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von Rako
erstellt: 09.02.2010
letztes Update: 09.02.2010
Geschichte, Abenteuer / P12
(fertiggestellt)
"Ich kann ohne dich nicht leben!"
Auch in unserer sachlichen Zeit kann dieser Satz noch in eine leidenschaftliche Liebes-erklärung hineinrutschen. Zwar sind diese Worte in der Mehrzahl der Fälle eine erhebliche Übertreibung, dennoch werden sie meistens nicht ungern gehört. Schließlich wird der oder die Angeredete ungemein aufgewertet durch die Versicherung, er oder sie sei notwendig für das Glück, ja sogar die sinnvolle Existenz eines anderen Menschen. Das gibt die beruhigende Sicherheit, dass ein geliebter Mensch gar nicht fähig wäre, den anderen im Stich zu lassen, was auch immer geschieht.
Kommt dieser Satz jedoch von den Lippen eines Menschen, den wir nicht lieben, reagieren wir mit Unbehagen. Da schmecken diese Worte plötzlich ein bisschen nach Erpressung.
Vielleicht wäre Unbehagen, ja Erschrecken überhaupt die angemessenere Reaktion. Stellen Sie sich vor, Sie müssten diesen Satz wörtlich nehmen: die Lebensfähigkeit eines anderen Menschen hinge von Ihnen ab. Wäre das nicht eine entsetzliche Belastung?
Jedes kleine Versagen von Ihnen bekäme ein neues Gewicht, könnte den anderen zutiefst verletzen, wenn er keine eigenen Quellen für Kraft, Selbstbewusstsein und Freude mehr besäße.
Was hingegen könnte ein Mensch, dessen eigenes Leben so leer wäre, dass es nur durch eine bestimmte Paarbeziehung Sinn erhält, für die ständige Überforderung bieten? Er würde uns vielleicht unsere Wünsche von den Augen ablesen, wäre aber unfähig, in Krisensituationen eine Stütze zu sein, denn was uns niederdrückt, würde ihn folgerichtig mit niederdrücken - eher ein Sklave als ein Partner.
Ein Sklave allerdings, der uns einen Wunsch deinesfalls erfüllen würde, den nach Freiheit. Was man so notwendig braucht wie die Luft zum Atmen, wird man nicht aufs Spiel setzen. Sind wir noch fähig nach den Wünschen und dem Wohl eines Menschen zu fragen, wenn unser Wohl total von ihm abhängt, oder werden wir dann nicht eher versuchen, ihn mit allen Mitteln für uns zu sichern - und sei es durch Manipulation oder Zwang?
Es hat sogar Fälle gegeben, in denen Menschen ein geliebtes Wesen, das sie zum Sinn ihres Lebens erhoben hatten, umbrachten, wenn es sich von ihnen abwandte. Sie konnten durch so brutale Vernichtung nichts gewinnen, aber sie glaubten, auch nichts mehr zu verlieren zu haben.
Wenn man sich etwas mit solchen "Morden aus Eifersucht" beschäftigt, erkennt man: Die Aussage "Ich kann ohne dich nicht leben" ist nicht etwa eine Steigerung von "Ich liebe Dich" sonder stellt dies in Frage.
Auch in unserer sachlichen Zeit kann dieser Satz noch in eine leidenschaftliche Liebes-erklärung hineinrutschen. Zwar sind diese Worte in der Mehrzahl der Fälle eine erhebliche Übertreibung, dennoch werden sie meistens nicht ungern gehört. Schließlich wird der oder die Angeredete ungemein aufgewertet durch die Versicherung, er oder sie sei notwendig für das Glück, ja sogar die sinnvolle Existenz eines anderen Menschen. Das gibt die beruhigende Sicherheit, dass ein geliebter Mensch gar nicht fähig wäre, den anderen im Stich zu lassen, was auch immer geschieht.
Kommt dieser Satz jedoch von den Lippen eines Menschen, den wir nicht lieben, reagieren wir mit Unbehagen. Da schmecken diese Worte plötzlich ein bisschen nach Erpressung.
Vielleicht wäre Unbehagen, ja Erschrecken überhaupt die angemessenere Reaktion. Stellen Sie sich vor, Sie müssten diesen Satz wörtlich nehmen: die Lebensfähigkeit eines anderen Menschen hinge von Ihnen ab. Wäre das nicht eine entsetzliche Belastung?
Jedes kleine Versagen von Ihnen bekäme ein neues Gewicht, könnte den anderen zutiefst verletzen, wenn er keine eigenen Quellen für Kraft, Selbstbewusstsein und Freude mehr besäße.
Was hingegen könnte ein Mensch, dessen eigenes Leben so leer wäre, dass es nur durch eine bestimmte Paarbeziehung Sinn erhält, für die ständige Überforderung bieten? Er würde uns vielleicht unsere Wünsche von den Augen ablesen, wäre aber unfähig, in Krisensituationen eine Stütze zu sein, denn was uns niederdrückt, würde ihn folgerichtig mit niederdrücken - eher ein Sklave als ein Partner.
Ein Sklave allerdings, der uns einen Wunsch deinesfalls erfüllen würde, den nach Freiheit. Was man so notwendig braucht wie die Luft zum Atmen, wird man nicht aufs Spiel setzen. Sind wir noch fähig nach den Wünschen und dem Wohl eines Menschen zu fragen, wenn unser Wohl total von ihm abhängt, oder werden wir dann nicht eher versuchen, ihn mit allen Mitteln für uns zu sichern - und sei es durch Manipulation oder Zwang?
Es hat sogar Fälle gegeben, in denen Menschen ein geliebtes Wesen, das sie zum Sinn ihres Lebens erhoben hatten, umbrachten, wenn es sich von ihnen abwandte. Sie konnten durch so brutale Vernichtung nichts gewinnen, aber sie glaubten, auch nichts mehr zu verlieren zu haben.
Wenn man sich etwas mit solchen "Morden aus Eifersucht" beschäftigt, erkennt man: Die Aussage "Ich kann ohne dich nicht leben" ist nicht etwa eine Steigerung von "Ich liebe Dich" sonder stellt dies in Frage.
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