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von MaryReilly    erstellt: 09.02.2010    letztes Update: 09.02.2010    Geschichte, Romanze / P18 Slash    (fertiggestellt)
Titel: Drei kleine Worte
Fandome: Lost
Autor: MaryReilly
Pairing: Jack x Sawyer (Jawyer)
Genre: Slash, Humor, Romance, Lemon
Inhalt: Spielt kurz nachdem Sawyer von Mr. Eko zurück ins Camp gebracht wird und Jack ihn verarztet hat und er im Fieber drei kleine Worte von sich gibt. Irgendwie kam mir die Idee das daraus zu machen ;), weil ich einfach finde (als absoluter Slash-Fan) dass die beiden zusammen gehören ^^ ungeachtet dessen, wie es in der Staffel weiter geht ;)

A/N Ich hoffe ihr habt Spaß dabei, meine erste Lost-FF zu lesen *bibber* und freue mich natürlich über eure Reviews, wies euch gefallen hat.


*****************************************

Ich liebe sie.“, die Worte hatten mich unerwartet hart getroffen. Immer und immer wieder hallten sie in meinem Kopf wider. Wieso? Wollte ich mich nun schon zum hundertsten Mal wissen. Wieso gerade sie? Warum nicht ich? Diese Frage war schon so banal, dass ich mich selbst einen Idioten schimpfen musste. Immerhin war sie eine Frau und ich konnte nicht erwarten, dass er die gleichen Gefühle für mich hatte, wie ich für ihn. Seit wann war das eigentlich so? Ich mochte ihn doch nie. Oder? Vielleicht hatte ich mir das auch nur eingeredet. Eingeredet, weil jeder ihn für einen Egomanen hielt, weil jeder hier ihn nicht besonders gut leiden konnte, mit Ausnahme von Kate vermutlich. Ja, ich hatte ihr Unrecht getan, als wir losgezogen waren um Michael zu suchen, aber ich konnte ihr nicht normal gegenüber treten. Nicht nach diesen Worten. Ich war so wütend auf sie, obwohl sie rein gar nichts dafür konnte. Als ich gesehen hatte, dass die Anderen sie als Geisel genommen hatten, habe ich mich selbst bei dem Gedanken ertappt, dass ich gehofft hatte, sie würden sie mitnehmen und mich dabei über mich selbst erschreckt.

Nach dem Gespräch im Wald, als Sawyer mir berichtet hatte, dass er meinen Vater in Australien in einer Bar getroffen hatte war ich sogar kurz davor gewesen ihn zu bitten nicht auf das Floß zu steigen. Ich hielt es von Anfang an für ein reines Selbstmordkommando und ich wollte nicht, dass ihm etwas passierte. Doch wie so oft in meinem Leben, hattee ich die Gelegenheit verstreichen lassen und nichts gesagt, hatte ihn gehen lassen. Einfach so, obwohl mir meine Gefühle da schon klar waren. Ich hatte gehofft, dass sie es schaffen würden und ich durch den Abstand zwischen uns endlich wieder klarer denken konnte. Hatte meine Gefühle auf diese verdammte Insel geschoben und darauf, dass hier einfach nichts normal ablief. Trotzdem war mir klar, dass es alles Ausreden waren. Ausreden, weil ich solche Empfindungen nie gegenüber einem Mann gehegt hatte. Außerdem, warum musste es gerade er sein. Sawyer? Warum nicht jemand anders? Gerade der Mensch, der als einziger hier auf der Insel nur an sich dachte und aus der Notlage der Menschen sogar noch Kapital geschlagen hatte? Warum er? Lag es vielleicht daran, dass er der einzige war, der nicht ständig etwas von mir wollte? Der mich nicht auf die Stufe des Anführers stellte, sondern mich wie einen normalen Menschen behandelte? Oder daran, dass er immer genau das sagte, was er dachte? Wenn ich ehrlich war, hatte ich mir mehr als einmal gewünscht ein wenig mehr wie er und weniger wie ich zu sein. Ich konnte schlecht nein sagen, wenn jemand in Not war und hatte so die Bedürfnisse der anderen über meine gestellt.

„Wenn du so weiter radelst, Doc, muss ich mich wohl um dich kümmern, wenn du wegen Schwäche vom Sattel fällst.“, hörte ich plötzlich seine Stimme hinter mir und hielt inne. Um meinen Frust abzubauen hatte ich kurzerhand den Heimtrainer im Bunker bestiegen. „Du? Du willst dich um mich kümmern?“, fragte ich belustigt und griff zu dem Handtuch, dass ich mir über den Lenker gelegt hatte. Meine Kleidung war völlig durchgeschwitzt, aber das war hier auf dieser verdammten Insel ja nichts neues, nur dass es dieses Mal am Sport und nicht an der tropisch warm-feuchten Luft lag. „Okay, wo ist der echte Sawyer, das hier ist mir unheimlich.“ „Naja, ich will eben nicht in deiner Schuld stehen, wegen der Schulter.“, meinte er und legte sein übliches Grinsen an den Tag, während er seine Arme verschränkte.

