■
Geschichte: Fanfiktion
/ Bücher
/ Harry Potter
/ Wiedergutmachung
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von Mrs Harriet
erstellt: 11.02.2010
letztes Update: 15.04.2010
Geschichte, Drama / P16
(fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Kapitel 1
Liebe Hermine,
wie du sicher weißt, fängt in vier Wochen das neue Schuljahr an. Wie immer stehen auch dieses Jahr einige Neuerungen an. Severus bekommt endlich seine begehrte Stelle als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, im Gegenzug wird die Stelle als Zaubertränkelehrer frei. Bei der Besetzung der Stelle galt mein erster Gedanke dir. Ich würde mich wirklich freuen, wenn du mir zusagen würdest. Egal, wie du dich entscheidest, schick mir doch bitte umgehend eine Eule.
Gez. Minerva McGonagall
P.S.: Severus weiß nichts von meinem Angebot!
Langsam ließ Hermine den Brief sinken. All die Jahre hatte sie auf dieses Angebot gehofft. Jetzt war ihre Hoffnung endlich in Erfüllung gegangen. Sie würde ihre, nein, ihrer beiden gemeinsamen Kinder, wieder regelmäßig sehen können. Wenn Severus davon wüsste, er würde wahrscheinlich einen Tobsuchtsanfall bekommen. Die Stelle im Institut würde Hermine ohne zu zögern kündigen, schon seit langem hatte sie sich dort nicht mehr wohlgefühlt.
Severus! Trotz allem, obwohl wir jetzt schon so lange getrennte Wege gehen, vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an dich denke, und an unsere Kinder.
Dabei hatte alles so verheißungsvoll angefangen.
ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo
-Rückblende-
Severus hatte damals nur knapp Naginis Angriff in der Heulenden Hütte überlebt. In einem Aufsehen erregenden Prozess kamen dann alle Einzelheiten über seine Todessertätigkeiten, seine Spionage für den Orden und die Absprache über Dumbeldores Tod ans Tageslicht.
Hermine hatte sechs Jahre lang seine schlechte Laune, seinen Zynismus, seine Gemeinheiten und seine oftmals ungerechtfertigten Punkteabzüge ertragen. Sechs Jahre lang hatte sie ihn bewundert. Wie er die Magie mit einer Leichtigkeit handhabte, die seinesgleichen suchte, wie er mit höchster Präzision die kompliziertesten Zaubertränke kreierte.
Nun erschien dieser Mann in einem ganz anderen Licht und Hermine wünschte sich nichts mehr sehnlicher, als dass ihr Lehrer endlich seine Ruhe wieder fand. Jedoch stellte sich dieser Wunsch nach seinem Freispruch als glatte Illusion heraus.
Hermine wollte auf jeden Fall ihren Abschluss in Hogwarts machen, während Harry und Ron ihre Chance nutzten, und ihre Ausbildung zum Auror anfingen. Severus war wieder als Lehrer für Zaubertränke eingestellt worden, was nicht gerade für Begeisterung bei den Schülern sorgte, besonders weil seine Laune um keinen Deut besser war. Hermine war das völlig egal, sie war durch sechs Jahre Unterricht mittlerweile abgehärtet. Für sie war nur wichtig mit einer Bestnote in Zaubertränke und den UTZ- Prüfungen abzuschließen, damit sie einen Platz an der Akademie für Zaubertränke in Edinburgh bekam. Also nahm sie eines Tages ihren ganzen Mut zusammen und schilderte ihm ihre Zukunftspläne.
„ Sie sind sich dessen absolut sicher, Miss Granger?“
„ Ja, Sir. Ehrlich gesagt“, Hermine bekam rote Wangen, „ wollte ich seit der ersten Zaubertrankstunde nichts anderes machen.“ Das er ganz speziell an ihrer Berufswahl Schuld trug, wollte und konnte sie ihm nicht direkt sagen.
„ Die Ausbildung wird sehr hart für Sie werden. Allerdings“, er zog die Augenbrauen hoch, „ da Sie ihre Freizeit meistens in der Bibliothek verbringen, gerne schon im voraus lernen und sowieso alles besser wissen, denke ich, dass Sie die Akademie höchstwahrscheinlich mit Bestnote abschließen werden.“
Hermine schaute verlegen auf den Boden. Von einem Menschen wie Professor Snape konnte man den letzten Satz schon fast als Kompliment sehen.
