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von Glewiel    erstellt: 04.02.2010    letztes Update: 28.07.2011    Geschichte, Romanze / P12    (pausiert)
Kapitel 1: „Auf einen vermeintlichen Morgen…“


„Guten Morgen ihr alten Langweiler! So früh schon wach?“, begrüßte ich die Tischgemeinschaft. Ob es wohl irgendwie unhöflich erschien, eine Versammlung der mächtigsten Elben Mittelerdes so zu begrüßen? Vermutlich doch, ja.


Thranduil, König des Waldlandreiches, verschluckte sich erst mal an seinem Wein – Trinken die das Zeug eigentlich ständig?! – und starrte mich an als wäre ich eine Erscheinung. „Ihr erinnert euch doch sicher an meine Schwester, Niriel“, stellte mein Bruder, der Herr Bruchtals mich vor. Wer täte das nicht? Ich habe eine unglaubliche Begabung mich in die Gedächtnisse von Leuten einzuprägen und beim Wiedertreffen starren sie mich immer an. Schlimm ist das.


„Schön euch wiederzusehen. Setzt euch doch zu uns. Wir diskutieren gerade über das Galpalot-Problem.“ Thranduil hatte sich schnell wieder gefasst, was erstaunlich war, wenn man an unsere letzte Begegnung dachte. Ich setzte mich also zwischen ihn und Erestor, gegenüber von Celeborn hin und antwortete:„Ah-h, ja. Was gibt´s zum essen?“ Gut. Das war jetzt wirklich unfreundlich. Aber was hätte ich sagen sollen? Ich nahm an sie diskutierten wieder über irgendein mathematisches Problem und ich hatte nicht vor mein bisschen Stolz schon so früh am Tag zu verlieren.


„Die Delegation aus Düsterwald ist heute Morgen eingetroffen“, sagte Elrond, der mein Verhalten bewundernswert entspannt tolerierte. „Wirklich? War das schon heute?“ Ich kann mir weder Zahlen, noch Daten, noch sonst irgendetwas merken. „Ja, muinthel. (Schwester) Ich habe es dir gestern noch einmal gesagt und dich gebeten zum Frühstück herunter zukommen. Wir speisen bereits zu Mittag“ Große Augen, vorwurfsvoller Ton - Ich hasse es, wenn er die „großer Bruder, muss auf meine kleine Schwester aufpassen“-Nummer abzieht. Und das vor allen Leuten. Thranduil grinste schon wieder so dumm. Außerdem bin ich schließlich nur 2000 Jahre jünger als er und kann sehr gut auf mich selbst aufpassen. Ich leugne ja nicht, dass ich respektlos bin und einem Hang zum Chaotischen habe, ich frage mich nur warum dass immer alle ändern wollen…


„Tatsächlich? Warum hast du mich dann nicht geweckt?“ Als ob ich nicht wüsste wie viel er immer zu tun hatte, aber dies war mir nun auch egal. „Niriel. Das ist nicht fair – und du weißt das.“ Glorfindel, Elronds Berater, sah mich leicht tadelnd an. Er saß Erestor gegenüber und hatte – wie sein Name schon sagt – goldblondes, etwas über schulterlanges Haar und, wie die meisten männlichen Elben übrigens, blau-graue Augen. Seit über 800 Jahren war er nun schon in mich verliebt gewesen, und seit mein Bruder das wusste drängte er mich ihn zu heiraten. Vielleicht dachte er, ich würde dann endlich zu einer sittsamen, weisen Elbe werden. Okay, Ersteres vielleicht eher weniger…


Glorfindel gefiel mir – sehr sogar. Sein Charakter, sein Lächeln, sein durchtrainierter Körper, dass er mich immer verstand… Doch auch ich bin im Herzen eine Romantikerin und war irgendwie der Meinung, ich müsste meinen Seelenverwandten, meine zweite Hälfte, finden. Seit ich vor ein paar Tagen nach Imraldis zurück, allerdings nur zu Besuch gekommen war, begann meine Meinung dazu sich irgendwie langsam zu wandeln…


„Ja, ja, es tut mir Leid, großer Bruder“, meinte ich leichthin und wandte mich mit gespielt affektierter Miene wieder Thranduil zu. „Was sagtet ihr, eure Hoheit?“ Thranduil lächelte mit sanfter Ironie. „Galpalot Problem. Wir diskutierten gerade über das Galpalot Problem.“ Galpalot Problem. Verdammt! G-A-L-P-A-L-O-T., dachte ich frustriert. Jetzt grinste Thranduil unverschämt. „Was haltet ihr davon, Lady Niriel?“ Dummes, eingebildetes Waldvolk! Früher hatte ich immer geglaubt, die wären nicht so prüde und stolz wie unsereins, doch Thranduil war genauso. Na, ja, vielleicht bestätigten Ausnahmen ja die Regel. Ich wollte ihm gerade eine spöttisch-sarkastische Antwort entgegen schleudern, da trat ein großer, hellhaariger Elb ein.


