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von Mrs Harriet    erstellt: 11.02.2010    letztes Update: 15.04.2010    Geschichte, Drama / P16    (fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Kapitel  2



Manchmal genügen nur ein paar Sätze, eine unüberlegte Handlung, ein Wort gibt das andere und vom bisherigen Leben bleibt nur noch ein Scherbenhaufen übrig.

Wenn sie nachgegeben , sich seinem Willen gebeugt hätte, wäre dann alles wieder in Ordnung gekommen? Sie hatte Severus verletzt, daran ließ sich nichts mehr ändern. Aber wollte sie überhaupt, dass alles wieder in Ordnung kam? Immer hat sich alles nur um Severus und die Kinder gedreht, nie hat er sie gefragt, was sie wollte. So wie sie Severus kannte, seine Sturheit, seinen Jähzorn, würde er sie bestimmt spüren lassen, was es hieß, ihn im Stich zu lassen.

Einen Vorgeschmack darauf bekam sie in den folgenden Tagen. Wenn sie nicht ignoriert wurde, dann bekam sie nur kurze, knappe Antworten. Selbst die Kinder merkten, dass etwas nicht stimmte. Da sie von Severus nicht erwarten konnte, dass er die Kinder aufklärte, was los war, nahm sie die Sache selber in die Hand.

„Wie lange wirst du fortbleiben, Mum?“, fragte Julius. Er war Severus wie aus dem Gesicht geschnitten und sah seine Mutter aus seinen dunklen Augen fragend an.

„Ich werde versuchen jedes Wochenende nach Hause zu kommen“, sagte Hermine.

„Ist Daddy deshalb so komisch?“ fragte Victoria.

„Ich fürchte das ist alles meine Schuld.“ Sie strich ihrer Tochter über den Kopf.

„Warum kannst du nicht hierbleiben. So wie immer“, ereiferte sich Julius.

„Weil ich auch mal etwas für mich tun muss. Das ist eine einmalige Chance für mich.“

Julius ließ die Schultern hängen. „Vorgestern Abend saß Daddy ganz alleine vor dem Kamin und hat in die Flammen gestarrt. Er hat mich gar nicht wahrgenommen, Mum. Er hat so traurig ausgesehen.“

Hermine seufzte. Warum wurde es ihr nur so schwer gemacht?

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Nach einem tränenreichen Abschied von ihren Kindern reiste sie per Portschlüssel nach Kairo. Severus hatte sich während der ganzen Zeit nicht blicken lassen.

Die darauffolgenden Wochen wurde sie ganz und gar durch ihre neue Tätigkeit in Anspruch genommen. Greg Dermott freute sich überschwänglich, sie in seinem Team zu haben. Auch wenn sie die Tage oft im Labor verbrachte, blieb immer noch Zeit für die Feldforschung. Sie besuchte in den Basaren von Kairo Apotheker, die nicht nur ein umfangreiches Sortiment an Heilkräuter besaßen, sondern sogar teilweise als Heiler arbeiteten. Oft kamen Leute in den Laden, schilderten ihre Beschwerden und bekamen dann eine entsprechend auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Kräutermischung. Wie in dem Laden in der Winkelgasse, wo Severus oft seine Zutaten kaufte. Auch dort wurden Heiltränke auf Wunsch angefertigt, allerdings unterlagen einige strengen Auflagen. Viele dieser ägyptischen Kräuter waren in der mitteleuropäischen Tränkekunde völlig unbekannt. Hermine führte lange Gespräche mit den Apothekern, die sich oft nicht jedes Geheimnis breitwillig entlocken ließen. Wenn sie den Vormittag im Labor verbrachte, nutzte sie nachmittags oft die Gelegenheit, in die ländlichen Gebiete zu fahren. Dabei stellte sie fest, dass viele Zutaten für die Heiltränke, die in England gar nicht oder nur sehr schwer zu bekommen waren, völlig unbeachtet am Straßenrand wuchsen.

Wenn ich wieder in England bin muss ich unbedingt einige Stecklinge mitnehmen. Vielleicht schafft Professor Sprout es, die Pflanzen zu kultivieren. Es wäre ein großer Fortschritt in der Tränkekunde, dachte Hermine. Trotz der ganzen Arbeit dachte sie immer an ihre Kinder und Severus. Jede Woche verschickte sie einen Brief, der aber immer unbeantwortet blieb. So langsam kamen Hermine Zweifel, ob es wirklich eine so gute Idee war, diese Stelle anzunehmen. Sie vermisste ihre Kinder und ihren Mann. Vor allem abends, wenn sie alleine in ihrem Bett lag, war die Einsamkeit besonders groß. Daher beschloss sie, nach vorheriger Ankündigung, ihre Kinder an diesem Wochenende zu besuchen.

ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Am Samstagmorgen stand Hermine vor ihrer gemeinsamen Wohnung und sagte das Passwort. Die Tür öffnete sich nicht. Sie wiederholte das Passwort. Nichts geschah.

Verdammt noch mal, Severus, dachte Hermine wütend.

Da sie auch nicht mehr weitewusste, beschloss sie, Professor McGonagall aufzusuchen. Weil mit aller Wahrscheinlichkeit Minerva auch samstags in ihrem Büro war, machte Hermine sich schnurstracks auf den Weg dorthin.

Professor McGonagall saß an ihrem riesigen Schulleiter-Schreibtisch und erledigte ihre Eulenpost.

„Hermine! Das ist aber eine Überraschung.“

„Guten Morgen, Minerva.“

Minerva trat hinter ihrem Schreibtisch hervor und umarmte Hermine herzlich.

„Komm, setz dich. Möchtest du Tee?“

„Sehr gerne“

Professor McGonagall zauberte zwei Tassen Tee herbei. Beide tranken schweigend, bis Minerva als erste das Wort ergriff.

„Du siehst gut aus. Du hast sogar richtig Farbe im Gesicht bekommen.“

Hermine lächelte. „Über mangelnde Sonne kann ich mich wirklich beklagen. Minerva, ich bin eigentlich hier um meine Kinder und…Severus zu besuchen. Es scheint aber niemand da zu sein, obwohl ich mein Kommen angekündigt habe. Mal abgesehen davon hat Severus auch netterweise das Passwort zu unserer Wohnung geändert. Weißt du, was los ist?“

Minerva stellt ihre Teetasse ab und seufzte. „Severus hat mit den Kindern gestern Abend das Schloss verlassen. Er wird wohl erst morgen Abend wieder da sein.“

Hermine sackte in ihrem Stuhl zusammen. „Irgendwie habe ich so etwas geahnt. Aber warum? Ich möchte doch nur meine Kinder sehen. Sonst nichts. Ich vermisse sie so sehr.“

„Ich kann dich verstehen. Glaub mir“, sagte Minerva, „aber du musst auch Severus verstehen. Er hat sich in den letzten Wochen sehr verändert. Dass er in seinem Wesen schon immer etwas schwierig war, weißt du sicher selber. Aber in der letzten Zeit ist er teilweise einfach nur unausstehlich. Ich denke, die Kinder werden seine Unzufriedenheit auch zu spüren bekommen. Er kommt mit der ganzen Situation nicht klar und das ist jetzt seine Art dich dafür zu bestrafen, was du getan hast.“

„Na toll. Wunderbar. Meine eigenen Kinder werden mir vorenthalten. So wie redest, könnte man meinen, dass du sein Verhalten auch noch billigst.“ Hermine hatte sich regelrecht in Rage geredet.

„Nein, so war das nicht gemeint, Hermine“, sagte Professor McGonagall beschwichtigend. „Aber sein Verhalten ist typisch für ihn. Ich habe noch versucht, auf ihn einzureden, aber du kennst ja seine Sturheit.“

„Wie geht es den Kindern“? fragte Hermine.

„Soweit ganz gut, glaube ich. Aber ich denke sie vermissen dich, genauso wie du sie. Ich würde es sogar wagen zu behaupten, das Severus dich auch vermisst. Er spricht nicht mehr so viel mit mir wie früher, weißt du. Mit ihrer Nanny verstehen sich Julius und Viktoria auch sehr gut. Sie unternimmt sehr viel mit den beiden. Das lenkt sie wahrscheinlich auch ab.“

„Sag mir, was ich tun soll, Minerva. Meine Briefe werden nicht beantwortet, wenn ich meine Kinder sehen will, ist keiner da. Ich bin mit den Nerven am Ende.“

Plötzlich hatte Minerva eine Idee. „Warum machen wir es nicht so, dass du die Briefe an mich schickst und ich leite sie dann weiter. Das muss natürlich alles geheim bleiben, denn ich glaube nicht, das Severus davon sonderlich begeistert wäre. Was meinst du“?

