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von Eleyna
erstellt: 09.02.2010
letztes Update: 13.02.2011
Geschichte, Allgemein / P12
(abgebrochen)
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Ich lag gerade in der Badewanne und überlegte erneut heißes Wasser nachlaufen zu lassen, als es an der Haustür klingelte.
'Nanu?' verwundert drehte ich den Kopf zur Badezimmertür und lauschte den Geräuschen auf dem Flur
'Wer kann denn das um die Uhrzeit noch sein?'.
Leise Kinderschritte waren zu hören, die sich entfernten und die Treppe runter ins Erdgeschoss wanderten.
'Erwartete Chibiusa etwa noch Besuch?'
Langsam glitt ich tiefer ins Wasser zurück, kleine Wellen schwappten auf der Oberfläche und brachen sich an meiner Haut.
Der Schaum kitzelte in meiner Nase, wenn ich die Augen zusammen kniff konnte ich in den einzelnen Blasen die Farben des Regenbogens sehen.
Mit dem rechten Fuß versuchte ich den Wasserhahn aufzudrehen, denn langsam fröstelte es mich.
Als sich ein neuer Schwall Heißes ergoss zuckte ich wohlig zusammen, brachte dann aber schnell meine Beine außer Reichweite des Strahls, um mich nicht z verbrennen.
Bedacht darauf meine Haare nicht nass zu machen lehnte ich meinen Kopf zurück und genoss diesen Moment der Ruhe.
Mit geschlossenen Augen hörte ich die sanften Klänge von Michirus Geige (http://www.youtube.com/watch?v=YR_Mum_EJoE) aus dem kleinen blauen Duschradio über dem Waschbecken.
Die Duftkerzen, ein Geschenk meiner Tochter, flackerten und zauberten eine angenehme und entspannte Atmosphäre in meinen privaten Wellnessbereich.
Zum ersten Mal an diesem Tag atmete ich durch. Vergessen war der Stress auf Arbeit und der hässliche Streit mit Mamoru in der Früh.
Bereits um sieben Uhr hatte er angerufen und für dieses Wochenende abgesagt.
'Geschäftliche Termine' hatte er gemurmelt und schnell wieder aufgelegt, nachdem ich ihn angebrüllt hatte, wie er es erneut wagen könnte seine Tochter zu versetzen.
Seit er mit dieser elenden Misato zusammen war, hatte er nur noch selten Zeit.
Die versprochenen Besuche zu Anfang unserer Trennung wurden immer weniger und hörten irgendwann ganz auf, dabei hatte er hoch und heilig geschworen sich weiterhin um Chibiusa zu kümmern.
'Mir ist es vollkommen gleich, ob er sich meldet, aber die Kleine leidet so unter der Situation'
Bei dem Gedanken an das Gespräch heute morgen zog sich eine tiefe Falte über meine Stirn, schnell schüttelte ich das negative Gefühl ab.
Es klopfte sachte an der Badetür, dann schwang sie leise auf.
„Mami?“ fragend trat mein kleines Mädchen ein, die linke Hand immer noch an der Klinke, als ob sie Angst habe ganz rein zu kommen.
Meine Augen huschten prüfend über ihr Gesicht.
Ihr zum Frühstück bereits das dritte Mal innerhalb eines Monats sagen zu müssen, dass ihr Vater leider doch keine Zeit habe, sie aber dennoch ganz wahnsinnig doll lieb habe und der versprochene Ausflug in den Vergnügungspark ja nur aufgehoben und nicht aufgehoben wäre, war alles andere als leicht.
Chibiusa hatte mit großen Augen von ihrem Kakao aufgeblickt und sofort hatten sich Tränen in ihnen gesammelt, die leise ihre Wangen runter kullerten.
Bei dem Anblick hat es mir fast das Herz gebrochen und ich habe sie sofort auf meinen Schoß gezogen, um Trost zu spenden.
Auf den Knien schaukelnd hatten wir uns geeinigt, dass wir Hotaru fragen würden, ob sie heute Abend auf eine Pyjamaparty Lust hätte und hier übernachten wolle.
