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Kapitel 1
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| von DeniLovesGustav erstellt: 08.02.2010 letztes Update: 12.02.2010 Drama / P18 (keine anonymen Reviews) | noch keine Reviews |
Kapitel 1
Indem Moment, als er beobachtete, wie eine dicke weiße Schneeflocke auf ihrer Lippe schmolz hätte er sie am liebsten nie wieder losgelassen. Sie standen sich so nah gegenüber, dass sie den warmen Atem des anderen spüren konnten, sodass es bei diesen eisigen Temperaturen nur halb so kalt war. Lisa wandte sich von ihm ab und wollte gehen. Sie hatte das ganze soeben beendet, weil sie einfach nicht mehr stark genug war, um mit ihm zusammen zu sein.
„Lisa. Ich wollte das alles nicht. Aber ich kam nicht mehr mit dem Druck zurecht“, warf er ihr zu und sie drehte sich noch mal um. Wieder blickte sie ihm in die Augen, die seit einiger Zeit immer errötet waren. Sie konnte nicht mehr lieb und nett zu ihm sein. Sie wollte ihn anschreien, ihn fragen, warum er dann dem ganzen kein Ende bereitet hatte, doch sie konnte es nicht. Er sah so zerbrechlich aus. So, als würde er jeden Moment unter der Kälte zusammenbrechen.
„Tom. Hör zu“, fing die leise an zu reden und sah ihn dabei nicht an. Sie wollte ihn so nicht sehen. „Lisa ich liebe dich. Wenn du mich alleine lässt, schaff ich das alles noch weniger“, unterbrach er sie und sie hätte zu weinen anfangen können.
„Aber auch ich komme irgendwann an meine Grenzen, Tom. Ich kann nicht mehr“. Sie betonte ihren letzten Satz und lies ihre Tränen laufen. „Ich will nicht, dass du an dem Erfolg kaputt gehst und Drogen sind ganz sicher nicht die Lösung für das Problem. Bekomm dein Leben auf die Reihe, sie zu, dass du was änderst. Ich liebe dich“, sagte sie und lies ihn so stehen, wie er dort stand.
Sie ging den verschneiten Weg nach Hause und schloss ihre Haustür auf. Drinnen sah alles normal aus. Sie hatte etwas Weihnachtlich geschmückt. Nicht zu viel. Sie war eher der schlichte Mensch. Keiner hatte sich erträumen lassen, dass nach fünf Jahren konstantem Erfolg das ganze so eine Wende nehmen würde. Sie waren seit beginn des Erfolges zusammen gewesen und kannten sich in und auswendig. Doch selbst Lisa hatte nicht gemerkt, dass das ganze immer negativer wurde.
Tom stand noch lange im Schnee und lies sich alles durch seinen Kopf gehen. Das war doch das Leben, das er immer wollte. Das ihm soviel Spaß gemacht hatte.
Doch das Verlangen nach dem, was ihn so kaputt gemacht hatte, wurde immer größer. Er sah sich um und sah wo er sich befand. Er stand draußen vor der Arena, in der sie heute Abend spielen würden. Eingezäunt von dicken Betonwänden. Dumpfes schreien von draußen. Er drehte sich um und rannte in die Halle, direkt zu den Backstageräumen, in denen sie sich gerade aufhielten.
So wie es seit einiger Zeit Normalität war, dröhnte er sich kurz vor dem Konzert noch einmal den Kopf voll und war dann wieder ganz in seinem Element, als er seine Gitarre in den Händen hielt.
Sein Bruder und auch Gustav und Georg sahen ihn wie immer vor einem Konzert genau an und beobachteten ihn, ob er das ganze überhaupt durchstehen konnte. Bill war nicht der einzige, der bei seinem Anblick hätte losheulen können. Doch auch er musste sich jetzt zusammenreisen. Doch jeder wusste, dass etwas geändert werden musste.
Nach der Show zog Bill seinen Bruder sofort zur Seite. Er musste nüchterne Momente von ihm ausnutzen. Die gab es mittlerweile eher selten.
„Tom. So geht’s nicht weiter“, sagte er in ernstem Ton, obwohl er hätte weinen können. „Ach sag du mir das doch auch noch“, fauchte er ihn an und war wieder mal nur in aggressiver Stimmung. „Lisa hat vorhin auch Schluss gemacht“.
Lisa war seit einiger Zeit mal wieder für zwei Tage mit auf Tour gewesen und war erschrocken über die ernste Lage der Situation, dass wusste Bill.