„ Darf ich Sie noch etwas fragen, Sir?“
„ Was denn noch, Miss Granger?“
„ Aufgrund dessen das ich muggelstämmig bin, brauche ich ein Empfehlungsschreiben von Ihnen und von Professor McGonagall. Die Direktorin hat mir schon ihre Zusage gegeben, fehlen nur noch Sie.“ Hermine sah ihn unsicher an. „ Ich wollte Sie auch fragen, ob ich Ihnen bei der Zubereitung einiger Tränke mithelfen darf.“
Snape sah sie mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an, das Hermine schon anfing unruhig auf dem Stuhl hin und her zu rutschen.
„ Das Empfehlungsschreiben bekommen Sie von mir, was Ihre Bitte um Mitarbeit betrifft… ich werde es mir überlegen.“
Die nächsten Tage verbrachte Hermine in gespannter Erwartung. Als sie die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, bat er sie nach einer Doppelstunde Zaubertränke noch zu bleiben.
„ Kommen Sie heute Abend um acht Uhr in mein Labor, Miss Granger. Und seien Sie pünktlich, sonst bleibt die Tür verschlossen.“
„ Das werde ich, Sir, vielen Dank Sir, ich…“, stammelte Hermine.
„ Freuen Sie sich nicht zu früh, Miss Granger. Sie werden schon einmal einen Vorgeschmack auf das bekommen, was Sie auf der Akademie erwartet.“
Und wie er Recht behalten sollte! Kein Lehrer forderte Hermine so wie Professor Snape es tat. Er wollte alles wissen, bis ins kleinste Detail. Wie und wo man die Zutaten fand, was bei ihrer Ernte beachtet werden musste, ihre Zusammensetzung, Art und Dauer der Anwendung der einzelnen Tränke und was beim Brauen der einzelnen Zaubertränke beachtet werden musste. Jedes Mal hatte Hermine das Gefühl ihr Kopf würde rauchen, weil Severus sie permanent mit neuem Wissen „fütterte“. Sie genoss die Abende, und obwohl Severus nie über das Lehrer-Schüler-Verhältnis hinausging, lernte sie langsam den Menschen hinter dieser Maske der Unnahbarkeit kennen.
Nach ihrem Abschluss in Hogwarts ging sie nach Edinburgh. Sie schrieb während ihrer Ausbildung regelmäßig an Severus, der jedoch nie auf einen ihrer Briefe antwortete. Sie erfuhr erst später von Professor McGonagall, dass er sich regelmäßig bei ihren Lehrern nach ihrem Leistungsstand erkundigte. Nach ihrer Prüfung holte sie die Realität allerdings sehr schnell wieder ein. Ihre Hoffnung, Dank ihres guten Abschlusses, schnell eine geeignete Stelle zu finden, zerplatzte wie eine Seifenblase. In den Gesprächen mit einigen potentiellen Arbeitgebern, wurde ihr schnell klar, wo die magische Gemeinschaft junge Hexen am liebsten sah. zu Hause, verheiratet, mit Kindern im Arm. Für beides, Kinder und Karriere, war in der konservativen Gesellschaft der Zauberer und Hexen kein Platz. Da ihre finanziellen Mittel so gut wie erschöpft waren und sie ihre Eltern nicht schon wieder um Geld bitten wollte, wandte sie sich in ihrer Verzweiflung an ihren alten Mentor, Professor Snape. Seine Antwort ließ nicht lange auf sich warten, und Hermine saß ein paar Tage später in seinem Büro.
„ Es tut mir Leid, Professor. Ich möchte Sie nicht belästigen. Aber ich wusste wirklich nicht an wen ich mich wenden sollte, da meine Eltern schon genug eigene Probleme haben…“
„ Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, Miss Granger. Ich bin mir Ihrer Situation durchaus bewusst. Vielleicht trage ich sogar Mitschuld an Ihrer Situation.“
Hermine sah ihn überrascht an. „ Wie meinen Sie das?
