Ich hab bei Stein, Schere, Papier verloren und deshalb muss ich dich fragen.“

Ich blickte ihn nur etwas angewidert an und ging einfach weiter. Sollten diese Idioten doch denken, was sie wollten. Selbst wenn wir schon miteinander geschlafen hätten, was wir nicht hatten, dann hätte ich es ihm bestimmt nicht unter die Nase gebunden!

„Hey Alter, warte doch! Ich meine... fühlt es sich nicht komisch an?“ „Was soll sich komisch anfühlen Krümelmonster? Sex? Hattest du überhaupt schon mal welchen!“ „Das ist nicht fair!“, behauptete er und ich lachte. „Aber es ist fair mich zu fragen wie es ist mit dem Doc zu vögeln? Ja?“ „Es war nur eine Frage. Eine einfach Frage. Tut es nicht weh?“ „Was soll.. moment mal, du meinst doch nicht etwa, dass ich...“ „Naja, Jack ist... eben... unser Anführer. Wäre schon komisch, wenn er... du weißt schon.“, meinte Hurley und grinste kurz. Ich verengte die Augen und ging auf ihn zu. „Wieso sollte das komisch sein? Ich bin der Mann. Ich hab die Hosen an, ist das klar?!“, stellte ich fest und bohrte meinen Zeigefinger nachdrücklich in seine linke Brust. „Hey Alter, bleib ruhig. Es wäre doch nicht schlimm.“, versuchte er mich zu beruhigen.

„Ich sag dir jetzt mal was...“ „Wir haben noch nicht miteinander geschlafen, Hurley und jetzt lass ihn in Frieden.“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Jack. Wie konnte er es wagen, dass einfach so auszuplaudern, als ob es ums Wetter gehen würde?! Immerhin betraf es einen sehr sensiblen Bereich meiner Privatsphäre und wenn ich etwas nicht mochte, dann war es, dass jemand aus dem Nähkästchen plauderte. „Okay.“, meinte Hurley nickte zufrieden, drehte sich um und stapfte davon.

„Tickst du noch ganz sauber?!“, wollte ich von Jack wissen und blickte ihn wütend an. „James...“ „Lass das! Was sollte das?! Es geht niemanden etwas an!“ „Du bist selbst schuld, dass du solche Dinge gefragt wirst. Du ärgerst jeden um dich herum. Da ist es normal, dass du irgendwann die Retourekutsche bekommst.“ „Die bekam ich gerade von dir.“, meinte ich wütend und ging zielstrebig an ihm vorbei. Ich wollte jetzt nur noch duschen und ihn am liebsten die nächsten Stunden nicht mehr sehen. Trotzdem drehte ich mich noch einmal um. „Und damit eins klar ist, Doc.“, rief ich aus ein paar Metern Entfernung. „Beim Sex liege ich oben!“, danach ging ich weiter.

Immer noch sauer, stapfte ich ohne ein Wort zu sagen an Locke vorbei und Richtung Badezimmer. Wie hatte er es nur wagen können, dieses Detail gerade Hurley auf die Nase zu binden?! Wusste der etwas, wussten es eine Stunde später alle. Ha! Was heißt eine Stunde... der brauchte nicht mal 20 Minuten das zu verbreiten und wer war Schuld daran? Jack! Ja genau, der auch so feine Inseldoc, mit dem ich seit einigen Wochen mein Lager teilte. Auf was hatte ich mich da nur eingelassen? Wir waren jetzt schon so lange zusammen und noch immer war nichts passiert zwischen uns... vielleicht wollte er auch gar nicht weiter gehen. Vielleicht suchte er einfach nur die Nähe zu jemandem? „Verdammt!“, murrte ich und befreite mich gereizt von meiner Kleidung. Das musste ich später klären.