Die beste Freundin wurde sofort angerufen und hat natürlich zu gesagt, trotzdem war die Traurigkeit nicht ganz aus den Kinderaugen verschwunden und starrte mich auch jetzt noch an.
„Hotaru ist da. Haruka hat sie vorbei gebracht und wartet unten. Sie möchte mit dir sprechen, hat sie gesagt.“
Ich stöhnte innerlich auf, zwar lag ich schon sicher über eine Stunde in der Wanne, aber trotzdem wollte ich diese Oase noch nicht verlassen – schon gar nicht so abrupt.
„Ok mein Schatz. Sag ihr doch sie kann ruhig hoch kommen.“
Ein skeptischer Blick von meiner Tochter ließ mich meine Worte nochmal kurz überdenken... andererseits, ich hatte nackt die Welt vor Galaxia gerettet, warum sollte ich mich jetzt unter dem ganzen Schaum vor einer alten Freundin genieren?
Nickend bestätigte ich meinen Satz und schon sauste Cibiusa aus der Tür die Treppe runter.
„Nehmt euch die Kekse!“ schrie ich ihr noch hinterher, denn ein weiterer Versuch ihr Trübsal weg zu blasen, war ein kleiner Backwettbewerb am Nachmittag gewesen, der sogar recht essbar endete.
Erneut klopfte es und ich schmunzelte, soviel Anstand hätte ich der Kriegerin des Windes gar nicht zugetraut.
Sonst viel sie doch auch gerne mit der Tür ins Haus.
Ganz kurz flammte in mir der Gedanke auf, dass Haruka ja auf Frauen steht und es doch keine so unbefangene Situation war, wie gedacht – aber ich verwarf ihn sofort.
So ein Quatsch, wir kannten uns jetzt seit über 15 Jahren.
„Herein.“ rief ich also und meine Stimme klang erstaunlich selbstsicher und fest.
Kurz darauf wurde ein sandfarbener Schopf durch die Tür gesteckt.
„Hallo Mondgesicht.“ sie grinste mich an und trat ein.
„Hallo Haruka.“ grüßte ich zurück. „Ich mag einfach noch nicht raus kommen. Ich hoffe es macht dir nichts aus?“
Doch meine Freundin hörte mir überhaupt nicht zu, ihre Augen fixierten die Wand hinter mir und ihr Mund stand offen.
„Wow!“ kam es nach einigen Sekunden über ihre Lippen und sie deutete auf die Fliesen.
Ich lächelte über ihre Reaktion.
Mamoru und ich hatten die Fliesen für unser Bad extra anfertigen lassen.
Sie zeigten des Mondpalastes während des Silberjahrtausends mit den angrenzenden Gärten.
Unter dem großen Torbogen war die Königsfamilie abgebildet, um sie herum in Grüppchen angeordnet die Inner- und Outersenshis.
Im Hintergrund des Schloßes sah man den blauen Planeten, eingebetet in tausende Sterne, die durch dimmbare Lichtpunkte symbolisiert wurden.
Haruka lies ihren Blick weiter durch das Bad streifen, bis er an dem Radio hängen blieb, aus dem noch immer Michirus Violine erklang.
„Daran merk ich immer, dass Freitag ist.“ sprach sie, dann setzte sie sich auf die Waschmaschine.
„Ja, ich auch.“ pflichtete ich ihr bei.
Jeden Freitagabend spielte der tokioer Klassiksender eine Stunde lang „Michirus Dreams“, die Sendung hatte großen Anklang gefunden .
Auch ich hatte es mir zu Gewohnheit gemacht, egal wo ich war, diese eine Stunde den Alltag Alltag sein zu lassen und mich von den Klängen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin fort tragen zu lassen, in eine Welt voller Ruhe und Frieden.
„Wollte Mamoru dieses Wochenende nicht mit Chibiusa in den Vergnügungspark fahren?“
Smalltalk war wirklich nicht ihre Stärke und ich spannte mich innerlich bei dieser Frage.