„Ja da kann ich sie voll und ganz verstehen. Ich will, dass du sich in professionelle Hände begibst“, sagte Bill und wollte seinem Bruder so ins Gewissen reden.
„Ich hab kein Problem, Bill. Ich kann jederzeit mit dem Zeug aufhören“, sagte er und zog scharf Luft ein. „Geh mir nicht auf die nerven“, sagte er noch und beendete so das Gespräch.
Bill sah ihm nur Kopfschüttelnd und mit Tränen in den Augen hinterher.
„Weißt du was? Verreck doch dran“, schrie er ihm nach, als er endgültig in Tränen ausgebrochen war. Sein Bruder drehte sich zu ihm um und sah ihn ungläubig an. Er konnte nicht fassen, was dieser gerade von sich gelassen hatte.
„Du machst mich kaputt“, flüsterte Bill und lies seinen Bruder stehen.
Wieder stand er alleine da und hatte keinen bei sich. Er lies sich an der Wand herunter gleiten und saß nun auf dem kalten Boden. Seine Hände klopften leicht auf den Boden und er sah starr gegen die weiße Wand ihm gegenüber. Ihn überkam das Gefühl, dass er immer mehr jeden im Stich lies und so auch von jedem verlassen wurde. Seine Freundin, das Mädchen, das er über alles liebte hat ihn alleine gelassen. Sein Bruder, ohne den er nicht Leben konnte, hat ihm ins Gesicht gesagt, dass er sterben solle. Doch die Band war immer ihr Traum gewesen und er wollte sie für seinen Bruder und seine zwei besten Freunde nicht aufgeben. Also musste er so weiter machen.
Als er aufwachte, saß Gustav vor ihm und hatte seine Hand auf seiner Schulter. Er war hier eingeschlafen und Gustav hatte ihn aufgeweckt.
Tom sah seinen besten Freund an und nickte ihm still zu. Sie mussten nichts sagen in so einem Moment. Sie wussten auch so, was der andere meinte. „Wir unterstützen dich egal was passiert“, sagte Gustav, stand auf und reichte Tom die Hand. Er zog sich nach oben und viel Gustav einfach in die Arme. Ihm ging es schlecht. Er fühlte sich kaputt und ausgelaugt und wieder stellte sich seine Sucht in den Vordergrund. Er muss lange geschlafen haben, dass die letzte Dosis schon wieder nachließ. Gustav strich ihm über den Rücken und warf ihm aufmunternde Worte an den Kopf.
Er merkte schnell, dass sich Toms Körper immer mehr anspannte und er wusste gleich was los war. „Lass mich das nicht machen. Lass mich nicht los“, bat er seinen Freund und Gustav hielt ihn einfach nur fest. „Ist okay. Ich bin da, Tom“.
Tom hielt sich fest an seinen Schultern und Gustav drückte ihn von sich weg. „Aber ich kann dir nicht alleine helfen“. Tom nickte und Gustav lies ihn alleine. Tom wusste, dass er sich um alles kümmern würde doch jetzt musste er sich erst einmal beruhigen. Er lief aus dem Zimmer heraus und Gustav hielt ihn fest. „Komm mit wir fahren jetzt“, sagte er bestimmend und zog Tom ohne Widerrede mit sich. Tom wehrte sich nicht gegen das, was mit ihm gemacht wurde. Er wollte nur alles anders haben, als es jetzt gerade war. Gustav fuhr zügig mit seinem Kombi über die Autobahn und erreichte nach einer halben Stunde das Klinikum, dass er gesucht hatte. Tom stieg schweißgebadet aus dem Auto und Gustav sah ihn vorsichtig an. „Bleibst du da?“, bat Tom ihn und Gustav nickte. Sie liefen nebeneinander die großen Glastüren rein und Gustav fasste Tom an die Schulter, als er kurz stockte.