Während der Dusche kam ich wieder etwas runter, zum Glück! Denn immerhin wollte ich das Thema Sex mit Jack besprechen und wenn ich dann noch so wütend gewesen wäre, wie vor der Dusche, wäre das ganze mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit daneben gegangen. Ich zog mich also langsam wieder an und machte mich auf den Rückweg zum Camp. Dort angekommen musste ich jedoch feststellen, dass vom Doc weit und breit jede Spur fehlte. Ich biss ärgerlich die Zähne zusammen. Das sah ihm ähnlich, einfach so zu verschwinden, wenn ich was ernstes mit ihm bereden wollte. Etwas niedergeschlagen ging ich zu unserer provisorisch eingerichteten Küche und schnitt mir etwas Obst zurecht, als Kate sich neben mir an den Tisch lehnte. „Was willst du Sommersprosse?“, hakte ich nach, sah sie jedoch nicht an. Ich hatte eigentlich keine Lust auf irgendein unnötiges Gespräch. „Nichts.“, meinte sie und ich konnte ihr breites Grinsen förmlich spüren. Aus den Augenwinkeln blickte ich sie jetzt doch ärgerlich an. „Was!?“, zischte ich leise. „Ich hab da nur so was gehört.“, antwortete sie amüsiert und ich seufzte schwer. „Hurley.“, fluchte ich leise und Kate lachte leise. „Ich hätte dich ja nicht für jemanden gehalten, der lange warten würde, wenn es um so was geht.“ „Halt die Klappe.“, murrte ich und ging zum Wasser, um das Messer abzuspülen. „Ach jetzt komm schon, so schlimm ist das doch nicht. Ich finds irgendwie romantisch.“, meinte sie und ich warf ihr noch einen letzten finsteren Blick zu, bevor ich mein Essen schnappte und Richtung Zelt davon ging.

Der Tag verging quälend langsam und Jack war keine Sekunde mehr am Strand zu sehen. Ich hatte versucht mich mit einem Buch abzulenken, was mir aber nicht sonderlich gut gelang und so war ich dazu übergegangen die Augen zu schließen und vor mich hin zu träumen. Immer wieder überlegte ich, wie es wohl war mit einem Mann zu schlafen. Ja ich war nervös, das musste ich gestehen, denn bisher hatte ich auf diesem Gebiet noch keinerlei Erfahrungen und meine größte Angst war es, irgendetwas falsch zu machen und das Jack womöglich ganz die Lust an mir verlieren würde. Ich hatte mich ohnehin schon die ganze Zeit gefragt, was ihn bei mir hielt. Es gab ja immerhin genug hübsche Frauen hier im Camp, alleine Kate war eine Sünde wert, aber er hatte sich mich ausgesucht. Ich wusste, dass ich gut aussah und bei Frauen war ich auch alles andere als schüchtern, aber bei Jack war alles anders. Lag es daran, dass mir was an ihm lag? Genau beantworten konnte ich diese Frage nicht.

„Hey Sawyer.“ „Verschwinde Donkey Kong, du klaust mir die letzten Sonnenstrahlen für diesen Tag.“, murrte ich. Ich war immer noch sauer auf Hugo. Immerhin hatte dieser unglückselige Tag mit dem Gespräch zwischen ihm und mir begonnen. „Du bist manchmal echt das Letzte. Ich weiß nicht was Jack an dir findet, aber... egal Alter. Ich soll dir jedenfalls sagen, dass du zu dem Wasserfall kommen sollst, wo ihr euch vor ein paar Wochen getroffen hat. Ich hoffe, du verläufst dich auf dem Weg dahin.“, murrte er und stapfte anschließend davon. Ich seufzte. Eigentlich tat mir schon wieder leid, was ich zu ihm gesagt hatte, aber das würde ich natürlich niemals zugeben.

Da meine Neugier viel zu groß war, raffte ich mich auf und machte mich auf den Weg zu dem Wasserfall, wo ich Jack an dem heißesten Tag auf dieser verfluchten Insel getroffen hatte.

„Doc?“, rief schon, als ich das leise Rauschen des Wasserfalls vernahm. Hoffentlich war es nicht irgendein dummer Scherz von Hurley gewesen, mich hier her zu locken. Diese Erkenntnis kam mir erst jetzt. Vielleicht wollte sich unser Moppelchen für die ganzen Gemeinheiten revanchieren, die ich schon zu ihm gesagt hatte? „Ich bin hier.“, hörte ich dann aber die erlösende Antwort und seufzte erleichtert. Gut, immerhin kein Scherz. Aber was wollte Jack hier von mir? Das war mir noch immer schleierhaft. Doch ich sollte es erfahren, als ich die letzten Büsche hinter mir gelassen hatte.

