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von Starlight1983    erstellt: 04.02.2010    letztes Update: 27.11.2011    Geschichte, Romanze / P18    (pausiert)
Die Rückkehr von Sailor Pluto


„Bunny kommst du?“ Mamoru stand bereits im Flur und klapperte mit den Autoschlüsseln. Er hatte seiner Prinzessin versprochen heute mir ihr ins Kino zu fahren. Fröhlich kam sie aus dem Wohnzimmer. „Bin ja schon da.“

Nach einer kurzen Fahrt hielt der Schwarzhaarige vor einem großen Gebäude an. Bereits die Werbetafel verriet, welcher Film heute lief. Mamoru schlug die Hände vors Gesicht. Ihm war überhaupt nicht nach so einem Schmachtfetzen, aber was sollte er machen? Hauptsache seine Freundin war glücklich. Nachdem sie an der Kasse zwei Karten gekauft hatten, deckten Bunny und er sich mit Getränken, sowie zwei riesigen Portionen Popcorn ein.  

Als der Film anfing, kuschelte sich die Blondine eng an ihren Prinzen, der lächelnd zu ihr hinab sah. Doch bereits nach wenigen Augenblicken versank er in Gedanken. Seit nunmehr zwei Wochen konnten sie endlich in Frieden leben. Galaxia war besiegt, neue Gegner bisher nicht aufgetaucht. Inständig hoffte er, dass sie nun endlich Ruhe hatten und leben konnten, wie jeder andere auch.

Verstohlen warf er seiner Prinzessin, die in den Film vertieft war, ein paar Blicke zu. Ihm schwirrten noch immer Seiya´s Worte durch den Kopf. Sofort verkrampfte sich sein Magen bei dem Gedanken an diesen anderen Mann. Aber Gott sei Dank hatte sich das Problem durch die Abreise der Three Lights erledigt. Jetzt hatte er nur noch die Zukunft mit seiner Prinzessin vor Augen. Er würde sein Versprechen halten und sie nie wieder alleine lassen, dessen war er sich sicher.

Plötzlich fühlte er einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Mit der rechten Hand griff er an die betroffene Stelle. Sein Oberkörper senkte sich unter Krämpfen nach vorne. Er stöhnte auf. „Mamoru, was ist mit dir?“ Bunny blickte ängstlich zu ihrem schwarzhaarigen Freund. „Nichts, es geht schon wieder.“ Er richtete seinen Körper langsam wieder auf, die Schmerzen hatten nachgelassen. Doch wusste er nicht, was diese verursacht hatte.


Derweil in einem Haus am Strand

Michiru stand auf der Terrasse ihres Hauses und blickte besorgt hinaus aufs Meer. Der Herbstwind wehte sanft durch ihre Haar. Er war auch dafür verantwortlich, dass das Wasser vor ihren Augen in seichten Wellen an den Strand schwappte. Sie zuckte kurz zusammen, als sich zwei starke Arme zärtlich von hinten um ihre Taillie schlangen. Ein kurzer, blonder Haarschopf schob sich in ihr seitliches Blickfeld.

„Haruka, das Meer beginnt wieder zu tosen.“ Ihre Stimme klang zittrig, so als wolle sie diesen Umstand nicht wirklich wahrhaben. „Hm, also hat mich mein Gefühl nicht getäuscht…“ Michiru drückte ihren Rücken fester gegen den Oberkörper ihrer Freundin. „Wie meinst du das?“ „Der Wind ist ebenfalls unruhig.“ Die türkishaarige senkte ihren Kopf gegen Haruka´s Wange. „Glaubst du, dass eine neue Gefahr die Erde bedroht?“

„Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, aber ich befürchte es fast.“ Die traurigen, himmelblauen Augen der Blondine blickten ebenfalls hinaus aufs Meer, als würden sie dort eine Antwort auf die ungeklärten Fragen suchen. „Mir ist kalt, Haruka.“ Die Arme, die ihren zierlichen Körper gehalten hatten zogen sie enger sich. Weiche Lippen nährten sie ihrem Ohrläppchen. „Dann werde ich dich jetzt wärmen.“ Die Stimme ihrer maskulinen Freundin war nur ein Flüstern, dennoch lief der Senshi des Meeres ein wohliger Schauer über den Rücken. Lächelnd ließ sich Michiru von Haruka auf die Arme nehmen und ins Haus tragen.


Derweil in einer anderen Dimension

Sailor Pluto stand am Raum-Zeit-Tor und grübelte. Es machte den Anschein als wäre das komplette Zeitgefüge durcheinander geraten. Nichts passte mehr zusammen. So eine komplexe Reaktion konnte nur eine gravierende Veränderung in der Gegenwart auslösen, die somit auch die Zukunft beeinflusste. Leider konnte die schwarzhaarige Senshi nicht erkennen, was genau der Auslöser war.

In sich gekehrt lehnte sie sich mit dem Rücken an den Torrahmen. Ihre Augen wanderten auf die rote Kugel, die ihren Stab zierte. „Was soll ich nur tun?“ Verzweifelt biss sie sich auf die Unterlippe. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Letztendlich fasste sie einen Entschluss.

