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von fiiilmfreak
erstellt: 15.02.2010
letztes Update: 11.12.2010
Geschichte, Drama / P18
(fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Hope
Inhalt
Hope dachte ihr ganzes Leben lang, dass es keine Liebe für sie geben würde, bis sie eines Nachts dem Mann ihres Lebens begegnet... Aber der Weg zur wahren Liebe ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellen könnte, wenn die eigene Vergangenheit einen nicht mehr loslässt.
Disclaimer
Diese Geschichte ist frei erfunden. Die darin vorkommenden, lebenden Personen gehören nur sich selbst, die erfundenen Charaktere mir.
Kapitel 1
3 Uhr morgens
Ich konnte mal wieder nicht schlafen. Seit Jahren litt ich nun schon unter Schlafstörungen. Eigentlich hatte ich gehofft, dass es mit der Zeit in England besser werden würde. Ich hatte gedacht, dass der Abstand zu meinen Problemen in Deutschland mir dabei helfen würde, Ruhe zu finden, aber da hatte ich mich wohl gewaltig getäuscht. Ich war nun schon seit einigen Monaten in England und seit etwa zwei Wochen in London.
Ich ging in die Küche, um mir etwas Kaltes zu trinken zu holen. Da an Schlaf nicht mehr zu denken war, konnte ich genauso gut eine Cola trinken. Ich öffnete den Kühlschrank und hätte am liebsten laut geschrien. 'Konnte diese blöde Karen nicht mal aufhören mich zu bevormunden?' dachte ich genervt. Sie hatte, wie schon so häufig in den letzten zwei Wochen, meine Flasche Cola aus dem Kühlschrank genommen, um mir etwas ‚Gutes‘ zu tun. Sie wusste doch genau, dass ich das Zeug nur eisgekühlt trank und sie war der Meinung, ich hatte es nötig abzunehmen. Gut, ich war kein Supermodel und würde es auch nie werden, aber ich war nicht dick! Nur, weil sie die ganze Zeit auf Diät war, musste ich das noch lange nicht auch machen wollen. „Die kann vielleicht was erleben, wenn sie Morgen zurückkommt!“, murmelte ich vor mich hin. Ich dachte eine Sekunde darüber nach einen ihrer Energydrinks zu nehmen, aber das war es einfach nicht wert. Die Dinger sahen schon scheußlich aus und wer wusste schon genau, was da für Chemikalien drin waren.
Ich sah kurz an mir herunter und begutachtete meinen blauen Schlafanzug, den kleinen Bärchen verzierten. Vielleicht war ich mit 24 Jahren zu alt dafür, aber er war so bequem und niedlich. Bevor ich es mir anders überlegen konnte, nahm ich meine Wohnungsschlüssel, zog meine Turnschuhe und meinen Mantel an und verließ die Wohnung. Gegenüber von meiner Wohnung war ein kleines Pub. Ich war in den letzten Wochen schon öfter dort gewesen und fühlte mich dort einfach wohl. Außerdem dachte ich mir, dass es besser war, mein Glück dort zu versuchen, als wegen einer Cola durch halb London zu laufen. Jede Frau hatte eben ihre kleinen Macken und Cola war eine von meinen. Ich stieß die Tür auf und bemerkte, dass nur eine kleine Gruppe an einem der Tische saß. Wenigstens wurden so nur wenige Menschen Zeuge meiner komplett bescheuerten Aktion.
Matt, der Besitzer, schaute genervt auf, da er nicht damit gerechnet hatte, dass sich um diese Uhrzeit noch irgendjemand hierher verirren würde. Er wollte bestimmt bald Feierabend machen und wartete nur noch darauf, dass die kleine Gruppe ging. Als er mich erkannte, hellt sich sein Gesicht auf. „Was machst du denn um diese Zeit hier?“, fragte er mich irritiert, während ich mich auf einen der Barhocker fallen ließ. „Hast du kein Zuhause?“ Dieser Kommentar brachte mir die Aufmerksamkeit des kleinen Tisches ein. Danke, Matt, sehr feinfühlig.
„Ich konnte nicht schlafen und wollte etwas trinken. Als ich aber in den Kühlschrank sah, habe ich gemerkt, dass meine ‚tolle‘ Mitbewohnerin meine Cola wieder heraus gestellt hat. Also dachte ich mir, frage ich doch mal gegenüber nach was man da machen kann“, entgegnete ich. Glücklicherweise war ich schon so lange in England, dass ich keine Angst mehr hatte etwas Falsches zu sagen oder etwas falsch auszusprechen. Außerdem wusste Matt von Karens Versuchen mich auf Diät zu setzen und amüsierte sich jedes Mal köstlich darüber. Ich aß jeden Abend im Pub während Karen joggen ging und bei diesen Gelegenheiten erzählte ich ihm immer was die gute Karen gerade wieder angestellt hatte. Allein der Gedanke daran ließ mich grinsen. Wenn die dachte mich am Essen hindern zu können, hatte sie sich aber gewaltig geschnitten.