Er hatte sich wirklich viel Mühe gegeben und im ersten Moment blieb ich stehen und betrachtete alles. Auf dem Boden lag eine Decke. Darüber war eine Plane gespannt worden und ein paar Fackeln steckten in der Nähe im Boden. Sie tauchten die Umgebung in ein romantisches Licht. Ich seufzte. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glatt meinen, du willst mich rumkriegen.“, stellte ich fest als ich näher kam. Er grinste nur leicht. „Hast du die aus meinem Vorrat?“, wollte ich wissen und deutete auf den Wein, der neben etwas Essen stand. Auch dazu sagte er nichts. Er nickte nur auf die Decke. „Setz dich.“, bat er dann und ich nahm wie gewünscht darauf Platz. Erst da bemerkte ich, dass er noch ein paar zusätzliche Decken besorgt hatte. Ganz offensichtlich hatte er nicht vor heute Nacht noch einmal zum Strand hinunter zu gehen und genau das machte mich etwas nervös.

Er nahm neben mir Platz und blickte mich an. „Ich hoffe, es gefällt dir.“ „Ja.“, gestand ich schlicht und einfach und lächelte. Dann seufzte ich. „Wegen heute Mittag, dass...“ „Schon gut. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass du unzufrieden bist mit der Situation wie es bisher zwischen uns läuft und du vielleicht doch... etwas mehr willst.“, unterbrach er mich und ich schluckte. Jack öffnete die Flasche und füllte etwas von dem Inhalt in eine der Tassen die er mitgebracht hatte. „Die Gläser hätten vielleicht den Transport nicht überlebt.“, erklärte er und reichte mir den Wein. Ich nickte zustimmend und seufzte dann. „Ehrlich gesagt Jack, weiß ich nicht genau was ich will.“, flüsterte ich und blickte ihn dann an. „Inwiefern?“ „Nun ja, ich weiß... dass ich dich will, aber nicht wie.“ „Geht es immer noch darum wer „oben“ oder „unten“ liegt?“, hakte er nach und lächelte amüsiert. Seine Rehaugen fingen meinen Blick wieder auf und er lächelte mild. „Mir ist das wirklich egal James, denn für mich zählt nur, dass wir zusammen sind und das wir Spaß dabei haben. Aber ich kann verstehen, dass du nervös bist. Glaub nicht, dass ich das nicht wäre. Immerhin... hatte ich bisher nur Sex mit Frauen.“, erklärte er und ich seufzte schwer. „Mir geht’s ja eigentlich genauso...“, gestand ich und nippt einen Schluck von dem Wein. „Dann lass es doch einfach auf uns zu kommen. Entspann dich jetzt etwas. Wir trinken und essen gemeinsam und sehen was passiert.“, schlug er vor und ich kam mir irgendwie wie ein Teenager vor, der nicht wusste was zu tun war und er war mal wieder der Erwachsene der für jede Situation eine Lösung parat hatte. Das war einfach nicht fair! Und dennoch konnte ich nichts dagegen tun. Nicht bei ihm und nicht, wenn wir alleine waren.