Hermine Gesicht hatte sich mit jedem Satz mehr aufgehellt. „Ja, Ja, das ist eine gute Idee. Lass es uns so machen. Hauptsache ich bekomme ein Lebenszeichen von meinen Kindern.“

„Lass den Kopf nicht hängen, Hermine. Das renkt sich schon wieder ein. Wie lange wolltest du eigentlich an diesem Institut bleiben?“

„Ich habe erst einmal nur einen Jahresvertrag bekommen, mit der Option auf Verlängerung. Da die ganze … Sache mittlerweile auf eine handfeste Katastrophe zusteuert, werde ich den Vertrag nicht verlängern lassen. Ich werde zum Sommer wieder zurückkommen. Wenn mein Mann und meine Kinder mich dann noch haben wollen“, sagte Hermine resigniert.

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Nachdem sie zurück in Kairo war, machte sie sich gleich auf den Weg ins Institut. Zu Arbeiten war im Moment die beste Ablenkung. Als sie damit beschäftigt war den Versuch aufzubauen, hing sie trotzdem ihren Gedanken nach. Dass Severus so reagieren würde, damit hatte sie wirklich nicht gerechnet. Seine Sturheit hatte sie mehr als einmal kennengelernt, aber dass er die Kinder jetzt auch noch mit hineinzog… Hermine schüttelte in Gedanken den Kopf. Und dieses Kindermädchen. Sie hatte Severus damals gefragt, ob sie sich gemeinsam darum kümmern sollen oder ob er ihr die Aufgabe überlassen wollte. Er hatte abgelehnt, mit der Begründung, sie habe jetzt gewiss andere Dinge im Kopf. Der Hohn in seiner Stimme klang Hermine heute noch in den Ohren. Ob sie noch jung war? Oder älter? Nach welchen Gesichtspunkten er sie wohl ausgesucht hatte? Viele Ehemänner haben ein Verhältnis mit dem Kindermädchen. Hatte sie jedenfalls einmal gehört. Severus war zwar schon älter, aber immer noch auf seine Art attraktiv. Was wenn diese Nanny einfach die ganze Situation für sich ausnutzte und … Hermine jetzt mach aber mal einen Punkt! Nicht alle Männer sind so, schalt sie ihre innere Stimme.

„Aua!“ Jetzt war’s passiert. Durch ihre eigene Unachtsamkeit hatte sie sich mit dem Messer in den Finger geschnitten. „Verflixt“. Sie zog ihren Zauberstab, um einen Heilzauber zu sprechen, da sie mittlerweile auch den ganzen Tisch vollblutete. Plötzlich umschloss eine große Hand ihr Handgelenk und eine Stimme murmelte „Episkey“. Überrascht drehte Hermine sich um. Hinter ihr stand Greg Dermott, der Institutsleiter.

„Danke“, murmelte Hermine verlegen. Sich mit dem Messer in den Finger zu schneiden, passierte allenfalls Erstklässlern. Nicht aber einer Tränkemeisterin. Die nachfolgende Stille veranlasste Hermine vor lauter Scham auf den Boden zu starren.

Greg Dermott zog sich einen Hocker heran und setzte sich. „Sag mal Hermine, was ist eigentlich los mit dir? Mal abgesehen davon, dass du eigentlich frei hättest und stattdessen hier sitzt, stehst du seit einiger Zeit völlig neben dir. Deine Arbeit leidet noch nicht darunter, aber wenn du weiterhin mit deinen Gedanken woanders bist, wird irgendwann noch was schiefgehen. Das du dir in den Finger geschnitten hast, war wahrscheinlich erst der Anfang. Also, was ist los“?

„Es … es geht um meine Familie. Mein Mann war von Anfang an nicht damit einverstanden, dass ich hier arbeite. Alle Briefe, die ich nach Hause schicke, werden nicht beantwortet. Weder von meinem Mann noch von den Kindern. An diesem Wochenende wollte ich sie eigentlich besuchen. Ich hatte mein Kommen sogar angekündigt.“ Hermine seufzte. „Vielleicht hätte ich das nicht tun sollen. Severus hat die Kinder genommen und für diesen Zeitraum Hogwarts verlassen. Sogar unsere gemeinsame Wohnung hat er mit einem neuen Passwort versiegelt. Ich hätte meine Kinder so gern gesehen. Ich vermisse sie so sehr.“

„Ich hatte dir aber auch gesagt, wenn du hier anfängst, dann mit allen Konsequenzen“, sagte Greg. „ Das du deine Familie nicht so oft sehen kannst, war dir doch von Anfang an klar, oder?

„Ja, natürlich. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass mein Mann so reagieren würde.“

„Dein Mann gehört eben noch der alten Garde an, wo die Männer das Geld verdienen und die Frauen zuhause bei den Kindern bleiben.“ Greg sah sie scharf an. „Sieh zu das deine privaten Probleme draußen vor der Tür bleiben. Ich kann hier drin keine Unfälle mit Verletzten gebrauchen. Haben wir uns verstanden, Hermine“?