„Komm“, sagte er aufmunternd und Tom folgte ihm zur Empfangsdame. „Wir hatten Telefoniert“, gab Gustav von sich und die Frau in weiß nickte ihm zu. Schnell hatte sie alles in ihren Computer eingetippt und begleitete die Jungs auf ein Zimmer. Sie redete mehr mit Gustav als mit Tom, was ihm auch sehr recht war. „Der Chefarzt wird in wenigen Minuten bei Ihnen sein“, sagte sie zu ihm und Tom war schon dabei sich auf den Boden zu setzten. Sein Körper zitterte und er hätte alles Erdenkliche zerschlagen können. Er war sich sicher, er hätte es getan, wenn Gustav nicht da währe und seine Hand halten würde. Es muss absurd klingen, dass ein Junge einem anderen die Hand hielt, doch das war das, was Tom im Moment brauchte und das war Gustav bewusst. Tom entfloh ein leises stöhnen und sein Kopf lag im Nacken. Sein Körper verlangte nach so viel, was er ihm nun nicht mehr geben konnte. Er musste sich auf die schlimmste Zeit in seinem leben vorbereiten und das war erst der Anfang. Es war fast unausstehlich, wie sein Körper brannte. Er zitterte überall und für Gustav war es sichtlich unangenehm bei ihm zu sein. Es war schlimm für ihn, ihn so leiden zu sehen. Das hatte keiner gewollt. Keiner wollte, dass der Erfolg solch eine Schattenseite mit sich bringt. „Geh“, schrie Tom und Gustav war so erschrocken, dass er sofort vom Boden aufstand und einige Schritte zur Seite machte. Tom blickte ihn an und atmete schwer. „Ich bleibe hier“, sagte Gustav noch, bevor er zur Türe lief und diese hinter sich schloss. Draußen setzte er sich auf einen Stuhl und sah stumm aus dem Fenster, durch dass er den Schnee fallen sehen konnte. Er blinzelte und überlegte sich, ob er das alles so wollte. Er konnte nicht sehen, wie sein bester Freund kaputt ging. Er hoffte so, dass sich nach dem Alptraum hier alles ändern würde. Er selbst hatte in seiner Freundin einen so großen Halt gefunden, dass er an dem Druck, den der Erfolg auf die vier Jungs ausübte ihm recht wenig ausmachte. Bei Denise konnte er jederzeit Ruhe haben und sich jede Last die er hatte von der Seele reden.
Sein Handy vibrierte in der Hosentasche und er zog es heraus. Er hatte eine Sms von Bill bekommen in der er ihn fragte wo er und Tom seien. Er gab ihm die ehrliche Antwort und schob es wieder dorthin zurück wo er es hergeholt hatte. Ein Mann in weißem Kittel und grauem Bart kam auf ihn zugelaufen. „Hallo Herr Schäfer. Ich bin Herr Weidner und der betreuende Arzt Ihres Freundes. Können wir ein paar Dinge klären bevor wir weiter fortfahren?“.
Gustav nickte bloß und lief ihm hinterher in das kleine Besprechungszimmer.
Als er dort wieder herauskam stand die Zimmertür zu Toms Zimmer offen. „Wo ist er?“, fragte er eher nervös als ruhig und eine Krankenschwester kam auf ihn zu. „Wir mussten ihn in die Isolierstation bringen. Die Entzugserscheinungen wurden zunehmend schlimmer. In dieser Station war er zu unbeaufsichtigt“, berichtete ihm die Schwester und er nickte und lief in gedrückter Stimmung zwei Etagen nach oben.
Wieder klingelte sein Handy doch diesmal wurde er angerufen. Er schob es wieder aus seiner Hosentasche und das Foto seiner Freundin blinkte auf. Sein Herz machte den ersten positiven Sprung an diesem Tag und er nahm sofort ab. „Gustav? Wo seit ihr genau?“, fragte sie sofort besorgt und er wusste, dass sie gerade bei Bill und Georg war. „Ich freu mich auch dich zu hören“, sagte er humorvoll und fügte sofort ein „Luisen-Klinikum“ hinterher. „Ich bin gleich da“, sagte sie und legte auf. Er war sich bewusst, dass sie sofort gehört hatte, dass es ihm verdammt schlecht ging, auch wenn er versuchte lustig zu klingen. Und er war unheimlich froh darum, sie gleich nach zwei Wochen wieder in die Arme schließen zu können. Wieder setzte er sich gegenüber von Toms Zimmer auf einen Stuhl. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit, in der er hier wartete und sich nichts tat. Er hatte seinen Kopf auf den Händen abgestützt und sah so den Boden an, als er plötzlich eine Hand leicht auf seiner Schulter spürte. Er blickte nach oben und sah seiner Freundin ins Gesicht. Hinter ihr erschienen nacheinander die beiden anderen Jungs und keiner sagte etwas. So still wie es war, blieb es auch eine Weile. Auch dann, als Gustav seine Freundin auf seinen Schoß zog und sie ihren Kopf an seine Schulter legte. Bill und Georg setzten sich neben die zwei und alle sahen starr an die Wand gegenüber.