„Du hast es schon ganz schön lange mit mir ausgehalten, Jack.“, meinte ich leise, als ich mir noch Wein nach schenkte. „Ich weiß eben, wie ich mit dir umgehen muss.“, antwortete er und ich musste lachten. Oh ja, dass wusste er wirklich. „Aber verrate es sonst niemandem.“, bat ich und rutschte eine Stück an ihn heran. „Ich wäre doch ein Idiot wenn ich es tun würde. Schließlich...“, er machte eine kurze Pause und sah mir in die Augen „...will ich dass du nur mir gehörst.“, beendete er den Satz und senkte seine Lippen auf meine. Ich stellte die Tasse mit dem Wein beiseite und legte meine Hände an seine Wangen. Strich sanft über seinen Hals und drehte ihn dann mit einem Ruck auf den Rücken. Viel zu lange schon wartete ich darauf, ihm endlich näher zu sein und im Moment erschien es mir als dämlich, überhaupt so lange gewartet zu haben. Die Nervosität war verschwunden. Er wollte mich und ich wollte ihn. Das musste er mir nicht mehr sagen. Ich brauchte ihm nur in die Augen zu schauen. „Jack...“, flüsterte ich leise an seinen Lippen und er lächelte. „Ich liebe dich, James.“, antwortete er. Es war das erste Mal, dass er diese Worte so deutlich aussprach. Bisher hatte es keiner von uns beiden gewagt diese magischen Worte zu benutzen. Mein Herz schlug auf der Stelle doppelt so schnell und ich musste glücklich grinsen. „Und ich liebe dich.“, antwortete ich, weil es genau das war, was ich in diesem Moment sagen wollte. Ich musste nicht lange überlegen oder mich überwinden. Wie schon so oft, wenn es um Gefühle ging, wurden seine braunen Augen leicht wässrig. Doch bevor sich eine Träne daraus lösen konnte, hatte er sich vorgebeugt und küsste mich leidenschaftlich.

Meine Hände glitten zielstrebig unter das dunkelrote Hemd, das er trug und strichen über seine Brust. Ich spürte seinen schnellen Atem, spürte wie sich seine Brustwarzen aufrichteten und sein Herz wie wild schlug. Es ging ihm genauso wie mir und ich genoss es. Genoss es, mein Bein zwischen seine zu drängen und seine aufkommende Erektion zu spüren. Ich bewegte mich ein wenig, was uns beide zu einem leisen Stöhnen veranlasste. Ja er fühlte sich gut an und mit einem Mal schien ich genau zu wissen, was ich wollte. Schien zu wissen, was zu tun war, obwohl ich es noch nie getan hatte. Nicht mit einem Mann zumindest. Schnell öffnete ich die Knöpfe an seinem Hemd, auch wenn meine Geduld das kaum zuließ, denn ich wollte ihn endlich nackt vor mir sehen. Aber wir waren hier auf einer Insel, auf der es nicht allzu viele Sachen zum Anziehen gab und ihm seine Kleider einfach vom Körper zu reißen, klang zwar verführerisch, war aber mehr als unpraktisch in unserer Lage.

Im Gegensatz zu mir, musste Jack mir nur mein T-Shirt vom Oberkörper ziehen und als er das endlich geschafft hatte, landete es irgendwo neben uns. Dann setzte er sich leicht auf, damit ich ihn endgültig von seinem Hemd befreien konnte und im nächsten Moment wurde ich auch schon wieder nach unten gezogen. Ich spürte seinen nackten Oberkörper an meinem. Er war anders als bei einer Frau, weniger weich. Dennoch nicht minder erregend für mich, in diesem Moment. „Kondome und Gleitcreme hast du nicht zufällig dabei, Doc?“, flüsterte ich in sein Ohr und er begann zu lachen. „Der Drugstore um die Ecke hatte leider schon geschlossen... aber ich hab dafür Vaseline gefunden.“, antwortete er und ich musste lachen. „Hm, dass sieht dir ähnlich.“, flüsterte ich und küsste ihn erneut. Ich spürte seine Hände über meinen Rücken gleiten und über meinen Hintern. Er drängte mich näher zu sich heran, weshalb ich hart gegen seine Erektion gedrückt wurde und ein lautes, erregtes Knurren nicht unterdrücken konnte. „Immerhin kann keiner von uns schwanger werden.“, flüsterte ich leise, als ich mich aus dem Kuss gelöst hatte und Jack lachte amüsiert. „Ich denke nicht, aber auf dieser Insel wäre ich mir da nicht mal sicher.“, antwortete er und ich musste ebenso lachen. Er nutzte den Moment und überwältigte mich, so dass ich jetzt unter ihm auf dem Rücken lag. Bevor ich jedoch darauf reagieren konnte, hatte er schon wieder meine Lippen verschlossen schob mir gierig seine Zunge in den Mund. Er schmeckte nach Wein, aber auch seinen Geschmack nahm ich war. Den Geschmack, den ich seit dem ersten Kuss an liebte.