„ Ich hätte Sie vorwarnen sollen. Obwohl Sie über ein außergewöhnliches Talent im Zaubertränke brauen verfügen, wird kaum jemand einen weiblichen Tränkemeister einstellen. Dazu kommt, dass Sie muggelstämmig sind.“ Er seufzte. „ Ich fürchte, unsere Gesellschaft hat durch den Krieg nichts dazugelernt. Sie waren damals so euphorisch, ich wollte Ihre Hoffnungen nicht schon am Anfang zerstören.“
„ Was soll ich denn jetzt machen? Meine finanziellen Mittel sind aufgebraucht. Ich habe auch schon bei einigen Apotheken und Geschäften für Trankzutaten nachgefragt… aber dort gibt es auch nichts.“ Hermine warf ihm einen hoffnungsvollen Blick zu und lächelte gequält. „ Sie können nicht zufällig noch eine Assistentin gebrauchen?“
Severus schüttelte den Kopf. „ So etwas ist in Hogwarts nicht vorgesehen. Ich…“, er zögerte, „ ich hätte einen anderen Vorschlag für Sie. Allerdings weiß ich nicht, ob er Ihnen gefällt.“
„ Professor, ich bin mittlerweile soweit, dass ich nach jedem Strohhalm greife.“
Snape holte tief Luft. „ Werden Sie meine Ehefrau. Sie könnten hier unten in den Kerkern wohnen, Sie hätten uneingeschränkten Zugang zu meinem Privatlabor und könnten mir bei Versuchen und der Herstellung diverser Tränke für die Krankenstation helfen. Wie Sie sicherlich wissen werden eheähnliche Lebensgemeinschaften, wie in der Muggelwelt, bei uns nicht toleriert. Das gilt auch für Hogwarts. Das wäre mein Vorschlag für Sie. Denken Sie darüber nach und geben mir Bescheid.“
Hermine sah in fassungslos an. „ Das meinen Sie doch nicht ernst, oder? Doch, Sie meinen es ernst. Das ist doch keine Entscheidung, die man leichtfertig trifft. Die Ehe in der Zauberwelt wird durch eine magische Verbindung geschlossen, die nicht unterbrochen werden kann. Wir wären bis an unser Lebensende aneinander gebunden.“
„ Das ist korrekt.“
„ Lieben Sie mich eigentlich, Professor?“, fragte Hermine leise. „ Ich meine, wenn wir heiraten, dann muss es zwischen uns doch auch so etwas wie… Liebe geben.“
Diesmal war es Severus, der um seine Fassung rang. „ Ich muss zugeben, dass ich mich damit noch nie habe auseinander setzten müssen, bin aber bereit… zu lernen, wenn Sie mir helfen. Ich verspreche Ihnen, dass Sie die Eheschließung nicht bereuen werden.“
„ Ich muss darüber nachdenken, Professor Snape. Ich werde Ihnen Bescheid geben.“
In dieser Nacht war für Hermine nicht an Schlaf zu denken. Nachdem sie sich über Stunden im Bett hin-und hergewälzt hatte, entschloss sie sich, durch das Schloss zu laufen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.
Als die Sonne im Begriff war aufzugehen, hatte Hermine ihre Entscheidung getroffen.
Severus, der in dieser Nacht auch nicht sehr viel Schlaf gefunden hatte, wurde schon früh am Morgen durch ein lautes Klopfen an seiner Wohnungstür gestört.
„ Guten Morgen, Miss Granger. So früh hätte ich Sie nicht erwartet.“ Er trat beiseite, um sie einzulassen.
„ Ich hatte die letzte Nacht Zeit mir ihr Angebot durch den Kopf gehen zu lassen. Ich werde es annehmen“, sagte Hermine.
Der Professor brachte ein kleines Lächeln zustande. „ Das freut mich zu hören. Ich werde dann alles Weitere veranlassen.“ Er machte eine kleine Verbeugung.
Die Hochzeit fand im kleinen Rahmen im Raum der Wünsche statt. Ihre Umgebung reagierte mit Freude, aber teilweise auch mit Unverständnis. Während Professor McGonagall ihnen von Herzen alles Gute wünschte, war bei Harry und Ron die Ablehnung spürbar. Sie hatten die Jahre des Unterrichts bei Professor Snape nicht vergessen.
Auch wenn die Aufgaben in ihrer Ehe klar verteilt waren, verlief ihr Eheleben harmonisch. Severus war ein gefühlvoller Liebhaber, der nichts von ihr verlangte, was sie nicht wollte. Mehr als einmal stellte Hermine fest, was für ein Glück sie doch hatte.
Ihre beiden Kinder, Julius und Victoria, wurden kurz hintereinander geboren. Die darauffolgenden Jahre war Hermine damit beschäftigt sich um die Kinder zu kümmern, Ehefrau zu sein und ihrem Mann bei gelegentlichen Projekten zu assistieren.