Indem Moment, als er beobachtete, wie eine dicke weiße Schneeflocke auf ihrer Lippe schmolz hätte er sie am liebsten nie wieder losgelassen. Sie standen sich so nah gegenüber, dass sie den warmen Atem des anderen spüren konnten, sodass es bei diesen eisigen Temperaturen nur halb so kalt war. Lisa wandte sich von ihm ab und wollte gehen. Sie hatte das ganze soeben beendet, weil sie einfach nicht mehr stark genug war, um mit ihm zusammen zu sein.
„Lisa. Ich wollte das alles nicht. Aber ich kam nicht mehr mit dem Druck zurecht“, warf er ihr zu und sie drehte sich noch mal um. Wieder blickte sie ihm in die Augen, die seit einiger Zeit immer errötet waren. Sie konnte nicht mehr lieb und nett zu ihm sein. Sie wollte ihn anschreien, ihn fragen, warum er dann dem ganzen kein Ende bereitet hatte, doch sie konnte es nicht. Er sah so zerbrechlich aus. So, als würde er jeden Moment unter der Kälte zusammenbrechen.
„Tom. Hör zu“, fing die leise an zu reden und sah ihn dabei nicht an. Sie wollte ihn so nicht sehen. „Lisa ich liebe dich. Wenn du mich alleine lässt, schaff ich das alles noch weniger“, unterbrach er sie und sie hätte zu weinen anfangen können.
„Aber auch ich komme irgendwann an meine Grenzen, Tom. Ich kann nicht mehr“. Sie betonte ihren letzten Satz und lies ihre Tränen laufen. „Ich will nicht, dass du an dem Erfolg kaputt gehst und Drogen sind ganz sicher nicht die Lösung für das Problem. Bekomm dein Leben auf die Reihe, sie zu, dass du was änderst. Ich liebe dich“, sagte sie und lies ihn so stehen, wie er dort stand.
Sie ging den verschneiten Weg nach Hause und schloss ihre Haustür auf. Drinnen sah alles normal aus. Sie hatte etwas Weihnachtlich geschmückt. Nicht zu viel. Sie war eher der schlichte Mensch. Keiner hatte sich erträumen lassen, dass nach fünf Jahren konstantem Erfolg das ganze so eine Wende nehmen würde. Sie waren seit beginn des Erfolges zusammen gewesen und kannten sich in und auswendig. Doch selbst Lisa hatte nicht gemerkt, dass das ganze immer negativer wurde.
Tom stand noch lange im Schnee und lies sich alles durch seinen Kopf gehen. Das war doch das Leben, das er immer wollte. Das ihm soviel Spaß gemacht hatte.
Doch das Verlangen nach dem, was ihn so kaputt gemacht hatte, wurde immer größer. Er sah sich um und sah wo er sich befand. Er stand draußen vor der Arena, in der sie heute Abend spielen würden. Eingezäunt von dicken Betonwänden. Dumpfes schreien von draußen. Er drehte sich um und rannte in die Halle, direkt zu den Backstageräumen, in denen sie sich gerade aufhielten.
So wie es seit einiger Zeit Normalität war, dröhnte er sich kurz vor dem Konzert noch einmal den Kopf voll und war dann wieder ganz in seinem Element, als er seine Gitarre in den Händen hielt.
Sein Bruder und auch Gustav und Georg sahen ihn wie immer vor einem Konzert genau an und beobachteten ihn, ob er das ganze überhaupt durchstehen konnte. Bill war nicht der einzige, der bei seinem Anblick hätte losheulen können. Doch auch er musste sich jetzt zusammenreisen. Doch jeder wusste, dass etwas geändert werden musste.
Nach der Show zog Bill seinen Bruder sofort zur Seite. Er musste nüchterne Momente von ihm ausnutzen. Die gab es mittlerweile eher selten.
„Tom. So geht’s nicht weiter“, sagte er in ernstem Ton, obwohl er hätte weinen können. „Ach sag du mir das doch auch noch“, fauchte er ihn an und war wieder mal nur in aggressiver Stimmung. „Lisa hat vorhin auch Schluss gemacht“.
Lisa war seit einiger Zeit mal wieder für zwei Tage mit auf Tour gewesen und war erschrocken über die ernste Lage der Situation, dass wusste Bill.