„Natürlich, Greg.“ Danke für dein Verständnis, du unsensibler Kerl, dachte Hermine.

Sie beschloss, sich wieder ihrem Trank gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche zu widmen. Nachdem sie die Wurzeln der Koloquinthe zu einem Brei zermahlen hatte, begann sie mit ihren Versuchen zur Verbesserung des Trankes. Wenn alles gut lief und sie brauchbare Ergebnisse vorzuweisen hatte, wäre Greg auch besänftigt und der Tag würde noch ein einigermaßen gutes Ende finden. Nächste Woche würde sie einen Brief an Minerva schreiben und darauf hoffen, dass es ihr gelang ihn an Severus vorbei zu ihren Kindern zu schmuggeln.

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Zwei Wochen später stand sie wieder vor den Toren von Hogwarts. Zielstrebig ging sie runter in die Kellergewölbe. Wenn Severus den normalen Tagesablauf am Wochenende einhielt, wären sie jetzt mit dem Frühstück fertig. Sie klopfte an die schwere Eichentür und wartete. Als sie schon dachte das Ganze wäre wieder ein Fehlschlag gewesen, öffnete sich die Tür. Hermine riss überrascht die Augen auf. Seit sie aus Hogwarts fortgegangen war, hatte Severus sich sehr verändert. Er hatte deutlich an Gewicht verloren, die Falten in seinem Gesicht traten noch deutlicher hervor und unter seinen Augen waren Ringe sichtbar.

Er sieht aus als wäre er in den letzten Wochen um Jahre gealtert, dachte Hermine erschrocken.

Severus musste ihren Blick wohl richtig gedeutet haben, denn seine anfängliche Überraschung wich schnell einem ärgerlichen Blick.

„Was willst du hier“?

„Meine Kinder sehen. Etwas was du mir in den letzten Wochen verweigert hast.“ Hermine schob sich an ihm vorbei. „Außerdem ist das auch immer noch meine Wohnung.“

„Mum“! Julius und Victoria flogen in ihre Arme.

„Mummy. Ich dachte schon du kommst uns gar nicht mehr besuchen“, flüsterte ihr Victoria ins Ohr.

Hermine musste gegen die Tränen ankämpfen. „Ich würde euch doch niemals vergessen. Zieht euch was an. Der heutige Tag gehört nur uns allein.“

Die Kinder rannten in ihre Zimmer, um sich anzuziehen. Hermine drehte sich zu Severus um, der die ganze Sache stillschweigend verfolgt hatte.

„Ich werde die Kinder heute Abend wieder zurückbringen. Ich habe beschlossen, dass wir uns einen schönen Tag in London machen werden.“

Severus kniff die Augen zusammen. „Heute Abend? Soweit ich weiß, hatte Eliza noch etwas mit ihnen vor.“

„Wer ist Eliza“? fragte Hermine.

„Eliza ist das Kindermädchen.“

„Weißt du was, Severus, es interessiert mich überhaupt nicht, was diese Eliza mit ihnen heute vorhat“, zischte Hermine

In diesem Augenblick kamen die Kinder angerannt.

„Wir sind fertig, Mum“, sagte Julius.

„Wunderbar, mein Schatz. Dann lass uns gehen. Sagt eurem Vater auf Wiedersehen.“

„Wiedersehen, Dad.“

Hermine und die Kinder verließen die Kellergewölbe und machten sich auf den Weg zur Appariergrenze.

Sie kamen direkt in der Winkelgasse an. Hermine hatte dort noch einige Besorgungen zu machen und wollte dann direkt nach Muggel-London. Nach dem Mittagessen beschloss Hermine zu Madame Tussauds zu gehen. Die Kinder waren noch nie in einem Wachsfigurenkabinett gewesen und dementsprechend war ihre Begeisterung groß. Julius, der sich wie fast alle Jungs in seinem Alter für die Naturwissenschaft interessierte, hatte sie einen Besuch im Natural History Museum versprochen. Schon lange hatte Hermine ihre Kinder nicht mehr so fröhlich und ausgelassen erlebt. Ich sollte das viel öfter machen dachte sie im Stillen. Zum Abschluss stand noch eine Fahrt im London Eye an. Müde und glücklich kamen sie abends wieder in Hogwarts an.

„Mum, kommst du nächstes Wochenende wieder“? fragte Victoria.