Sie stellte sich vor das Tor zu Raum und Zeit und hob ihren Stab in die Luft. „Serenity, Endymion…verzeiht mir, aber ich muss zurück auf die Erde, um herauszufinden, wer oder was dieses Chaos in der Zeit auslöst.“ Ihr überdimensionaler Schlüssel begann zu leuchten.

Wenige Sekunden später stand Sailor Pluto am Hafen von Tokio, diesmal in der Gestalt von Setsuna Meioh. Sie lächelte. Eigentlich hatte sie mit dem Leben hier auf diesem wunderbaren Planeten abgeschlossen, war zurückgekehrt in ihre Dimension, um dort das Raum-Zeit-Tor zu bewachen - für immer. Doch nun war alles anders gekommen. Wahre Freude wäre in ihr aufgestiegen, wenn der Grund ihres Kommens nicht so brisant wäre.



Bunny und Mamoru hatten es sich nach dem Kinobesuch zu Hause auf der Couch bequem gemacht. Der Schwarzhaarige kochte ein paar Nudeln mit Tomatensoße und stellte einige Knabbereien bereit. Die quirlige Blondine kramte derweil in der DVD-Sammlung ihres Freundes. Sie zog eine Hülle hervor und legte den Film in den Player. Zu guter Letzt zündete sie auf dem Wohnzimmertisch einige Kerzen an.

Alles versprach ein gelungener, romantischer Abend zu werden, bis Bunny einen schmerzlichen Aufschrei, gefolgt von dem Geräusch eines zerspringenden Glases, aus der Küche hörte. Schnell lief sie in den Nebenraum, um nachzusehen, was los war. Mamoru stand gekrümmt vor dem Herd und stützte sich mit einem Arm auf der Arbeitsplatte ab, mit der Anderen fasste er an seine Brust. Bunny erschrak, als sie sah, dass sein Körper vor Schmerzen zitterte.

„Mamoru, was hast du?“ Mit wenigen Schritten hatte die Mondprinzessin die Distanz zur ihrem Geliebten überbrückt und legte nun ihre Hände sanft auf seinen Rücken. Mit schmerzverzerrter Miene drehte sich der Angesprochene zur ihr um und blickte in ihre weit aufgerissenen himmelblauen Augen. „Bunny…“

Weiter kam er nicht mehr, der Schmerz übermannte ihn. Dunkelheit legte sich vor seine Augen, seine Knie gaben nach und er sackte zu Boden. Im letzen Moment konnte die Blondine den Körper ihres Freundes abfangen, damit er nicht ungebremst auf dem harten Fliesenboden aufschlug.

Wie wild rüttelte sie an ihm. „Mamoru, nun sag doch was. Was ist mit dir? Mamoru…“ Doch sie bekam keine Antwort. Als ihr der Ernst der Situation bewusst wurde, sprang sie auf und lief geistesgegenwärtig zum Telefon. Schnell wählte sie die Notrufnummer und versuchte so sachlich wie möglich die Situation zu erklären. Trotzdem konnte sie es nicht vermeiden, dass Panik in ihrer Stimme mitschwang. Die Frau am anderen Ende der Leitung versuchte sie ein wenig zu beruhigen und erklärte, dass ein Krankenwagen in wenigen Minuten da wäre.

Bunny hing den Hörer wieder ein und lief zurück in die Küche. Als sie den bewusstlosen Mamoru dort liegen sah, sank sie auf die Knie. Sie fühlte sich so hilflos und allein, völlig überfordert mit der Situation. Krampfhaft überlegte sie, wer ihr in dieser Lage beistehen konnte.

Ihre vier Freundinnen waren übers Wochenende in die Berge gefahren. Bunny hatte nicht mit gewollt, da sie sich vorgenommen hatte, jetzt, wo Mamoru wieder bei ihr war, mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Auch ihre Eltern waren mit Shingo nach Osaka gefahren, um dort alte Freunde zu besuchen.

Sie klimperte kurz mit den Augenliedern, als ihr Haruka & Michiru in den Sinn kamen. Sofort stürmte sie zum Telefon und wählte deren Nummer. Am anderen Ende nahm jemand ab.

„Tenoh.“
„Haruka, ich bin’s…“
„Bunny? Hast du mal auf die Uhr geschaut, wie spät es ist? Also, wenn das nicht wirklich dringend ist…“
Bunny schluchzte auf. Die ganze Situation wurde ihr zuviel.
„Haruka, Mamoru ist zusammengebrochen. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Der Krankenwagen ist unterwegs, aber ich fühle mich so hilflos. Bitte…“
„Bleib wo du bist Mondgesicht, wir sind sofort da…“

Dann hörte man nur noch ein monotones Tuten aus der Leitung. Ihre Gesprächspartnerin hatte aufgelegt. Die Blondine lehnte sich mit dem Rücken an die Flurwand und ließ sich daran hinunterrutschen. Eng zog sie die Knie an ihren Körper und schlug die Hände vors Gesicht. Sie begann zu Weinen - die pure Verzweifelung stieg in ihr auf.
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