„Ja da kann ich sie voll und ganz verstehen. Ich will, dass du sich in professionelle Hände begibst“, sagte Bill und wollte seinem Bruder so ins Gewissen reden.
„Ich hab kein Problem, Bill. Ich kann jederzeit mit dem Zeug aufhören“, sagte er und zog scharf Luft ein. „Geh mir nicht auf die nerven“, sagte er noch und beendete so das Gespräch.
Bill sah ihm nur Kopfschüttelnd und mit Tränen in den Augen hinterher.
„Weißt du was? Verreck doch dran“, schrie er ihm nach, als er endgültig in Tränen ausgebrochen war. Sein Bruder drehte sich zu ihm um und sah ihn ungläubig an. Er konnte nicht fassen, was dieser gerade von sich gelassen hatte.
„Du machst mich kaputt“, flüsterte Bill und lies seinen Bruder stehen.
Wieder stand er alleine da und hatte keinen bei sich. Er lies sich an der Wand herunter gleiten und saß nun auf dem kalten Boden. Seine Hände klopften leicht auf den Boden und er sah starr gegen die weiße Wand ihm gegenüber. Ihn überkam das Gefühl, dass er immer mehr jeden im Stich lies und so auch von jedem verlassen wurde. Seine Freundin, das Mädchen, das er über alles liebte hat ihn alleine gelassen. Sein Bruder, ohne den er nicht Leben konnte, hat ihm ins Gesicht gesagt, dass er sterben solle. Doch die Band war immer ihr Traum gewesen und er wollte sie für seinen Bruder und seine zwei besten Freunde nicht aufgeben. Also musste er so weiter machen.
Als er aufwachte, saß Gustav vor ihm und hatte seine Hand auf seiner Schulter. Er war hier eingeschlafen und Gustav hatte ihn aufgeweckt.
Tom sah seinen besten Freund an und nickte ihm still zu. Sie mussten nichts sagen in so einem Moment. Sie wussten auch so, was der andere meinte. „Wir unterstützen dich egal was passiert“, sagte Gustav, stand auf und reichte Tom die Hand. Er zog sich nach oben und viel Gustav einfach in die Arme. Ihm ging es schlecht. Er fühlte sich kaputt und ausgelaugt und wieder stellte sich seine Sucht in den Vordergrund. Er muss lange geschlafen haben, dass die letzte Dosis schon wieder nachließ. Gustav strich ihm über den Rücken und warf ihm aufmunternde Worte an den Kopf.
Er merkte schnell, dass sich Toms Körper immer mehr anspannte und er wusste gleich was los war. „Lass mich das nicht machen. Lass mich nicht los“, bat er seinen Freund und Gustav hielt ihn einfach nur fest. „Ist okay. Ich bin da, Tom“.
Tom hielt sich fest an seinen Schultern und Gustav drückte ihn von sich weg. „Aber ich kann dir nicht alleine helfen“. Tom nickte und Gustav lies ihn alleine. Tom wusste, dass er sich um alles kümmern würde doch jetzt musste er sich erst einmal beruhigen. Er lief aus dem Zimmer heraus und Gustav hielt ihn fest. „Komm mit wir fahren jetzt“, sagte er bestimmend und zog Tom ohne Widerrede mit sich. Tom wehrte sich nicht gegen das, was mit ihm gemacht wurde. Er wollte nur alles anders haben, als es jetzt gerade war. Gustav fuhr zügig mit seinem Kombi über die Autobahn und erreichte nach einer halben Stunde das Klinikum, dass er gesucht hatte. Tom stieg schweißgebadet aus dem Auto und Gustav sah ihn vorsichtig an. „Bleibst du da?“, bat Tom ihn und Gustav nickte. Sie liefen nebeneinander die großen Glastüren rein und Gustav fasste Tom an die Schulter, als er kurz stockte.