Verdammt, alleine wie er da so lässig im Türrahmen lehnte und mich angrinste, war er Erotik pur. Seine Haare hingen ihm, frisch von Kate geschnitten, ins Gesicht. Kate. Da war er wieder dieser verfluchte Name! Und das schlimme war, ich konnte meine Eifersucht ihr gegenüber nicht unterdrücken.

„Du stehst nicht in meiner Schuld. Ich erwarte nichts dafür, dass ich anderen helfe. Das ist der feine Unterschied zwischen uns beiden.“, erklärte ich ihm ebenfalls lächelnd und wischte mir den Schweiß von der Stirn. Anschließend hing ich das Handtuch über meinen Nacken und stieg von dem Heimtrainer. „Und wenn ich das nicht will, diese selbstlose Aufopferung? Ich bin der Meinung, dass Leistung immer eine Gegenleistung voraussetzt.“ „Sawyer, vergiss es einfach.“, bat ich, denn das Gespräch verlief alles andere als gut und ich war mir sicher, würden wir uns noch weiter provozieren, dann würde mal wieder ein Streit entbrechen. Ein Streit der sowieso nichts änderte und mich nur wieder schmerzlich an meine Gefühle erinnerte. Nein, es war gut so wie es war. Sollte er doch mit Kate zusammenkommen und mich in Ruhe lassen.

„Gut, wie du meinst. Aber eine Frage hab ich noch.“, meinte er und stieß sich vom Türrahmen ab, um sich mir in den Weg zu stellen, als ich den Raum verlassen wollte. Ich seufzte schwer, als er kaum noch 30 cm entfernt vor mir stand und hoffte anschließend, dass es genervt klang. Ich legte den Kopf schief und meine Hände wanderten zu den Enden des Handtuches. Fragend blickte ich ihn an, in der Hoffnung, dass er endlich weitersprach.

„Du hast da was gesagt, auf der Suche nach Michael, was mich beschäftigt hat.“, begann er dann endlich und ich zuckte mit den Schultern. „Ich habe viel gesagt.“ „Das ist wahr und das meiste davon hab ich einfach ignoriert, aber du hast was über Kate und mich gesagt. Etwas, dass ich nicht einfach ausblenden konnte. Doch leider hat Locke uns unterbrochen. Also Doc, willst du es nicht wiederholen?“, kam es leise von ihm und er wirkte gefährlich, fast wie ein Raubtier, dass darauf lauerte seine Beute zu erlegen. Seine blauen Augen funkelten mich an und ich versuchte weniger erregt und mehr genervt und unwissend zu wirken. Nicht gerade leicht, wenn man meine körperliche Verfassung bedachte. Ich spürte ganz deutlich wie mir langsam wärmer wurde. Eine ganz normale Reaktion, wenn man der Person die einem soviel bedeutete so nahe war. Eine Reaktion die ich allerdings bei ihm nicht zulassen wollte, doch als erfahrener Mediziner wusste ich genau, dass ich nicht die geringste Chance hatte.

„Ich weiß nicht was du meinst.“, log ich und er lachte kurz abwertend. „Für wie blöd hälst du mich Doc. Meinst du im ernst, nur weil du ein College besucht hast und Medizin studiert hast, würde ich nicht durschauen, dass du lügst?“ „Warum sollte ich dich anlügen?“, antwortete ich mit einer Gegenfrage und begegnete seinem Blick so gelassen wie möglich. Gelassen, pah! Ich war alles andere als gelassen. Ich war erregt. Fühlte mich dermaßen von ihm angezogen, dass ich Gefahr lief ihn jede Sekunde gegen die nächstbeste Wand zu drücken und ihn wild zu küssen, ihm die Kleider vom Leib zu reißen und über ihn herzufallen. Wundervolle Fantasie, jedoch nicht geeignet einen klaren Kopf zu bekommen. Im Gegenteil. Es steigerte eher die aufkommende Hitze in meinem Körper und trug dazu bei, dass die Ausbeulung in meiner Hose stetig anwuchs. Ich konnte nur inständig hoffen, dass er mich gleich aus diesem Verhör entlassen würde, bevor man es noch deutlicher sehen konnte, und ich würde eiskalt duschen, ja das war wohl genau das was ich jetzt brauchte. Zumindest würde mir das über einige Stunden hinweg helfen.