Als ich meine Aufmerksamkeit wieder Matt widmete, sah ich wie er vor Lachen Tränen aus den Augen wischte und hörte Gemurmel aus der Richtung des kleinen Tisches. Das war genau das, was ich jetzt brauchte. Männer waren so unreif. Ich verdrehte die Augen. Da Matt immer noch nicht aufgehört hatte zu lachen, räusperte ich mich. „Wenn du fertig bist, kannst du mir dann vielleicht eine Cola geben?“
„Uhm, kein Problem. Das ist übrigens ein sehr interessanter Schlafanzug“, sagte er verlegen, während er mir eine Cola einschenkte. Ich sah an mir herab und konnte mir absolut nicht erklären, was los war. Waren die Engländer jetzt alle verrückt geworden?
Ich nippte an meiner Cola und sah Matt bei der Arbeit zu. Irgendwann schien er die Stille nicht mehr auszuhalten.
„Und was hast du dir für deine Rache an Karen überlegt? Das ist doch in deinem Land bestimmt ein Kapitalverbrechen, oder?“
„Darauf steht die Todesstrafe!“, antwortete ich ernst. Hinter mir hörte ich ein Kichern und Matt sah über meine Schulter. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und traute meinen Augen nicht.
'Du siehst schon Sachen die es gar nicht gibt!' dachte ich wütend über mich selbst. 'Wieso sollte Robert Pattinson denn bitte ausgerechnet jetzt in genau diesem Pub sein?'
Ich schüttelte meinen Kopf und drehte mich wieder um. Ich sah meine Cola kritisch an und dachte darüber nach, dass jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt wäre kein Koffein mehr zu mir zu nehmen. Ich war immer noch in Gedanken versunken und bemerkte nicht, dass der Unbekannte sich neben mich setzte, um sich mit Matt zu unterhalten.
„Wieso starrst du denn deine Cola so an? Willst du die nicht lieber trinken?“, fragte mich Matt nach einer Weile irritiert. „Scheint als wäre sie ganz vertieft in irgendetwas“, antwortete der Fremde an meiner Stelle. Ich schaute beide entsetzt an und versuchte zu lächeln. 'Mein Gott, kriege dich wieder ein!' ermahnte ich mich.
„Was hast du gesagt, Matt? Ich war gerade mit meinen Gedanken woanders.“
„Ich habe gerade meinem Freund Rob erzählt, was deine Mitbewohnerin so alles anstellt, um dich auf Diät zu setzen!“, teilte er mir freudestrahlend mit. Jetzt hieß der auch noch Robert? Ich versuchte nicht mit meinen Augen zu rollen und sah „Rob“ noch ein Mal genauer an. Eine gewisse Ähnlichkeit war vorhanden, aber der Robert würde sich nie Geschichten über mich und Karen anhören!
„Meine Rache wird bösartig sein!“, sagte ich lachend und als Rob in mein Lachen einstimmten, spürte ich ein nervöses Ziehen in der Magengegend. 'Oh, nein!' war alles, was ich denken konnte. Ich stand abrupt auf und kippte dabei fast noch meine restliche Cola um. 'Das wird immer besser!', dachte ich angewidert. 'Mache nur so weiter!' Ich nahm das Glas, leerte es in einem Zug und stellte es wieder hin. Matt und Rob sahen mich verständnislos an und tauschten dann einen Blick miteinander, der so viel aussagte wie 'verstehe einer die Frauen…'.
Ich schaute gespielt geschockt auf die Uhr, es war mittlerweile fast 4 Uhr. „Ich muss jetzt gehen, sonst bin ich morgen, ich meine heute, zu nichts zu gebrauchen!“, stieß ich fast atemlos aus. Ich drehte mich um, bevor einer der beiden etwas erwidern konnte und machte mich fast rennend auf den Weg zum Ausgang. Ich versuchte auf nichts zu achten, da ich an nichts anderes mehr denken konnte als dort wegzukommen. Ich spürte die Blicke aller Anwesenden in meinem Rücken und war erleichtert, als ich endlich vor dem Pub stand.
Ich atmete tief ein, lief langsam los und versuchte meine Gedanken zu sortieren. Ich konnte mir einfach nicht erklären, was da gerade passiert war. Ich hörte wie sich die Eingangstür vom Pub öffnete und wieder schloss. 'Das kann doch jetzt nicht wahr sein!' dachte ich aufgebracht und hoffte, dass sich die Erde auftat und mich verschluckte. 'Was hattest du nach so einer Aktion auch erwartet? So ein Verhalten versteht doch kein Mensch!'
„Hey, warte!“, rief jemand hinter mir. Ich drehte mich um und sah wie Rob die Meter, die uns trennten, auf mich zukam. Er sah mich unsicher an und für eine Sekunde verlor ich mich in seinen blauen Augen. Erst als er etwas sagt, merkte ich, dass ich ihn mit offenem Mund anstarrte. Ich schloss ihn sofort und sah ihn einen Moment lang ruhig an. „Entschuldige, was hast du gesagt?“, fragte ich ihn leise. Er fing an zu lächeln und ich spürte das gleiche Ziehen wie vorhin im Pub als er gelacht hatte, aber dieses Mal war dieses Gefühl noch intensiver.
„Ich habe dich gefragt, wie du heißt!“, wiederholte er immer noch lächelnd. Er musste mich doch langsam für komplett bescheuert halten. Ich zwang mich dazu ihm zu antworten, was leichter gesagt als getan war. „I-i-i-ch heiße Hope“, erwiderte ich stotternd.
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