„Lass uns keine Zeit mehr verschwenden.“, flüsterte ich leise und er nickte lächelnd. Wir beide waren bereit weiter zu gehen und außerdem konnte und wollte ich nicht länger warten. Ungeduldig begann ich an seiner Hose zu zerren, bis ich sie endlich geöffnet hatte und sie ihm mit samt seinen Shorts über den Hintern abstreifte. Er tat es mir gleich und befreite mich ebenfalls von den restlichen Kleidern, die mich von ihm trennten. Nachdem er aus seiner Hose geschlüpft war und endlich ganz nackt vor mir kniete und ließ ich meinen Blick über seinen Körper streifen. Er war natürlich nicht der erste Mann, den ich nackt sah, aber er war der erste Mann, der mich so sehr erregte. Außerdem erfüllte es mich schon mit einem gewissen Stolz, dass ich ebenso für seine Erregung verantwortlich war.

Jack tastete nach seinem Rucksack und brachte kurz darauf eine kleine Dose mit Vaseline zum Vorschein. Besser als gar nichts. Ich griff nach seiner Hand und zog ihn zu mir herunter. Unsere Lippen verschmolzen miteinander und ich spürte zum allerersten Mal sein hartes Glied an meinem. Ohne irgendwelchen Stoff, der uns trennte und ohne irgendwie peinlich berührt zu sein. Es war einfach unglaublich.

„Du musst mich etwas vorbereiten.“, hauchte er mir dann ins Ohr und ich runzelte fragend die Stirn. Er schmunzelte nur. „Wir haben genug Zeit alles möglich auszuprobieren, aber heute will ich einfach nur, dass du mich leidenschaftlich liebst.“, setzte er erklärend hinterher und ich musste lachen. „Und das sagst du, ohne rot zu werden.“ „Es ist dunkel, du kannst es nur nicht sehen.“, antwortete er und ich packte ihn wieder an den Schultern und keine Sekunde später landete er auf seinem Rücken. Irgendwie schaffte ich es, während ich ihn wild küsste, dass diese verdammte Dose aufzuschrauben und nahm eine großzügige Portion der Creme mit zwei Fingern heraus. Er spreizte schon erwartungsvoll seine Beine und ich musste ein wenig über mich selbst schmunzeln und fragte mich, wieso in aller Welt ich dermaßen unsicher gewesen war.

Als ich mit den beiden Fingern zwischen seine Beine glitt und die Creme auf seinem Muskelring verteilte, drängte er sich mir auffordernd entgegen. „Bitte.“, flüsterte er leise an meinem Lippen und nahm diese darauf gleich wieder Besitz. Seine Hände glitten erneut über meinen Rücken und ich konnte nicht anders, als meine Finger langsam durch die enge Öffnung zu schieben. Jack stöhnte laut unter mir auf und ich stimmte ein. Alleine die Vorstellung gleich mit einem ganz anderen Körperteil dort zu sein, war dermaßen erregend für mich, dass ich mich kaum zurückhalten konnte. Aber das letzte bisschen meines verbliebenen Verstandes sagte mir, dass ich ihm dann wehtun würde und das war etwas, was ich nicht wollte. Ich wollte, dass er es ebenso sehr genoss wie ich und deshalb musste ich mich zusammenreißen.

Ich begann meine Finger zu bewegen, dehnte ihn sanft und nahm nach einiger Zeit einen weiteren Finger hinzu. Jack entspannte sich immer mehr und als ich nach einem langen Kuss seinen Blick traf, wusste ich, dass er bereit war. Ich lächelte, reichte ihm die Dose mit der Creme und nickte nach unten. „Willst du?“, wollte ich leise wissen und er schmunzelte. „Und ob.“, antwortete er mir, als er die Vaseline entgegen und ebenfalls eine großzügige Menge herausnahm. Als er jedoch meine Erektion berührte, wusste ich, dass es ein Fehler gewesen war. Zu wissen, dass er es war der mich dort berührte und die Creme sanft verteilte, war schon fast zu viel des Guten. Um nicht hinzusehen zu müssen, schloss ich meine Augen. Hätte ich ihm noch dabei zu gesehen, wäre ich sofort gekommen.