„Sag du es mir? Warum solltest du mich anlügen?“, hakte er nach und trat noch einen Schritt näher an mich heran. Rückzug war das einzige, was mir in diesem Moment blieb. „Lass doch diesen Kinderkram. Wenn du was zu sagen hast, dann sag es einfach.“, murrte ich und drängte mich an ihm vorbei. Doch weit kam ich nicht, denn er packte mich am Arm und im nächsten Moment wurde ich gegen eine Wand gedrängt. Schnell griff er nach meinen Handgelenken und funkelte mich wieder an. Sein Atem streifte meine rechte Wange, als er sich vorbeugte und in mein Ohr flüsterte. „Du hast gesagt, ich würde sie lieben. Wie kommst du auf diesen Unsinn?“

Mein Herz begann schneller zu schlagen und ich war dankbar dafür, dass ich mich eben noch sportlich betätigt hatte und den Schweißausbruch darauf schieben konnte. Ich spürte seine Brust an meiner, wie sie sich hob und senkte. Seine Bartstoppel hatten ganz leicht an meiner Wange gekratzt und ich hatte ein leises Keuchen nicht unterdrücken können. Ich verfluchte mich und meine fehlende Selbstbeherrschung. „Lass mich los!“, presste ich zwischen meinen Lippen hervor. Doch er dachte gar nicht daran, das war mir klar, als mich wieder anblickte und ich in seine Augen sehen konnte. Ich war mir nicht sicher, was ich darin las. War es Verlangen oder doch eher Wut? Bei ihm konnte man sich da leider nie sicher sein. Er versuchte sein rechtes Bein zwischen meine zu drängen, was ich nicht zulassen wollte. Immerhin würde er dann sehr deutlich spüren, dass ich mittlerweile mehr als nur ein wenig erregt war. Aber leider gaben meine Beine unter seinem Druck nach, denn ich hatte ziemlich lange den Heimtrainer missbraucht und kaum noch die nötige Kraft in den Beinen, ihn davon abzuhalten.

Ein breites Grinsen schlich sich über sein Gesicht. War es Schadenfreude? Oder etwas anderes? Ich konnte es nicht sagen. Aber ich spürte wie meine Wangen zu glühen begannen. Mit Sicherheit war ich knallrot im Gesicht. Seit meiner Collegezeit war mir nichts mehr so dermaßen peinlich gewesen! „So ist das also?“, kam es leise über seine Lippen und er blickte mich weiter abschätzend an. Erneut versuchte ich mich gegen seinen Griff zu wehren, doch das hatte zur Folge, dass er seinen Oberschenkel noch fester gegen meine Erektion drängte und ich unterdrückte nur mit Mühe ein Stöhnen. „Was denn? Ist dir das etwa peinlich, Doc? Deshalb warst du so abweisend zu Kate. Du warst eifersüchtig.“, stellte fest.

„Gar nichts war ich!“, knurrte ich und wurde langsam sauer. Ja genau so hatte ich mir das vorgestellt. Wenn er es herausfinden würde, dann würde er sich lustig über mich machen. Es vermutlich sogar Kate auf die Nase binden und die beiden konnten sich dann auf meine Kosten amüsieren! „Steh doch einfach dazu und alles ist gut.“, provozierte er mich weiter.

Wie gerne hätte ich ihm in diesem Moment sein dummes Grinsen aus dem Gesicht gewischt. Sein Verhalten verletzte mich, machte mich sauer und enttäuschte mich auch. Aber warum enttäuschte es mich? Es enttäuschte doch eigentlich nur meine falschen Hoffnungen, die ich immer wieder gehegt hatte, denn immerhin war mir von Anfang klar gewesen, was dabei rauskommen würde.

„Alles klar bei euch?“, hörte ich Locke’s Stimme und ich war ihm unendlich dankbar, denn Sawyer löst sich etwas und ich stieß ihn nun endgültig von mir. „Alles bestens.“, gab ich knapp zurück und funkelte Sawyer wütend an, danach floh ich Richtung Bad  und hoffte, dass auch er jetzt endlich Ruhe geben würde. Ich wollte nur noch duschen und mich dann am besten gleich ins Bett legen. Einfach einschlafen und das ganze vergessen. Morgen sah die Welt sicher anders auf. Vermutlich schlimmer, als besser, aber anders.