Okay – groß und hellhaarig trifft auf beinahe so ziemlich alle Galadrim – und das war er seiner Kleidung nach – zu, doch dieser war auch bis zu den Hüften schlammbeschmutzt und dreckig – und der Rest seiner Erscheinung, besonders seine Haare, hatte auch gelitten – aber er war irgendwie auch verdammt attraktiv. Jedoch was hieß das schon in dieser Kombination. Der Elb trat auf den Tisch zu, verneigte sich leicht und meldete die Rückkehr meiner Neffen Elladan und Elrohir, die auf einem Erkundungsausflug gewesen waren. „Was habt ihr denn gemacht?! Euch im Schlamm gewälzt?“, fragte Celeborn mit einer Mischung aus gespielten Entsetzen und Amüsements. Wow! War das eben ein Scherz gewesen?! Der hatte ja inzwischen fast so etwas wie Humor. „ Natürlich. Ich wollte testen ob sich der imraldische Schlamm ebenso gut dazu eignet wie Anderer!“
Seine Stimme klang etwas pampig und ironisch und das gefiel mir. Celeborn, Elrond, Glorfindel und ich lächelten leicht, der Rest der Versammlung - weitere hohe, elbische Würdenträger – sahen von etwas pikiert bis tief empört aus. Pech für sie. „So führt sie doch herein“, sagte Galadriel unberührt mit ihrer üblich dunkel-dramatischen Stimme. Wie konnte eine solche… Person nur die Mutter einer so wunderbaren Elbe wie Celebrian sein?


Beim Anblick meiner beiden Lieblingsneffen – gut, ich hatte auch nur die Beiden – musste ich schmunzeln. Ebenso wie Lord gutaussehend-ironisch waren sie schlammbespritzt – allerdings von Kopf bis Fuß und sie waren zudem vollkommen durchnässt. Es war ein erbarmungswürdiger Zustand. „Was habt ihr denn getrieben?“ Der Herr Bruchtals klang eher belustigt denn verärgert. „Wir haben… ähm… na, ja… also…“ Hilfesuchend sah Elladan zu mir. Die Beiden hatten Celebrians Augen geerbt. Groß und blau sahen sie mich bittend an. Das Wasser tropfte von ihren Kleidern und aus ihren Haaren zu Boden und die Herren Lothloriens, Grünwalds und Bruchtals sahen sie kritisch an. Da bekam ich natürlich Mitleid.


Lächelnd sprang ich auf und viel den Beiden um den Hals, wobei ich den Schmutz auf ihren Kleidern gekonnt ignorierte. „Elladan! Elrohir!“ Stürmisch küsste ich die Beiden links und rechts auf die Wangen. „Ihr seht gar nicht gut aus! Gibt mein Bruder euch nichts zu essen, oder was?!“ „Ich…“, wollte mein Bruder sich verteidigen. „Halt die Klappe!“, unterbrach ich ihn grob. Kapierte er nicht, dass ich seine Söhne aus dieser peinlichen Situation befreien wollte? Na, ja, vermutlich machte ich es nur noch schlimmer, aber immerhin versuchte ich es… „Kommt ihr zieht euch jetzt erst einmal etwas Frisches an, und dann gehen wir zu Elfira und sehen was sie euch zu essen geben kann!“ Und damit zerrte ich die Beiden aus dem Zimmer. Beim Hinausgehen sah ich, das beinahe allen Tischmitgliedern die Münder offen standen – sie schienen irgendwie gar nichts mehr zu kapieren. Das verwunderte mich. Wo lag das Problem? Nur Glorfindel lächelte verträumt vor sich hin. Aber der, fand ja auch alles bezaubernd, was ich tat…

Anmerkung d. Autorin: Na, was haltet ihr von Niriel?? :- P Sie ist halt jemand ganz besonders^^ Bitte ein paar Reviews!!

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DISCLAIMER: Die Rechte am Herrn der Ringe liegen bei Tolkien Enterprises und selbstverständlich bei der Familie Tolkien. Die Filmrechte hält New Line Cinema. Diese Geschichte ist ein reines Fanprodukt und will keine Copyrights verletzen. Sie wurde nur zum eigenen und zum Spaß für die Fans geschrieben. Mit ihr werden – weder jetzt noch in Zukunft – finanzielle Interessen verfolgt.
 
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