Als er fertig war, ließ er sich wieder nach hinten sinken und blickte mich auffordernd an. „Was ist nun? Willst du nicht endlich wissen, wie es sich anfühlt?“, hakte er nach und spreizte seine Beine, so dass ich gar nicht mehr anders konnte, als mich zwischen diese zu legen. Bevor ich jedoch in ihn eindrang, raubte ich ihm einen Kuss und winkelte sein rechtes Bein etwas an. „Jack, wenn es... doch nicht geht dann...“ „Ich werds schon aushalten.“, flüsterte er und blickte mir in die Augen. „Und jetzt... red ich nicht so viel, sondern nimm mich endlich.“, bat er und verwickelte mich erneut in einen Kuss. Mit meiner rechten Hand brachte ich die Spitze meiner Erektion auf die gewünschte Position und schob mich wenig später in ihn hinein. Ich stöhnte laut auf. Natürlich hatte ich gewusst, dass er eng und heiß war, aber dermaßen?! Ich war überwältigt. Konnte mich einige Sekunden lang nicht bewegen und öffnete meine Augen erst, als Jack mich an meinem Hintern packte, um mich weiter hin sich hinein zu drängen. „Geht es?“, wollte ich keuchend wissen und er lächelte nur leicht und nickte. „Ungewohnt... aber du fühlst dich gut an.“, antwortete er. Ich musste lächeln und begann mich zu bewegen.

Es dauerte nicht lange, da passte er sich meinem Rhythmus an, hob seine Hüften etwas und winkelte sein anderes Bein ebenfalls an. Immer wieder trafen sich unsere Lippen oder unsere Blicke und verschmolzen für einige Sekunden miteinander. Als ich spürte, dass ich nicht mehr lange brauchen würde, schob ich meine Arme unter seinem Rücken hindurch und zog ihn so fest wie möglich an mich. „James...“, stöhnte er leise meinen Namen. Meine Bewegungen wurden immer unkontrollierter, schneller, leidenschaftlicher. Er schlang nun ebenfalls seine Arme um mich und vergrub seine Zähne in meiner Schulter, was auf schmerzhafte Weise sehr erregend war. Im nächsten Moment spürte ich, wie sich sein Körper unter mir verkrampfte. Spürte wie sich sein warmes Sperma zwischen uns verteilte. Wie sich sein Muskel eng um mich zusammenzog und war verloren. Keine Sekunde später erlag ich meinen Gefühlen und entlud mich in seinem Inneren.

Schwer atmend hielt ich ihn noch eine ganze Zeit in meinen Armen, bevor ich mich etwas von ihm löste und mich aus ihm zurückzog. „Ich liebe dich.“, flüsterte ich erneut. Mir war einfach danach. Wir hatten endlich die nächste Stufe unserer Beziehung erreicht und ich wusste jetzt schon, dass kein Tag vergehen würde, an dem ich ihn nicht wollte. Aber nicht nur das, ich wollte auch, die Erfahrung machen, die er gerade gemacht hatte. Das es noch in dieser Nacht geschehen würde, ahnte ich da noch nicht.

„Ich liebe dich auch, James.“, antwortete er und lächelte mich glücklich an. Ich strich sanft über seine Wange und legte mich neben ihn. Mit meinem Finger strich ich über seinen verschwitzen Bauch und fuhr durch seinen Samen. „Ich kann nicht glauben, dass wir das wirklich gerade getan haben.“, meinte ich und lachte glücklich. „Wenn du willst könnten wir jetzt eine Runde schwimmen gehen und uns abkühlen und danach... können wir gerne einen weiteren Versuch starten, es dir glaubhaft zu machen.“, antwortete er und ich grinste. „Ich wusste gar nicht, dass du so unersättlich bist. Gut so.“, meinte ich daraufhin und küsste ihn sanft. Anschließend erhob ich mich und streckte ihm eine Hand hin, die er kurz darauf ergriff und mir dann ins Wasser folgte.


***Ende***
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