Doch dann, eines Tages, trat etwas ein, womit Hermine nicht gerechnet hatte. Sie las gerade die neuste Ausgabe von „Zaubertränke heute“, als ihr eine Stellenanzeige auffiel. Sie war von einem Forschungsinstitut in Kairo, das sich mit der Wirkung von antiken Heilpflanzen in Zaubertränken beschäftigte. Der Institutsleiter, Greg Dermott, war mit Hermine zusammen in Edinburgh gewesen. Ohne das Severus etwas davon wusste, bewarb sie sich um die Stelle. Greg war natürlich erfreut nach all den Jahren von ihr zu hören und noch erstaunter, als sie erzählte, mit wem sie verheiratet war und dass sie zwei Kinder hatte. Er mochte Hermine und war bereit ihr die Stelle zu geben, allerdings auch mit allen Konsequenzen.
Hermine wiederum fürchtete sich insgeheim schon vor dem Gespräch mit Severus. Eines Abends, als die Kinder schon schliefen, nutzte sie die Gelegenheit.
„ Severus?“
„ Hm?“
„ Ich würde gerne etwas mit dir besprechen. Es ist sehr wichtig für mich.“
Severus legte das Buch beiseite. „Ich höre.“
Eigentlich hatte Hermine sich die Worte schon zurechtgelegt, aber irgendwie war in diesem Moment alles wie weggewischt. Trotzdem begann sie. „Ich habe mich vor einiger Zeit auf eine Stellenanzeige beworben und wider Erwarten eine Zusage erhalten. Die Stelle ist in einem Forschungsinstitut in Kairo.“
„ Gab es einen besonderen Grund, dass du nicht mit mir darüber gesprochen hast? Immerhin bin ich dein Ehemann.“ Snape zog die Augenbrauen hoch.
„ Ich wollte erst einmal abwarten, ob ich überhaupt eine Chance habe. Ich habe selber nicht mit der Zusage gerechnet.“
„ Nein“.
„ Wie bitte?!“
Severus Augen verengten sich und sein Gesichtsausdruck war unmissverständlich. „ Du hast mich schon verstanden. Ich erlaube es nicht. Dein Platz ist hier, bei mir und den Kindern. Alles andere wäre nicht angemessen. Ende der Diskussion.“
„ Moment mal.“ Hermine sprang aus dem Sessel auf und baute sich vor ihm auf. „ Die ganzen letzten Jahre war ich für dich und die Kinder da, ich habe auf so vieles verzichten müssen. Das ist endlich die Chance in meinem Beruf zu arbeiten. Mach mir das nicht kaputt.“
„ Wie stellst du dir das vor?“ Snape fing an wie ein Raubtier auf- und ab zu laufen. „ Wer soll sich um die Kinder kümmern, wenn ich unterrichte? Oder wenn ich im Labor zu arbeiten habe?“
„ Die Kinder sind bis nachmittags in der Schule. Für die Zeit danach könnten wir eine Nanny engagieren. Ich hatte sowieso vor an den Wochenenden per Portschlüssel hierher zurück zu kommen.“
Severus schnaubte. „ Du willst unsere Kinder einer Fremden überlassen. Ich glaube es einfach nicht. Um deine Karriere zu verwirklichen, lässt du deine Familie im Stich. Ich, Severus Snape, Tränkemeister von Hogwarts, der gehörnte Ehemann, dessen Frau in irgendeinem Hinterwald-Labor in Nordafrika Karriere macht. In der magischen Gesellschaft Englands wird man mit dem Finger auf mich zeigen.“ Er schüttelte mit dem Kopf.
„ Severus“, sagte Hermine sanft, „ ich werde doch regelmäßig da sein, wenn irgendwelche gesellschaftlichen Ereignisse anstehen, bin ich auch da. Versprochen.“
„ Das reicht nicht“, brüllte Snape. Er war völlig außer sich. In all den Jahren hatte Hermine ihn so noch nicht erlebt, selbst damals im Unterricht nicht. „ Wenn du jetzt gehst, trägst du die Konsequenzen.“
„ Ich möchte einmal im Leben etwas für mich tun. Bitte versteh das.“
„ Ist das dein letztes Wort?“ Seine Stimme hatte etwas Drohendes.
„ Ja, Severus.“
„ Dann haben wir uns nichts mehr zu sagen.“
tbc
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