Ich war gerade dabei mich zu entkleiden, hatte schon alles auszogen, bis auf meine Shorts, als meine Hoffnung jäh zerplatzte. Dieser blonde Teufel betrat das Bad, scheinbar mit dem Vorsatz noch eins drauf zu setzen. Immerhin hatte sich mein Körper soweit erholt, dass man mir meine Erregung nicht mehr ansah. Dennoch war ich nicht gerade erfreut darüber ihn zu sehen. „Hast du mich nicht genug geärgert, für einen Abend?“, wollte ich wissen und griff nach einem Handtuch. Sawyer lehnte sich gelassen gegen das Waschbecken. „Willst du dich nicht ganz ausziehen? Oder traust du dich nicht.“ „Warum sollte ich mich nicht trauen?“, versuchte ich betont gelassen zu sagen. „Vielleicht, weil ich etwas sehen könnte, was mir durchaus gefallen würde.“ „Ja deiner sadistischen Seite vielleicht. Verdammt Sawyer, was willst du eigentlich von mir?!“, den letzten Satz sprach ich etwas lauter und wütender aus. Ich wollte jetzt endlich von ihm wissen, was dieses Spielchen sollte. „Wissen, wie du auf die absurde Idee kommst, dass ich Kate flachlegen will.“, erklärte er gelassen und schmunzelte, während er die Arme verschränkte und meinen Körper einer genauen Musterung unterzog, die mir so gar nicht behagte. Sicher wartete er nur auf ein erneutes Anzeichen von Schwäche, so wie eben.

Ich entschied mich, die Wahrheit zu sagen, vielleicht half es und er würde mich endlich in Frieden lassen. „Du… als du Fieber hattest und geschlafen hast, hast du gemurmelt –Ich liebe sie-, nachdem du nach ihr gefragt hattest.“, erklärte ich ruhig und versuchte dabei nicht traurig zu klingen, doch diese Worte trafen mich noch immer. „Das habe ich gesagt? Als ich Fieber hatte.“, stellte er fest und nickte. Das Grinsen war verschwunden und er blickte mich ernst an. „Wo man ja auch so klar bei Verstand ist, wenn man Fieber hat, nicht wahr. Du als Arzt weißt das natürlich besser als ich.“ „Gerade deshalb. Weil du es normalerweise nicht zugeben würdest.“ „Stimmt. Weil es Bullshit ist! Ich liebe sie nicht. Wir sind… bloß Freunde!“, versicherte er und ich schnaubte ungläubig. „Ja klar… ich hab doch gesehen, wie du dich an sie ran machst und wie sie dir die Haare geschnitten hat…“

Sawyer begann zu lachen. Er lachte und schüttelte dabei den Kopf, was mich natürlich wieder wütend machte. Wieso lachte dieser verdammte Bastard jetzt? Ja genau das war er, ein Bastard und ich begann mich erneut zu fragen, was ich an ihm liebte.

„Du kapierst gar nichts Jack oder?“, wollte er wissen und das er mich beim Vornamen nannte, ließ mich aufhorchen. Fragend blickte ich ihn an. „Verdammt noch mal, ich liebe sie nicht. Okay, keine Ahnung was ich da wirres geträumt habe, aber ganz sicher will ich nichts von Kate. Meine Ambitionen sind da ganz andere.“ „Ach ja? Mich in den Wahnsinn treiben?“, wollte ich wissen. „Nun, das steht schon auf der Liste, aber ich dachte daran dieses Mal die richtige Reihenfolge einzuhalten.“ „Richtige Reiheinfolge?“, hakte ich verwirrt nach und stemmte meine Hände auf meine Hüften. Ich wusste nicht was er da von mir wollte und begann langsam an meinem Verstand zu zweifeln.

„Naja du weißt schon, ein Abendessen, ein wenig Smalltalk und dann hemmungsloser Sex. So wie es sich gehört. Man muss ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, so wie du eben.“, meinte er und blickte schmunzelnd zu meiner Körpermitte. Immer noch perplex sah ich ihn an. War es wieder eines seiner Spielchen oder sprach er gerade wirklich von mir. Meinte er ernst was er da gerade gesagt hatte oder wollte er mich nur weiter ärgern. Ich war verwirrt.

