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Geschichte: Fanfiktion
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von Nicodemus
erstellt: 04.02.2010
letztes Update: 03.06.2010
Geschichte, Allgemein / P18 Slash
(fertiggestellt)
Er sah sich um, prüfte die Lage. Er wollte feiern, und er wollte vögeln. Der Sieg von heute – sein Sieg – musste gebührend belohnt werden.
Seitdem er und Maria sich getrennt hatten, ließ er bei jeder Gelegenheit die Sau raus. Oder besser gesagt, seitdem Maria sich von ihm getrennt hatte. Weil sie jemanden kennengelernt hatte, der immer Zeit für sie hatte. Markus war wie vor den Kopf gestossen gewesen, und seine heile Welt war ein Stück weit zusammen gebrochen. Klar war er viel unterwegs, aber er hatte sich immer so viel Zeit wie irgend möglich für Maria genommen. Und dann so was. Vielleicht war er aber auch nur sauer, weil er sich ihretwegen schon so manche geile Nacht hatte durch die Lappen gehen lassen. Treue! Überbewertet! Jetzt waren die Zeiten vorbei, und es wurden Kerben gemacht. Er sah gut aus und konnte jede rumkriegen. Dazu musste er nur ein bisschen den schüchtern lächelnden Ausländer mit dem gebrochenen Deutsch geben, und schon waren die Tussis quasi in seinem Bett.
Zugegeben, gegen Clemens konnte er nicht anstinken, wenn der mit war, wurde es immer ein wenig schwieriger für ihn, aber der Rest der Truppe war zum Glück keine Konkurrenz. Basti oder Mesut – schleppten zwar auch Weiber ab, aber nur die, die er eh nicht nehmen würde. Na ja und Per … Per war eben Per. Bestimmt kein Typ, auf den die Weiber flogen. Außerdem war Per ´ne treue Seele, wenn auch kein Kostverächter.
Was mit dem allerdings in letzter Zeit los war, fragte sich Markus schon seit längerem.
Früher war er öfter mal mit Clemens und Per durch die Clubs gezogen. Hatten viel Spaß zusammen gehabt. Dann war Per mit Ulle zusammen gekommen und schlagartig gar nicht mehr ausgegangen. Hatte nur noch zu Hause rumgehangen. Oder war mit Ulle weggegangen.
Doch seit ein paar Wochen zog Per wieder öfter mit ihnen los. Und behandelte ihn wie Luft. Er hatte keine Ahnung warum. Schon einige Male hatte er sich vorgenommen, Per zu fragen, hatte es doch jedes Mal bleiben lassen. Der würde sich schon wieder einkriegen. Wobei er es wirklich schade fand. Er mochte Per.
Jetzt stand Per neben ihm am Tresen, schlürfte ´ne Caipi und starrte gedankenverloren zur Tanzfläche. Markus stieß ihm in die Rippen, und Per schaute zu ihm runter.
„Was?“ Die Frage klang wie eine Anklage.
„Kommst mit? Bisschen gucken?“ Markus nickte in Richtung Tanzfläche, auf der sich etliche von Menschen eng aneinander im Rhythmus der Musik bewegten.
Per schüttelte den Kopf. „Nee, lass mal. Nicht mein Ding.“ Er trank und der Cocktail brannte ihm in der Kehle. Er verzog das Gesicht.
Markus zuckte resigniert mit den Schultern. Dann schnappte er sich Clemens, egal ob Konkurrenz oder nicht, und sagte: „Clemens, komm, wir gehen tanzen ein bisschen.“
Clemens zögerte keine Sekunde und schob sich mit Markus in Richtung Tanzfläche. Die anderen waren ohnehin längst da.
Per ließen sie stehen.
„Was ist mit Per eigentlich?“, fragte Markus laut in Clemens' Ohr, als sie am Rand der Tanzfläche standen.
„Keine Ahnung. Mit mir redet er auch nicht.“
„Ich glaube, dass er hasst mich auf einmal. Ich gar nicht weiß, was ich gemacht habe falsch.“
„Vermutlich hat er nur Probleme mit Ulle. Nimm´s nicht persönlich.“ Clemens zuckte die Schultern und trank einen Schluck Bier. „Komm lass Per mal Per sein, der kriegt sich auch wieder ein. Ich glaub nicht, dass es was mit dir zu tun hat.“
Markus nickte. Eigentlich wollte er auch gar nicht über Per nachdenken. Dennoch tat er es immer wieder.