Aber es war so offensichtlich und Haruka meine Freundin, warum sollte ich mich jetzt verstellen?
„Ja.“ antwortete ich also einfach und verleierte die Augen. „Aber er hat es sich in letzter Minute wieder einmal anders überlegt und abgesagt.“
" Geschäftliche Termine!“ äffe ich seinen Tonfall nach und mache mit den Finger die obligatorischen Gänsefüßchen.
Beim Arme hoch reißen denke ich natürlich nicht dran, dass ich somit den gesamten Schaum von meiner Brust spüle.
Ein zaghafter Blick und ich rutsche wieder tiefer ins Wasser zurück.
Dann schollt ich mich selber für diese mädchenhafte Geste, das Licht der Kerzen reichte kaum bis über den Wannenrand hinaus.
„Du glaubst ihm nicht?“ schlussfolgerte Haruka aus meiner Darbietung und zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Schon vergessen? Ich arbeite mit Misato in einem Büro!“ erinnerte ich an die verfahrene Situation.
„Ich dachte du wolltest dich versetzen lassen?“ Haruka rutschte von ihrem Platz runter und ließ sich auf dem Badvorleger nieder.
Nun saß sie, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, am Fußende der Wanne und schaute mir direkt ins Gesicht.
Eine Hand lag auf dem Wannenrand und ihre Fingerspitzen tauchten ins Wasser, mit einer schnellen Bewegung hatte sie einen feinen Tropfenregen in meine Richtung geschickt.
„Lass das!“ lachend wehrte ich den Angriff ab. „Du hast keine Ahnung wie lange meine Haare zum trocknen brauchen, darauf hab ich heute echt keine Lust.“
Haruka seufzte gespielt und wartete darauf, dass ich fort fuhr.
„Hat noch nicht geklappt.“ ging ich schulterzuckend auf ihre Frage ein.
Mamoru hatte Misato kennen gelernt, als er mich im Büro zur Mittagspause besuchte und da ich noch ein Meeting hatte, war er mit ihr ins Gespräch gekommen.
Man fand sich sympathisch, das eine ergab das andere und so ist es eben passiert, war seine Erklärung, als ich sie ein paar Monate später knutschend in der Teeküche erwischte.
Nach dieser Aussage hatte ich beschlossen, dass es keine gemeinsame Zukunft mehr gab.
Natürlich hatte es mich gewundert, als ich mit 19 schwanger wurde und Chibiusa gebar, denn eigentlich sollte sie unsere Tochter des 30. Jahrhunderts sein.
Aber an diesem besagten Tag vor einem halben Jahr wurde mir dann klar, dass sie mir für dieses Leben schon geschenkt wurde, denn eine gemeinsame Zukunft mit Mamoru sollte es in Kristalltokio wohl doch nicht geben.
Ich hoffe trotzdem, sie auch in der Zukunft, welche mir nun ungewiss ist, irgendwie um mich zu haben.
Misato zeigte wenig Feingefühl dafür, dass sie mir den Mann ausgespannt hatte.
Zwei Wochen nach seinem Auszug stellte sie ein Bild auf ihrem Schreibtisch auf – eine Aufnahme von ihr und Mamoru beim Candlelight-Dinner auf einem beliebten Ausflugsdampfer.
Ich wäre ihr am liebsten an die Gurgel gesprungen!!!
Aber ich hatte mich entschieden nicht darauf einzugehen und meinen Chef aus persönlichen Gründen um eine Versetzung gebeten.
Das ist nun 5 Monate her und noch immer sind meine Unterlagen irgendwo im Haus unterwegs und werden geprüft, ohne dass ich eine Zu- oder Absage bekommen habe.
So sitze ich Tag für Tag dieser dämlichen Kuh gegenüber und lächle, wenn sie von ihrem Leben schwärmt, wie schön doch alles ist.
„Nach seinem Anruf habe ich heute auf Arbeit mal ein bisschen genauer hingehört.“ teilte ich Haruka mit.