„Aber andererseits, wieso warten, wo du gerade schon halbnackt vor mir stehst und die Dusche groß genug für zwei Personen ist.“, meinte Sawyer und grinste wieder frech, als er begann sein Hemd aufzuknöpfen. „Deine… deine Wunde. Du… solltest noch nicht…:“ „Ach, bekommst du plötzlich kalte Füße? Dabei hatte ich eben den Eindruck, dass du genau das willst.“, flüsterte er und trat näher an mich heran. Ich wich zurück, bis ich die kalten Fließen in meinem Rücken spürte. Auswegslos. „Außerdem konnte ich doch damit auch, auf der Suche nach Michael, durch den Dschungel laufen. Was wird da so ein bisschen Wasser schon ausmachen?“, hauchte er leise und erneut strich sein Atem über mein Gesicht. Ich nahm seinen Geruch war und spürte seine nackte Brust auf meiner. Ich schluckte Hart. „Sawyer…“ „Nenn mich James, wenigstens hierbei.“, bat er leise und blickte mich noch einige Sekunden an, bevor seine Lippen meine trafen. Es dauerte einen Moment, bevor ich mich darauf einlassen konnte. Ich spürte seine Hände an meiner Hüfte und automatisch glitten meine Hände an seine Wangen und zogen ihn näher heran. Wenn das überhaupt noch möglich war. Mein Herz begann erneut zu rasen und ich fühlte mich wie beflügelt. Es war die Erfüllung meiner geheimsten Wünsche und ich genoss es. Genoss jede Sekunde. Genoss wie er schmeckte, wie sich seine Zunge auf meiner anfühlte. Nahm, als er seinen Unterleib gegen meinen presste, mit Freude war, dass er nicht minder erregt war als ich. Verfluchte Selbstzweifel! Wieso hatte ich nur so lange gewartet? Warum hatte ich mich dermaßen geziert, wo er mich doch offensichtlich ebenso sehr wollte wie ich ihn.

Wir lösten unsere Lippen erst von einander, als wir beide nach Atem rangen. Er lächelte, was dank der vom Kuss geröteten Lippen noch erotischer wirkte als ohnehin schon. Oh verdammt ja, ich liebte ihn und ich wollte ihn. Wollte mich in ihm versenken, ihn nehmen und zu meinem Eigentum machen. Zumindest in diesem einem Moment der Vereinigung, denn ich wusste genau, einen Menschen wie Sawyer konnte man niemals sein Eigentum nennen.

„Glaubst du mir jetzt?“, wollte er leise und vor Erregung heiser wissen. „Ich bin mir nicht ganz sicher, zeig es mir doch noch einmal.“, forderte ich und schmunzelte jetzt ebenso. „Um mich zu küssen, brauchst du keinen Vorwand. Jetzt nicht mehr.“, erklärte er mir und kurz darauf verschloss er wieder meine Lippen mit seinen. Ich war im Himmel. Viel zu lange hatte ich mich danach schon gesehnt.

Wie von selbst glitten meine Hände nach unten und öffneten den Gürtel seiner Jeans und anschließend den Knopf und den Reißverschluss. Ich spürte, wie seine Hände über meine Hüfte nach hinten wanderten und dort unter meinen Shorts verschwanden. Spürte, wie er mich näher an sich heranzog und stöhnte leise in den Kuss hinein. Ohne etwas dagegen zu unternehmen oder den Kuss zu unterbrechen ließ ich es zu, dass er mir die Unterwäsche über meinen Hintern zog und mich anschließend gegen das Waschbecken drängte. Erneut lösten sich unsere Lippen, als wir kaum noch Luft zum atmen hatten. Wir beide schmunzelten. „Ein Problem gibt’s aber noch…“, unterbrach ich den erneuten Versuch eines Kusses seinerseits. „Und welches?“ „Wir… wir haben weder Kondome noch Gleitcreme da.“ „Ich hab erst einen Test gemacht, kurz vor diesem Schlamassel und seit dem war ich clean was Sex betrifft.“, hauchte er in mein Ohr und ich keuchte erneut. Meine Ohren waren schon immer die empfindlichste Stelle an meinem Körper gewesen und er hatte das sicherlich schon bemerkt. „Das Ergebnis?“ „Negativ natürlich und ansonsten bin ich kerngesund. Überzeug dich gern selbst, Doc.“, meinte er und lächelte mild. Keine Vorwürfe oder Entrüstung in seinem Blick. Er wusste, was ich von seinem Lebenswandel vor dem Absturz hielt und versuchte mich deshalb zu beruhigen und ich glaubte ihm. „Und jetzt hör auf zu reden und lass uns weitermachen und ach ja, Gleitcreme… so was brauchen doch nur Mädchen.“, meinte er frech und drängte meine Shorts weiter nach unten, so dass sie letztendlich von meinen Beinen glitt.

Ich musste lachen und schüttelte den Kopf. „Und für den Notfall hab ich noch irgendwo Wundsalbe für danach.“, erklärte ich schmunzelnd und er begann zu lachen. „Wie immer für alles eine Lösung parat, das mag ich so an dir.“, gestand er und verschloss dann erneut meine Lippen. Unsere Küsse wurden mit jedem Mal intensiver, leidenschaftlicher und gieriger.