„Komm“, sagte er aufmunternd und Tom folgte ihm zur Empfangsdame. „Wir hatten Telefoniert“, gab Gustav von sich und die Frau in weiß nickte ihm zu. Schnell hatte sie alles in ihren Computer eingetippt und begleitete die Jungs auf ein Zimmer. Sie redete mehr mit Gustav als mit Tom, was ihm auch sehr recht war. „Der Chefarzt wird in wenigen Minuten bei Ihnen sein“, sagte sie zu ihm und Tom war schon dabei sich auf den Boden zu setzten. Sein Körper zitterte und er hätte alles Erdenkliche zerschlagen können. Er war sich sicher, er hätte es getan, wenn Gustav nicht da währe und seine Hand halten würde. Es muss absurd klingen, dass ein Junge einem anderen die Hand hielt, doch das war das, was Tom im Moment brauchte und das war Gustav bewusst. Tom entfloh ein leises stöhnen und sein Kopf lag im Nacken. Sein Körper verlangte nach so viel, was er ihm nun nicht mehr geben konnte. Er musste sich auf die schlimmste Zeit in seinem leben vorbereiten und das war erst der Anfang. Es war fast unausstehlich, wie sein Körper brannte. Er zitterte überall und für Gustav war es sichtlich unangenehm bei ihm zu sein. Es war schlimm für ihn, ihn so leiden zu sehen. Das hatte keiner gewollt. Keiner wollte, dass der Erfolg solch eine Schattenseite mit sich bringt. „Geh“, schrie Tom und Gustav war so erschrocken, dass er sofort vom Boden aufstand und einige Schritte zur Seite machte. Tom blickte ihn an und atmete schwer. „Ich bleibe hier“, sagte Gustav noch, bevor er zur Türe lief und diese hinter sich schloss. Draußen setzte er sich auf einen Stuhl und sah stumm aus dem Fenster, durch dass er den Schnee fallen sehen konnte. Er blinzelte und überlegte sich, ob er das alles so wollte. Er konnte nicht sehen, wie sein bester Freund kaputt ging. Er hoffte so, dass sich nach dem Alptraum hier alles ändern würde. Er selbst hatte in seiner Freundin einen so großen Halt gefunden, dass er an dem Druck, den der Erfolg auf die vier Jungs ausübte ihm recht wenig ausmachte. Bei Denise konnte er jederzeit Ruhe haben und sich jede Last die er hatte von der Seele reden.
Sein Handy vibrierte in der Hosentasche und er zog es heraus. Er hatte eine Sms von Bill bekommen in der er ihn fragte wo er und Tom seien. Er gab ihm die ehrliche Antwort und schob es wieder dorthin zurück wo er es hergeholt hatte. Ein Mann in weißem Kittel und grauem Bart kam auf ihn zugelaufen. „Hallo Herr Schäfer. Ich bin Herr Weidner und der betreuende Arzt Ihres Freundes. Können wir ein paar Dinge klären bevor wir weiter fortfahren?“.
Gustav nickte bloß und lief ihm hinterher in das kleine Besprechungszimmer.
Als er dort wieder herauskam stand die Zimmertür zu Toms Zimmer offen. „Wo ist er?“, fragte er eher nervös als ruhig und eine Krankenschwester kam auf ihn zu. „Wir mussten ihn in die Isolierstation bringen. Die Entzugserscheinungen wurden zunehmend schlimmer. In dieser Station war er zu unbeaufsichtigt“, berichtete ihm die Schwester und er nickte und lief in gedrückter Stimmung zwei Etagen nach oben.
Wieder klingelte sein Handy doch diesmal wurde er angerufen. Er schob es wieder aus seiner Hosentasche und das Foto seiner Freundin blinkte auf. Sein Herz machte den ersten positiven Sprung an diesem Tag und er nahm sofort ab. „Gustav? Wo seit ihr genau?“, fragte sie sofort besorgt und er wusste, dass sie gerade bei Bill und Georg war. „Ich freu mich auch dich zu hören“, sagte er humorvoll und fügte sofort ein „Luisen-Klinikum“ hinterher. „Ich bin gleich da“, sagte sie und legte auf. Er war sich bewusst, dass sie sofort gehört hatte, dass es ihm verdammt schlecht ging, auch wenn er versuchte lustig zu klingen. Und er war unheimlich froh darum, sie gleich nach zwei Wochen wieder in die Arme schließen zu können. Wieder setzte er sich gegenüber von Toms Zimmer auf einen Stuhl. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit, in der er hier wartete und sich nichts tat. Er hatte seinen Kopf auf den Händen abgestützt und sah so den Boden an, als er plötzlich eine Hand leicht auf seiner Schulter spürte. Er blickte nach oben und sah seiner Freundin ins Gesicht. Hinter ihr erschienen nacheinander die beiden anderen Jungs und keiner sagte etwas. So still wie es war, blieb es auch eine Weile. Auch dann, als Gustav seine Freundin auf seinen Schoß zog und sie ihren Kopf an seine Schulter legte. Bill und Georg setzten sich neben die zwei und alle sahen starr an die Wand gegenüber.
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