Ein blondes Mädchen tanzte dicht vor ihnen beiden und lächelte verzückt. Man sah ihr an, dass sie sie erkannt hatte, und dass sie alles daran setzte, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Sie gefiel ihm, und er schnappte zu, bevor Clemens es tat.
Er tanzte, verdrängte Per. Er genoss den Sieg, seinen Weg zurück auf die Erfolgsspur. Die Zeit flog davon, Mädchen kamen und gingen. Ab und zu sah Markus einen von den anderen. Allein oder zu zweit.
Als er zum Tresen zurückkehrte, war Per nicht mehr allein. Ein junges Mädchen stand neben ihm, aber sie unterhielten sich nicht. Sie sah nicht besonders glücklich aus. Er nickte Per kurz zu, bestellte sich ein Bier und trank gierig. Er war durchgeschwitzt, hatte sein Hemd aus der Hose gezogen und fächelte Luft darunter. Eine zaghafte Berührung an seiner Schulter ließ ihn zusammen zucken, und er sah sich um. Da war sie wieder, die blonde Schönheit, mit der er zuletzt getanzt hatte. Sie war ihm gefolgt. Das gefiel ihm. Die Beute war schon mal sicher. Sie sah nicht schlecht aus, küssen konnte sie außerdem, das hatte er bereits ausprobiert.
„Willst du trinken was?“ Er lehnte sich vor und sprach in ihr Ohr, wobei er wie unabsichtlich seine Lippen über ihre Ohrmuschel gleiten ließ. Sie zuckte nicht zurück, im Gegenteil, drängte sich noch dichter an ihn. Damit war schon mal klar, wohin das hier führen würde. Sie ließ sich einen Cocktail bestellen. Eine Unterhaltung kam nicht in Gang, Markus wollte nicht reden. Zumindest nicht mit ihr. Nicht mehr als notwendig. Stattdessen legte er seinen Arm um sie und drückte sie etwas fester an sich.
„Sag mal, ist das nicht Per Mertesacker da drüben?“, fragte sie, und Markus nickte. Warum zum Teufel fragte sie jetzt nach Per?
„Den find ich immer so nett, wenn ich den irgendwo im Fernsehen sehe, ist der in echt auch so nett?“ Markus nickte wieder und verdrehte innerlich die Augen. Was sollte das hier werden? Fragestunde über Merte? Er hatte eigentlich andere Dinge im Kopf.
„Und das da neben ihm? Das ist doch nicht seine Freundin, oder? Der ist doch mit dieser Handballerin zusammen.“
„Ne, ist nicht seine Freundin“, bestätigte Markus und zog sie jetzt noch dichter an sich. Seine Hände platzierte er auf ihrem Arsch, und er versuchte sie zu küssen.
Es wurde nicht mehr als ein Versuch, da sie sich von ihm abschob und fragte: „Sind die denn nicht mehr zusammen?“ Markus wurde immer genervter. Wenn es nach ihm ginge, wären sie schon raus aus dem Laden und würden nicht mehr reden.
„Du ich weiß auch nicht, am besten du fragen ihn selber.“ Seine Stimme klang gereizt. Hastig nahm er einen Schluck Bier.
„Kannst du uns denn mal bekannt machen?“ Sie lächelte jetzt zu Per, der in diesem Moment zu ihnen rübersah.
„Ich dachte, wir beiden gehen vielleicht gleich noch zu mir zusammen?“ Er war bemüht, sich nicht anmerken zu lassen, wie entnervt er war.
„Ach bitte, ich würde den so gerne kennenlernen. Es ist noch so früh.“ Jetzt schob sie sich dicht an ihn ran und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. „Wir können dann doch immer noch zu dir gehen.“ Er gab sich geschlagen. Entweder das, oder er müsste noch mal von vorne anfangen. Darauf hatte er auch keinen Bock. Außerdem gefiel sie ihm.
'Was soll´s', dachte er sich, 'Per ist keine Konkurrenz. Dann soll sie ihn halt kennenlernen.'
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