Als wir uns erneut von einander lösten nickte er zur Dusche. „Lass uns mal drunter steigen, Jack.“, er zog mich an sich und hauchte dieses Mal einen sanften Kuss auf meine Lippen. Er war anders als sonst. Zwar immer noch fordernd, ehrlich und frech, aber seine Augen sahen mich anders an. Das allein reichte mir aus, mich ihm zu öffnen und mich fallen zu lassen. Einmal nicht darüber nachdenken, welche Konsequenz das alles haben würde. Wie es anschließend zwischen uns aussehen würde und ob das überhaupt eine Zukunft hatte. Eines wusste ich jetzt schon mit Sicherheit, noch nie hatte ein Kuss mich derart scharf gemacht, wie seiner.

Ich betrat die Duschkabine und ließ das Wasser an, da er sich noch von seiner restlichen Kleidung befreite. „Und?“, wollte ich wissen. Er sah mich etwas fragend an. „Gefällt dir das, was du siehst jetzt oder nicht?“, hakte ich nach und er grinste und begann zu nicken. „Ja, es gefällt mir sogar sehr. Besser, als ich es mir vorgestellt hatte.“, gab er zu und grinste von einem Ohr zum anderen. Amüsiert schüttelte ich meinen Kopf und blickte ihn dann wieder an. „Mir übrigens auch.“ „Gut so, ich hatte gehofft, es würde nicht unser letztes Mal sein.“ „Warte erst mal ab, bis ich mit dir fertig bin.“, raunte ich ihm entgegen und griff nach seiner Hand, um ihn unter die Dusche zu ziehen. Er verzog einmal kurz schmerzhaft das Gesicht, als das Wasser seine Wunde traf, das ganze schien aber schnell verflogen zu sein, denn kurz darauf grinste er wieder frech. „So, so… wenn du mit mir fertig bist? Was veranlasst dich zu so einem Gedanken, Doc?“ „Das werde ich dir zeigen.“, flüsterte ich und küsste ihn erneut gierig. Kurz darauf wurde er gegen die Wand der Dusche gedrängt und ich war es, der ihm ein Bein zwischen seine drängte. Ich spürte seine harte Erektion an meinem Oberschenkel und begann mich etwas zu bewegen. Er stöhnte in den Kuss hinein, krallte seine Hände in meine Schultern und ergab sich ganz dem, was ich mit ihm tat.

Meine Erregung stieg mit jeder Sekunde und ich wusste, wenn wir noch lange so weiter machten, dann würde es nicht mehr zu dem kommen, was wir beide so offensichtlich wollten. „Hast du schon mal? Mit einem Mann mein ich.“, wollte ich leise wissen, während ich meine Stirn an seine lehnte und schon wieder nach Atem rang. „Nein, aber ich bin immer offen für neue Erfahrungen.“, gestand er mir und ich schmunzelte. Für uns beide das erste Mal. Das beflügelte mein liebestolles Herz noch ein wenig mehr und ich musste ihn erneut leidenschaftlich küssen. Als ich mich löste lächelte ich. „Mir geht’s genauso.“ „Ich hoffe, du weißt dann, was du zu tun hast, Jack. Nachdem du so große Töne gespuckt hast.“ „Keine Angst, schließlich bin ich der Doc, schon vergessen? Ich kenne mich bestens mit dem menschlichen Körper aus.“ „Hm, das habe ich in den letzten Minuten deutlich gemerkt.“, gab er zu und strich mit seinen Händen über meine Brust. „Es ist schon etwas anderes. Keine weichen Kurven und ein stoppeliges Kinn und trotzdem… macht es mich heißer als es eine Frau je geschafft hätte. Woher kommt das bloß?“, wollte er wissen und ich zuckte mit den Schultern. „Vielleicht liegt es an dieser verdammten Insel.“ „Es ist nicht die Insel die mich so hoffnungslos geil macht, das bist ganz allein du, Jack.“, konterte er und ich musste lachen. Mir ging es doch ebenso wie ihm.

„Dreh dich um.“, bat ich leise, aber bestimmend und er tat es, ohne zu widersprechen. Eine weitere neue Seite an ihm, die ich entdeckte. Während ich seinen Rücken mit sanften Küssen übersäte, glitt meine Hand nach unten, zu seinem Hintern. Langsam ließ ich meinen Mittelfinger zwischen seine Pobacken gleiten und strich ein paar Mal vorsichtig über seinen Eingang. Ich wusste, wie empfindlich dieser Muskel war, deshalb wollte ich ihm ausreichend Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Schließlich wollte ich, dass er sich an dieses erste Mal gerne erinnerte.

Sawyer hatte die Stirn gegen die Fließen der Duschwand gelegt und stöhnte ab und an leise. Bis ich langsam mit der Fingerspitze in ihn eindrang. Da keuchte er laut auf und verlangte lautstark nach mehr. Doch so schnell konnte und wollte ich ihm das nicht geben. Ich bewegte meinen Finger, bis er ihn locker ganz aufnahm und führte kurz darauf einen weiteren ein. Ich dehnte ihn vorsichtig. Immerhin wollte ich nicht, dass er beim Kommenden Schmerzen hatte und ich wusste, dass ich deutlich mehr besaß als der Durchschnittsmann. Allein aus diesem Grund wollte ich, dass er so entspannt wie möglich war. „Jack… jetzt mach schon.“, flehte er nach einiger Zeit und ich musste schmunzeln. Dass ich ihn sogar zum Betteln bringen würde, hätte ich nicht angenommen.