Sie schaute mich irritiert an und ich begann mit einer neuen Show. Dabei faltete ich meine Hände ineinander und legte einen verträumten Schleier über meine Augen, bevor ich in einer unnatürlich hohen Stimme zu kreischen begann „Stell dir vor, Mamoru fährt mit mir dieses Wochenende in dieses sau teure Romantikhotel aufs Land.“
Solche Dreistigkeit machte selbst meine Freundin sprachlos und Haruka klappte der Mund auf.
„Das hat sie dir ins Gesicht gesagt?“
Ich winkte ab. „Lass gut sein, es tut kaum noch weh. Mir tut es nur um Chibiusa leid. Sie hatte sich so darauf gefreut und war die ganze Woche schon ganz aufgeregt.“
Nachdenklich zog Haruka die Nase kraus.
„Ja, deswegen hatte mich der Anruf gewundert, als Hotaru uns fragte ob die zu euch könne. Am, Montag hatte sie uns noch erzählt, dass Chibiusa weg fährt.“
„Du hättest sehen sollen, wie enttäuscht sie heute morgen war.“
Dann kam mir ein Gedanke und ich zog erschrocken die Luft.
„Oh Haruka.“ sagte ich leicht panisch: „Hattet ihr etwa was vor? Tut mir leid, wenn wir euch eure Wochenendpläne kaputt gemacht haben. Aber ich wusste nicht, wie ich sie anders aufmuntern sollte.“
Ich schlug mir gegen die Stirn, warum hab ich nicht erstmal mit Haruka und Michiru gesprochen, ehe ich mir ihre Tochter ungefragt als Trostpflaster ausleihe.
Doch Haruka hob beschwichtigend die Hände.
„Nein nein Bunny, wir hatten nichts vor. Im Gegenteil. Michiru hat heute Abend eine Probe und Hotaru und ich hätten nur gelangweilt vor dem Fernseher gehangen. Deswegen bin ich auch noch mit hier, ich hoffe es stört dich nicht.“
Freudig blickte ich sie an. „Im Gegenteil, ich freue mich, dass du da bist.“ erwiderte ich.
Ich habe in letzter Zeit viel zu wenig mit meinen Freunden gemacht, das muss ich dringend ändern.
„Was ist Haruka, hast du Lust dir ein paar alte Bilder an zu gucken?!“
„Ich dachte schon wir verbringen des Rest des Abends hier. Du hast es ja bequem, aber ich hab morgen bestimmt Rückenschmerzen.“
Zur Unterstreichung ihrer Worte fasste sie sich beim aufstehen ins Kreuz, stöhnte theatralisch auf und stütze sich an der Wand ab.
Ein Lachen kam bei diesem Anblick über meine Lippen und ich erfreute mich an diesem selten gewordenen Geräusch.
„Wir sind halt keine 20 mehr.“
Bevor ich mich erhob, angelte ich nach meinem Bademantel, denn ich vorsorglich über die Heizung gehangen hatte, um keinen Temperaturschock zu erleiden.
Eingemummelt stieg ich über den Rand, blies die Kerzen aus, zog den Stöpsel und wandte mich zum gehen, als Haruka los prustete.
Verwundert schaute ich sie an, während sie sich den Bauch vor Lachen hielt.
„Ich bin keine 20 mehr, stimmt.“ presste sie zwischen zwei Lachern raus, „Aber DU wirst wohl nie erwachsen!“
Angriffslustig stemmte ich die Hände in die Hüften und strich meine Haare zurück.
„Hast du was gegen meinen Häschenmantel in süßem rosa?!“ fragte ich und funkelte sie an.
„Die Dinger werden doch gar nicht mehr produziert. Wie alt ist der denn?“ mit zuckenden Mundwinkeln musterte sie mich von oben bis unten und zählte wohl gedanklich die Anzahl der Hasen.
„So alt wie unsere Freundschaft.“ und damit schob ich sie aus dem Bad.
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