„Ich fürchte so einfach geht das nicht, mein Schatz.“ Hermine ging vor ihren Kinder in die Knie.  „Sobald es sich zeitlich einrichten lässt, komme ich. Und dann unternehmen wir wieder etwas zusammen, einverstanden“?

„Kann Dad nicht auch mal mitkommen?“ fragte Julius.

„Natürlich, wenn er möchte.“ Sie strich ihm einige widerspenstige Haarsträhnen aus dem Gesicht. „Frag ihn einfach beim nächsten Mal.“

Severus saß am Kamin und las den Tagespropheten, als die Tür aufging und die Kinder hereinstürmten. Sie hielten die Sachen hoch, die Hermine ihnen gekauft und redeten wie ein Wasserfall.

„Stopp“! Severus hob eine Hand. Mit leiser Stimme sagte er: „Ihr zieht euch jetzt aus und wascht euch gründlich die Hände. Beim Abendessen könnt ihr mir alles erzählen.“

Nachdem die Kinder in den Nebenzimmern verschwunden waren, wandte er sich an Hermine.

„Du kommst ziemlich spät, findest du nicht“?

„Ach Unsinn, Severus. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, da schaut man nicht so auf die Zeit.“ Hermine sah ihn eindringlich an. „Geht es dir gut, Severus“?

„Was soll die Frage“?

„Na ja, du hast abgenommen“, Hermine suchte nach den richtigen Worten, „du hast dunkle Ringe unter den Augen, ganz ehrlich, Severus, ich mache mir Sorgen um deine Gesundheit.“

„Spar dir dein Mitgefühl, ich brauche es nicht“, blaffte Severus.

„Ach nein? Und warum nicht?“

„Diese Dinge haben sich erübrigt, seit du es vorziehst, dein Leben woanders zu verbringen.“

Hermine wurde blass. „Severus, du weißt, dass das nicht stimmt. Dein Wohlergehen und das der Kinder hat für mich immer oberste Priorität. Wie kannst du nur etwas anderes annehmen. Ich…“ In diesem Augenblick kamen Julius und Victoria ins Zimmer. Beide schienen zu spüren, dass ihre Eltern sich gestritten hatten und blickten fragend von einem zum anderen.

„Es ist wohl besser ich gehe jetzt“, sagte Hermine.

„Du gehst schon, Mum“? warf Julius ein. „Ich dachte, du bleibst noch zum Abendessen.“

„Heute nicht, mein Schatz. Ein andermal vielleicht“. Sie nahm ihre Kinder in den Arm. „Wir sehen uns bald wieder.“

„Auf  Wiedersehen , Severus.“

Sie verließ die Wohnung und erst als sie draußen auf dem Schlossgelände war, ließ sie ihren Tränen freien Lauf.

Das Abendessen verlief in angespannter Atmosphäre. Keiner sprach ein Wort, man hörte nur das Klappern des Besteckes. Julius, dem die ganze Situation allmählich unerträglich wurde, ergriff als erster das Wort.

„Warum durfte Mum nicht mit uns Abendessen“?

Severus sah ihn scharf an. „ Ich werde das nicht am Tisch mit dir ausdiskutieren.“

Julius stand auf. „Ich habe keinen Hunger mehr. Ich geh ins Bett.“

„Setz dich wieder hin. Das Essen ist noch nicht beendet.“

„Für mich schon. Ich gehe jetzt.“

„Julius“!

Julius schob den Stuhl mit voller Wucht an den Tisch, das das Geschirr nur so klapperte. Dann rannte er aus dem Zimmer.

Severus legte das Besteck ab und ließ seinen Kopf in die Hände sinken. An Essen war jetzt nicht mehr zu denken. Plötzlich umschlangen in zwei kleine Arme und seine Tochter setzte sich auf seinen Schoß. „Sei nicht böse auf Julius. Er hat es bestimmt nicht so gemeint.“

„Natürlich bin ich nicht böse auf ihn. Ich werde gleich noch einmal in sein Zimmer gehen“, sagte Severus.

Victoria sah ihn an. „Vermisst du Mum eigentlich auch so sehr“?

„Natürlich vermisse ich sie.“ Ich bin nur zu stolz und zu wütend, um es mir selber einzugestehen, dachte Severus.

In den darauffolgenden Monaten sah Hermine die Kinder in unregelmäßigen Abständen. Ihre Hoffnung, sich auch gleichzeitig wieder Severus anzunähern, zerplatzte allerdings wie eine Seifenblase.

Das Blatt wendete sich erst, als sie den Brief von Minerva erhielt.



-Rückblende Ende-

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tbc
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