„Mit was denn? Willst du etwas bestimmtest von mir?“, flüsterte ich in sein Ohr und schmunzelte, als ich merkte, dass er nicht minder empfindlich war an dieser Stelle, wie ich. „Natürlich.“ „Und was wäre das?“ „Ich will, dass du mich endlich fickst.“, raunte er mir entgegen und schob mir seine Hüfte demonstrativ entgegen. „Na, an deiner Wortwahl müssen wir aber noch arbeiten.“ „Ich bearbeite gleich was ganz anderes, wenn du nicht endlich hinmachst.“ „Dabei dachte ich, du wolltest mich in den Wahnsinn treiben.“, erinnerte ich ihn frech und grummelte nur etwas Unverständliches. „Jack… bitte…“, kam es dann ganz leise von ihm. „Ich halt das nicht länger aus.“, setzte er dann noch hinzu, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Ich schluckte. Er hatte tatsächlich das Wort „bitte“ und meinen Namen in einem Satz benutzt. Nun zumindest, so lange man zwei Wörter als einen Satz bezeichnen konnte, aber ich wollte mal nicht kleinlich sein.

Langsam zog ich meine Finger aus ihm zurück und legte meine Hand an sein Kinn, um seinen Kopf etwas in meine Richtung zu drehen und ihn gierig zu küssen. Er kam der Aufforderung nur zu gerne nach und als ich mich von ihm löste, blickte ich ihm noch einmal fragend in die Augen, immerhin war es etwas, dass wir nicht mehr rückgängig machen konnten, wenn es erst mal in Gange war und ich wusste, dass ich mich nicht mehr würde zurückhalten können, wenn ich ihn endlich in Besitz nehmen würde und mich in ihm versenkt hatte. Doch er lächelte und nickte leicht und ich küsste ihn nochmals sanft, bevor er sein Gesicht erneut den Fließen zuwandte und seine Stirn gegen seine Unterarme legte.

Er spreizte noch ein wenig mehr die Beine, als bisher und legte meine linke Hand an seine Hüfte. Ich atmete noch einmal tief durch und versuchte ein wenig runter zu kommen, bevor ich meine Erektion gegen seinen Anus drängte. Ich konnte sehen, dass sein Atem sich verschnellerte. Sicherlich war er nicht minder nervös wie ich, auch wenn wir beide das niemals zugeben würden. Langsam drang ich ein Stück in ihn ein, zog mich wieder zurück, nur um gleich darauf noch tiefer einzudringen. Ich spürte deutlich, wie er sich unter mir anspannte und konnte ein leises „Fuck.“, von ihm hören. „Entspann dich.“, flüsterte ich und wanderte mit meiner rechten Hand, nun da ich sie nicht mehr benötigte, nach vorne zwischen seine Beine und begann ihn dort zu massieren.

Ich hörte, wie er noch einmal par scharf Luft einsog, doch nach einer Weile begann er sich zu entspannen und ich konnte mich endlich ganz in ihm versenken. Für einige Sekunden musste ich verharren und versuchte ruhig zu atmen, sonst lief ich Gefahr auf der Stelle zu kommen. Ich ließ meinen Kopf auf seine Schulter sinken und keuchte leise. Er war dermaßen eng und heiß, dass es mir die Sprache verschlug. Ich wusste, die kleinste Bewegung würde mich zum Höhepunkt bringen.

„Jack?“, kam es leise von Sawyer und ich schluckte. „Einen Moment… du… fühlst dich so unglaublich an… das ich es… kaum aushalte.“, gestand ich und schloss kurz die Augen. Ich konnte ein kurzes Kichern von ihm hören und fing mich endlich soweit, dass ich in der Lage war noch einige Minuten durchzuhalten. Langsam begann ich mich zu bewegen und dränge ihn dabei soweit gegen die Wand, dass ich seinen Rücken an meiner Brust spürte. Meine Hand wanderte gleich darauf wieder zwischen seine Beine und ich umschloss sein Glied, um es angepasst an meinen Rhythmus zu massieren.

Ich glaube, wir beide konnten kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Ich hörte, wie er laut stöhnte und ab und an meinen Namen rief. Verschnellerte meine Bewegungen. Leckte und biss ihn wo mir gerade danach war und konnte nicht verhindern, dass ich hier und da ein dunkelrotes Mal hinterließ. Ich war so besessen von diesem Menschen, dass ich mich ganz und gar vergaß. Etwas, das mir bisher noch nie so passiert war. Alles um mich herum war nicht mehr wichtig. Vergessen war, dass wir seit Wochen auf dieser beschissenen Insel fest saßen. Vergessen war der Tod von so vielen Kameraden, die in den letzten Tagen von uns gegangen waren. Vergessen war dieser dämliche Code, den wir alle 108 Minuten eingeben mussten und vergessen war auch die peinliche Situation eben mit Locke im Flur, als Sawyer mich dermaßen erregt hatte. Wichtig war nur noch dieser Mann vor mir, in den ich immer unkontrollierter hineinstieß und er sich meinen Bewegungen anpasste. Sein Stöhnen vereinte sich mit meinem und ich verschwendete nicht einen Gedanken daran, dass uns jemand hören oder gar erwischen könnte, weil wir die Badezimmertür nicht abgeschlossen hatten. Sollten sie doch! Immerhin wusste doch auch fast jeder von uns, dass Sayid Shannon flachgelegt hatte. Na und? Es gab eben Bedürfnisse die wollten hin und wieder befriedigt werden.

„Jack…“, keuchte Sawyer laut und ließ seinen Kopf zurück auf meine Schulter fallen. „Ich… kann nicht… mehr. Ich… komme.“, das waren die letzten Worte die ich noch wahrnahm, als er sich um mich herum dermaßen hart und unerwartet zusammenzog, dass mir der Atem versagte und mich mit in den Abgrund riss.

Überwältigt von diesem Gefühl und dem Nachklingen des Höhepunktes presste ich meinen Körper eng an seinen. Dachte gar nicht daran, mich zurück zu ziehen, sondern verharrte noch eine Weile in dieser Position. Erst das kalte Wasser der Dusche, holte mich zurück in die Realität und über mein Gesicht zog sich ein zufriedenes Lächeln. Ich hatte ihn tatsächlich gefickt, um es mit Sawyers Worten auszudrücken und es hatte sich verdammt gut angefühlt und nicht im mindestens falsch. Langsam zog ich mich zurück und vergewisserte mich, ganz Arzt wie ich war, dass ich keinen Schaden angerichtet hatte. Aber ich sah kein Blut, lediglich mein Sperma, dass langsam über sein Bein nach unten lief. Ich seufzte genüsslich. „Was ist Doc?“, hakte er nach und drehte sich zu mir um. Unerwartet zog er mich zu einer Umarmung heran und küsste mich sanft. „Weißt du, was noch erotischer ist, als dich einfach nur nackt zu sehen?“, wollte ich wissen. „Was denn?“ „Zu sehen, wie mein Sperma langsam dein Bein nach unten läuft.“ „Und zu mir sagst du, ich müsste an meiner Wortwahl arbeiten.“, konterte er und lachte, bevor er mich küsste.

Trotz des kalten Wassers duschten wir noch zu Ende und zogen uns anschließend an. „Ich mach dir noch einen neuen Verband.“, erklärte ich, als ich ihn davon abhielt sein Hemd anzuziehen. „Da war ja noch was. Hatte ich glatt vergessen.“ „Hmh, also bevor ich nächstes Mal Schmerzmittel an dich verschwende, lege ich dich lieber flach oder wie?“, wollte ich wissen und grinste breit. „Ich hoffe nicht, dass du so lange wartest, bis ich das nächste Mal Schmerzen habe. Sonst muss ich mir womöglich noch selbst welche zufügen.“, konterte er. „Na komm.“, ich nickte Richtung Tür und wir trafen davor auf Kate.

„Na endlich.“, meinte sie, da sie offensichtlich darauf wartete, dass das Bad frei wurde. „Was denn Sommersprosse, wir haben extra zusammen geduscht, damits schneller geht.“ „Natürlich.“, gab sie nur leise von sich und seufzte. „Jungs, seit das nächste Mal etwas leiser. Es muss ja nicht jeder hören, was ihr da drin treibt.“, meinte sie, bevor sie die Tür hinter sich ins Schloss zog.

„Weißt du vielleicht was sie meint?“, wollte Sawyer an mich gewandt wissen und ich lachte nur. „Weiber. Die soll mal einer verstehen. Na komm Doc, mach mir einen neuen Verband, dann belohn ich dich vielleicht auch dafür.“ „Belohnen?“ „Ja, was dagegen?“ „Nein, Belohnung klingt gut.“, gab ich zu und folgte ihm. Zwischen uns würde wohl nichts mehr sein wie früher, aber das machte mir nicht im Geringsten etwas aus.

Ende
 
 
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